Forum: Politik
Ex-Präsident Janukowytsch: Der Getriebene
Dmitri Beliakov/ DER SPIEGEL

Drei Jahre nach seiner Flucht aus Kiew zeigt sich der ukrainische Ex-Präsident Wiktor Janukowytsch als gebrochener Mann. Er präsentiert Ausreden für sein politisches Scheitern, an die er selbst nicht zu glauben scheint.

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midnightswim 26.02.2017, 12:25
20. Ist das die neue Masche?

Immer wieder lese ich folgendes: ich mag ihn ja nicht, aber die anderen machen alles falsch. Ist das die neue Sprachregelung für Stimmungsmache? Ich mag mir diese ganze Propaganda nicht mehr anhören. Übrigens finde ich ihn tragisch. Warum? Er ist trotz allem nur ein Mensch, der erst nachher verstanden hat, welch großer Spielball er war. Und er hat sich zwar dabei bereichert, bekommt jetzt aber mit, dass das nicht glücklich macht.

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midnightswim 26.02.2017, 12:25
21. Ist das die neue Masche?

Immer wieder lese ich folgendes: ich mag ihn ja nicht, aber die anderen machen alles falsch. Ist das die neue Sprachregelung für Stimmungsmache? Ich mag mir diese ganze Propaganda nicht mehr anhören. Übrigens finde ich ihn tragisch. Warum? Er ist trotz allem nur ein Mensch, der erst nachher verstanden hat, welch großer Spielball er war. Und er hat sich zwar dabei bereichert, bekommt jetzt aber mit, dass das nicht glücklich macht.

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Das Pferd 26.02.2017, 12:27
22.

Zitat von chiefseattle
.....................Heute, drei Jahre nach dem Putsch, ist die Ukraine ein zerstrittenes Land mit vielen Milizen und ohne wirtschaftliche Fortschritt. Die Oligarchen investieren lieber im Ausland. Die ruhigste und friedlichste Provinz ist die Krim, jetzt unter russischer Kontrolle.
äh, das ist richtig. Sie befürworten also Eroberungen in Nachbarländern mit der Begründung, daß es in militärisch besetzten Gebieten so schön friedlich ist. Äh, nicht schlecht, muß man erst mal drauf kommen

liebe Grüße an die Newa.

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Das Pferd 26.02.2017, 12:29
23.

Zitat von tkedm
Haben Sie dafür auch zuverlässige Quellen oder übernehmen Sie einfach nur die Meinung der Gegner des EU-Assoziierungsabkommen, also Russlands?
wieso übernehmen? Die zahlen dafür, daß man ihre Meinung propagiert. Was der nach Feierabend meint, ist seine Sache.

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schumbitrus 26.02.2017, 12:49
24. Die Ukraine ist schlicht in den Fokus westlicher Interessen gerückt ..

Die Menschen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine sind seit Jahrhunderten engstens mit den Menschen verbunden, die in dem Gebiet leben, das jetzt als Russland eingegrenzt ist. Eine scharfe Grenzziehung wie z.B. bei uns Richtung Polen, Frankreich oder der Schweiz ist im Grunde erst zu dem Zeitpunkt relevant geworden, als die EU (auf amerikanischen Befehl?) damals eine exklusive Wirtschaftsbeziehung zur Ukraine forderte - also eine Loslösung von Russland als strategisches Ziel formulierte wurde. Dass das sowohl wirtschaftlich, militärisch und natürlich auch kulturell zu massiven Verwerfungen führen würde - ich denke, davon waren sich die Initiatoren dieser "Osterweiterung" von vorn herein bewusst.

Jeder Ukrainer weiß, dass die politische Klasse auf die eine oder andere Weise korrupt ist. Janukowitsch seine Moskau-abhängigkeit vorzuwerfen ist wohlfeil: Poroschenko ist eben derjenige, der den Fürsten der westlichen Kapitalmärkte gehorcht.

Und damit ist IMO jeder einseitig belastet, der einer der Seiten "nachweist", wer für den Terror der Scharfschützen verantwortlich ist: Für beide Seiten gibt es hinreichend belastbare Hinweise und Motive.

Denn Niemand wird leugnen, dass es reiche und mächtige Minderheits-Gruppen bei uns gibt, die ihre Interessen von Politikern vertreten lassen, die nur behaupten, für das ganze Volk zu sprechen. Ein Blick auf den Kfz-Abgas- oder den NSA-Skandal macht ja überdeutlich, wer unsere Gesetze ungestraft ignorieren darf und dass weder unsere Freiheit noch unsere Gesundheit oberste Prämisse der Politik ist.

Und genau diese Kreise mit viel Geld und reduziertem Moral-Gebrauch leben auch in unserer globalisierten Welt, in der auch sie sich Gedanken über wirtschaftlich ungenutze Potenziale, wie die Ukraine z.B. machen. Wenn dann geopolitischen Großwetterlage zwischen USA (inkl. Europa), China und Russland auf Konfrontation steht, dann lassen sich in diesem Spannungsfeld natürlich prima Geschäfte auf globaler Ebene erdenken (man denke nur an ukrainische Bodenschätze ..). Und mit Blick auf den Irak-Krieg von g.W. Bush wissen wir ja auch, wie wenig sich diese Kreise um Menschenleben scheren. Die mehr als 100.000 Toten ihres Irak-Krieges: Ein medial unbeachteter Kollateralschaden ..

