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Ex-Grüne Elke Twesten: Niedertracht in Niedersachsen
DPA

Die Zollbeamtin Elke Twesten gibt mit ihrem Wechsel von den Grünen zur CDU ein Beispiel für den diskreten Charme der Bourgeoisie.

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Brennstoff 07.08.2017, 20:48
200. Die Moral von der Geschicht: Von Grün da trennt man sich nicht!...

...Denn das sind natürlich die Guten!

Wenn man sonst nichts findet, dann hilft immer die Moral weiter. Ist das nicht ein wenig billig? Insbesondere wenn andere, hochrangigere Politiker sich ihre Positionen von der Industrie sansoweich waschen lassen und dafür mit größerer Nachsicht behandelt werden?-

Natürlich kann man die Sache verkomplizieren und tagelang analysieren, muss man aber nicht.
Wissen Sie wie ich die Sache sehe?
Die Grünen haben Fr. Twesten mies behandelt und die findet das nicht lustig und zieht beinhart die Konsequenzen.
Und nun staunen die Grünen und die SPD samt Ministerpräsident gleich mit und schreien Verrat.
Im Prinzip ein Vorgang wie er jeden Tag und überall vorkommt.

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luny 07.08.2017, 20:49
201. Arbeiten oder doch lieber sitzen

Zitat von spon_12
Ich verstehe manchen Beitrag hier nicht. Es geht doch nicht darum, irgend einer Entscheidung der Partei nicht zuzustimmen, sondern die Seiten zu wechseln, weil einem persönlich die Felle davonschwimmen.
Hallo Spon_12,

im Landtag zu "sitzen" oder als Zollbeamtin zu "arbeiten", düfte
schon ein gewaltiger Unterschied sein, auch was das Einkommen
anbelangt.

Von den Pensionsansprüchen erst gar nicht zu reden.

Persönlich glaube ich nicht, daß die abtrünnige GRÜNEN-
Landtagsabgeordnete bei der CDU einen aussichtsreichen
Listenplatz erhalten wird. Das politische Manöver wäre zu
durchsichtig.

Aber es gibt ja durchaus noch andere lukrative Jobs zu vergeben.
Da bietet sich die EU geradezu an.

Brüssel, Straßburg oder Luxemburg sollen sehr schön sein und
die Bezahlung soll auch stimmen, wenn man Oettinger & Co.
fragt.

LUNY

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luny 07.08.2017, 20:57
202. Gewissen

Zitat von Rationalist
Nun, wenn ein Abgeordneter keinem Fraktionszwang unterliegt, kann er sich verhalten, wie es seinem Gewissen entspricht. Wenn Frau Twestens von den Grünen in die CDU wandert, ist das völlig in Ordnung. Wenn sie bei ihrer alten Partie keinen Beifall mehr findet, zieht sie in eine andere um. Mir imponiert das. Wenn Abgeordnete der CDU, denen Frau Merkels Politik nicht gefiel, ebenso gehandelt hätten, hätten wir ein besseres Deutschland.
Hallo Rationalist,

Sie verwechseln Ursache und Wirkung.

Die GRÜNEN müssen sich ja nun nicht den politischen Zielen der
abtrünnigen Landtagsabgeordnten beugen.

Sie hatte das Landtagsticket über die GRÜNEN, d. h. sie war zu dem
Zeitpunkt mit dem Programm der GRÜNEN einverstanden.

Nun hat sie ihre Meinung geändert. Kann man machen.

Aber dann verfällt eben auch das Ticket und sie muß sich ein
neues bei der CDU lösen.

Für mich ist die Erklärung eher banal:

Lieber Landtagsabgeordnete als Zollbeamtin.

LUNY

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luny 07.08.2017, 21:04
203. Wir machen uns ein Bild

Zitat von Cyth
Ihre (vermutlich gut gemeinte) Belehrung sollten Sie an die Adresse des SpOn-Kommentators Kuzmany richten, nicht an meine. Von ihm stammt schließlich der Rat, sich "ein Bild vom Charakter der Kandidaten" zu machen. Also wohl auch von Landeslisten-Kandidaten.
Hallo Cyth,

Ihren Beitrag habe ich nur zitiert, um darzustellen, wie unsinnig es
ist, die ganzen Listenkandidaten politisch zu "durchleuchten" und
in unsere Wahlentscheidung einzubinden.

