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Ex-Geheimdienstchef: "Großbritannien erlebt einen politischen Nervenzusammenbruch"
REUTERS

Die Tory-Spitzenkandidaten ohne Format, der Ruf des Landes international beschädigt: John Sawers, Ex-Chef des britischen Geheimdienstes MI6, hat in einem Interview mit den Brexit-Akteuren abgerechnet.

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Stäffelesrutscher 06.07.2019, 15:51
1.

Tja, da hätten sich die Geheimdienste rechtzeitig mit den Hochverrätern um Farage und Johnson befassen müssen ...

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Atheist_Crusader 06.07.2019, 16:07
2.

"Die kritisierten Spitzenpolitiker äußerten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Aus dem Umfeld von Ex-Außenminister Boris Johnson hieß es jedoch süffisant, der Nervenzusammenbruch stehe wohl eher dem Ex-Geheimdienstler bevor: Sawers sei offenbar von den demokratischen Prozessen erschreckt worden, die im Brexit ihren Niederschlag fänden."

Eeeegh. Die Kunst der geistreichen Erwiderung ist wohl tot. Erinnert mich an diesen wie-hieß-er-noch-Bubi von der CDU, der sein Antwortvideo auf das Rezo-Video mit den Worten "Na Rezo, Du alter Zerstörer..." beginnen wollte und sich dabei für seine eigene Brillianz gefeiert hat.

Und es sollte einen durchaus erschrecken wie hier schlechte Demokratie betrieben wurde:
1. Man hat die Bürger eine Entscheidung treffen lassen, die in ihren Umfang und Folgen so komplex ist, dass sie ganz einfach nicht in Laienhände gehört.
2. Man hat die Entscheidung um einen gravierenden Kurswechsel für die Zukunft des Landes mit einer hauchdünnen Mehrheit gewinnbar gemacht. Derart einschneidende Änderungen benötigen üblicherweise mehr als eine simple Mehrheit.
3. Anschließend hat man das Ganze dann noch als politisches Manöver ohne Not für bindend erklärt.
4. Die komplette Kampagne war von Lügen und Fehlinformationen gezeichnet (und von der jahrzehntelangen Tradition der Anti-EU-Hetze gewisser Personen, Parteien und Medienorgane fange ich mal gar nicht an), primär (aber nicht ausschließlich) auf der Leave-Seite.
5. Es wurden Versprechungen gemacht, die schon wenige Stunden nach Verkündung des Wahlergebnisses als Lügen eingestanden wurden.
6. Gute zweieinhalb Jahre hat man weitgehend ergebnislos um den Austritt verhandelt, weil man den eigenen Lügen über die eigene Überlegenheit aufgesessen war. Die EU hat zahllose verschiedene Optionen angeboten, aber nichts davon war gut genug, London wollte Vorteile ohne Nachteile - dass Brüssel sich das nicht bieten lassen würde, hätte jeder Idiot voraussehen können.
7. Als es dann endlich ein Austrittsabkommen gab, wurde es wiederholt abgelehnt. Das britische Parlament hat jedes bisherige Abkommen abgelehnt, aber gleichzeiti auch einen Brexit ohne Abkommen ausgeschlossen. Sprich: Es gibt eine Mehrheit gegen alles aber für nichts.
8. Keine große Partei hat den Mut zu sagen: "Wir schießen uns hier gerade in den eigenen Fuß. Mit einer Artilleriehaubitze. Und selbst dabei haben wir Probleme zu treffen. Lasst uns diesen ganzen Schwachsinn abbrechen oder zumindest mal das Volk fragen ob sie nach fast drei Jahren immer noch das hier wollen.".
9. Stattdessen wird jetzt einer der größten Lügner und Mit-Instigatoren der Krise vermutlich der nächste Premierminister. Und da die Leaver so gerne über angeblich ungewählte EU-Bürokraten schwadronieren, möchte ich einfach mal anemerken, dass das Volk hierbei nichts zu sagen hat.

