Forum: Politik
Ex-Bundespräsident: Nur 15 Prozent der Deutschen glauben an Wulff-Comeback
dapd

Mit dem Zapfenstreich im Schloss Bellevue endet Christian Wulffs politische Karriere. Endgültig - wenn es nach der Mehrheit der Deutschen geht. Nur 15 Prozent trauen dem Ex-Bundespräsidenten laut einer Umfrage noch ein Rückkehr in ein hohes Amt zu.

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diekleinehexe 08.03.2012, 10:37
70.

Zitat von angela_nrw
ich habe gestern folgendes gelesen,das er auch noch eine Pyramide mitten im Herz von Berlin haben will,sein Anwalt bestätigt diesen Anspruch,das könnt ihr unter postillon lesen,ein großer Bericht,sollte man auch hier Veröffentlichen. Wulff hat nichts verdient ,weil er selber seine Ämter unwürdig unehrenhaft behandelt hat.

Pyramide??
Fordert er nicht auch das Bundesverdienstkreuz (müsste er ja eigentlich so wie er gestrickt ist), im Sinne der Gleichbehandlung mit seinen Vorgängern?
Schmeisst man ihm das dann auch hinterher und setzt es damit einem Faschingsorden gleich?

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arnold_s 08.03.2012, 10:39
71.

Zitat von knieselstein
nicht. Zweimal gegen Schröder und dessen 650 000 DM- Helfers Maschmeyer verloren und doch wieder gekämpft und gewonnen ;-). Aber er wird hoffentlich für ihn den Weg der süßeren Früchte der freien Wirtschaft wählen ;-)
Vielleicht wählt er auch den Weg, seine Reputation zurückzugewinnen und uns aufzuzeigen, welches Spiel hier wirklich gespielt wurde...

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Eva1230 08.03.2012, 10:40
72. Ein politisches Comeback oder regelmäßige Arbeit

Zitat von sysop
Mit dem Zapfenstreich im Schloss Bellevue endet Christian Wulffs politische Karriere. Endgültig - wenn es nach der Mehrheit der Deutschen geht. Nur 15 Prozent trauen dem Ex-Bundespräsidenten laut einer Umfrage noch ein Rückkehr in ein hohes Amt zu.
ist für die Bundespräsidenten aD nicht geplant. Wie sagte ein Mensch aus der Politik letztlich sinngemäß: Man kann dem BP wohl kaum zumuten, ein abhängiges Arbeitsverhältnis einzugehen oder gar ansonsten von irgendeiner Person/Institution abhängig zu sein. Aus diesem Grund soll er u.a. den "Ehrensold" erhalten.

Ich kann diese Argumentation nur bedingt nachvollziehen, denke aber, dass Wulff für eine Tätigkeit in der Politik auf Dauer verbrannt sein dürfte. Im Moment ist der Name Wulff Synonym für eine unsensible Mitnahmementalität, für den Verlust der Politik an Bodenhaftung, für die immer größer werdende Kluft zwischen dem realen Volk und der Politikerkaste. Und das Schlimmste daran ist: Der merkt es noch nicht einmal und geht den Weg stur und unbeeindruckt bis zum bitteren Ende.

Hillary Clinton hat im Zuge der Lewinsky Affaire einmal geäußert, dass ihr Mann nicht als Papst kandidiert habe. Sicherlich hat keiner erwartet, dass Wulff mit blütenreiner Weste und ohne Fehler in der Vergangenheit BP geworden ist. Nur der Umgang mit den Dingen, die Art und Weise mit der Wahrheit umzugehen, beziehungsweise diese zu verbiegen und zu leugnen, lässt die Vermutung zu, dass das vielleicht nur die Spitze des Eisbergs ist. In dieser trüben Brühe mag ich nicht rühren und mir wird im Nachherein noch schlecht wenn ich darüber nachdenke, dass und wie solche Menschen in höchste Ämter kommen.

Ich würde der Familie Wulff raten, eine Zeit ins Ausland zu gehen. Ob jemals Gras über diese Geschichte wächst, wird man dann sehen.

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diekleinehexe 08.03.2012, 10:46
73.

Zitat von Tottiso
Wäre ich Soldat der Kompanie, die heute den Zapfenstreich abhält, würde ich nicht antreten. Aber dürfen die betroffenen Soldaten dies?
Oh nein, das dürfen sie nicht!
Das zieht richtig unangenehme Konsequenzen nach sich.

