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Ex-SPD-Chef: Schulz startet eigene Europa-Kampagne
Wolfgang Rattay/ REUTERS

Die SPD hat ihn fallenlassen, doch Martin Schulz lässt nicht locker: Der Ex-SPD-Chef wirbt nun mit einem neuen Verein für Europa - "explizit nicht parteipolitisch".

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new#head 09.05.2019, 07:15
1.

Die Befürchtungen des Herrn Schulz teile ich. Die Wahlwerbung zur Europawahl könnte die schwache Beteiligung noch beflügeln. Wir bekommen die simpelsten Probleme in Deutschland nicht in den Griff und da wundert's doch nicht, dass Europa so uneins ist. Die Wahlwerbung dokumentiert ja, wie viele unterschiedliche Gruppen ihre solitären Ideen auf dieser Ebene umsetzen wollen. Für mich sind das vergeudete Resourcen. Die dort verteilten Stimmen verwaschen ein klares Ergebnis und die wahren Probleme bleiben liegen.

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entsetzt04.09.2015 09.05.2019, 07:16
2. Wählen gehen!

Wer nicht wählt darf sich nicht beschweren. Jetzt werden für weitere fünf Jahre die Richtlinien bestimmt. Speziell junge Leute sollten wählen gehen

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sans_words 09.05.2019, 07:30
3. Präzise Wahl der Worte, bitte

"81 Prozent der Deutschen finden Europa gut", sagt der ehemalige SPD-Vorsitzende...

Interessant wäre zu erfahren, wie viele Leute die EU in ihrer aktuellen Ausprägung gut finden.

Ich finde Europa auch gut. Was mir nur bedingt gefällt, ist die EU. Ich fand sogar die EG klasse.

Die EU, die mit ihrem Parlament zwischen Brüssel und Straßburg pendelt. Die EU, die wahnsinnig viele Richtlinien entwirft, aber für keine einzige Verantwortung tragen muss, sondern immer die nationalen Parlamente/Regierungen. Die EU, bei der auf jeden Abgeordneten mindestens 3 Lobbyisten kommen.

Ich mag Europa. Ich mag unsere Nachbarländer.

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hausfeen 09.05.2019, 08:14
4. Schulz ist ein guter SPD-Mann. Kein Linker, aber auch kein Seeheimer.

Ein echter Sozialdemokrat halt. Intelligent, erfahren, all das. Das erklärt auch den kurzatmigen Hype um seine Person. Für alle, die sich inhaltlich in Schulz hineinfühlen konnten, war das wie ein Erwachen aus dem sozialdemokratischen Koma. Nun hatte Schulz aber zwei Feinde: die Seeheimer in der eigenen Partei, die ihn von Beginn an isolierten und die Feinde außerhalb der Partei, die sich auch und besonders an seiner uncharismatischen Art rieben. Da war nichts von der Ausstrahlung eines Williy Brandts, dem rr mental ganz nahe steht. Da fühlte man sich eher an die wissenden Greise auf dem Balkon der Muppet-Show erinnert.
Ich denke, dass wussten all die, die ihn von Brüssel nach Berlin geholt haben. Sie waren in Not, hatten ihr Personal verbrannt, wußten aber auch um die unvernetzte Identität von Schulz. Ein leichter Spielball also. Schulz wurde verheizt.
Dass er jetzt an die Wurzeln seiner Arbeit zurückkehrt, ist gut. Vielleilcht kreuzen sich ja mal die Wege von Oskar, Sahra, Kevin und Martin. Das wäre nicht das Schlechteste für die, welche Partei auch immer, Sozialdemokraten und auch für das Land.

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lazyfox 09.05.2019, 08:36
5. Soll er doch

Warum hat er nicht agiert, als er hätte können. Oder konnte er nicht, weil die Partei ihn hinderte? Da liegt für mich ein Kernproblem der Politik. Die Listenplätze für Wahlen sind eine harte Währung. Wer sich nicht fügt, wird nach hinten geschoben oder fliegt raus aus der Liste. Dasselbe passiert, wenn ein Politiker seinem Gewissen folgt, statt der Parteilinie. In der Verfahrensweise sehe ich die Gründe, warum sich Politik immer mehr vom Wähler entfernt. Parteiführungen versuchen Politik nach eigener Meinung zu machen statt die Meinung ihrer Wähler zu vertreten.

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b1964 09.05.2019, 08:39
6. Lob für Schulz!

