Forum: Politik
Ex-Präsident Janukowytsch: Der Getriebene
Dmitri Beliakov/ DER SPIEGEL

Drei Jahre nach seiner Flucht aus Kiew zeigt sich der ukrainische Ex-Präsident Wiktor Janukowytsch als gebrochener Mann. Er präsentiert Ausreden für sein politisches Scheitern, an die er selbst nicht zu glauben scheint.

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neu1197 26.02.2017, 19:55
40. die internationale Seite,

Zitat von smokiebrandy
...sollte man vielleicht auch dem Umstand Rechnung tragen, dass es in der Zeit seiner Präsidentschaft nicht zum massiven Einsatz von Militär und Sicherheitskräften gegen Ukrainer kam.Die Morde auf dem Maidan wurden bis heute von der neuen Regierung nicht hinreichend aufgeklärt . Wer steckte wirklich hinter der Eskalation? Dagegen befindet sich die Ukraine heute in einem Bürgerkrieg, in dem jede Gruppierung die genug Geld für Söldner und Waffen hat , ihr eienes Süppchen kocht. Schuld an diesem Krieg trägt mit Sicherheit nicht Janukowytsch. Nach drei Jahren sollte man vieleicht auch von internationaler Seite den Sturz der gewählten Regierung mit Gewalt als das benennen was es wirklich war...ein bewaffneter Putsch unter Bruch des geltenden Rechtes . Die schmeichelnde Bezeichnung Maidan verunglimpft die Leute, welche friedlich und ohne Gewalt wochenlang auf demokratischem Wege eine Veränderung herbeiführen wollten und dies auch fast geschafft hatten
ja, die muß betrachtet werden. Wäre Janukowitsch näher drauf eingegangen, sofort käme Putin ist Spiel. Wenn man Frau Nyland liest wird die Sache schon etwas klarer, d.h. ohne die "Hilfe von außen" wäre Janulowitsch sicher heute noch im Amt. Die Vision einer Freihandelszone vom Atlantik bis Wladiwostock wäre vielleicht ein Stück weiter. Da muß es also Kräfte geben, die genau das nicht wollten. Die Studenten wollten eine Veränderung, dass ihre Ziele dabei heute keine Rolle spielen sieht man daran, dass vom "Maidan" nur ein Quotenminister für Sport letztlich übrig blieb. Die mach wurde wo anders verteilt.; die Ergebnisse sind katastrophal. Wer bisher richtig gelesen hat, wird merken, dass Putin dabei keine Rolle spielte, und das war gewollt, weil es so ist.
Nachsatz:
Putin hat, wenn man die zeitliche Abfolge verfolgt,stets reagiert,

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Fragen&Neugier 26.02.2017, 22:06
41.

Zitat von freddygrant
Dieses Geschreibe des Journalisten ist ohne reale Substanz und Inhalt. Es fragt sich nur, wer hier mehr Zeit und mehr Geld verschwendet hat: SPON oder Janukowytsch.
Ohne Substanz und Inhalt würde ich nicht sagen - ohne politische Relevanz ganz sicher. Da haben Sie recht.

Aber sollen die Medien denn nicht berichten, was ihnen als wichtig erscheint? Gut, für einen Medienschaffenden, der sich als Aktivist versteht, wäre es Verschwendung gewesen.

Ich persönlich bin froh, dass es noch Journalisten gibt, die einfach mal nur informieren wollen und nicht immer auf die politische Opportunität schielen.

Zur Ukraine gehören neben den Machteliten und Einflüssen von aussen auch die ganz normalen Menschen, von denen einigen auf dem Maidan demonstriert haben, weil sie dachten Janukowitsch stehe ihnen vor einem Leben in der EU = einem Leben "wie in Deutschland".
Was das gemeine Volk mehrheitlich denkt, ist nicht unbeachtlich - auch wenn die Eliten letztlich allein entscheiden und von den Maidanaktivisten nichts mehr übrig ist als ein Gedenktag an die Opfer.

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Bernd.Brincken 26.02.2017, 22:29
42. Wille der Ukraine

Zitat von joachimrang
Es gab nie auch nur einen halbherzigen Versuch der Ukraine die Krim zurückzuerobern - im Gegenteil zu den Gebieten in der Ostukraine. Das zeigt, dass die Ukraine die Krim nicht wirklich als unverzichtbaren Teil der Ukraine sieht (sie wurde ja auch der Ukraine vor 60 Jahren einfach zugeschlagen), die Gebiete um Kharkov und Donezk aber sehr wohl.
Wen sehen Sie denn als "die Ukraine"? Die Spaltung in Ost und West gab es immer schon, bedingt auch durch Sprache und Religion. In der SU wurde dieser Konflikt durch äußere Macht überdeckt, in der Hinsicht ähnlich wie bei Jugoslawien.
Die Menschen in den Separatisten-Gebieten sind natürlich nicht glücklich mit dem Bürgerkrieg. Aber ihre Sprache aufgeben, und sich einer Regierung unterwerfen, die sie seit 2 Jahren immer wieder mit Granaten beschiesst - das möchten sie auch nicht.
Der Konflikt wird dort überwiegend als Tragödie gesehen.
In Moskau übrigens auch.

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hansriedl 27.02.2017, 01:14
43.