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will-shakespeare 08.03.2012, 10:51
74. Vorsicht vor Legendenbildung

Zitat von arnold_s
Die mich bewegende Frage bleibt, warum ausgerechnet Wulff in den Fokus der emittelnden BILD-Journalisten geriet...
Die Antwort ist schlicht:

Natürlich in erster Linie weil BILD Auflage machen will. Bad news is good news, sex sells etc. Es ist BILD doch relativ egal, um wen es geht.

In diesem Fall halte ich es allerdings für völlig abwegig, von einer gesteuerten Kampagne des Springer Verlages auszugehen. Wulff stand politisch für keine Springer fremde Position. Es ist doch unwahrscheinlich, dass es BILD nur um die eigentlich doch völlig harmlose Islam- Äußerung gegangen sein soll.

Wulff hat sich eben in jeder Phase das Skandals so eklatant fehlverhalten, dass er ein gefundenes Fressen für jeden investigativen Journalisten wurde. BILD kann sich jetzt noch glaubwürdiger als Anwalt der "kleinen Leute" präsentieren. Er wurde zu Recht abgestraft, weil er für sich selbst hohe Ansprüche stellte, die er als Politiker einfachen Bürgern nicht zugestanden hätte.

Im übrigen waren ja auch ganz andere Journalisten von der Qualitätspresse an der Sache dran. Wulff hat offensichtlich den Niedersächsischen Landtag irregeführt und demokratische Grundregeln missachtet.

Auch wenn BILD mit Sicherheit nicht zur Qualitätspresse zu rechnen ist und im Interesse der Auflage nachweislich auch schon viele Unwahrheiten verbreitet hat, wäre es völlig unsinnig, von der Unwahrheit einer Geschichte auszugehen, nur weil BILD sie maßgeblich mit aufgedeckt hat.

Der Fall Wulff wirft in der Tat viele Fragen über das Verhältnis der Politik zu Volk, Presse und Wahrheit auf. Im Fall Wulff erkenne ich seitens der BILD Zeitung keine grundlegende Verfehlung, abgesehen von kleinen Übertreibungen, etwa die Bobbycar Geschichte.

Man muss aufpassen, dass man mit diesem Nebenargument nicht zu einer Legendenbildung um Wulff beiträgt, wie das ansatzweise im Fall Guttenberg zu beobachten war.

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geroi.truda 08.03.2012, 10:52
75. *

Zitat von sysop
Nur 15 Prozent trauen dem Ex-Bundespräsidenten laut einer Umfrage noch ein Rückkehr in ein hohes Amt zu.
Kein einziger früherer Bundespräsident hatte nach seiner Amtszeit noch ein ein "hohes Amt" inne - welches denn auch? UN-Generalsekretär?

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-besserwisser- 08.03.2012, 10:57
76. auf diese unrichtige Bemerkung .....

Zitat von knieselstein
nicht. Zweimal gegen Schröder und dessen 650 000 DM- Helfers Maschmeyer verloren und doch wieder gekämpft und gewonnen ;-). Aber er wird hoffentlich für ihn den Weg der süßeren Früchte der freien Wirtschaft wählen ;-)


Ihre Feststellung, was seine Standfestigkeit anbelangt, habe ich schon mal kommentiert, hier noch einmal zum Mitschreiben:
.......
Was Sie irtümlicher Weise auf Ihre obrigkeitsgehöriger Art uns wie immer hier weißmachen zu beabsichtigen, kann man doch mit absoluter Sicherheit nur als Dreistigkeit und Eherenlosigkeit bezeichnen, wie die letzten Monate bewiesen haben, sonst nichts!!
.......
Schon alleine seine Bereitschaft, das Amt zu übernehmen, nach der peinlichen Geschachere Merkels, und der Tatsache, daß das Volk solch einen unfähigen BP nicht haben wollte, unterstreicht seine Dreistigkeit und fehlende Eherenhaftigkeit!!
......
Aber Sie dürfen wie gehabt, weiterhin Ihre Märchen auftischen!!

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KTRoadkill 08.03.2012, 10:58
77. Überflüssige Fragestellung, überflüssiger Politiker

Zitat von sysop
Nur 15 Prozent trauen dem Ex-Bundespräsidenten laut einer Umfrage noch ein Rückkehr in ein hohes Amt zu.
Im Fall Wulff ist bereits die Fragestellung der Umfrage überflüssig. Die Umfrage ist überflüssig. Rückkehr? Hohes Amt? - Um festzustellen, dass Herr Wulff politisch erledigt ist, braucht es keine Umfrage.

