Forum: Politik
Ex-Premier David Cameron: Der Mann, der den Briten den Brexit einbrockte
Martinez Monsivais/ AP

David Cameron war Erneuerer, Überflieger, Wahlgewinner - dann ließ der britische Premier das Volk über die EU-Mitgliedschaft abstimmen. Was macht der Hauptschuldige am Brexit-Schlamassel heute?

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der-junge-scharwenka 23.04.2019, 15:48
80.

Zitat von AWG
Lassen Sie doch bitte ihre unsäglichen Aussagen, dass Merkel am Wetter und an allem schuld ist, auch am Einsturz der Autobahnbrücke in Bolgona!*) Das sind doch nur Ablenkungsversuche. Merkel hat eine Mitschuld am Brexit, ebenso wie an so manchen Zuständen, die es inzwischen in Deutschland gibt durch ihre "alternativlose" und gelinde ausgedrückt, sehr eigenwillige Migrationspolitik. *) war das nicht in Genua?
Dann können wir uns also darauf einigen, dass unsere Bundeskanzlerin wenigstens an dem Brückeneinsturz in - richtig - Genua nicht verantwortlich ist? Na, das ist doch schon mal ein Anfang! Frau Merkel, die ich in den letzten drei Durchgängen nicht mehr gewählt habe, ist sicher keine Heilige, und ihr Regierungssystem hat diesem Land ganz erheblichen Schaden zugefügt; Gegenteiliges werden Sie von mir nicht hören oder lesen. Aber dieser Brexit hat wirklich einen ganz anderen Hintergrund. Ob Sie es wahr haben wollen oder nicht: Es ging den Brexiteers (neben Fischereirechten und Milliardenzahlungen) darum, Arbeitsmigration innerhalb der EU zu verhindern bzw. zu beenden. Konkret darum, die Einreise von Rumänen, Bulgaren und Polen - m.a.W. freizügigkeitsberechtigten EU-Bürgern - zu begrenzen. Das ist wirklich etwas anderes als die Migrationswelle 2015.

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ondrana 23.04.2019, 15:51
81.

Zitat von bennic
und zu wenig Realitätsnähe. Das ist leider etwas, was nicht nur David Cameron auszeichnet, sondern auch die meisten anderen Politiker. Wenn politischer Selbsterhalt und die nächsten Wahlen die Priorität sind, wie soll sich ein Land auf die wirkliche Zukunft vorbereiten? Politiker sollen dem Volk und der Verfassung dienen - wenn das wirklich so wäre, kann nichts schiefgehen.
Das Problem liegt aber nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei den Wählern.
Man wählt und dann will man Ergebnisse. Und zwar sofort. Und natürlich für sich selbst.
Viele können doch nicht von Zwölf bis Mittag denken und sind überhaupt nicht in der Lage abzuschätzen, dass Maßnahmen eben viele Jahre brauchen, bis sie sich auszahlen. Bis dahin hat Ottonormalwähler schon die Geduld verloren und macht sein Kreuz bei der nächsten Wahl bei der anderen Partei. Weitsichtige Politik ist selten erfolgreich an der Wahlurne.

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kloppskalli 23.04.2019, 15:52
82. "dieses Volk" / "demokratisch entsdchieden"

ja ja DAS VOLK hat gesprochen.. Allerdings veraendert sich das Volk staendig. Deswegen darf man ja immer mal wieder waehlen.. ;o)
Die meisten derer, die gegen die EU gestimmt haben sind in 10-15 Jahren schon gar nicht mehr wahlberechtigt (...) Diejenigen, die Suppe in Zukunft ausloeffeln muessen konnten 2016 noch gar nicht abstimmen.

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oalos 23.04.2019, 15:52
83. So jung kommen wir nicht mehr zusammen...

Zitat von killing.time
Bisher sehe ich keinen Brexit und es glaubt auch keiner mehr ernsthaft, dass der noch kommt. Die EU hat kein Interesse, die Briten vor die Tür zu setzen und die selber werden sich nie auf einen Weg durch die Tür einigen. brexiten,v.: sich auf einer Party stundenlang verabschieden ohne jemals zu gehen.
Wenn Sie sich auf einer Party verabschieden, bekommen Sie viele Abschiedküsschen. Den Briten werden nur die Wangen wund gekniffen, wg. der Abschreckung für die anderen Gäste. Weil: J.C.J.s Party muss weitergehen, selbst wenn er bald geht...

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m.breitkopf 23.04.2019, 15:53
84. Hauptschuldiger?

