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Ex-Grüne Elke Twesten: Niedertracht in Niedersachsen
DPA

Die Zollbeamtin Elke Twesten gibt mit ihrem Wechsel von den Grünen zur CDU ein Beispiel für den diskreten Charme der Bourgeoisie.

Seite 17 von 22
vhanecken 07.08.2017, 16:53
160. Widerlich

Dem Beitrag von Hrn. Augstein ist noch hinzuzufügen, dass die Heuchelei der CDU-Spitze in Niedersachsen nur noch als widerlich zu bezeichnen ist.
Es ist doch völlig egal, wer für den Übertritt den ersten Schritt getan hat. Solch ein Angebot darf man in einer solchen Situation schon aus Anstand nicht annehmen. Macht um jeden Preis! Hoffentlich merkst´s der Wähler und straft dieses Verhalten ab.

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Pless1 07.08.2017, 16:59
161.

Zitat von ichliebeeuchdochalle
Ich helfe da mal: Gemeint ist, daß die Dame immer mit der eigenen rot-grünen Regierung im Landtag abgestimmt hat, kein einziges Mal dagegen. Mal zum Vergleich das Handeln einer charkerlich anständigen Politikerin: Es gab im Bundestag eine Abstimmung über ... ich meine einen deutschen Militäreinsatz. Die Politikerin stimmte gegen ihre Fraktion mit NEIN und gab im gleichen Moment ihr Bundestags-Mandat zurück. So geht anständig. Das genaue Gegenteil von dieser Dame aus Niedersachsen.
Ihnen ist das Wort "Fraktionszwang" aber schon geläufig, hoffe ich.

Ein Landtag hat nicht gar so oft über Fragen zu entscheiden, die als Gewissensentscheid gelten und den Fraktionszwang aufheben wie der Bundestag. In den Landtagen geht es um konkrete Sachpolitik. Irgendwann war es Frau Twesten offenbar Leid, eine Landesregierung mitzutragen, bei der ganz andere Politik herauskommt als die, für die sie sich hat wählen lassen.

Ich hätte zwar an ihrer Stelle wohl auch mein Mandat niedergelegt. Ihr aber per se unanständige Absichten zu unterstellen greift zu kurz. Wenn sie glaubt, den politischen Positionen, die sie vor der Wahl vertreten hat weiter nachkommen zu können - und das besser als in der bisherigen Partei - ist es durchaus auch legitim, das Mandat zu behalten.

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Cyth 07.08.2017, 17:04
162. Vielleicht einigen sich die Herren Augstein und Kuzmany vorher?

Kuzmany hat ja allen Ernstes zum selben Thema geschrieben: >>Studiere die Listen, mach dir ein Bild von persönlicher Position und vom Charakter der Kandidaten. Schau dir genau an, wen du da wählst. Denn am Ende steht dieser Mensch nur für sich selbst.>> Er rät also allen Ernstes, von jeder einzelnen zur Wahl stehenden Person Charakteranalysen zu verfassen (wie eigentlich?) und daran die Wahlentscheidung auszurichten. Also in diesem Fall: Die Twesten wird in ein paar Jahren garantiert zur CDU überlaufen, genauso sieht die doch aus, guck sie dir an, da wähle ich doch nicht die Grünen! – Hat man je einen klügeren Rat erhalten?

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Real Nobody 07.08.2017, 17:11
163. Sie irren sich, coyote38,

Zitat von coyote38
Die Frau hatte einen LISTENPLATZ bei den Grünen und (wenn überhaupt) wird sie auch bei der CDU erneut einen Listenplatz bekommen. Soll heißen: Die "WählerInnen und Wähler" können Frau Twesten gar nicht NICHT wählen ... man bekommt dieses politische "Otterngezücht" einfach "vorgesetzt". Das wirft einerseits Fragen hinsichtlich der moralisch-ethisch-politischen Wertmaßstäbe aller handelnden Personen auf, andererseits lässt es "Otto Normaldemokrat" mit fragenden Blicken auf das Wahlsystem schauen ...^^
falls man in Nidersachesen bei den Wahlen kummulieren und panaschieren kann - dann kann man sehr Wohl Kandidaten aus der Liste wählen!

Aber leider ist das nicht in jedem Bundesland möglich (warum eigentlich nicht?!), und zum zweiten strengt es den Wähler über die Maßen an, sich WIRKLICH Gedanken über sein persönliches Wahlverhalten zu machen. Leider.

Aber theoretisch geht es. Wenn man denn die CDU wählt... denn sonst kann man die Twesten nicht loswerden, sie steht nämlich bestimmt und zufällig auf einem sicheren Listenplatz - wetten?

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reflexxion 07.08.2017, 17:13
164. das Problem ist das kleben an Posten, Merkel ist auch nicht besser

Macht doch bitte aus der ehemaligen Beamtin keinen Buhmann oder muß es Buhfrau heißen?

