Forum: Politik
Ex-US-Geheimdienstchef über den IS: "Wir waren zu dumm"
AP

Ohne den Irakkrieg würde es den "Islamischen Staat" heute nicht geben - das gibt der damalige Chef der Special Forces Mike Flynn zu. Hier erklärt er, wie der IS sich professionalisierte und warum er ihren Chef Baghdadi laufen ließ.

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lsrider 29.11.2015, 17:58
250. Meine Güte, wo haben Sie den denn ausgebuddelt?

"dass wir Soldaten am Boden einsetzen müssen"

...unbedingt, damit rechnen die bestimmt nicht.

"dem IS sein Territorium wegzunehmen"
"für Sicherheit und Stabilität zu sorgen"
"die gesamte Führung des IS finden und ausschalten, ihr Netzwerk zerstören"
"ihre Finanzflüsse stoppen"

...ja, so kenne ich die Amis: mit ganz neuen Erkenntnissen, neuer Strategie und Elan in das nächste ... egal.

"dort auch bleiben, bis Normalität eingekehrt ist"

...richtig so, ist doch ganz einfach ... Moment, sind die Amis nicht gerade erst aus dem Irak raus und haben dieses Chaos hinterlassen?

"brauchen wir die Araber als Partner"

...genau, die brauchen wir jetzt. Denn die wollen dem IS ja als erster an den Kragen wegen deren vollkommen andersartiger Religionsauslegung und Mentalität usw. ... ehm, und wer war es nochmal, der den IS finanziert und Waffen schickt?

"Und wenn wir sie erwischen, Kuwait zum Beispiel, dass sie weiter den IS finanzieren"

...ach ja, Kuvait finanziert den IS ... ehm, what??? Besteht die militärische IS-Spitze nicht in erster Linie aus der von den USA auf die Straße gesetzten Armeespitze Saddam Husseins?

Aber er sagt am Ende dann ja doch: "Der Irakkrieg war ein riesiger Fehler". Ich glaub, ich muss nur noch mal bei den Amis Logik- und Geschichts-Nachhilfe bekommen.

... oder das einzig falsche Wort im Titel ist das Wort "waren"

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RDetzer 29.11.2015, 18:08
251.

Jeder der nicht bald damit beginnt, die Welt so zu verstehen wie diese Welt ist, ist früher oder später das, was er vorher wie nachher auch war, zu dumm. Nun haben wir leider ein System in dem der Anspruch zählt, nicht die Wirklichkeit. Ich bin der vorzüglichen Meinung, daß wir hier aufholen sollten. Dann müssen wir uns nicht länger mit frustrierten Ahnungslosen herumschlagen, die vorher wie nachher sind und waren, was sie eben sind - zu dumm.

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Sonia 29.11.2015, 18:09
252. Und sie wussten nicht, was sie

taten ...mein Gott, welch Bestätigung dafür,,den gesamten Isten uns Chaos gestürzt zu haben, Millionen Menschen als Ergebnis die Heimat genommen ...welch Verniedlichung: Dummheit.

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MrMokel 29.11.2015, 18:16
253. Ernsthaft?

