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Ex-Finanzminister Waigel über 1990: "Tränen rannen über das Gesicht von Willy Brandt"
Wolfgang Kumm/ picture-alliance

Theo Waigel verhandelte als Finanzminister die Deutsche Einheit. Zum Jahrestag erinnert er sich an den Moment der Wiedervereinigung, die D-Mark-Einführung und ihre Folgen - und warnt die CDU vor der AfD.

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iris b. 03.10.2019, 18:46
10.

Zitat von kenterziege
....ist nachvollziehbar und richtig! Weshalb hat er nicht wiederholt, daß man die PDS am besten verboten hätte. Es ist richtig, daß man die AFD mit demokratischen Mitteln bekämpfen muss. Das gilt im Wettstreit aller Parteien. Aber es passt nicht, wenn man bestimmte Posten für die AFD auslässt oder gemeinsam abwählt. Das ist nicht demokratisch, sondern ausgrenzend.
Es ist demokratisch, wenn Bundestagsabgeordnete bei einer WAHL einem Wahlvorschlag nicht zustimmen.

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didel-m 03.10.2019, 18:49
11. Die Einheit war vor 29 Jahren, die Wende vor 30

Das wichtigste Datum der Wende war der 4.November 89 mit der größten Demo auf dem Alex. Die Maueröffnung am 9.November 89 war dann der bekannte Lapsus Schabowskis.

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o.schork 03.10.2019, 18:58
12. @dwg

Sie haben aber nicht vergessen, dass die SPD-Führung die Wiedervereinigung als die Jahrhundertlüge der CDU bezeichnet hat? Und dass man ein Koexistenzmodell angestrebt hat?

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ArmeOhren 03.10.2019, 19:00
13.

Wenn man über diese Zeit reflektiert, sollte man vielleicht auch bedenken, dass niemals alles gut oder schlecht ist und niemand immer alles richtig oder es gar allen Recht machen kann. Und dass es sich um ein historisch völlig einzigartiges Ereignis handelte, für das es keine Vorlage oder sonst etwas gab, woran man sich hätte orientieren können. Ich finde, wenn man bedenkt, was damals an Alternativen infrage gekommen wäre, haben die meisten Beteiligten doch einen ziemlich großartigen Job gemacht. Wenn es in der deutschen Geschichte etwas gibt, worauf wir als Volk wirklich stolz sein können dann das. Insofern ist die Propaganda der AfD nicht nur menschen- und demokratiefeindlich sondern auch anti-patriotisch.

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puzzleteil 03.10.2019, 19:00
14. Alles schön und richtig.

"dwg" hat recht.
Was danach alles gesehen ist recht merkwürdig. Was Unzufriedenheit im Osten erklärt und nicht Asyl Fragen. Das hat nur zum überlaufen gebracht.

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freigeist99 03.10.2019, 19:01
15. Am 3. Oktober war ich in Paris

ich nahm dort an einer internationalen Tagung teil. Plötzlich teilte der Vorsitzende mit, dass alle deutschen Teilnehmer in die deutsche Botschaft eingeladen seien. Dort erlebten wir einen sehr emotionalen Abend den ich nie vergessen werde. Ich habe einige Kriegsjahre als Kind und den Schmerz der Teilung als Jugendlicher erlebt. Bei aller verständlichen Kritik und den Enttäuschungen der letzten Jahre sollten wir nicht vergessen, welche Begeisterung und welche Emotionen die Menschen damals bewegt haben.

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zerberus & C0 03.10.2019, 19:05
16. Nochmal bitte!?

Hallo Theo, Alter, das musst Du mir, der aus Deiner Generation stammt, nochmal erklären:
"Wir im Westen hatten zwölf Jahre Nazi-Diktatur, danach kam relativ schnell die Demokratie."
Also das heißt: Bei uns seit Kriegsende oder seit 1949 (?) zwölf Jahre Nazi-Diktatur - das wäre dann so etwa 1957 oder 1961 zuende gegangen.
Aber stimmt ja, bis dahin gab's noch ziemlich viele alte Nazis in den Gerichten, den Schulen und Hochschulen, den Parlamenten .... den Verbänden und Parteien - allen voran in der CDU und CSU - und dann kamen "relativ schnell" die 68er. Meinst Du das?
Kann ja nur so gemeint sein, wenn Du dann weiter sagst: "Im Osten aber schloss sich gleich nach Kriegsende die sowjetische Besatzungszeit und ab 1949 bis 1989 die DDR-Diktatur an,..."
Das von Dir, Theo, zu hören, ist schon ziemlich überraschend. Aber wir lernen ja alle selbst im Alter ständig dazu ....