Nichts für ungut. Inhaltlich liegen wir auf einer Linie.

LUNY

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Haudegen 07.08.2017, 21:06
204. Gutes Statement Herr Augstein - ich setze noch etwas drauf ...

und zwar, dass m.E. zu viele Beamte auch Politik machen. Polizeibeamte - also Leute, die richtig hart arbeiten müssen - haben dafür allerdings keine Zeit! Also gilt auch hier keine Regel ohne Ausnahme. Nach meinen Erfahrungen mit Behörden und auch im privaten Bereich kommen sich Beamte mehr und mehr vor wie Obermenschen. Die Privilegien, die sie vom Staat zuerkannt bekommen wirken dahingehend unterstützend. Beamte präsentieren nicht nur den Staat - sie kommen sich vor wie ein Staat im Staat. Die Art und Weise wie Frau Twesten ihr Verhalten rechtfertigt, zeigt eigentlich, dass sie für ein normal geartetes Gewissensgefüge gar nicht erreichbar ist - ansonsten hätte die Dame ihr Mandat zurückgegeben. Ob es nun verbeamtete Politiker sind, ob es Behörden - wie das KBA oder diverse LKA's sind - die versagt haben; Frau Twesten's Verhaltensweise ist nur eine Blüte von vielen die unter folgender Maxime einzuordnen sind: In diesem Rechtsstaat wir zwar Recht gesprochen - aber was man Gerechtigkeit nennen könnte, geht in Deutschland mehr und mehr flöten! Vorwiegend Beamte machen Politik und dieselben Leute sprechen Recht - auch über das BVG. Frau Twesten hat sich rechtens verhalten und nur das zählt für diese Leute noch. Gerechtigkeit verfällt und wird durch Kapital, bzw. Machtgier verdrängt. Der Wähler bzw. die Wählerin hat nur eine Stimme aber die Abgeordnete darf damit jonglieren wie sie will. Alle Macht geht vom Volke aus? Das muss aber lange her sein! MfG

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Monty76 07.08.2017, 21:11
205.

Zitat von horstu
Einen üblichen demokratischen Vorgang als "Niedertracht" zu bezeichnen, ist eine äußerst geschmacklose und entmenschlichende Wortwahl, die (...)
"Niedertracht" ist kein entmenschlichendes Wort.
Und "üblicher demokratischer Vorgang"? Was haben Sie denn geraucht?
Mit großem Missfallen stimme ich Herrn Augstein zu, dafür muss man seine politische Meinung nicht teilen. Das Verhalten der guten Dame ist unter aller Sau. Legal. Mehr nicht.
Angesichts Herrn Augsteins Kolumne über die G20-Gewalt musste ich allerdings erst noch einmal genau reflektieren, ob ich nicht im falschen Boot sitze. Das tue ich nämlich ungerne mit jemandem, der Gewalt gut heisst (natürlich nur, wenn sie von links und nicht von den Amis kommt) in einem Boot. Amis befreien mit Kampfflugzeugen Jesiden von einem Berg und vor ISIS = schlecht. Straftäter in schwarz schmeissen Steine, Molotowcocktails etc. = gut. Ich weiss, passt nicht hierher. Musste aber gesagt werden, als Ausgleich sozusagen, dass ich so einem zustimmen muss...

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conocedor 07.08.2017, 21:11
206. Und was war in Thüringen?

Bekäme man einen solchen Augsteinschen Artikel auch zu lesen, wenn der/die Abgeordnete von der CDU zu den Grünen wechselte und dadurch eine konservativ-liberale Regierung mit Ein-Stimmen-Mehrheit kippt, dann, ja dann könnte man dem Autor seine Empörung über Egoismus in der Politik und verlorenes Vertrauen abnehmen.

Aber das wird ganz sicher nicht passieren.

So bleibt der Eindruck, dass hier jemand seine Wut über das Scheitern eines weiteren rot-grünen Projektes auf Landesebene nicht im Griff hat.