Zitat von Bernd.Brincken
Verwirrt mag der Mann ja sein, aber zur Erhellung der Zusammenhänge trägt dieser Artikel auch nicht gerade bei. Der SPIEGEL selbst hatte vor Jahren die Abfolge der Ereignisse _vor_ dem Maidan-Aufstand minutiös dokumentiert. Es wurde deutlich, dass Janukowitsch über einige Zeit hinweg Russland und die EU gegeneinander ausspielte, oder es versuchte. Es ist also mitnichten so, dass er die russische Position in dieser Sache damals repräsentierte, oder dies heute tut. Dies wird aber durch den Standort Moskau im Artikel implizit unterstellt. Wer sein Wissen über Russland nur aus Medien wie dem Spiegel hat, muss glauben, "da herrscht eine Diktatur, wer also in Moskau sitzt, der vertritt auch Kreml-Positionen". Das ist grundsätzlich und auch im Falle Janukowitsch: Quatsch.
Es wurde deutlich, dass Janukowitsch über einige Zeit hinweg Russland und die EU gegeneinander ausspielte.

Es ist ein grausames Spielchen, das der Westen mit der Ukraine macht,
Erst das Versprechen, wenn sich die Ukraine von Russland trennt,
geht die Ukraine einer blühenden Zukunft entgegen.
Das Gegenteil ist zugetroffen, Tausende Tote wie Hunger u. Elend.
Der IWF sorgte das Löhne wie Pensionen nicht erhöht werden dürfen.
Lebenserhaltungskosten Explodierten, die Korruption blüht besser
als je zuvor. Hunderttausende Menschen mussten Emigrieren um zu
überleben.
Hauptsache, der Westen ist in Besitz der Schwarzen Erde, und die
Oligarchen teilen sich die Milliarden, die die EU ins Land pumpt.

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stonecold 27.02.2017, 06:27
44.

Zitat von seitschick
Ich erinnere mich noch daran, wie vor dem Maidan über die Werchowna Rada berichtet wurde. Von den 450 Abgeordneten waren über 400 Millionäre. Ich stelle mir vor, wie unser Land aussehen würde, wenn das auch unsere Realität wäre.
Wäre ja zu begrüßen gewesen, wenn nach dem ganzen Chaos, Bürgerkrieg etc. wenigstens das sich geändert hätte. Dem ist aber nicht so:

https://www.ceps.eu/publications/ukraine’s-unimplemented-anti-corruption-reform

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Beetulli 27.02.2017, 08:57
45. (K)Ein journalistisches Meisterstück

das Herr Neef hier abliefert. Um den Maidan kommt er nicht herum (er redet vom 30.11.2013), aber die Ereignisse vom 19.02.2014 im Interview völlig auszublenden ist ja vergleichbar mit einem Regierungsbesuch in China, ohne die Frage der Menschenrechte anzusprechen.

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ach 27.02.2017, 09:03
46. wobei

... die Sache mit dem Antikorruptionskampf in der Ukraine auch dazu dient, unliebsame politische Gegner außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren zu entlassen und Platz für die eigenen Leute zu schaffen.

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madmax9999 27.02.2017, 11:17
47. Ja die Ukraine und der Maidan, das ist so eine Sache

Das ganze Debakel in der Ukraine war wirklich kein Ruhmesblatt der div. beteiligten Aussenpolitiker, inkl. der BRD. Es wurde ein Aufstand angezettelt, der einen Putsch zur Folge hatte, aus diesem Putsch folgten dann ein Bürgerkrieg und die faktische Teilung des Landes . Ein Einbezug Russlands hätte auch den Menschen im Osten der Ukraine Sicherheit gegeben. Aber scheinbar ging es niemandem um die Menschen in der Ukraine. Der Ukraine-Konflikt kann nur gelöst werden, wenn sich die USA und Russland zusammensetzen und eine Lösung aushandeln. Die EU und auch die deutsche Aussenpolitik hat sich in den letzten Jahren diskreditiert. Anstatt nur von Russland die Einhaltung der Minsker-Abkommen zu verlangen, hätte auch die Regierung in Kiew mit Druck zur Einhaltung der Minsker-Abkommen bewegt werden sollen. Die Regierung in Kiew konnte sich zurücklehnen und und nichts tun. Die Russland-Sanktionen, zu denen die USA die EU nach Aussagen des damaligen US-Vizepräsidenten, Joe Biden, gezwungen haben, brachten nicht die erhoffte Wirkung. Und in der EU hat sich eine Ratlosigkeit breitgemacht wie es weitergehen soll. Da die EU die Sanktionen nur auf Druck der USA verhängt haben, können die Sanktionen auch nicht ohne das ok der Amerikaner aufgehoben werden. Und da die Europäer nicht wissen, was die Amerikaner wollen, trauen sie sich nicht, selber die Initiative zu ergreifen. Eigentlich muss man sagen, dass der Maidan in der Ukraine ausser einem Bürgerkrieg, einem failed state, Elend für die Bevölkerung und riesigen Kosten nichts gebracht hat. Es sind jetzt einfach andere Oligarchen an der Macht. Eigentlich eine vernichtende Bilanz für all die Aussenpolitiker in den europäischen Hauptstädten, die von den Amerikanern vorgeführt wurden wie Tanzbären.

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