Forum: Politik
Ex-US-Geheimdienstchef über den IS: "Wir waren zu dumm"
AP

Ohne den Irakkrieg würde es den "Islamischen Staat" heute nicht geben - das gibt der damalige Chef der Special Forces Mike Flynn zu. Hier erklärt er, wie der IS sich professionalisierte und warum er ihren Chef Baghdadi laufen ließ.

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ka117 29.11.2015, 16:30
230.

Zitat von Lütt_Matten
...Ich hoffe, Sie sprechen bei den "Mittelosteuropäern" nicht etwa von den Mittelosteuropäern, die sich nur zu gerne ordentlich dabei unterstützen lassen haben, in den tugendhaften Schoß des Westens aufgenommen zu werden - wenn es aktuell aber darum geht, Menschen zu helfen, denen es noch viel schlechter geht als Ihnen selber, nicht bereit sind mehr als einen kläglichen bzw. lächerlichen Teil an Flüchtlingen aufzunehmen?
Ich meine die Mittelosteuropäer, die 45 Jahre lang nach dem Krieg den sowjetischem Joch und Misswirtschaft ertragen mussten, die nach der Wende sehr harte Zeit ertragen mussten und die trotzdem geschafft haben gut funktionierende Demokratien und Marktwirtschaften aufzubauen.
Auch wenn sie noch nicht so weit sind, was die Wirtschaftsleistung oder "westliche Werte" angeht, haben sie - im Gegensatz zu arabischen Staaten oder Russland - immerhin dieses Minimum geschafft.

Und verwechseln Sie Reflexe der Kanzlerin nicht mit den "westlichen Werten". "Westliche" Staaten wie Dänemark oder UK haben auch die Grenzen zu gemacht. Und weitere Staaten folgen

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booba 29.11.2015, 16:40
231. Interessant,

dass der Mann sagt, dass es ein Fehler war in den Irak einzufallen und Gaddafi zu stürzen. Die entscheidend Frage, die entweder vom SPIEGEL nicht gestellt oder gedruckt wurde ist, was er von der Idee hält Assad zu stürzen! Oder folgt die Einsicht erst nach dem großen Knall und dem totalen Chaos?! Besonders interessant wäre diese Frage gewesen, vor dem Hintergrund, dass es es eben sein Geheimdienst (DIA) war, der schon 2012 vor einer von Islamisten angeführte "Revolution" sprach und vor einem islamistischen Staat im Osten Syriens gewarnt hat. Was bekannstlicher Weise ignoriert wurde und auch heute noch (abgesehen vom IS) ignoriert wird. Was brauch es noch zum aufwachen?!

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bomber-harris 29.11.2015, 16:41
232.

Jetzt wieder ins alte Amerika-Bashing zu verfallen ist etwas zu wohlfeil.
Der IS hätte sich auch so gebildet, spätestens wenn Saddam Hussein gestorben oder entmachtet worden wäre.

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Emderfriese 29.11.2015, 16:43
233. Wind

Zitat von Thomas McKean
Gehören Sie auch zu den Menschen die keine energiesparenden Geräte kaufen mit den Argument dass man dann im Winter dann ja auch nicht heizen dürfte? Ich habe nie verstanden weshalb die USA den syrischen Diktator nicht absetzen sollte ohne gleichzeitig sämtliche anderen Diktaturen zu beenden. Darf die Polizei auch keinen Kleindealer verhaften ohne gleichzeitig in Kolumbien aufzuräumen? Die USA versucht das machbare nämlich Völker zu unterstützen ihre Unterdrücker loszuwerden (und selbst das nur halbherzig). Gerade von Deutschland, das selbst Diktatur war, hätte ich etwas mehr Unterstützung erwartet. Des weiteren möchte ich das Geschrei auf SPON hören wenn die USA das ölreiche Saudi-Arabien überfällt.
Ich schrieb schon öfter: Ich verlange in der (hier im Besonderen die) Weltpolitik eine Gleichbehandlung aller Nationen. Und immer wieder stößt mir auf, wie oft mit zweierlei oder sogar mehrerlei Maß gemessen wird. Deshalb meine Reaktionen auf Foristen, die eben ihre Meinung nach dem Wind drehen, zumeist aus durchsichtigen Motiven heraus.
Und ja - ich bemühe mich energiesparend zu leben. Dass das nicht immer gelingt, sollte klar sein. Aber der Anspruch ist da. Wie in der Politik.

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kaksi 29.11.2015, 16:44
234. Schlimm, schlimmer, am schlimmsten

Zitat von Treeman
[...] Es gibt schlimmer Dinge als einen arabischen Despoten. Traurig aber war. Und bevor Sie mich fragen: Wenn ich z. B. im Irak leben müsste und mir aussuchen könnte ob unter Hussein oder in der jetzigen Situation würde ich ganz klar Hussein wählen.
Ein polnisches Sprichwoer lautet: Nichts ist so schlimm, dass es nicht noch schlimmer werden könnte. -
Aber das Schlimmere macht das Schlimme nicht zum Guten.
Die Kurden z. B. dürften über Husseins Herrschaft anders denken als Sie.
Die heutige Weltsituatuin ist schlimm. Torkeln wir - mit Hilfe unserer Politiker - einem (schlimmeren) Weltkrieg engegen? Der Papst hat ihn doch schon jetzt konstatiert.

