Forum: Politik
Ex-US-Geheimdienstchef über den IS: "Wir waren zu dumm"
AP

Ohne den Irakkrieg würde es den "Islamischen Staat" heute nicht geben - das gibt der damalige Chef der Special Forces Mike Flynn zu. Hier erklärt er, wie der IS sich professionalisierte und warum er ihren Chef Baghdadi laufen ließ.

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ana.mulhed.aftacher 29.11.2015, 14:35
180. Eine Frage der Einstellung

Zitat von karljosef
Den Menschen in den entsprechenden Staaten ein menschenwürdiges Leben ermöglichen anstatt in Aufrüstung zu investieren würde dem Terrorismus einen Großteil des "Personalnachwuchses" entziehen!
Lange bevor "der Westen" sich da eingemischt hat, war da aber auch nicht viel. Das müssten die Menschen dort schon selbst in die Hand nehmen.

Auch bescheidenen Wohlstand bekommt man entweder geschenkt oder muss ihn sich erarbeiten. Ersteres kann passieren, wenn man auf Unmengen von Öl sitzt oder von einem reichen Onkel alimentiert wird. Letzteres erfordert Bildung und Fleiß. Der Bildung steht allerdings die Religion im Wege. Wenn man alles verbietet, was nicht "hallal" ist, verrecken die Menschen, weil es beispielsweise keine Medizin gibt. Von Wohlstand braucht man da gar nicht zu träumen. Daran "dem Westen" die Schuld zu geben ist erstens viel zu einfach und zweitens diskriminierend, weil den Menschen dadurch jedwede Eigenverantwortung abgesprochen wird.

Vor langer, langer Zeit, als wir in Europa noch mit Tierfellen bekleidet herumrannten, waren arabische Staaten echte Hochkulturen, die Mathematik, Medizin und Literatur auf hohem Niveau kannten. Doch dann kam der Prophet mit seinen Lehren und hat dem ein Ende bereitet. Daran sind die Menschen vor Ort selbst schuld.

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karljosef 29.11.2015, 14:39
181. Man wird sich sicherlich erinnern:

Zitat von Liberalitärer
Der IS ist keine soziale Bewegung. Er ist eine theologische Bewegung, wie die "Neukatharer" im Westen. Als Denkrichtung hat er seine Berechtigung. Ansonsten ja, wäre die kanarischen Inseln wohl eine Terrorhochburg. Natürlich kämpfen die Leute im IS für eine Idee, wir tun das auch. Die meinen das Gute zu tun, wir eben auch, und womöglich beide noch im Auftrag Gottes und da wird es extrem schwierig.
In Irland haben sich die Katholiken und die Protestanten gegenseitig die Schädel eingeschlagen, es ist nicht lange her!

Aus religiösen Gründen?

IS aus religiösen Gründen?
Sunniten schlagen ebenfalls den Aleviten und Shiiten die Schädel ein und umgekehrt?

Wie stehen die deutschen Muslims zum IS?
Ist das wieder von der Konfessioen (nennt man das bei den Muslims auch so?) abhängig.

Kann doch wohl nicht wahr sein, der IS behauptet nur, eine theologische Bewegung zu sein?

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rgw_ch 29.11.2015, 14:39
182. Oha

Wenn Flynn noch weiterhin so eifrig am Baum der Erkenntnis nascht, wird ihm am Ende vielleicht sogar noch klar werden, dass Drohnenmorde und Überfälle auf Hospitäler verkehrt sind? Dass Araber über westliche "Kollateralschäden" genauso traurig, verzweifelt und wütend sein können, wie Franzosen und Amerikaner über Terroristenopfer?

Aber nein: Noch immer ist seine einzige Lösung: Der gute Westen muss, wenn Bomben nicht reichen, eben auch noch Truppen senden, um den Arabern zu zeigen, wie sie zu leben haben, und vom wem sie regiert zu wollen sein haben. Also erneut dasselbe, was in Afghanistan und im Irak so gut geklappt hat.

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MrMokel 29.11.2015, 14:39
183. Das Verschwörungssymptom

Zitat von niclas12345
Warum stellt sich niemand die Frage : War es wirklich Dummheit oder Absicht, als Paul Bremer die irakische Armee auflöste, den IS entstehen zu lassen ? Cui bono ? fragten die Römer. Wem nutzt es ? Die europäische Wirtschaft wird durch den Zustrom von Millionen Flüchtlingen und Terroranschlägen geschwächt, was zur Stärkung des Dollars und der US Wirtschaft führt.
Genau das erwarte ich von einem Kommentar der "Cui bono?" zur Überschrift hat. Reine Verschwörungstheorie und absolut unlogisch. Die USA hätten von einer schwachen euopäischen Wirtschaft garnichts, im Gegenteil, sie würden ihre eigene Wirtschaft schwächen. Die EU ist der zweitgrößte Exportmarkt der USA, Tendenz steigend. Wenn Euopas Wirtschaft schwächelt, gehen in den USA Unternehmen pleite, und die Arbeitslosigkeit in den USA steigt. Was glauben sie, warum die Amerikaner so interessiert daran sind, Abkommen wie TTIP abzuschliessen?

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independenceclass 29.11.2015, 14:39
184. Aus Fehlern lernen!

Dieser General sollte über das Präsidentenamt nachdenken. Aber dafür fehlt ihm das Geld - nur die Reichen werden Berufspolitiker. Einer der wenigen, die die richtigen Schlüsse ziehen kann - davon bräuchten Sie USA mehr statt kursichtigen Patrioten.

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peter-49 29.11.2015, 14:40
185. Sehr interssant.

