Forum: Politik
Ex-Grüne Elke Twesten: Niedertracht in Niedersachsen
DPA

Die Zollbeamtin Elke Twesten gibt mit ihrem Wechsel von den Grünen zur CDU ein Beispiel für den diskreten Charme der Bourgeoisie.

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ichliebeeuchdochalle 07.08.2017, 17:33
170.

Zitat von Pless1
Ihnen ist das Wort "Fraktionszwang" aber schon geläufig, hoffe ich. 1) Ein Landtag hat nicht gar so oft über Fragen zu entscheiden, die als Gewissensentscheid gelten und den Fraktionszwang aufheben wie der Bundestag. 2) In den Landtagen geht es um konkrete Sachpolitik. Irgendwann war es Frau Twesten offenbar Leid, eine Landesregierung mitzutragen, bei der ganz andere Politik herauskommt als die, für die sie sich hat wählen lassen. Ich hätte zwar an ihrer Stelle wohl auch mein Mandat niedergelegt. Ihr aber per se unanständige Absichten zu unterstellen greift zu kurz. 3) Wenn sie glaubt, den politischen Positionen, die sie vor der Wahl vertreten hat weiter nachkommen zu können - und das besser als in der bisherigen Partei - ist es durchaus auch legitim, das Mandat zu behalten.
1) Die Frage "wie oft" ist belanglos. 2) Können Sie öffentliche Äußerungen der Dame während der Legislaturperiode nennen, die eine abweichende Meinung thematisiert? Es ergibt keinen Sinn, daß Sie Interpretationen erfinden. Halten Sie sich einfach an die Realität. 3) Sie hat allem zugestimmt. Sie hätte ja nach drei oder sechs Monaten der Legislaturperiode das Lager wechseln können. Sie trötet nach 380 Metern kurz vor der Ziellinie.

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hinnimann 07.08.2017, 17:35
171. Über Frau Twesten muss niemand reden

und ob diese ganze Geschichte der CDU wirklich nutzt, bleibt abzuwarten. Aber es muss auch niemand über Herrn Augstein reden. Wo, Herr Augstein, blieb Ihr Kommentar, als im letzten Jahr ein Abgeordneter in Thüringen Landtag aus der AfD-Fraktion austrat und später in die SPD-Fraktion ein; und sicherte RotRotGrün dort einen Zweistimmenvorsprung?Der Unterschied: in Niedersachsen erfolgte der Übertritt von der richtigen Partei zur falschen, jedenfalls wenn man Ihr Weltbild zugrunde legt. Sie drücken auf die Stimmungstube und verhalten sich heuchlerisch.

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ichliebeeuchdochalle 07.08.2017, 17:37
172.

Zitat von keine Zensur nötig
Ein gewisser grüner Schily mutierte auch zum Schwarzen Sheriff.
Das erinnern Sie falsch. Der war staatsrechtlich immer so. Auch zu Zeiten seiner Mitgliedschaft bei den Grünen. Er war kein Gesinnungs-Kumpel der Truppe um Joschka Fischer oder der Truppe um Frau Ditfurth.

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Hinterfrager1 07.08.2017, 17:38
173. es sollte bei Politikern anders sein

Zitat von hansfri
Dunkel erinnere ich mich daran, dass Willy Brandt nur erneut zum Kanzler gewählt wurde weil der Geschäftsführer der SPD, Karl Wienand ( ich glaube so hieß er) einen CDU-Abgeordneten aus deren Fraktion herausgekauft hatte. Rainer Barzel, der beste Aussichten hatte neuer Kanzler zu werden, war geplättet und sagte wörtlich " ich sehe nicht mehr durch". Obwohl ich damals wie auch heute der SPD zuneige bin ich der Meinung: Lasst mal die Kirche im Dorf, letztlich denken doch 99,9999999% der Menschen zuallererst an sich selbst. Warum sollte es bei Politikern anders sein. Gerade diese werden doch nur groß wenn sie ein überdimensioniertes Ego haben. Abregen tut gut.
Politiker ist auch kein Beruf wie jeder andere, sondern ein Beruf, in welchem man ständig etwas für andere macht.
Wer in die Politik geht, der fängt ja klein an und weiß nicht wie weit er/sie kommt. Ich unterstelle den meisten Politikern, wie auch Angehörigen anderer sozialer Berufe, dass sie nicht zuallererst an sich selbst denken. Zumindest beim Eintritt in die Politik...
Übrigens: Ein Fehlverhalten wird nicht dadurch besser, dass andere es auch schon begangen haben!