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weltgedanke 07.08.2017, 21:20
207.

Die Sache ist sicherlich besonders heikel, weil die Mehrheit der Regierung so hauchdünn war. Und natürlich muss das auch Frau Twesten klar gewesen sein.
Aber die Dame (die ich persönlich nun auch nicht extrem sympathisch finde) jetzt als Verräterin zu bezeichnen und ihr pauschal abzusprechen, eben doch aus Gewissensgründen gewechselt zu sein, finde ich unredlich, fast schon als Hate Speech.
Wenn stimmt, dass sie von ihrem Kreisverband nicht berücksichtigt wurde, liegt aus meiner Sicht nahe, davon auszugehen, dass die Entfremdung, von der sie zur Begründung für ihren Wechsel spricht, eben doch beiderseitig war und länger gewachsen ist.

Für mich ist klar, dass wir als Außenstehende, und dazu zähle ich jetzt auch mal Herrn Augstein, zu wenig über die Hintergründe wissen, um zu beurteilen, ob hier irgendwer irgendwen verraten und hat und wenn ja, wer das wann war. Offenkundig ist nur, dass Frau Twesten bei den Grünen nicht mehr glücklich war.
Eitelkeit mag als wichtiger Faktor dabei nicht ausgeschlossen sein, aber die Klarheit und Eindeutigkeit, mit der Herr Augstein sie als alleinigen Grund hinstellt, ohne das näher zu begründen, finde ich irritierend für einen anspruchsvollen Kommentar.

Die Wölfe mögen nicht das wichtigste Thema in Niedersachsen sein, aber kaum jemand kann bestreiten, dass sie ein sehr emotionales sind. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass manche Grüne sehr leidenschaftlich versuchen, Kritik daran abzublocken. Wer so emotional damit umgeht, kann sich hinterher nicht beklagen, wenn auch andere sich das Recht herausnehmen, an Nebenschauplätzen mal ihre emotionale Seite auszuagieren.

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walter_de_chepe 07.08.2017, 21:30
208. Der rot-grünen Sympathie unverdächtig

Ich bin schon deshalb kein Linker geworden, weil ich die Grünen von Anfang an nicht leiden konnte. Ich freue mich deswegen über jede Niederlage der SPD und der Grünen. Doch die Empörung von Herrn Augstein teile ich. Solche Abgeordnete sind das Ende des Parlamentarismus. Es ist auch das Ende der innerparteilichen Demokratie, wenn jemand ein bezahltes Mandat fordert oder der Partei Schaden zufügt.

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luny 07.08.2017, 21:34
209. Leider nicht aus Niedersachsen

Zitat von Brennstoff
Natürlich kann man die Sache verkomplizieren und tagelang analysieren, muss man aber nicht. Wissen Sie wie ich die Sache sehe? Die Grünen haben Fr. Twesten mies behandelt und die findet das nicht lustig und zieht beinhart die Konsequenzen. Und nun staunen die Grünen und die SPD samt Ministerpräsident gleich mit und schreien Verrat. Im Prinzip ein Vorgang wie er jeden Tag und überall vorkommt.
Hallo Brennstoff,

mit der Politik in Niedersachsen kenne ich mich nicht aus.

Ich stimme Ihnen dahingehend zu, daß so etwas täglich
überall vorkommt.

Das nennt sich mangelndes Krisen- und Risikomanagement.

Es hätte wohl ausgereicht, wenn die GRÜNEN in Niedersachsen
einen anderen Job in Aussicht gestellt hätten, also nicht mehr als
Landtagsabgeordnete, sondern als Vorsitzende der programmati-
schen Erneuerung der GRÜNEN oder irgendeinen anderen
lukrativen Posten.

Offensichtlich empfand es die Landtagsabgeordnete als Schmach,
auf einen lukrativen Listenplatz verzichten zu müssen.

Diese Sprengkraft erkannten die GRÜNEN nicht.

Daß eine Person eine Regierung zu Fall bringen kann und das dann
auch tut, wird sie im nachhinein am meisten bereuen.

LUNY

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