Ich glaube nicht, das General Flynn aus persönlichen Motiven die Lage so schildert, wie es ihm einige im Forum unterstellen. Ich erkenne hier eine möglichst vourteilsfreie Beurteilung der Lage, wie sie uns Soldaten eigen sein sollte. Dazu gehört auch die Analyse der eigenen Mißerfolge. Es wird doch wohl keiner behaupten wollen, wir wären im Nahen Osten oder am Hindukusch erfolgreich gewesen. Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen, gewaltsamen Mitteln - das wußte schon Carl von Clausewitz. Wenn die Politik aber, aus welchen Motiven auch immer, den Soldaten Aufgaben stellt, die diese aufgrund ihrer Spezifik, Ausrüstung, Ausbildung und Stärke nicht lösen können, ist der Mißerfolg unausweichlich. Dazu gehört auch die Überlegung, wie wird weiter agiert, wenn sich der militärische Erfolg eingestellt hat - das vermisse ich bei allen westlichen Militäraktionen weltweit. Und dieses - wie weiter - liegt eindeutig in der Verantwortung der Politiker, nicht der Soldaten! Noch nie hat ein Staat einen Krieg nur mit der Luftwaffe gewonnen. Wo nicht der Infanterist mit seinen Füßen steht und sich behauptet, das hast du nicht und wenn du noch so viel dort zerbombst. Das ist die Wahrheit, die General Flynn hier ausspricht, die jeder Soldat kennt und den Politikern Angst einjagt, wie dem Teufel das Weihwasser.

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Lütt_Matten 29.11.2015, 14:44
186.

Zitat von thewestisthebest
...afghanistan, irak und libyen sind nur aus heutiger sicht als mißerfolge einzustufen, hätte es mit der demokratisierung geklappt würde man nicht von fehler sprechen sondern von erfolg...
Für mich ist es immer ein Fehler, anderen Völkern die eigene Wahrheit mit Gewalt aufdrücken zu wollen - Auch wenn sie einem auf unserem Teil des Erdballs als gut und fair erscheint! Das galt für's Christentum und das gilt heute für unsere Demokratie-Missionen. Das kann gar nicht klappen - und schon überhaupt nicht mit Waffengewalt und auf Kosten Unschuldiger!

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robert.lechl 29.11.2015, 14:44
187. Doppelfehler...

Also neben der Ehrlichkeit, die sehr löblich ist, macht die USA jetzt den Fehler wieder. Damals als Kuwait an der Reihe war, hätte man den Irakern helfen können, man tat es nicht. Jetzt wo sie wieder Hilfe brauchen tut man es wieder nicht.
Die Einsicht ist da, aber solange Amerika sicher hinter dem Atlantik ist und Putin sein dummes Spielchen spielt, solange kann man ignorieren.. das hat man ja trefflich von Merkel gelernt.

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Liberalitärer 29.11.2015, 14:44
188.

Zitat von Beat Adler
Wer sind "wahabitische Halsabschneider?" In Saudi Arabien balgen sich 4 Gruppen um die Macht: -Der Islamische Staat der die beiden heiligen Staette Mekka und Medina beherrschen will. Unbedingt. -Das Koenigshausm das seine Macht um jeden Preis erhalten will. -Die Modernen, die den American way of life leben wollen, so wie wir im Westen. Dazu gehoeren die gebildeten Frauen, die Auto fahren, Firmen gruenden und sich immer oefter in der Oeffentlichkeit aeussern. und -Die Erzkonservativen, die nach der Schariah leben wollen. Die Kleriker, die dem Koenigshaus Laxismus vorwerfen. Persoenlich traue ich der Koenigstreue der Sicherheitskraefte nicht. Wenn Saudi Arabien in die Haende des Islamischen Staates faellt, stehen wir Alle vor einer Horrorsituation. mfG Beat
Das wird nicht passieren, weil Hejaz anders tickt als als Najd. Klar ist das auch ein Kampf der Rechtsschulen. Aber wir sind uns sowieso meist einig.

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Beat Adler 29.11.2015, 14:44
189. Simplizistische Sichtweise

Heute, 14:19 von GoaSkin
ohne die Fehler der USA gäbe es auch kein Al Kaida und keine Taliban
Alle islamistischen Terror-Organisationen, die in den letzten beiden Jahrzehnten für Schlagzeilen sorgten, sind das Produkt militärischer und politischer Intervention im Nahen und Mittleren Osten, die faktisch die politische Geschichte dieser Region dahin gehend manipulierten.

Es sei dahingestellt, ob es andernfalls heute keinen islamistischen Terrorismus gäbe; die Terrorgruppen dürften dann aber ganz Andere sein und deren Ziele ebenso. Und ob irgend eine Terrororganisation heute eine Stärke wie der IS hätte, sei auch dahin gestellt.
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Al Kaida wurde in Saudi Arabien mit Anschlaegen gegen das Koenigshaus zur Terrororganisation. Der Grund war der Aufmarsch der USA zusammen mit Feldgeistlichen, Christen und Juden auf heiligem saudi arabischem Boden.

Die Taliban wurden vom ISI, dem militaerischen Geheimdienst Pakistans gegruendet und mit Hilfe von 20'000 pakistanischen Soldaten in Kabul an die Macht gebracht. Bei Beidem spielte die USA keine Rolle.

Der islamistisch inspiriete Terror ist nicht neu. Es gibt ihn schon viele Jahrzehnte. Die Nazis wollten den Mufti von Jerusalem darin einbinden.

Am 6. Okt. 1981 wurde Anwar Al Sadat von Islamisten ermordet. Nur eines der spektakulaeren Ereignisse, das auf islamistische Terroristen zurueckgeht.

Dass die Welt am Tag des "nine eleven" neu anfing, ist ein Irrtum, der oft gemacht wird, weil vorher der islamistische Terror keine Schlagzeilen herbeilockte.
mfG Beat

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