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Ex-Europaabgeordneter der Grünen: Cohn-Bendit sieht Brexit als Vorbild für andere EU-
AFP

Der Brexit hat nur negative Folgen? Nicht unbedingt, sagt Daniel Cohn-Bendit, Ex-Europaabgeordneter der Grünen. Die EU könne sich "gesundschrumpfen", wenn mehr Länder Großbritannien folgen.

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Nobody X 31.12.2017, 10:55
40. Natürlich wird der Brexit auch positive Folgen haben -

- aber diese passen nicht in den Mainstream und deshalb hält man sie unter dem Deckel. Aber in einem Punkt dürfte sich Cohn-Bendit irren (oder es als Grüner auch nicht wahrhaben wollen): Es dürfte sehrwohl um das deutsche Geld gehen - leichter kommt in der EU niemand an Geld, als mit beharrlichem Kopfnicken des deutschen Steuerzahlers.

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frenchie3 31.12.2017, 10:55
41. Bei der Überschrift

dachte ich noch der hat wohl 'nen Schlag. Aber so blöd sind seine Überlegungen dann doch nicht. Daß sich aber vor allen Dingen die Quälgeister freiwillig verabschieden gehört sicher zu den guten Wünschen für's nächste Jahr. Die Beispielkandidaten warten wohl eher auf den Rauswurf

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rundumglücklich 31.12.2017, 10:57
42. Neustart

Da keines der Subventionsempfängerländer ein Interesse haben wird, auszutreten und niemand sie dazu zwingen kann, egal, wie sehr sie gegen EU-Regeln und vermeidliche Selbstverständlichkeiten verstoßen, bleibt nur der umgekehrte Weg: die ehemaligen EU- Kernstaaten schließen sich zu einer "Koalition der Willigen" zusammen, treten gemeinsam aus und gründen einen neuen Club mit klaren Regeln. Diese müssten diesmal auch unbedingt sehr scharfe Sanktionen bis hin zur vorübergehenden Suspendierung der Mitgliedschaft und zum Komplett-Rauswurf beinhalten, für den Fall, dass ein Land Rechtsstaatprinzipien verletzt oder dich konsequent verbindlichen Beschlüssen widersetzt. Es gälte, all die nun offenbar gewordenen Fehler der EU-Konstruktion bei der Neugründung zu vermeiden.

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stadtmusikant123 31.12.2017, 10:57
43. xxx

Zitat von nic
Gesundschrumpfen ohne Frage sehr gute Idee. Was seine Begeisterung für Macron betrifft, erstmal ein klares Nein von mir.
Das Problem ist halt, dass man die Bürger nicht gefragt hat, wie sie sich denn ihre EU wünschen.

Ein Wirtschaftsclub oder die sogenannten "VSE".

Aber ganz gleich was da rauskommt, die EU ist eine Baustelle, da die Mitgliedsländer in ihren politischen Vorstellungen hinsichtlich der EU divergieren und die Wirtschaftskraft zu unterschiedlich ist und das unter einem Währungsdach.

Die "goldenen Dächer von Brüssel" stehen auf einem extrem wackeligen Fundament.

Die EU sollte erst einmal die Fundamente verstärken. Die Binnenmarkt Harmonisierung ist noch lange nicht abgeschlossen, und der Euro bleibt aufgrund der Mitglieder noch auf jahrzehnte ein Sorgenkind.

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markus_wienken 31.12.2017, 10:58
44.

Zitat von Atheist_Crusader
Ganz Unrecht hat er nicht: die EU sollte nur aus Ländern bestehen die tatsächlich die europäische Idee unterstützen und nicht bloß Vorteile abgreifen wollen. Aber... wie will man das verwirklichen? Freiwillig gehen werden die wohl nicht so leicht - es sei denn man schafft ein paar Regeln ab die es ihnen erlauben ihre Egotour zu fahren (wie die Konsenspflicht). Und rausschmeißen ist nicht nur schwierig, sondern wäre auch ein Schlag ins Gesicht der überzeugten pro-Europäer in diesen Ländern.
Eben, die Nehmerländer werden nicht freiwillig gehen...warum denn auch?
Einzige Möglichkeit wäre es, wenn die Geberländer und "willige" Nehmerländer sich gemeinsam verabschieden würden und nach Austritt aus der EU umgehend eine EU 2.0 gründen würden, wobei die vielen Webfehler der alten EU vermieden werden.

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ulimary 31.12.2017, 10:59
45. Man braucht doch nur...