Sie lebt das eben kleinkariert nach was die Politiker weiter oben vorleben. Immerhin war sie ehrlich genug zuzugeben, sie geht weil sie keinen Platz auf der Landesliste der nächsten Wahl bekommen hat. Das auch das gelebte Deomkratie sein kann dirngt nicht zu ihr durch. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, das solche Plätze ausgewürfelt werden.

Warum nimmt nun die CDU so eine Verräterin auf? Dir Union glaubt doch sicher nicht, das die Frau plötzlich innen ganz schwarz geworden ist. Wer einmal Verrat begeht, dem kann man nicht wieder trauen und das ist der Grund warum eine seriöse Partei sie weder aufgenommen hätte noch ihr gar einen Listenplatz zugesichert hätte - aber wer sagt das die Union seriös ist?

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Glutblume 07.08.2017, 17:18
165.

Zitat von mickey66
Herr Augstein, Ihre Ausführungen sind nichts anderes als der verbitterte eines Enttäuschten! Welcher Partei die Dame angehörte und welcher sie zukünftig angehören wird, spielt nicht die geringste Rolle. Als Abgeordnete hat sie zu jeder Zeit das Recht, die Partei zu wechseln oder eben auch nicht. Dass Sie das derart unprofessionell und mit so viel Verbitterung kritisieren, zeigt, wie weit Sie sich von politischer Neutralität und Realität entfernt haben. Es ist bedauerlich, dass Spiegel Online jemandem wie Ihnen, der derart voreingenommen ist, hier die Möglichkeit bietet, mittels einer Kolumne solche Meinungen zu verbreiten.
Frau T hätte übrigens auch das Recht gehabt, das Mandat mithilfe dessen sie in`s Parlament einzog, zurückgeben zu können und dann die Partei zu wechseln. Auf die Idee ist ihr "Gewissen" leider nicht gekommen. Jetzt hat sie`s ja geschafft und nur weil ein Großteil der Leser das Erbrochene runterwürgen muss wenn man mal an die Umstände des Wechsels von Frau T. denkt, heißt das noch lange nicht, dass das illegal wäre, da haben Sie Recht.

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demokritos2016 07.08.2017, 17:19
166. 2016 auch so erregt, Herr Augstein?

Mir ist entgangen, Herr Augstein, dass Sie im April 2016 ebenso geschäumt haben, als der AfD-Abgeordnete des Thüringer Landtags, Oskar Helmerich, zur SPD wechselte und von ihr mit offenen Armen empfangen wurde.

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ichliebeeuchdochalle 07.08.2017, 17:19
167.

Zitat von cosmos
1) So geht "anständig" gerade nicht. Wir brauchen auch Abgeordnete, die sich nicht dem Fraktionszwang unterwerfen und mal gegen die Farktion stimmen. Wer dann gleich das Handtuch wirft und das Mandat zurückgibt ist absolut verantwortlungslos. Immer wieder stimmen Abgeordnete gegen die eigene Fraktion und denken nicht daran, das Handtuch zu werfen. ... 2) Ich war empört, als Willy Brandt sich mit gekauften Stimmen als Kanzler hielt.
1) Ich helfe beim Verstehen: Motiv war nicht der Fraktionszwang, Motiv war, daß der Bundestag einen "Kriegseinsatz" beschlossen hat. 2) Das ist als unwahre Aussage (Ihre angebliche Empörung) beweisbar, denn der Stimmenkauf von Wienand kam erst viele Jahre später raus.

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Hinterfrager1 07.08.2017, 17:21
168. weil die Umstände andere waren

Zitat von jan07
... der Wechsel dieser Dame hat schon ein arges Geschmäckle, auch wenn es natürlich ihr gutes Recht ist, die Fraktion zu wechseln. Aber der Artikel von Herrn Augstein hat es auch! Denn ich kann mich nicht erinnern, dass sich Herr Augstein vergleichbar echauffiert hat, als vor einigen Wochen in Thüringen ein AfD-Abgeordneter in die SPD gewechselt ist und so die 1-Stimmen Mehrheit (!) der rot-rot-grüne Landesregierung gesichert hat.
Augstein echauffierte sich auch nicht so über den Wechsel von Marion Rosin von der Thüringer SPD zur CDU. Daran sieht man:
Bei den Kommentaren wird eben nicht, wie häufig unterstellt wird, immer parteipolitisch gedacht. Es geht um die Umstände und die Gründe, die Frau Twesten so heftig in die Kritik geraten lassen.

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aschie 07.08.2017, 17:29
169. Bäumchen Wechsel Dich

Schön das einiege sich so um das Gewissen der Abgeordneten Sorgen.Verantwortung aber einfach unter den Tisch fallen lassen.
Demnächst spielen alle abgeordneten Bäumchen wechsel dich und bieten ihre Stimme höchst bietend zum Verkauf.
Folgt dann empörung heist es lapidar Gewissensentscheidung .
So eine entscheidung muss auch irgendwie substantiell begründet werden finde ich.
Ob das niederträchtig ist weis ich nicht jedenfalls ist es nicht im Sinn der Verfassung die auf einmal überall bemüht wird .
In so fern geb ich Hern Augstein vollkommen Recht.

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