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Ex-Europaabgeordneter der Grünen: Cohn-Bendit sieht Brexit als Vorbild für andere EU-
AFP

Der Brexit hat nur negative Folgen? Nicht unbedingt, sagt Daniel Cohn-Bendit, Ex-Europaabgeordneter der Grünen. Die EU könne sich "gesundschrumpfen", wenn mehr Länder Großbritannien folgen.

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Freidenker10 31.12.2017, 10:05
10.

Natürlich geht es nicht um das deutsche Geld, aber trotzdem schön wenn man es bekommt und am besten natürlich mehr davon, man will ja was zum Verteilen haben um Abhängigkeiten zu schaffen! Warum soll Europa denn ums Verrecken eine Einheit werden, wenn deren Bevölkerungen das nicht wollen? Es reicht doch einen gemeinsamen Markt zu haben und ein paar flankierende Regeln, warum muss es denn Europa total sein? Wollen die Brüsseler am Ende nur ihre eigenen Pfründe schützen? Ein derart gigantonomischer Apparat wie die Brüsseler Bürokratie kostet Unsummen und die beteiligten Personen beziehen Gehälter und Absicherungen ( von denen Herr Cohn-Bendit auch sehr gut leben kann und will ) von denen die allermeisten in der Herkunftsländern nur träumen können! Mir kommt die Brüsseler Politik eher wie ein Selbstzweck vor, aber das wiederum haben sie mit der derzeitgen deutschen Politik gemein...!

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lesheinen 31.12.2017, 10:10
11.

Cohn-Bendit spricht den Grundfehler der EU an: Jeder Staat konnte und kann potentiell beitreten und dann mit dem Prinzip "Einstimmigkeit" die EU ad absurdum führen. Ein Zwang zum Zusammenraufen ist auf der einen Seite gut, auf der anderen öffnet er der Erpressung Tür und Tor. Weiter sind Urteile des Europäischen Gerichtshofes für manche Staaten nicht das Papier wert, auf dem sie stehen, wie kürzlich zu sehen war. Die Urteile werden einfach ignoriert, eine Zwangsvollstreckung ist nicht möglich. Auch ein Webfehler. Diese Missachtung sollte mit automatischen Sanktionen verknüpft sein. Die EU muss sich nicht unbedngt gesundschrumpfen, es reicht, das Prinzip der Einstimmigkeit abzuschaffen und eine gewisse Mehrheit ausreichen zu lassen, wobei die Anzahl der Stimmen nach der Kopfzahl der Bevölkerung gewichtet sein sollte. Da wird mancher Staat in den sauren Apfel beißen müssen, auch Deutschland, aber dann kann man sehen, wer es ernst meint mit EUROPA oder wer es nur als Vehikel für Partikularinteressen benutzt. Jetzt ist das natürlich zu spät. Solche Änderungen können ja nur einstimmig beschlossen werden, und diese Einstimmigkeit herbeizuführen ist schwieriger als die Quadratur des Kreises. Also verbleibt wirklich nur das von Cohn-Bendit angesprochene Gesundschrumpfen.

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seppfett 31.12.2017, 10:13
12. Das mag gut für die EU sein

Für die Bevölkerung dieser Staaten wird das aber dramatisch wieder Spielball zwischen Ost und West zu werden. Ein Austritt aus der EU ermöglicht Russland wiederum direkten Einfluss auf diese Staaten zu nehmen - eine Russ-Union, ob freiwillig oder nicht, ob NATO oder nicht, könnte die Folge sein. Im Prinzip handeln die Nationalisten in Ungarn und Polen bereits im Interesse Russlands : Ein Puffer zwischen Ost und West.

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breizh44 31.12.2017, 10:15
13. Er hat wohl leider recht

Die EU Erweiterung auf die Ost-Staaten, die uns weder gesellschaftlich nahestehen, noch wirtschaftlich auf der Höhe sind, habe ich immer als Fehler angesehen. Es kam, wie es kommen mußte: Die EU Gelder wurden gerne genommen, aber eine Anpassung hin zu einer weltoffenen und aufgeklärten Gesellschaft ist nicht erfolgt. Daher lieber ein Ende mit Schrecken...