Zitat von tinnytim
Angela Merkel konnte nichts öffnen was vorher nie geschlossen war. Soviel zu der immer wieder wiederholten Lüge. Und glauben Sie eigentlich, dass irgendein eingefleischter, Commonwealth-Nationalist vor der Flüchtlingskrise 2015 gegen einen Brexit war und erst danach dafür. Ich denke nicht.
Gemeint ist: Angela Merkel hätte die Grenzen schließen können. Und das wollte sie ursprünglich auch, die dazu nötigen Anordnungen waren bereits ausgearbeitet. Nur hatte sie am Ende Angst vor den (möglichen) unschönen Bildern in den Medien, Bildern von weinenden Kindern an der geschlossenen Grenze. Sie hatte Angst, das könnte sie Stimmen kosten.

Und zweitens: Auf die Commonwealth-Nationalisten kam es überhaupt nicht an, sondern nur auf die Unentschlossenen, jene 2 Prozent die schließlich den Ausschlag für den Brexit gegeben haben.

Aber seltsamerweise wird der Name Angela Merkel im Artikel kein einziges Mal erwähnt. Zufall?

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Esib 23.04.2019, 15:58
85.

Zitat von Pudi
Es verwehrt in der EU niemand den Briten, es so wie die Schweiz oder Norwegen anzugehen. Die zahlen aber kräftig für ihre "EU-Unabhängigkeit". Das wollen die Briten aber auch nicht.
Wie jetzt, muss man schon "Schutzgeld" zahlen, wenn man nicht in der EU sein will. :-)
Sie können mir sicherlich auch sagen, wieviel die Schweiz und Norwegen wofür zahlen, oder?

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meinsenf123 23.04.2019, 16:00
86.

An diesem Artikel und vielen Beiträgen erkennt man, wie sehr sich Deutsche daran gewöhnt haben (aus historischen Gründen vielleicht gerechtfertigterweise), kaum faktische politische Einflussnahme zu haben. Das ist in anderen Ländern Gott sei Dank (und aus historischen Gründen mit Sicherheit gerechtfertigterweise) nicht der Fall.

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artep 23.04.2019, 16:00
87. So gehts

Man sucht eine Festigung der eigenen Macht gegenüber der EU, setzt eine Volksabstimmung an und verliert. Cameron hätte niemals auf eine Volksabstimmung setzen dürfen, weil er die Stimmung im eigenen Volk nicht kannte. Das besagt, warum das britische Parlament zu keiner Entscheidung kommen kann, obwohl Frau May sich geradezu krummlegt. Fakt ist, dass die Briten in einer EU, wie der heutigen nicht sein wollen, ihre Politiker aber schon. Da kann man sagen, die Politiker haben den Durchblick, die Bürger aber nicht. Wenn aber das deutsche Volk befragt worden wäre, ob es als Währung lieber den Euro oder die DM haben würde, hätten sich 99,9% für die DM entschieden. Deshalb wurden sie nicht befragt und deshalb ist die Politik unehrlich.

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robert_schleif 23.04.2019, 16:02
88.

Zitat von m.breitkopf
Aber seltsamerweise wird der Name Angela Merkel im Artikel kein einziges Mal erwähnt. Zufall?
Dafür habe ich Angela Merkel als Hauptschuldige erwähnt. Sogar mehrfach. Aber diese Wortmeldungen sind irgendwie im Nirvana gelandet.
Es gibt also schon Gegenargumente, auch wenn sie nur noch selten zu sehen sind.

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oalos 23.04.2019, 16:03
89. oh ja.

Zitat von tinnytim
Wir haben deshalb eine indirekte Demokratie, weil 80%+ der Bevölkerung sich nicht hinreichend mit Tagespolitik beschäftigt und teilweise sogar als politisch geradezu naiv und einfältig gelten dürfte. Diesen Menschen komplexe Sachverhalte zur Entscheidung vorzulegen, mit deren Folgen sie sich nicht annähernd auseinander setzen (wollen), ist geradezu irrwitzig. Aus der griechischen Demokratie kommt der Begriff der Demagogen, die die Politik zu Ihrem Nutzen für die einfache Bevölkerung erklärten - selten mit viel Wahrheitsgehalt. Genau das ist beim Brexit passiert. Politisch ungebildete haben auf ihr Bauchgefühl, die Murdoch-Presse und fadenscheinige politische Versprechen gehört ohne sich selbst mit dem Pro und Contra zu beschäftigen, wie es jeder verantwortungsvolle Politiker tun würde - jedenfalls sollte.
Aber alle 4 Jahre ein Kreuz machen dürfen die Dummbasel ? Genial geblendet und manipuliert von Slogans wie :
Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben. (CDU/CSU)
Zeit für mehr Gerechtigkeit. (SPD)
Sozial. Gerecht. Für alle. (Die Linke)
Zukunft wird aus Mut gemacht. (Die Grünen)
Denken wir neu. (FDP)
Trau dich, Deutschland! (AfD)

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