Forum: Politik
Ex-SPD-Chef: Schulz startet eigene Europa-Kampagne
Wolfgang Rattay/ REUTERS

Die SPD hat ihn fallenlassen, doch Martin Schulz lässt nicht locker: Der Ex-SPD-Chef wirbt nun mit einem neuen Verein für Europa - "explizit nicht parteipolitisch".

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Spr. 09.05.2019, 11:55
30.

Der sozialdemokratische Kandidat für die Europawahl, Herr Timmermans, war im TV-Duell durchaus überzeugend. Leider kann man Herrn Timmermans in Deutschland nicht wählen. Da die hiesige Seeheimer Partei weder sozialdemokratisch noch wählbar ist, wird dies Herrn Timmermans und den europäischen Sozialdemokraten, zu denen die Seeheimer Partei unverständlicher Weise immer noch zählt, nun großen Schaden zufügen. Da ändert auch ein noch so sehr für Europa engagierter Herr Schulz nichts dran.

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claus7447 09.05.2019, 12:19
31.

Zitat von sans_words
Die Neu-DM würde Exporte teuer machen. Das war schon bei der Alt-DM so. Wohin hat es geführt? Die exportierenden Firmen mussten innovativ und qualitativ produzieren. Gerade das, was uns heute die Schweizer vormachen. Wohin EINE Sozialcharta führt? Die erfolgreichen Bundesstaaten müssen die schwachen alimentieren. Eigenverantwortung schwindet. Das hat uns das "Friedensprojekt" EURO schon gezeigt. Ihre "Vereinigten Staaten von Europa" sind ein Wunschvorstellung, ein Ideal. So wie es die DDR war. Wenn die Menschen so und so wären, dann hätten wir einen tollen Staat. Die Realität entscheidet. Da würde ihr Konzept komplett scheitern.
Wenn man die Realität der AfD überlässt dann haben sie recht.

In Punkto Schweiz muss ich Sie fragen ob Sie a. die Hintergründe kennen die dazu führen, b. die Strukturen.

- Nach Aufwertung des SFR haben viele exportabhängige Schweizer Firmen in den Grenzbezirken (und da sitzen sowohl in der Nordschweiz wie in der Süd-Westschweiz die entscheidenden Großbetriebe große Teile ihrer Pendler aus dem EU Raum auf Euro umgestellt. Zudem - ich kann mir denken (das ist Hypothese) wurden diese Firmen sicherlich über Steuern entlastet).

- Wenn sie die Strukturen ansehen werden sie feststellen, das ein großer Teil der Firmen international tätig sind. Da ist Nestle (die nur einen relativ geringen anteil in SFR produzieren. Dann die Chemieindustrie und Pharmaindustrie. Die sind und waren so gesund - da brauchte man sich keine Angst machen. Andere Firmen wie u.a. auch Hilti, haben Werke im SFR Raum geschlossen und sind in den EU Raum (Österreich) ausgewichen.

Also das muss man sehr differenziert sehen.

Sozialcharta: Was ist denn unser Länderfinanzausgleich - nichts anderes. Und wenn dan z.B. der CSU Söder das mimimi über die Alliminetierung bringt dann ist das nur vordergründig und mit wenig Substanz. Wir haben auch innerhalb Deutschlands Regeln im Finanzausgleich - das ist nicht so einfacht.

Aber den Wegbruch unserer Exporte - den werden sie nicht verschweigen können - der würde tiefgreifende Folgen haben - Steuer-mindereinnahmen, Arbeitslosigkeit und in Folge wieder höhere Belastung der Sozialkassen in D.

Zudem - wir ruhen uns immer auf unseren Handelsüberschüssen aus - das wird in Zukunft - und da sind sich Wirtschaftsfachleute absolut sicher - nicht so weiter gehen.

Nennen Sie Alternativen - ohne Europa geht es uns besser - das halte ich für eine Humoreske und fatale Weisheit - das ist wie mit 120 auf die Mauer: wird schon gut gehen!

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fvaderno 09.05.2019, 12:24
32. Die Wahlwerbung von Schulz ...

