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Ex-Europaabgeordneter der Grünen: Cohn-Bendit sieht Brexit als Vorbild für andere EU-
AFP

Der Brexit hat nur negative Folgen? Nicht unbedingt, sagt Daniel Cohn-Bendit, Ex-Europaabgeordneter der Grünen. Die EU könne sich "gesundschrumpfen", wenn mehr Länder Großbritannien folgen.

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egoneiermann 31.12.2017, 12:28
100.

Zitat von koch-51
Endlich kommt Bewegung in die Sache. Diese ganze Entwicklung nach 1989 mit der Osterweiterung und Wiedervereinigung haben wir westdeutschen Bundesrepublikaner in Wahrheit ja gar nicht gewollt. Diese Haltung wurde indirekt in der Bonn - Berlin Debatte deutlich. Soll doch der ganze Ostblock mit seiner Nationalstaatssehnsucht bleiben "wo der Pfeffer wächst". Schaffen wir mit west- und Südeuropa unter der Führung Frankreichs die Vereinigten Staaten von Europa. Das darf uns ruhig etwas wert sein und ist allemal besser als das Geld nach Berlin und die DDR, diese Fässer ohne Boden, zu schaufeln. - Vive l' Europe!!!
Ach, Sie kennen die alleinige Wahrheit? Es gab natürlich Diskussionen ob der Erweiterung. Aber letztlich war die Überzeugung größer, dass man die Sicherheit in Europa erhöht, wenn man allen europäischen Ländern eine Zukunft in der EU ermöglicht. Die Probleme beispielsweise mit Kriminalität und Korruption hat man dafür in Kauf genommen. Was man aber übersehen hat war, dass einige Länder wohl erst noch eine Phase des Nationalismus durchmachen müssen um sich als Nation zu finden, nachdem sie so lange zu einer innigen Partnerschaft mit Russland gezwungen wurden.

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kado18 31.12.2017, 12:30
101. Nein

Zitat von weltenglas
So etwas wie ein Gesundschrumpfen, um eine bessere EU 2.0 zu gründen wird nicht gelingen. Einmal angestoßen könnte sich vielmehr der Erosionsprozess in Europa fortsetzen. Nicht nur die EU könnte vollständig zerfallen, sondern auch die Nationalstaaten. In Spanien und Großbritannien ist das schon zu erkennen. Dies wird nicht ohne Konflikte und Blutvergießen ablaufen. Die EU in ihrer jetzigen Ausdehung muss daher bewahrt bleiben, um einer verstärkten Entfremdung entgegenzuwirken - die nichts anderes wäre als ein Rückschritt ins längst vergangene Jahrhunderte.
Konzernbosse, die auch öfters zu grössenwahnsinnig wurden, schrumpfen sich wieder gesund, die EU nimmt immer mehr Nehmerländer auf und vergrössert die Misswirtschaft, die der des ehemaligen Ostblocks sich nähert oder schon...., der ging mit wesentlich weniger Schulden Pleite, als heute die EU-Länder haben und dort flossen noch die Gewinne der Betriebe, Banken, Rohstoffe,... zurück in den Staatshaushalt.
Schon vergessen, der Vielvölkerstaat UdSSR ist zerfallen.
Nur bis zu einer gewissen Grösse steigt die Effektivität, dann fällt sie rapide, jedes zu grosse System zerbricht, wie das Röm. Reich,... .
Wenn die vielen Nehmerländer einmal einzahlen müssen und die wenigen Noch-Nettoeinzahler nicht mehr können, ist es vorbei.
Die EWG war gut, aus der EU machte man schon eine Diktatur des Geldes über nicht gewählte Lobbypolitiker, die oft das machen, was die Mehrheit nicht will, mit der gewollten EU-UdSSR übernimmt Goldman Sachs noch mehr.
Bei arte kam ein 1a Film (gibt es noch im Internet) , Goldman Sachs lenkt / regiert die Welt.

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shardan 31.12.2017, 12:31
102. Fast 100% Zustimmung

Auch wenn ich CB nicht ausstehen kann - in der Sache hat er hier weitestgehend recht. Die EU muss die Blockier-Absahner endlich loswerden, mögen sie dahin ziehen und wieder bei Russland unterkriechen. Putin diszipliniert die dann auf seine ganz eigene Weise. Nur in einem Punkt sage ich Nein: Keine Zollunion oder ähnliches. Es würde wie bei GB dazu führen, dass man "Rosinenpickerei" betreibt. Wenn diese Staaten austreten wollen, gilt eben auch "Out is out". Zwei REformen wären in der EU wirklich wichtig: Es muss eine Möglichkeit zum Ausschluss oder zumindest einer Sperrung unwilliger Länder geben - und das Einstimmigkeitsprinzip sollte einem soliden Mehrheitsprinzip weichen, damit nicht mehr einzelne allen anderen einen Stein auf die Schienen legen können.

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plutinowski 31.12.2017, 12:33
103.

Zitat von G. Seiters
Dass man auch mal solidarisch mit EU-Länder wie Polen, Ungarn und Tschechien und ihrer Bevölkerungspolitik sein könnte, fällt ihm allerdings nicht ein.
Wird diese Solidarität nicht längst geübt? Darf man dann nicht zumindest erwarten, dass sich Länder wie Polen an die (vereinbarten) demokratichen Standards halten? Welche (zusätzliche) Solidarität würden Sie sich denn wünschen?

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Remote Sensing 31.12.2017, 12:35
104. Späte Erkenntnis

War es nicht CB, der damals vehement für die Aufnahme dieser Länder geworben und Kritiker als europafeindlich diffamiert hat? Jetzt plötzlich mit solchen Erkenntnissen wendehalsig um die Ecke zu kommen ist typisch.