Ja, Schulz hat recht! Politik muss eine pro-europäische Haltung vermitteln. Es geht nicht nur um ein Europa als Freihandelszone, sondern um Europa als Gemeinschaft mit gemeinsamer Geschichte, gemeinsamer Kultur und gemeinsamen Werten. Ob die gegenwärtige EU allen Zielen entspricht, spielt doch gar keine Rolle. Seneca sagte: Wer den Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind günstig. Wo wollen wir in Europa hin? Ich wünsche mir einen Bundesstaat, der die paneuropäischen Regeln, die grundlegenden Werte und die Außen- und Verteidigungspolitik regelt. Darunter brauchen wir bürgernähe nicht durch Nationalstaaten sondern starke Regionen (z.B. Bayern, Katalanen, Schotten, Flamen), die die Verbundenheit mit der Heimat und die Nähe zum Bürger gewährleisten. Die Nationalstaaten dazwischen kann ich mir als Verwaltungsebene übergangsweise vorstellen, aber doch nicht ernsthaft als kulturelle Identitätsebene. Die europäischen Grenzen sind geschichtlich und machtpolitisch entstanden, aber doch nicht aus Bürgernähe, ethnischer, religöser oder kultureller Identität. Ein Bayer ist einem Österreicher näher als einem Ostfriesen. Der Ostfriese ist dem Westfrisen (Holland) näher als dem Bayer. Wenn wir uns die Eurpäische Karte anschauen, haben wir überall solche Überscheidungen. Wie wirll ich das zukunftsfähig für Genarationen gestalten? Mit Nationalstaaten? So was kann nur jemand fordern, der keinen Geschichtsunterricht hatte und noch nie in Europa unterwegs war und andere Menschen wirklich kennengelernt hat. Wir sollten alle stolz auf unsere Heimat sein. Nicht der Italiener auf Italien, sondern der Lombarde auf die Lombardei! Das Mittelalter war uns in dieser Hinsicht offenbar sehr weit voraus! Das nächste ist, dass diesem "Schlechtreden" der EU etwas entgegengesetzt werden muss. Diese Stammtischparolen sind geprägt von massiver Unkenntnis, Unwillen zur Wahrheit und selbstverliebte Ignoranz. Wer sich beruflich, fachlich oder aus echtem Interesse mit der EU (und ihrer Geschichte) auseinandersetzt, versteht, wie sie funktioniert und dass sie in vielen Bereichen sogar sehr gut (weil für die Menschen) funktioniert. Er erkennt auch gleich, wo sie noch besser werden kann und muss. Das Übel der EU sind die Nationalstaaten, die ihre egoistischen "Interessen", d.h. in der Regel persönliche oder parteiliche Machtinteressen in der Heimat zum Schaden der EU ausleben, was dank Einstimmigkeitsprinzip in vielen Fragen leider auch funktioniert. Das Musterbeispiel dieser "Verräter" an der Europäischen Idee ist der Ex-MP Cameron. Und in gleiche Ebene gehören die rechtsradikalen Populisten.

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isi723 09.05.2019, 08:48
7. Bitte wählen gehen

es ist so extrem bedauerich, dass die SPD Herrn Schulz im letzten Wahlkampf geopfert hat. Es ist auch bedauerlich, dass die Leute, die den Wahlkampf für Schulz organisierten, immer noch im Amt sind. Es ist bedauerlich, dass nicht jeder SPD Politiker - in diesem Fall jeder Politiker einer jeden Partei - wenn er denn in eine Kamera oder ein Mikrofon schaut - nicht in irgendeiner Weise das Wort Europäische Union in den Mund nimmt. Ich bin überzeugt, dass wir heute mehr denn je eine starke EU brauchen. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass unsere Standardpolitiker dies auch so sehen.
Um es klar zu stellen: So wie sich die EU heute zeigt hat sie keine große Außenwirkung - siehe DT, dem dieser Verein völlig egal zu sein scheint. Ein eigenständiges Land wie beispielsweise Italien, Ungarn oder auch Deutschland würde dieser Mensch und vielleicht auch die Chinesen, vermutlich nicht einmal auf der Landkarte finden.
Also Herr Schulz: bitte weitermachen!

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alverion 09.05.2019, 08:55
8. Pro Europa!

Ich finde Herrn Schulz weder kompetent noch sympathisch – aber sein Engagement pro Europa ist anzuerkennen!
Ich würde sogar schätzen, dass noch mehr als nur 81 Prozent Europa gut finden – eher hadern viele Menschen mit der unsäglichen EU-Bürokratie. Was mich allerdings befremdet: Wieso ist Schulz eigentlich Bundestagsabgeordneter? Er wurde doch bei der Bundestagswahl nicht gewählt (Kein Wahlkreis)? Gnadenposition?

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globaluser 09.05.2019, 08:56
9. Sieben Mitglieder, also die Mindestanzahl eines Vereines.

Mehr soll es nicht geben, also alles wie bei RB Leipzig. Na ja, von irgendwo her, werden ja schon Spenden kommen, aus der man eine Aufwandsentschädigung beziehen kann. Schulz ist ein erfolgreicher Blender, das muss man ihm lassen.

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