...wird wohl ähnliche Effekte haben wie einst die bei seiner Kanzlerkandidatur. Er ist wohl kein Politiker mit Charisma. Und ich erinnere mich, weshalb er in sein hohes Amt im Europäischen Parlament gewählt wurde. Der damalige Ministerpräsident Italiens Berlusconi beleidigte den immerhin redegewandten Schulz auf übelste Weise. Mit süffisantem Lächeln empfahl er dem Abgeordneten eine Filmrolle als KZ-Wächter. Die darauffolgende allgemeine Empörung gegen den Herren, der sich auch sonst oft wie ein junger Straßenjunge benahm (Bunga-Bunga, oder Missbrauch minderjähriger Prostituierter), beförderte Schulz schließlich zum Parlamentspräsidenten. Weder seine Arbeit noch sein Werdegang zeichneten ihn aus. Wenn die SPD wieder zur Volkspartei werden will, sollte sie bei ihrer Führung und bei den 'Zugpferden' für Wahlen auf fähige und charismatische Persönlichkeiten zurückgreifen.

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Neandiausdemtal 09.05.2019, 12:36
33. Ganz schlechtes Beispiel

Zitat von sans_words
Vor der Vereinigung muss die gemeinsame Identifikation mit dem europäischen Bundesstaat kommen. Das wird schon allein aufgrund der Sprachenbarriere schwierig. Es würde nicht lang dauern, bis sich die ersten Separatistenorganisationen zusammenfinden. Ich bin der Ansicht, so viel Europa wie nötig, so wenig wie möglich. Es muss ausreichen, um außen- und wirtschaftspolitisch mit einer Stimmen zu sprechen. Aber innenpolitisch muss nicht alles über einen Kamm geschert werden. Vermutlich aber wird daraus nichts werden. Nicht einmal Deutschland oder Großbritannien sind sich innerlich noch ausreichend einig. Wie solll das dann europaweit klappen?
Die Briten gehörten noch nie dazu. Die waren Jahrhunderte lang der Fluch Europas ( Balance of Power ).
Der ehemalige Ostblock auch nicht, zumindest noch lange nicht.
F, BeNeLux, I, S, Ö, P, D, GR(das muß sein) gerne auch Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen natürlich auch gerne, das würde erstmal reichen. Und all das in sehr enger Zusammenarbeit mit Rußland. Das Weitere ergibt sich dann schon.

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Neandiausdemtal 09.05.2019, 12:42
34. Unlogisch

Zitat von Spr.
Der sozialdemokratische Kandidat für die Europawahl, Herr Timmermans, war im TV-Duell durchaus überzeugend. Leider kann man Herrn Timmermans in Deutschland nicht wählen. Da die hiesige Seeheimer Partei weder sozialdemokratisch noch wählbar ist, wird dies Herrn Timmermans und den europäischen Sozialdemokraten, zu denen die Seeheimer Partei unverständlicher Weise immer noch zählt, nun großen Schaden zufügen. Da ändert auch ein noch so sehr für Europa engagierter Herr Schulz nichts dran.
Natürlich wählen Sie Timmermanns auch in Deutschland!
Jede Stimme für die SPD ist eine Stimme für Frans Timmermanns.
Und das der Mann gut ist und Ahnung hat, weit mehr als der Bayer Weber, ist sowieso klar. Die SPD besteht übrigens in ihrer Mehrheit keineswegs aus Seeheimern, obschon diese leider überproportional in der Spitze vertreten sind.

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sans_words 09.05.2019, 13:04
35.