Wer hierzu eine endgültige Feststellung braucht, dem sollte genügen, sich die Reaktionen der Bürger und Politiker auf die Art und Weise seines Abschieds anzuschauen. Wer sollte in Zukunft nach einem uneinsichtigen, verblendeten, jegliche Stimmung im öffentlichen Raum verkennenden Politiker rufen?

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knieselstein 08.03.2012, 11:02
78. Mit Herrn Spreng, Hauptberuf Talkshowgast,

Zitat von restauradores
Ich sehe einige Gauck Defizite bei Gauck, bei manchen Ansichten und fehlenden Themenschwerpunkten. Ich habe ihn trotzdem vor 2 Jahren IM VERGLEICH zu Wulff immer befürwortet, weil ich ihn für glaubwürdiger, intelligenter, reicher an Lebenserfahrung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Situationen, integer halte. Dennoch hoffe ich, dass er gerade dadurch weiter dazu lernt und sich auch Themen annimmt, die vielleicht heute noch nicht zu seiner Prioritätenliste gehört. Mir ist er indiskutabel lieber als Wulff.
hat unser last-minute-Bürgerrechtler ja schon einen Verteidiger, der die Dolchstoßlegende schon fertigt hat:
"Sechs Tage schon dauert der Shitstorm im Internet gegen Joachim Gauck und seine Urheber müssen verzweifelt sein. Denn nichts ist bisher an dem designierten Bundespräsidenten hängen geblieben, der Sturm prallt an seiner Integrität ab. Seine moralische Autorität ist ungebrochen.

Und was wurde nicht alles versucht: ihn zum Sarrazin-Freund, zum Holocaust-Relativierer, zum Gegner der deutsch-polnischen Aussöhnung, zum Feind der Anti-Hartz IV-Demonstrationen, und – das war der Höhepunkt – zum IM der verbrecherischen Stasi zu machen. Das bespitzelte Stasi-Opfer “Larve” als “IM Larve” zu bezeichnen, das konnte nur fanatischen Ideologen oder Dummköpfen passieren.

Gaucks Lebenslauf wurde verfälscht, seine Zitate aus dem Kontext gerissen. Es war keine Sternstunde des Internets, sondern eine dunkle Episode. Aber es gab auch Lichtblicke: gegen den Shitstorm standen im Internet Männer auf wie Patrick Breitenbach oder Sascha Lobo. Und das nicht anonym. Und sorgfältig recherchierende Journalisten der “alten Medien”, die damit ihre unveränderte Notwendigkeit unter Beweis stellten.

Der Fall Gauck war wieder einmal ein Lehrstück: Das Internet ist nicht nur ein Medium der Freiheit, der Kommunikation und der Aufklärung, sondern auch der Diffamierung, Verfälschung und Denunziation.

Es gibt kaum ein intransparenteres Medium als das angebliche Medium der Transparenz. Denn ein Großteil der Fälscher und Verdreher schoss aus dem Schutz der Anonymität. Wer steckt dahinter, welche Absichten verfolgt er, wo steht er? Diese Fragen müssen beantwortet werden können, um eine Meinungsäußerung ernsthaft würdigen zu können.

Anonymität im Internet ist (ich kann das auch einigen meiner Kommentatoren nicht ersparen) prinzipiell eine Charakterschwäche. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und ausgenommen sind natürlich arabische Freiheitskämpfer und andere Blogger in autoritären Staaten.

Die Schwarmintelligenz des aufklärerischen Internets hat Wulff erledigt, und der Shitstorm des bösen, anonymen Internets diffamiert den Heilsbringer für das Präsidentenamt.

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Quagmyre 08.03.2012, 11:07
79. Wulff

Zitat von sysop
Mit dem Zapfenstreich im Schloss Bellevue endet Christian Wulffs politische Karriere. Endgültig - wenn es nach der Mehrheit der Deutschen geht. Nur 15 Prozent trauen dem Ex-Bundespräsidenten laut einer Umfrage noch ein Rückkehr in ein hohes Amt zu.
Man muss die Frage differenziert betrachten. 15% glauben an ein Comeback. Eigentlich müssten es in der Tat mehr sein, denn es ist ja heute auch für Leute wie Wulff, die untragbar geworden sind, kein Problem mehr, sich in die nächste hohe Position zu begeben.
Scham? Anstand? Würde? - Fehlanzeige. Mitnehmen was geht ist angesagt.

Wieviele Leute wünschen sich Wulff in ein hohes Amt zurück? Ich würde sagen, außer den Migrantenverbänden niemand.

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