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FreierStaatsbürger 07.08.2017, 17:40
174. @riotokio Nr 124

Wortklauberei macht den Sachverhalt nicht moralisch besser.
Es ihr von den Grünen-Wählern zur Verfügung gestelltes Mandat.
Und mit ihrer Normierungen bei der Listenaufstellung hat sie sich auch dem Programm u den Statuten unterworfen.
Gewissensfreiheit laut Verfassung bedeutet nicht frei von Moral und Anstand.
Denn dann wäre sie z. B. nach der Wahl zur CDU gewechselt o. hätte ihr Mandat jetzt niedergelegt.
Aber dann wäre der Wechsel für sie und die CDU politisch und monetär nichts wert gewesen und kein Hahn hätte darüber aufgeregt. Übrigens ist es egal welcher Parteigenosse so ein Verhalten an den Tag legt.

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derHamlet 07.08.2017, 17:44
175.

Zitat von gogru
Wenn Sie sich mal die Verfassung anschauen, ist die falsch. Der Abgeordnete wird nicht gewählt um quasi Angestellter der Wähler zusein. Er hat die Interessen des ganzen Volkes zu vertreten und ist nur seinem Gewissen verantworlich. Es gibt kein imperatives Mandat.
Guten Tag gogru,

dieser Vorfall ist ein weiteres Paradebeispiel der repräsentativen Demokratie, in der Menschen vorgegaukelt wird, sie wären der Souverän.
Nicht nur der "Gewissensparagraph" mit dessen Hilfe der Abgeordnete das Mandat, also den Wählerauftrag wie einen nassen Lappen entsorgen kann, sondern auch die Chuzpe die Seiten nach Belieben zu wechseln, um sich persönlich eine erfolgsversprechendere Position im Machtgefüge zu erarbeiten.

Die ganzen Anhänger solch politischer Denkweise wären mit Sicherheit überrascht, wenn ihr Anwalt plötzlich für die Gegenseite arbeiten würde und sie diesen nicht nur weiterhin bezahlen dürften, sondern dieser auch noch über die Höhe seiner Bezüge selbst entscheidet.
Erstaunlicherweise hält der demokratische Wähler diese und andere Praktiken, der herrschenden Klasse nicht nur für legal und legitim, sondern auch für richtig und (moralisch) einwandfrei.
Und unverständlicher Weise wird diesen Politikern periodisch immer wieder das Recht, - woher eigentlich?, gegeben, Gesetze zu erlassen, die zu deren Vorteil dienen.
Aus dieser Tatsache heraus, ist die Frage zu stellen:
handeln Wähler in diesem politischen System aus Gründen der Vernunft und Erkenntnis oder aus Gründen des Glaubens.

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andree_nalin 07.08.2017, 17:46
176. Bravo, Herr Augstein, d’accord,

alles gesagt zum Thema, ohne laut zu werden. Leider wollen einige Foristen nicht begreifen, dass ein auf die Partei-Liste gesetzter Name für den Wähler einer ist, der das Programm eben jener Partei vertritt. Insofern ist - Liste hin oder her - der Überläufer ein Betrüger am Wähler.
Ich denke schon, dass Herr Augstein auch bei anderen Parteikonstellationen die gleiche klare und eindeutige Kritik an solch zutiefst schäbigem Verhalten üben würde.
Wir als Wähler sollten weit entfernt davon sein für diese Politikerin Verständnis zu bekunden; fest steht, dass dieses erbärmliche Geschacher schon jetzt viele neue Nichtwähler produzieren wird - nur dass dieses Argument Frau Twesten nicht im Geringsten juckt. Solche Politiker braucht kein Land !