Ja, das kann einen schon erschrecken, denn das ist Demokratie von ihrer schlimmsten, dümmsten, kleinkariertesten, arrogantesten und peinlichsten Seite. Respekt vor Demokratie beinhaltet weit mehr als darauf zu beharren dass man seinen Willen bekommen sollte weil man eine Abstimmung gewonnen hat.

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Haarfoen 06.07.2019, 16:07
3.

"The differene between stupidity an intelligence is, that intelligence knows abouts its limits".

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derhey 06.07.2019, 16:10
4. Wirklich?

Sind die Unterschiede des Personals in Washington, Brüssel, Berlin, Rom etc wirklich so groß?

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christof3709 06.07.2019, 16:12
5. Kriminelle

Diese Leute zerstören bewusst das große Bret annien, allerdings steht die Hälfte der Bevölkerung hinter ihnen. Alles sehr merkwürdig!!!

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melnibone 06.07.2019, 16:16
6. Nein ...

es ist kein Nervenzusammenbruch.
Es ist nur pure Unfähigkeit. Vermutlich gut dotierte Unfähigkeit.
Aber man sehe sich das Spektakel auf der anderen Seite des Kanals an.
Die Europawahl zeigt neben teils erfreulichen Wahlergebnissen ... wie unfähig die anderen europäischen Staatenlenker sich präsentieren.
Und sich einmischen ... wo sie sich partout nicht einzumischen hätten.
Die gesamtsiechen Staaten von Europa.
Herr Sawers kommt nicht gerade zeitnah ... mit seiner Feststellung.

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thequickeningishappening 06.07.2019, 16:22
7. Man muss Den Boris ja nicht moegen

und Den Nigel ebenso. Was Die Beiden verbindet ist Das Gespür, Probleme zu erkennen und zu nutzen bevor es im Politbetrieb ernst genommen wird !

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KingTut 06.07.2019, 16:24
8. Das sind Großbritanniens Eliten

Das Problem sind die Narzissten, die um ihrer selbst willen - und nicht um der jetzigen und zukünftigen Generationen zu dienen - Politik betreiben. Die Entscheidung, ein Brexit-Referendum abzuhalten, entsprang einer persönlichen Rivalität zwischen Cameron und Johnson, die sie schon zu College-Zeiten ausgefochten hatten. Um seine Wiederwahl als Parteivorsitzender nicht zu gefährden, machte Cameron dieses Zugeständnis, also ein Brexit-Referendum abzuhalten. Ob sich Cameron jemals zu seiner Verantwortung für dieses Destaster stellen wird?
Boris Johnson war einer der Hauptakteure bei den Desinformationskampagnen und er hat zusammen mit Farage die beklagenswerte Lage des National Health Service für seine politischen Ziele ausgenutzt, ohne die Absicht zu haben, den davon Betroffenen wirklich zu helfen. Wer sich so perfide verhält, der gehört in kein politisches Amt.
Der frühere MI6-Chef trifft mit seinen Aussagen den Nagel auf den Kopf. Die kaltschnäuzige Reaktion aus dem Umfeld von Johnson zeigt, dass man bereit ist, weiter in Richtung Abgrund zu steuern, Hauptsache die Narzissten können fröhliche Urständ feiern.

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iasi 06.07.2019, 16:24
9. Geheimdienstchef?

Und was war es nochmal, das einen Geheimdienstchef derart qualifiziert, dass er solche Analysen erstellen kann? Ich wundere mich sowieso immer wieder über die Leute, die besser wissen, was das Volk will, als die, die von diesem Volk gewählt wurden. John Sawers würde ja wohl sicherlich gewählt, wenn er sein Volk so gut kennt - also warum lässt er sich denn nicht wählen? Ständig werden irgendwelche Experten aufgefahren, die immer ganz genau wissen, was das Beste ist.

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