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siryanow 03.10.2019, 19:08
17.

Ich lebte 89 in einer grenznahen Stadt . Es war sehr bewegend die Menschen zu begrüßen, es wurden spontan Feste organisiert, Geschenke wie Schokolade und Früchte wurden verteilt . Mir war dennoch klar dass sich dieses nicht lang halten würde. Und in der Tat brannten die ersten Trabbis einige Wochen später . Sehr traurig .

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tobiaswerner 03.10.2019, 19:12
18. Feiern u. nachdenken, bis man weiß, warum es den Kalten Krieg gab!

Wir werden diesen Tag wohl solange feiern, bis ein jeder Mensch weiß, warum es den Sozialismus, aber auch den "Kapitalismus", gab, denke ich. Das ist ja das eigentlich spannende: War der Sozialismus (wahlweise auch der Kapitalismus), wie er war, nur schlecht, warum hat sich so ein Weltsystem denn nun so stark ausgebildet, warum hat man sich - zum Schluß dann also die ganze Menschheit - der gegenseitigen völligen Vernichtung bedient, bedienen müsse, warum hat man also mit der Apokalypse gespielt und diese ganz real vorbereitet - wo man doch so viel besser und ganz anders als z.B. die Nazis und andere "Kriegervölker" war...?

Ich denke, dass wir seit dem Mauerfall nun so etwas wie das "Jüngste Gericht" erleben, die immer tiefere und umfassendere Reflektion der eigenen und der Menschheitsgeschichte - und das kurz vor dem Aussterben unserer Art. Denn eigentlich kann nur das die Lehre aus diesem letzten großen "kalten" Krieg ja wohl sein - wir haben uns alle existenziell massiv bedroht, tun dies ja sogar immer noch und vernichten uns damit sozusagen erstmal geistig, körperlich dann sekundär, indem der Fortpflanzungswille, die philophische Zukunftszuversicht, der Nachfolgenden erlischt. Ja, (auch) der neue Kalte Krieg hat uns auf eine neue Art und Weise kalt gemacht - und diesmal sogar uns alle. Und, so meine Vermutung, weil wir uns bis auf's Blut, ja bis auf's Atom allesamt bekämpft haben, über zwei Generationen, können wir diesen Spalt zwischen "Ost und West" nicht mehr wirklich kitten, bzw. nur, indem wir nicht mehr nur unbewusst, sondern sogar auch ganz bewusst aussterben. So wie sich z. B. auch Mönche und Nonnen ja aus dem "generativen Geschäft" ganz bewusst zurückziehen.
Der gemeinsame ökumenische Gottesdienst, heute in Kiel, ialso die gemeinsame Huldigung des bewusst kinderlosen, weil Weltuntergangs-verängstigtem Jesus, kann mal als Zeichen für solche geistigen Entwicklungen ansehen.

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kassandra21 03.10.2019, 19:14
19.

Zitat von kenterziege
....ist nachvollziehbar und richtig! Weshalb hat er nicht wiederholt, daß man die PDS am besten verboten hätte. Es ist richtig, daß man die AFD mit demokratischen Mitteln bekämpfen muss. Das gilt im Wettstreit aller Parteien. Aber es passt nicht, wenn man bestimmte Posten für die AFD auslässt oder gemeinsam abwählt. Das ist nicht demokratisch, sondern ausgrenzend.
Und das ist gut so. Demokratie heißt nicht, daß ich selbst diejenigen ins Wohnzimmer zur Party einladen muß, die ganz klar darauf abzielen, demokratische Strukturen zu zerstören bzw. sie nur so weit zu tolerieren, bis sie ihre erträumte Machtergreifung bekommen.

Wenn Sie der Meinung sind, die PDS hätte man verbieten sollen, wird es ziemlich schwierig, die fortgesetzte Existenz der "AfD" zu rechtfertigen.

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