--- die inzwischen akzeptierte Leitlinie des Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten ernst zu nehmen. Platz ist in Europa für alle, auch für die Briten, Polen, Ungarn usw. Ihnen alle vorzuschreiben, wie weit sie sich zu integrieren haben, hat sich ja wohl inzwischen als illusorisch herausgestellt. Man muss dabei nur darauf achten, dass ein bestimmtes Land nur so viele Vorteile von einer - wie immer gearteten - Mitgliedschaft hat, wie es gewillt ist, beizutragen. Problem gelöst. Selbst für die Ukraine und die Türkei gäbe es dann weitere Möglichkeiten (siehe Sigmar Gabriel). Wenn ein Land sich später enger binden will, kann es ja die passenden Schritte ergreifen. Das mit den "Geschwindigkeiten" sollte man auch ganz locker sehen: Eher in Jahrzehnten, als in Jahren.

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denny101 31.12.2017, 11:02
46.

Denke eine weitere Vertiefung der EU muss auf jeden Fall kommen. Allerdings muss erst der Schlamassel in Italien grundsätzlich aufgeräumt werden. Von der EU, Italien ist dazu alleine nicht imstande...

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touri 31.12.2017, 11:04
47.

Zitat von notbehelf
Die deutsche Haltung zu Macrons Vorschlägen ist ja nicht nur Parteien-Frage u d auch nicht nur eine der Deutschen. Bisher gab es (selbst lt. EU-Umfragen) in keinem EU-Land eine Mehrheit für die Übertragung weiterer Befugnisse an die EU. Und so lange das so ist, kann es die beschriebenen Reformen nur sehr eingeschränkt geben.
Das interessiert nur eingeschränkt. Wie viele Regierungen haben den Volksabstimmungen vor dem EU Eintritt abgehalten? Glauben Sie es würden bei der Gründung der Vereinigten Staaten von EU mehr werden?

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schwaebischehausfrau 31.12.2017, 11:08
48. @Romeov: Gehen sollen bitte Andere...

Zitat von romeov
...nur die Länder, deren Abwesenheit der EU gut tun würden, konterkarieren selbst die Politik der EU, wollen aber auf die Zahlungen keinesfalls verzichten, ich denke dabei an die EU Osterweiterung.
Wie wär's stattdessen damit, wenn diverse südeuropäische Staaten die EU verlassen. Länder , die jetzt schon seit über 30 Jahren von den anderen EU-Steuerzahlern mit gigantischen Subventionen durchgefüttert werden - allen voran Griechenland. Jedes EU-Mitglied sollte max. 20-25 Jahre durch Subventionen unterstützt werden, es zu einem "Netto-Zahler" zu schaffen. Wenn das nicht gelingt, weil diese Länder offenbar keine Lust haben, Korruption + Vetternwirtschaft zu bekämpfen und ihren Bürgern die gleichen (auch schmerzhafte) Wirtschaftsreformen + Sozialreformen zuzumuten wie die EU-Staaten, die nur deshalb "Nettozahler" sind, weil sie das tun. Nach spätestens 25 Jahren sollte jedes EU-Land selbst einen Beitrag zu dieser Gemeinschaft leisten können, ansonsten passt es eben nicht zu diesem Club. Und die osteuropäischen Staaten, die nach über 40 Jahren "Sozialismus" in einer viel schlechteren Ausgangs-Situation bei ihrem EU-Beitritt waren als Länder wie Griechenland 1981 oder Spanien/Portugal 1986, haben sich in dieser Zeit weit besser entwickelt und es ist ihnen zuzutrauen, den Schritt zu einem "Nettozahler" zu schaffen. Was hat Griechenland der EU zurückgegeben ausser Drohungen, den Euro und die EU zu zerstören, wenn man nicht weiter durchgefüttert wird. Was will die EU mit einem Land, das noch nicht mal in der Lage ist, 50.000 "Flüchtlinge" halbwegs menschenwürdig unterzubringen und eigentlich NICHTS gebacken kriegt. Die tektonischen Verschiebungen, die die Wahlen in vielen Ländern auch im EU-Parlament nach sich ziehen, wird diese Sichtweise auch schon sehr bald stützen. Nicht "Osteuropa" ist das Problem der EU, sondern diverse südeuropäische Staaten, die das System EU gnadenlos ausnutzen

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kobra21 31.12.2017, 11:08
49. Das Problem

der EU ist, dass sie kritische Länder disziplinieren will. Dabei hätte sie erstmal genug damit zu tun, wenn sie sich an ihre eigenen Regeln halten würde.
"Maastricht", "Lissabon", "Schengen", "Dublin", um nur einige zu nennen, wurden allesamt, z.T. wiederholt, gebrochen.
Es mutet schon schon merkwürdig an, wenn man dann beispielsweise den Länder im Osten Europas Bruch irgendwelcher Regularien vorwirft.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Warum sollen die iNteressen der östlichen EU-Mitglieder weniger wert sein, als die anderer Staaten in der EU?

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