Die einfältigen Versuche einer schwarz/weiß-Darstellung, böses Russland, fieser Putin oder Janukowitsch und moralisch integere westliche Politik empfinde ich nicht nur ermüdend, sondern - wenn man es im Grunde besser weiß - als doppelzüngig und verlogen. Der Typ hat, wie gesagt, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort die Feder des falschen Fürsten geschwungen. Poroschenko gehorcht nun eben Fürsten von der anderen Seite, und macht sich damit die Russen im eigenen Lande zum Feind - quasi als Bürgerkriegs-Garantie, mit der stetig international Druck auf Russland ausgeübt werden kann. Wie gesagt: Verlogen, das ganze.

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christa.hans 26.02.2017, 13:13
25. Ja!

Zitat von irene74
Traurig!Als Mann ohne Land merkt er jetzt, das ihn niemand braucht, auch nicht sein " Kumpel" Putin. Die Erkenntniss das er noch nie ein großer Mann war, nur ein Handlanger, schmerzt doppelt. Welch eine Verschwendung von Lebenszeit, sein Volk in die bessere Zukunft zu führen, ohne sich zu bereichern, währe sinnvoller gewesen.
Nur seine Nachfolger tun dieses auch nicht.
Ein Land in dem Bürgerkrieg und Korruption herrscht.
Unter Janukowytsch gab es "nur" die Korruption und keinen Bürgerkrieg.

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thrashmail 26.02.2017, 13:22
26.

Zitat von smokiebrandy
Hat sich in Bezug auf Korruption und Vetternwirtschaft unter der Präsidentschaft Poroschenkos etwa irgendetwas zum Positiven verändert? Wollte er nicht seine Firmen verkaufen ?Waffen wie Schokolade? Wo sind die EU Milliarden geblieben? Sollte er ebenso vom Hof gejagt werden? Geht es der Bevölkerung unter dem neuen Präsidenten besser? Können sie ihre Wohnung noh heizen?
Da haben Sie nicht unrecht. ich hatte lediglich hier auf "Janukowytsch" reagiert. "Roshen" stand hier nicht zur Diskussion.
Aber erst nach Janukowytsch wurde Putin in der Ukraine richtig aktiv. Die Besetzung der Krim sowie der Ost-Ukraine spaltet das Land erst richtig. Es gibt schon eine Tendenz unter frustrierten Putin Gegnern die sich Gehör schaffen und sagen " wir geben besser auf und lassen die gesamte Ukraine von Putin regieren". Deren nachvollziehbares Argument u.a.: vom "Westen" können wir eh nichts konkretes erwarten. Alles nur politisches geschacher.

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bloub 26.02.2017, 13:25
27. die traurige wahrheit

Zitat von aalf
War Janukowytsch nicht ein demokratisch gewählter Präsident, nicht weniger demokratisch erkoren als sein Nachfolger?
sein nachfolger war demokratisch überhaupt nicht legitimiert.

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seitschick 26.02.2017, 13:34
28. Mitleid

Mitleid oder Bedauern ist völlig deplatziert. Verantwortung für das Geschehene liegt auch bei dieser Person, egal, wer seine politischen Entscheidungen geführt hat. Das System war und ist geprägt von Korruption. Achmetow und andere Oligarchen haben die Gier der Politiker, die damals und heute noch die Geschicke des Landes führen, ausgenutzt und instrumentalisiert. Ich erinnere mich noch daran, wie vor dem Maidan über die Werchowna Rada berichtet wurde. Von den 450 Abgeordneten waren über 400 Millionäre. Ich stelle mir vor, wie unser Land aussehen würde, wenn das auch unsere Realität wäre. Eine wirkliche Mittelschicht gibt es in diesen Land nicht, was auch ein Grund dafür ist, warum es für die Menschen dort keine wählbaren politischen Alternativen gibt, die eine grundlegende Veränderung bewirken wollen. So wird die Ukraine für die nächsten Jahre ein geopolitischer Zankapfel für Ost und West bleiben. Ein Interesse an den Millionen Menschen, die in diesen System leben und überleben müssen, gibt es von beiden Seiten nicht. Und so werden diese weiter ausgequetscht und die führenden Interessengruppen werden weiter daran arbeiten, ihr Vermögen und ihren Einfluß zu mehren. Ein Mörder und Dieb ist das, was Janukowytsch ist. Nicht mehr und nicht weniger. Bedauerlich, wenn der SPON solche Artikel veröffentlicht und auch noch Bedauern ausdrückt.

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quark2@mailinator.com 26.02.2017, 13:35
29.

Wenn ein ethnisch gespaltenes Land zum Spielball größerer Mächte wird, dann geht es für dessen Führer nicht gut aus, solange sie ernsthaft versuchen, eigene Interessen zu vertreten. Interessant, daß hier nicht stärker herausgestellt wird, daß der Putsch illegal und die ganze Sniper-Storry nach den Ergebnissen der niederländischen Spezialisten falsch dagestellt war. Wäre man hier wirklich den demokratischen Werten verbunden, müßte man sich für ihn stark machen.

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