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ImZweifel 31.12.2017, 10:20
14. Recht hat er

Die überstürzte Erweiterung hat die EU nicht gestärkt sondern geschwächt. Man hatte damals nicht die Kraft erst ein stabiles Fundament zu schaffen, bevor man zusätzliche Mitglieder aufnimmt und es fehlte an der Geduld abzuwarten, bis die Kandidaten die notwendige Reife für eine Aufnahme aus einer Kraft erarbeitet hatten. Eine Mischung aus Euphorie und geostrategischen Zielen, verstellte den Blick auf die Realitäten. Die Folge sind Zentrifugalkräfte, die die EU zu zerreißen drohen.

Sinnvoller als ein Hinausdrängen der Problemstaaten scheint mir eher ein ein engerer Zusammenschluss der Kernstädten der EU, der auch die Geburtsfehler der Erweiterung beseitigen müsste

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derhey 31.12.2017, 10:22
15. Voraussetzung

Frankreich ist dabei, dann hat eine geschrumpfte EU Zukunft. Ohne Frankreich geht nichts. Dann könnte ich mir durchaus einen gemeinsamen Finanzminister vorstellen, wenn Italien u.a.draußen bleiben. Weshalb keine drei "EU´s"? Südländer, Osten und Westen? Generationen später kann man sich ja immer noch zusammenfinden, wenn es denn oportun sein sollte.

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post.scriptum 31.12.2017, 10:28
16. Cohn-Bendit war schon immer ...

... ein politisch Irrgeleiteter. Auch diesmal wieder: Natürlich werden nicht Ungarn, Polen oder Tschechien, wie er phantasiert, sich den Brexit als Ausstiegsmodalität zum Vorbild nehmen, allzumal sie sehr stark von der Gemeinschaft finanziell profitieren. Wenn, dann gingen schon eher Geberländer wie Finnland, Dänemark oder aus dem Benelux-Raum, was der Gemeinschaft, insbesondere Deutschland als dann noch höheren Beitragszahler, erheblich schaden würde. Interessant in diesem Zusammenhang, dass sich in Großbritannien derzeit die Stimmen mehren, dass die knappe Entscheidung beim Referendum, die zum Brexit führte, auf die Füchtlingspolitik Merkels zurückzuführen ist, weil sich zunehmend mehr Briten davon abgestoßen fühlten. Aber heute Abend hören wir sicher von ihr, wie es mit Europa weitergeht.

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karend 31.12.2017, 10:28
17. .

"Die EU könne sich 'gesundschrumpfen', wenn mehr Länder Großbritannien folgen."

Wer hätte das gedacht: Etwas Vernünftiges von einem Grünen ;-)
Dazu müssten natürlich die "richtigen" Länder austreten. Genauer: Die nehmenden Länder, die ansonsten alles aus Brüssel ablehnen und lieber ihr eigenes Ding durchziehen.

@ all: Einen guten Rutsch ins neue Jahr und das Beste für 2018!

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decathlone 31.12.2017, 10:28
18. Das Modell Angleichung durch EU-Mitgliedschaft ist gescheitert

Die EU kann nur im Kreise der Mitgliedsländer weiterentwickelt werden, denen die ursprünglichen Werte und Intentionen etwas bedeuten. Dem Schliessen des Subventionsbetriebs wird der Austritt von Polen, Ungarn etc. auf dem Fuss folgen. Falls der Brexit bis dahin ein funktionierendes Modell einer Zollunion oder so hervorgebracht hat, kann man das ja übertragen, wobei man den Kandidaten weiterhin genau auf die Finger schauen sollte. Einseitige Vorteile kann es nicht geben und an diese neue Abmachung sollten die sich dann auch mal halten. Wenn nicht, dann ist Finito. Auf keinen Fall dürfen Länder mit einer funktionierenden Regelung gegenüber der EU wie Norwegen oder die Schweiz den Eindruck kriegen, schlechter abzuschneiden m Vergleich.

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wolle0601 31.12.2017, 10:29
19. Das Modell ist nicht übel

wenn es um Abschottung des westlichen Kerns der EU von osteuropäischer Billigkonkurrenz im Dienstleistungssektor geht. Länder wie Polen profitieren stark von der Freizügigkeit, billige Dienstleistungen zu exportieren. Firmen in der West-EU lagern Jobs in Länder wie Tschechien, Rumänien et cetera aus. Zu untersuchen wäre allerdings der Effekt auf Exporte.

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