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Kanalysiert 31.12.2017, 12:36
105. @ditor (Antwort)

ZItat ditor: "Es nutzt aber auch nichts sich an Werten zu berauschen die eher in Richtung Utopie als Realpoitik gehen." Das ist absolut richtig, diese Werte sind eine Stellschraube, an denen wir weiter arbeiten müssen. Es ist die Gratwanderung zwischen politisch richtigen Entscheidungen und dem Wählerstimmenverlust, da wir ja leider nicht nur Menschen wählen lassen können, die sich mehr als "den/die mag ich" denken, bevor sie wählen gehen.
Das größte Problem der Politik ist in meinen Augen, dass man sich nicht nur dem Urteil der Informierten/Sachlichen stellen muss, sondern eben auch der Polemik der Uninformierten, die Gutes schnell mit einfachen Parolen zum Kippen bringen können.

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haresu 31.12.2017, 12:37
106. Sie werden nicht freiwillig gehen

Sie werden alles tun um eine Weiterentwicklung der EU zu sabotieren aber aber ein freiwilliges Verlassen der EU kann man bei Ungarn oder Polen lange warten. So blöd wie die Briten ist nicht jeder. Es braucht daher nichts weniger als eine Neugründung der EU. Ein innerer Kreis müsste zum Beispiel anfangen zusammen Politik zu betreiben und sich gegenseitig Vorteile zu gewähren auf die einfache Mitglieder keinen Zugriff haben. Das europäische Projekt droht gerade zu scheitern und die Schuld liegt vor allem in Berlin. Was nützt das Gemeckere über die antidemokratischen Nationalisten in Warschau oder Budapest wenn man selber die EU weiter dominieren will? Deutschland ist längst mehr als Primus inter pares, Deutschland könnte der EU neues Leben einhauchen aber Deutschland blockiert.

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theodtiger 31.12.2017, 12:38
107. Es gibt einiges zu tun

Einiges sollte man von Cohn Bendits Gedanken aufgreifen. Den Brexit kann man als Chance sehen, wenn er gut verhandelt und umgesetzt wird. Die deutsche Politik sollte unbedingt die durch Macron gegebene Chance zur EU Reform nutzen. Schließlich ist beim neuen Finanzrahmen ab 2021 darauf hinzuwirken, dass die Vergabe von EU Mitteln an rechtstaatliche Verhältnisse in Empfängerland gebunden sind. Es geht schließlich um die Steuermittel aus allen EU Staaten und da braucht es eine unabhängige Justiz in jedem Land . Das mag dann auch Auswirkungen auf die Attraktivität der EU Mitgliedschaft in gewissen Ländern haben.

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kalle blomquist 31.12.2017, 12:42
108. Traumtänzereien

Es ist so leicht, zu sagen: Ah, eine richtig vertiefte Union, das wäre großartig, wenn nur die verfluchten nationalen Egoismen nicht wären! Alle die dies gern sagen, können sich cool, modern und ganz vorne fühlen, OK, es sei ihnen gegönnt. Aber denken Sie doch alle bitte einmal nach: Eine solche vertiefte Union stellen Sie sich doch irgendwie vor wir Deutschland, nur größer und cooler, nicht wahr? Die Anderen würden aber auch ihre Eigenarten einbringen wollen, und kann man es ihnen verdenken? Wollen Sie wirklich Regeln und ökonomische Verhältnisse, die neben deutschen auch italienische, griechische, tschechische Komponenten enthalten, Sozialstandards, die irgendwo zwischen unseren und den slowenischen liegen? Über die wir in gebrochenem Englisch streiten? Das wollen Sie nicht, möchte ich wetten. Aber dann passen Sie doch Ihren Diskurs der Realität an! (Eine vertiefte Gemeinschaft kann ich mir durchaus vorstellen, D mit F, Benelux und Österreich, aber das war es dann auch. Und es wäre auch dies unendlich, unendlich mühsam und würde auch ein Jahrhundert brauchen, bis das wirklich zusammengewachsen ist. Vielleicht schwebt Cohn-Bendit so etwas vor, dann hätte er meinen - skeptischen - Segen).

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Schlaukeks 31.12.2017, 12:42
109. wer aufgibt hat schon verloren

Zitat von breizh44
Die EU Erweiterung auf die Ost-Staaten, die uns weder gesellschaftlich nahestehen, noch wirtschaftlich auf der Höhe sind, habe ich immer als Fehler angesehen. Es kam, wie es kommen mußte: Die EU Gelder wurden gerne genommen, aber eine Anpassung hin zu einer weltoffenen und aufgeklärten Gesellschaft ist nicht erfolgt. Daher lieber ein Ende mit Schrecken...
Naja wenn Sie nur an sich denken scheint das ja logisch aufzugehen.
Sie dürfen nicht erwarten, dass beispielsweise Polen sich von 0 auf 100 in eine lupenreine Demokratie verwandelt. Das kann doch gar nicht funktionieren und da brauchen Sie Geduld.
Polen war lange abwechselnd von den "großen" Nachbarn Deutschland und Russland besetzt und hat nun endlich mal Zeit selbst ein demokratisches Verständnis zu entwickeln. Zwei Schritte vor und einer zurück. Letztendlich sorgt aber die fortschreitende technische Entwicklung die sich in der Globalisierung ausdrückt zur stärkeren Integration aller europäischen Statten. Ob nun Bexit hin und Ukrainput her, der Prozess ist nicht aufzuhalten, da er logisch richtig ist. Daher lieber ein Ende des Schreckens von kriegerischen Einzelstaaten hin zu einem vernetzen demokratischen Europa womit ich dann das Wort zum Sonntag schließen möchte. :)))

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