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Hinterfrager1 07.08.2017, 17:49
177. zumal das bei Listenplätzen keinen Sinn macht

Zitat von Cyth
Kuzmany hat ja allen Ernstes zum selben Thema geschrieben: >>Studiere die Listen, mach dir ein Bild von persönlicher Position und vom Charakter der Kandidaten. Schau dir genau an, wen du da wählst. Denn am Ende steht dieser Mensch nur für sich selbst.>> Er rät also allen Ernstes, von jeder einzelnen zur Wahl stehenden Person Charakteranalysen zu verfassen (wie eigentlich?) und daran die Wahlentscheidung auszurichten. Also in diesem Fall: Die Twesten wird in ein paar Jahren garantiert zur CDU überlaufen, genauso sieht die doch aus, guck sie dir an, da wähle ich doch nicht die Grünen! – Hat man je einen klügeren Rat erhalten?
Mal ein rein demokratischer Tipp:
Guckt Euch nicht nur die Politiker an und was sie im Fernsehen sagen, sondern informiert Euch, auch wenn's Mühe macht, über die Programme der Parteien! Ein Anfang wäre wenigstens das Programm der Partei, die man wählen will!
Dann erkennt man z.B., dass die AFD sich gar nicht so für die "kleinen Leute" einsetzt, wie sie immer tut.

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Schlaukeks 07.08.2017, 18:32
178. Liebe Omi ...

Zitat von OmaGeddon
Was hat das Verhalten von Frau Twesten damit zu tun, daß Sie "ZollBEAMTIN" ist? Ist man als Beamter automatisch "Bourgeois"? Mehr "Bourgeois" z.B., als wenn man, sagen wir mal, einen Verlag erbt?
... der Kuchen war sehr lecker und nun muss ich wohl zur "Bestrafung" hier deinen Beitrag lesen. Zollbeamtin ist weder positiv oder negativ zu sehen, es zeigt aber auch was für ein Mensch das ist. Ein Beamter ist eben doch anders gestrickt als vielleicht ein konfuser Wissenschaftler oder eine hart arbeitende Hausfrau mit 3 Kindern. Deswegen gehört diese Information dazu und in unserer Informationsgesellschaft kann man sich mit mehr Informationen auch ein mehr gutes Bild machen. Alle diese Informationen ergeben dann ein Gesamtbild, auch wenn vielleicht nicht alles relevant ist.
Nein, Beamter ist nicht automatisch "Bourgeois", man kann ja auch hart für sein Studium arbeiten und das Bürgertum ist ein wichtiger Teil der Gesellschaft.
Etwas zu erben ist mal gut mal schlecht, viele Kinder von berühmten Persönlichkeiten haben Probleme damit in die Fußtapfen zu treten.
Tja man kann sich eben seine Geburt nicht aussuchen und muss nehmen was man bekommt und dein Neid ist allzu verständlich. :)
Naja Inhalt war keiner da Omi, aber DU bist jetzt auch dabei HURRA.
Knuddelomi. :)

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Bananenschale 07.08.2017, 18:34
179. Niedersachsens Wähler

Herr Augsetin, Sie schreiben:

"Hoffentlich haben die Wähler mehr Ehrgefühl als Frau Twesten und ihre neue Partei."

Und was soll das jetzt heißen? Sollen die Wähler erst recht CDU wählen oder doch, sofern jemals, grün? Die Grünen sind unsichere Kantonisten, die CDU ist verlogen bis schwarz. Ey, SO ist Niedrsachsen! What do you expect? Niedersachsen ist viel, viel schlimmer als Bayern! Die hatten wenigstens Strauß; wir hatten nur Albrecht.

Ernst bei Seite: Hat Fr. Twesten ein Direktmandat, oder hat sie nur einen Listenplatz? Zuallererst davon würde ich doch die Beurteilung ihres Verhaltens abhängig machen. Im ersten Falle wäre es durchaus ok, weil SIE gewählt wurde und nicht ihre Partei. Im zweiten Falle hintergeht sie die Wähler, die grün und nicht speziell sie gewählt haben. Mich betrifft es gottlob nicht, weil ich mir den Fehler, grün zu wählen, längst abgwöhnt habe.

Ich bin ein ehrloser Wähler in Niedersachsen. Egal was ich wähle, hinterher muß ich mich schämen. So oder so. Wozu also? Im Stall grunzt die Sau und die Gülle muß noch fortgeschafft werden. Bevor die Flut kommt.


P.S.: Die SPD kriegt in Niedersachsen heftigst einen auf den Arsch, weil weder der Herr Ministerpräsident noch die Landesregierung noch der Landtag sich in Bezug auf Hilfe für die von der Flut im Juli Betroffenen glaubwürdig geäußert haben. Man läßt die Kommunen mit den erheblichen Infrastrukturschäden einfach sitzen.

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