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matijas 29.11.2015, 16:48
235. Dieselben

Zitat von matson
Dieselben werden irgendwann sagen "es war ein Fehler Assad loszuwerden".
Bei jedem neuen Kriegsschauplatz heißt es natürlich, das sei jetzt aber eine gaaanz andere Situation.

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bdxc 29.11.2015, 16:50
236. Boots on the Ground sind unabdingbar

"Die ... Wahrheit ist, dass wir Soldaten am Boden einsetzen müssen. Wir werden den Feind nicht aus der Luft besiegen."
Und - so ist hinzuzufügen - es sollten Soldaten der NATO sein, nicht jene des Junta-Chefs Assad.

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parisien 29.11.2015, 17:13
237. Aha , bestechende Logik- innere Angelegenheiten

Zitat von hans-christian
es macht einen Unterschied Diktatoren zu bekämpfen welche ihre Nachbarstaaten überfallen oder sich in die inneren Angelegenheiten anderer einzumischen. Dagegen Opositionelle Moralisch zu unterstützen ist nichts einzuwenden, ihnen Waffen in die Hände zu geben und damit einen Kreislauf der Gewalt in Gang zu setzen allerdings, führt zu den Ergebnissen welche wir nun beklagen müssen.
Wenn ich Sie richtig verstehe, darf man sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten mischen - jedenfalls nicht auf der Seite der Opposition.
Das gilt auch dann, wenn diese gegen einen mörderischen Diktator opponiert.
Den Diktator darf man also unzerstützen, dem darf man auch Waffen an die Hand geben.
Dann ist ja alles in Ordnung mit der Unterstützung Assads durch die Russen.
Abgesehen davon : Gibt es in der heutigen Zeit noch wirklich innere Angelegenheiten, also solche, die keine Auswirkungen auf andere Staaten haben ?

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Pfaffenwinkel 29.11.2015, 17:14
238. Die Amerikaner

mit ihrer Einteilung von "Gut-und-Böse" werden nie aus ihren Fehlern lernen, wenn dieses Denken beibehalten.

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syracusa 29.11.2015, 17:16
239.

Zitat von MrMokel
Sie haben doch vorhin slebst geschrieben: "In den Irak einzumaschieren war ein absurd dummer, extrem gewaltiger Fehler...". Also, nicht einzumarschieren wäre richtig gewesen und das könte man als Nichteinmischungspolitik umschreiben
Nein, könnte man nicht, denn da gab's nichts, wo man sich einmischen konnte. Hätten wie in Libyen oder in Syrien damals schon die Iraker einen Aufstand gegen Saddam Hussein angezettelt, und hätte der diesen Aufstand so wie Gaddafi oder Assad niederkartätschen lassen, dann wäre eine Einmischung gerechtfertigt gewesen. In dem Fall hätten Bush, Rumsfeld und Cheney aber auch nicht ihre absurden "weapons for mass destruction" erfinden müssen. Es gab keinen Aufstand gegen Hussein, und die von den USA angeführten Kriegsgründe hatten auch nichts mit einem angeblichen Aufstand zu tun, sondern mit angeblichen Verstößen Husseins gegen seine Selbstverpflichtung aus dem 2. Irakkrieg (der erste war der zwischen Irak und Iran), keine Massenvernichtungswaffen vorzuhalten oder zu bauen.

In einer Welt, in der Handel und Kommunikation globalisiert ist, stellt auch jeder Verkauf eines Handys, eines Internet-PCs oder auch eines Autos eine Einmischung in das Käuferland dar. Die Nichteinmischungsdoktrin ist eine Konstruktion des Kalten Kriegs, die jede Existenzberechtigung verloren hat. Wenn es um Verhinderung eines Genozids geht, dann ist die Einmischung selbstverständlich auch dann statthaft bzw eigentlich geboten, wenn es keinen Aufstand der Opfer gegen ihre Schlächter gibt. Ruanda war so ein Fall. Aber dort, wo ein Volk sich gegen seine Schlächter erhebt, da ist Einmischung notwendig. Aber zur Einmischung gehört auch, dass man dann im Land bleibt, bis sich in diesem wieder staatliche Strukturen entwickelt haben. Das hat man in Libyen, in dem die einzigen freien Wahlen ja sogar eine nicht stammesgebundene, säkulare, demokratische Partei an die Regierung brachte, sträflich vernachlässigt, und hat einfach zugesehen, wie das Land vor die Hunde geht.

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