Zitat von claus7447
Wenn man die Realität der AfD überlässt dann haben sie recht. In Punkto Schweiz muss ich Sie fragen ob Sie a. die Hintergründe kennen die dazu führen, b. die Strukturen. - Nach Aufwertung des SFR haben viele exportabhängige Schweizer Firmen in den Grenzbezirken (und da sitzen sowohl in der Nordschweiz wie in der Süd-Westschweiz die entscheidenden Großbetriebe große Teile ihrer Pendler aus dem EU Raum auf Euro umgestellt. Zudem - ich kann mir denken (das ist Hypothese) wurden diese Firmen sicherlich über Steuern entlastet). - Wenn sie die Strukturen ansehen werden sie feststellen, das ein großer Teil der Firmen international tätig sind. Da ist Nestle (die nur einen relativ geringen anteil in SFR produzieren. Dann die Chemieindustrie und Pharmaindustrie. Die sind und waren so gesund - da brauchte man sich keine Angst machen. Andere Firmen wie u.a. auch Hilti, haben Werke im SFR Raum geschlossen und sind in den EU Raum (Österreich) ausgewichen. Also das muss man sehr differenziert sehen. Sozialcharta: Was ist denn unser Länderfinanzausgleich - nichts anderes. Und wenn dan z.B. der CSU Söder das mimimi über die Alliminetierung bringt dann ist das nur vordergründig und mit wenig Substanz. Wir haben auch innerhalb Deutschlands Regeln im Finanzausgleich - das ist nicht so einfacht. Aber den Wegbruch unserer Exporte - den werden sie nicht verschweigen können - der würde tiefgreifende Folgen haben - Steuer-mindereinnahmen, Arbeitslosigkeit und in Folge wieder höhere Belastung der Sozialkassen in D. Zudem - wir ruhen uns immer auf unseren Handelsüberschüssen aus - das wird in Zukunft - und da sind sich Wirtschaftsfachleute absolut sicher - nicht so weiter gehen. Nennen Sie Alternativen - ohne Europa geht es uns besser - das halte ich für eine Humoreske und fatale Weisheit - das ist wie mit 120 auf die Mauer: wird schon gut gehen!
Sobald jemand eine Vereinigung der europäischen Staaten kritisiert, ist von AfD die Rede. Ich habe mit der AfD nichts am Hut.

Außerdem habe ich nicht behauptet, dass es ohne Europa geht. Nur muss es ein Europa sein, das auch miteinander funktioniert. Es gibt so viele Beispiele des Scheiterns von Staatsgebilden, die nicht zusammen sein wollen, und auf Dauer schwer zusammen zu halten sind.

Belgien: Flamen. Wallonen
Spanien: Basken, Katalanen + Rest
Jugoslawien: Serben, Kroaten, Slowenen, Bosnier etc. (gescheitert)
Italien: Norditaliener mit Separationsabsichten
Großbritannien: Schottland dito.

Gnade uns Gott, die europäischen Staaten zusammenzwingen zu wollen. Je mehr Zwang, desto mehr Explosivität.

Ja, ich bin für europäische Kooperation. So viel Europa wie nötig, so wenig wie möglich. Gemeinsame Außenpolitik, gemeinsames Militär, kooperatives Wirtschaften. Darüber hinaus bei Bedarf. Autonome Organisation. Eigenverantwortung. Kein Schuldzuschieben, wie es im Euro-Verbund so gerne getan wird.

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claus7447 09.05.2019, 14:16
36.

Zitat von sans_words
Sobald jemand eine Vereinigung der europäischen Staaten kritisiert, ist von AfD die Rede. Ich habe mit der AfD nichts am Hut. Außerdem habe ich nicht behauptet, dass es ohne Europa geht. Nur muss es ein Europa sein, das auch miteinander funktioniert. Es gibt so viele Beispiele des Scheiterns von Staatsgebilden, die nicht zusammen sein wollen, und auf Dauer schwer zusammen zu halten sind. Belgien: Flamen. Wallonen Spanien: Basken, Katalanen + Rest Jugoslawien: Serben, Kroaten, Slowenen, Bosnier etc. (gescheitert) Italien: Norditaliener mit Separationsabsichten Großbritannien: Schottland dito. Gnade uns Gott, die europäischen Staaten zusammenzwingen zu wollen. Je mehr Zwang, desto mehr Explosivität. Ja, ich bin für europäische Kooperation. So viel Europa wie nötig, so wenig wie möglich. Gemeinsame Außenpolitik, gemeinsames Militär, kooperatives Wirtschaften. Darüber hinaus bei Bedarf. Autonome Organisation. Eigenverantwortung. Kein Schuldzuschieben, wie es im Euro-Verbund so gerne getan wird.
Wir wollen doch nicht wegen den von Ihnen aufgezählten "Reibereien" den Europäischen Gedanken vergessen.

ich wohne nicht mehr in einer Großstadt - ländlich im Süden. Was glauben sie, welche Rivalitäten zwischen meinem Wohnort und der Nachbarstadt bestehen - da kann man als zugezogener nur den Kopf schüttlen. Oder sollen wie Deutschland in Frage stellen weil Bayern und Preußen sich so gut verstehen.

