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Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright: "Es sind doch die Russen, die provozieren"
AFP

Eskaliert der Krieg in der Ukraine? Das ist die zentrale Frage bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Die USA sollten panzerbrechende Waffen an Kiew liefern, fordert die ehemalige US-Außenministerin Albright. Zugleich warnt sie vor der Spaltung des Westens.

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doggiedog 08.02.2015, 09:28
1. Madeleine Albright

hat in Ihrer Amtszeit als Aussenministerin bewiesen welch politisches Geschick sie hat. Der Balkankrieg und die Zerschlagung Jugoslawiens sind nur ein Beispiel Ihrer politischen Weitsicht. Er hat vielen Unschuldigen das Leben gekostet und zu einer Destabilisierung der Region beigetragen. Das politische Kalkül war seinerzeit ein anderes - der Amerikaner mochte keine starke Nation in der Region und hat die Europäer mißbtaucht, um seine nationalen Interessen durchzusetzen. Es würde mich nicht wundern, wenn auch jetzt letztlich amerikanische Politik dazu führen würde, dass ein Krieg in der Ukraine eben nicht vermieden wird. Einen solchen Partner braucht Europa wirklich nicht - es sollte sich darauf konzentrieren, seine eigene Einheit endlich auf solide Füsse zu stellen und handlungsfähig zu sein.

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abc-xyz 08.02.2015, 09:33
2. Russland muss einen noch höheren Preis zahlen

Frau Albright hat recht. Die russische Aggression ist die eigentliche Provokation. Würde Putin damit aufhören und seine Kettenhunde zurückpfeifen, würde der Krieg umgehend aufhören und NIEMAND würde über Waffenlieferung reden. Die Aufrüstung eines souveränen Staates, der von seinen Nachbarn überfallen wird, ist sowohl juristisch wie moralisch richtig. Erst wenn die Invasoren zu Tausenden tot im Graben liegen, wird dem Aggressor das Spiel zu teuer. Nur so kann man mit Putin umgehen.

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five-oceans-buccaneer 08.02.2015, 09:37
3. Bravo Madeleine Albright

Da sagt jetzt einmal eine stramme Dame mit 77 Jahren was Sache ist und zwar klipp und klar. Das sollen sich die Putinisten auf der Zunge zergehen lassen... Alles was sie sagt sind ungeschoente und nuechterne Fakten und auf den Punkt gebracht.

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n.nixdorff 08.02.2015, 09:37
4. Jeder Satz

stimmt. Ich wünschte mir, unsere Politiker hätten den Mut, so klar Ross und Reiter zu nennen. Es wäre auch hilfreich, wenn unsere Medien das Thema mit dieser Deutlichkeit aufnehmen würden, so hätte man Russlands Propaganda etwas entgegenzusetzen.

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geando 08.02.2015, 09:39
5. fatale fehleinschätzungen der lage

was derzeit in der ukraine passiert ist in vielerlei hinsicht undurchsichtig und dubios. es fällt schwer, dort eine klare haltung einzunehmen. putin ist mit sicherheit ein brandstifter in diesem konflikt. aber ganz so schwarz/weiss, wie es die us-amerikaner malen, kann man die sache auch nicht sehen. im gegenteil haben die usa, meiner meinung nach, in den letzten jahrzehnten so viel ihrer glaubwürdigkeit verspielt (lügen konstruiert um kriege anzuzetteln, freunde wie feinde ausspioniert), das es schwerfällt, sich auf deren beteuerungen einzulassen. wenn es richtig kracht, dann ist das schlachtfeld ja zum glück weit entfernt von "gods own country". die strategie der usa, die nato kontinuierlich zu erweitern, ohne rücksicht auf verluste war auch ein grund für russlands reaktion. ich bin immer wieder überrascht, wie lernresistent die us-politik ist. fatale fehleinschätzungen der lage in fernen regionen sind oft die grundlage für die ebenso fatale us-interventionspolitik gewesen. in diesem fall wissen die europäer einfach besser, was zu tun ist. wenn jetzt die usa "wie die axt im walde" in diesen konflikt fährt, kann keiner etwas gewinnen.

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jakam 08.02.2015, 09:43
6.

Es ist leicht, mehr Aktion gegen Rußland zu fordern, wenn das eigene Land weit weg der Raketenreichweiten liegt. Diese ewige Kriegstreiberei der Amerikaner hat bisher zu nichts geführt, ich kann mich an keinen Krieg in den letzten Dekaden erinnern, der "gewonnen" wurde. Dafür haben die Amerikaner viele zivilie Opfer, zerstörte Länderstrukturen und destabilisierte Länder auf ihrer Quittung stehen - wir sollten keinesfalls auf diesen Zug aufspringen.
Wir sind eben nicht wie der texanische Cowboy, der bei Problemen mit seiner Knarre droht.

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annetteseliger 08.02.2015, 09:49
7. Liebe Frau Albright

Sie irren. Die Reaktion der Russen begann mit dem Putsch gegen die Janukowitsch Regierung. Das ist der Ausgangspunkt allen Übels und ich möchte es nicht ausschliessen dass es hier eine Unterstützung seitens der U.S.A. gab.
Blaupausen für solche "Revolutionen" finden wir in den Veröffentlichungen des C.I.A. z.B. den Iran betreffend.

Die Amerikaner belügen die Welt (siehe Bushs Irak Krieg mit gefälschten Beweisen), wenn es ihren Interessen dient und agieren am Völkerrecht vorbei. Wo bleibt hier der Aufschrei der "Wertewelt"?

Nichts passiert, denn man traut sich nicht.

Mit zweierlei Maß messen war noch nie gut, um Menschen für Werte zu überzeugen.

Das was die Amerikaner hier betreiben ist schlicht Willkür mit der Stärke des Militärs.

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gurudw 08.02.2015, 09:51
8. USA destabilisiert

Der beste Weg die Krisen in Europa zu bewältigen ist, wenn die Amerikaner sich nicht mehr einmischen. Sollen die lieber ihre Waffen auf ihrem Kontinent veräußern und zu Destabilisierung sorgen!

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ulrich-lr. 08.02.2015, 09:51
9. Schade

Albright vergisst bewussst, dass gerade diese Denkweise ja auch zum "größten Fehler der amerikanischen Außenpolitik" geführt hat:
Selektive Wahrnehmung, Glaube an die eigene Unfehlbarkeit, hemmungslose Verbohrtheit und das Fabrizieren von "Beweisen". Und das völlige Verrkennen der Zerrissenheit der Bevölkerung (Sunniten vs. Schiiten plus Kurdenproblem) bis hin zum Hass aufeinander - wie jetzt in der Ukraine.

Die NATO hat eben keine Beweise vorgelegt, sondern Vermutungen (à la "irakische Massenvernichtungswaffen") geäußert. Doch diese Vermutung wird so lange wiederholt, bis sie der Erfinder derselben selber für einen Fakt hält. Dass die ukrainische Armee 2014 zwei Drittel ihrer Waffen verloren hat (und einen Teil verscherbelt), wird ausgeblendet. Die würden auch US-Waffen "verlieren".

Ebenso wird ausgeblendet, dass die Ukrainer mehrheitlich gar nicht kämpfen wollen.

Kiew ist stehend k. o. Die müssen aus dem Kampf genommen und nicht in die nächste Runde geschickt werden. Die sogenannte Integrität eines korrupten Oligarchenstaates ist nicht noch mehr Menschenleben wert.

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