Das sind Kleinigkeiten - man sollte daher das Große nicht aus dem Auge verlieren. Das mit der AfD meine ich ernst: Sie ist in Deutschland die einzige die ein Europa weg haben wollen - auch wenn dies im Moment nur "gedämpft" rüberkommt. Allerdings bin ich von der CDU - die unter Kohl (der hat wieder andere Macken) ein Treiber waren. jetzt: das EU Programm ist ein D-Programm und die Kanzlerin "schweigt".

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Historicus2 09.05.2019, 15:04
37. lobenswerte Initiative

wenn mann berücksichtigt, was Schulz in den letzten Jahren so mitgemacht hat.
Neulich in dem langen Aufsatz "Das Zeitalter des Imperialismus" von Henry Cord Meyer gelesen. Meyer schrieb dort über Österreich-Ungarn vor 1914 : "Wie sehr die Doppelmonarchie von ihrer wirtschaftlichen Einheit profitierte, wurde vom Bürgertum der einzelnen Nationalitäten, das aus dem einheitlichen großen Markt den größten Vorteil zog, geflissentlich übersehen oder als selbstverständlich hingenommen."
Wiederholt sich da Geschichte, zumindest in Ansätzen?

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Neandiausdemtal 09.05.2019, 16:00
38.

Zitat von sans_words
Sobald jemand eine Vereinigung der europäischen Staaten kritisiert, ist von AfD die Rede. Ich habe mit der AfD nichts am Hut. Außerdem habe ich nicht behauptet, dass es ohne Europa geht. Nur muss es ein Europa sein, das auch miteinander funktioniert. Es gibt so viele Beispiele des Scheiterns von Staatsgebilden, die nicht zusammen sein wollen, und auf Dauer schwer zusammen zu halten sind. Belgien: Flamen. Wallonen Spanien: Basken, Katalanen + Rest Jugoslawien: Serben, Kroaten, Slowenen, Bosnier etc. (gescheitert) Italien: Norditaliener mit Separationsabsichten Großbritannien: Schottland dito. Gnade uns Gott, die europäischen Staaten zusammenzwingen zu wollen. Je mehr Zwang, desto mehr Explosivität. Ja, ich bin für europäische Kooperation. So viel Europa wie nötig, so wenig wie möglich. Gemeinsame Außenpolitik, gemeinsames Militär, kooperatives Wirtschaften. Darüber hinaus bei Bedarf. Autonome Organisation. Eigenverantwortung. Kein Schuldzuschieben, wie es im Euro-Verbund so gerne getan wird.
Das "Schuldzuschieben" wird im Euroverbund ja gerade von den einzelnen Staaten betrieben!
Die von Ihnen genannten Separatisten werden mit den Vereinigten Staaten von Europa eher wenig Probleme haben, denn die Regionen bleiben, wo sie sind. Dagegen wird natürlich wieder der rechte Bodensatz sein, aber die sind immer gegen irgendwas um von öffentlichem Geld leben zu können, weil eben auch immer Idioten finden, die sowas wählen.
Im globalen Kontext schaffen wir entweder die VSvonEUR oder wir gehen baden.

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markus_wienken 09.05.2019, 17:11
39.

Zitat von mirage122
Martin Schulz weiß, wovon er spricht. Er ist nicht nur ein ausgemachter Fachmann, sondern er liebt Europa und steht bedingungslos hinter der europäischen Idee. Leider wurde er bei der letzten Bundestagswahl hoffnungslos verbraten und dann eben auch von seiner Partei fallen gelassen. Ich weiß nicht, ob ich Herrn Feldenkirchen durch die Tantiemen aus seinem Buchverkauf unbedingt unterstützen werde, aber dem Aufruf von Martin Schulz werde ich auf jedem Fall folgen; denn in Hamburg finden genau am 23.5. auch die Wahlen zur Bezirksversammlung statt. Da lohnt sich der Weg dann schon,
Wer sich verbraten lässt und seine eigene Partei nicht disziplinieren kann, ist für die Position eines Bundeskanzlers nicht geeignet.
Wenn man es schon im bequemen Zuhause nicht schafft für Ordnung zu sorgen, wie will man da in der internationalen Politik bestehen und deutsche Interessen durchsetzen?

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