Zitat von syracusa
Nein, könnte man nicht, denn da gab's nichts, wo man sich einmischen konnte. Hätten wie in Libyen oder in Syrien damals schon die Iraker einen Aufstand gegen Saddam Hussein angezettelt, und hätte der diesen Aufstand so wie Gaddafi oder Assad niederkartätschen lassen, dann wäre eine Einmischung gerechtfertigt gewesen. In dem Fall hätten Bush, Rumsfeld und Cheney aber auch nicht ihre absurden "weapons for mass destruction" erfinden müssen. Es gab keinen Aufstand gegen Hussein, und die von den USA angeführten Kriegsgründe hatten auch nichts mit einem angeblichen Aufstand zu tun, sondern mit angeblichen Verstößen Husseins gegen seine Selbstverpflichtung aus dem 2. Irakkrieg (der erste war der zwischen Irak und Iran), keine Massenvernichtungswaffen vorzuhalten oder zu bauen. In einer Welt, in der Handel und Kommunikation globalisiert ist, stellt auch jeder Verkauf eines Handys, eines Internet-PCs oder auch eines Autos eine Einmischung in das Käuferland dar. Die Nichteinmischungsdoktrin ist eine Konstruktion des Kalten Kriegs, die jede Existenzberechtigung verloren hat. Wenn es um Verhinderung eines Genozids geht, dann ist die Einmischung selbstverständlich auch dann statthaft bzw eigentlich geboten, wenn es keinen Aufstand der Opfer gegen ihre Schlächter gibt. Ruanda war so ein Fall. Aber dort, wo ein Volk sich gegen seine Schlächter erhebt, da ist Einmischung notwendig. Aber zur Einmischung gehört auch, dass man dann im Land bleibt, bis sich in diesem wieder staatliche Strukturen entwickelt haben. Das hat man in Libyen, in dem die einzigen freien Wahlen ja sogar eine nicht stammesgebundene, säkulare, demokratische Partei an die Regierung brachte, sträflich vernachlässigt, und hat einfach zugesehen, wie das Land vor die Hunde geht.
den Aufstand gab es bereits 1991 durch die Schiiten und Kurden, die Antwort von Saddam Hussein war ein Genozid an 100.000 Menschen. Niemand ist dort einmarschiert, Im Gegenteil, erst der Waffenstillstand zwischen dem Irak und den Koalitionsstreitkräftne hat diesen Genozid möglich gemacht. Zudem kam es mutmaßlich nur zu dem Aufstand, weil die USA sich dafür ausgesprochen und ihn befördert haben.
Also da ist doch ihre Einmischungspolitik aber mal komplett in die Hose gegangen.
Man hat sich in Afghanistan eingemischt und es ist in Hose gegangen, man hat sich im Irak eingemischt und es ist in die Hose gegangen, man hat sich in Libyen eingemischt und es ist in die Hose gegangen, und ihre Schlussfolgerung ist, wir sollten und in Syrien einmischen? Mit Soldaten auf syrischen Boden? Es wird nicht passieren, dass "der Westen" ein Land im Nahen Osten besetzt, bis dort eine stabile Demokratie herrscht.
Was hat der Verkauf eines Autos oder eines Handys damit zu tun? Von welchen Wahlen in Libyen sprechen sie? Die von 2014 mit 18% Wahlbeteiligung?

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Radha 29.11.2015, 18:23
254. Demokratien?

Zitat von ka117
Ich meine die Mittelosteuropäer, die 45 Jahre lang nach dem Krieg den sowjetischem Joch und Misswirtschaft ertragen mussten, die nach der Wende sehr harte Zeit ertragen mussten und die trotzdem geschafft haben gut funktionierende Demokratien und Marktwirtschaften aufzubauen.
1. Bitte nennen Sie mir diese Staaten die gut funktionierende Demokratien und Marktwirtschaft aufgebaut haben!
2. Die Misswirtschaft unter Sowjetischem Joch haben die meisten dieser Länder nicht ertragen sondern selbst verschuldet aufgrund von Korruption die bis heute anhält.

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hdwinkel 29.11.2015, 18:34
255. Revolutionsromantik

Zitat von syracusa
...Die Nichteinmischungsdoktrin ist eine Konstruktion des Kalten Kriegs, die jede Existenzberechtigung verloren hat. Wenn es um Verhinderung eines Genozids geht, dann ist die Einmischung selbstverständlich auch dann statthaft bzw eigentlich geboten, wenn es keinen Aufstand der Opfer gegen ihre Schlächter gibt. Ruanda war so ein Fall. Aber dort, wo ein Volk sich gegen seine Schlächter erhebt, da ist Einmischung notwendig. Aber zur Einmischung gehört auch, dass man dann im Land bleibt, bis sich in diesem wieder staatliche Strukturen entwickelt haben...
Sorry, aber das ist Revolutionsromantik. Sie selbst bestimmen, wer der Schlächter ist und wer Opfer und begründen damit dann Ihre Entscheidung einzugreifen.
Das ist in den Beispielen doppelt falsch.

In den konkreten Fällen in Libyen und Syrien waren es ungeachtet vieler aufrechter Demokraten aber grade nicht diese, die den Umsturz tatsächlich erzwungen haben, bzw. erzwingen wollten, sondern die Konkurrenz anderer Clans, Religionsgruppen usw.
Ihrer Vorstellung nach scheint es immer nur ein Gut gegen Böse zu geben, was sich dann in Konstrukten wie 'gemäßigte Rebellen' manifestiert und Sie sich wundern, warum es so extrem viele Todesopfer gibt.
Die Sie natürlich ausschließlich der von Ihnen gewählten 'bösen' Seite anlasten.

Und auch uns, der Westen, die Aufgeklären, trieb und treibt jetzt nicht grade der Gedanke an gesellschaftlichen Fortschritt an, sondern dann doch eher unsere wirtschaftlichen und politischen Interessen. Wobei dieses 'unsere' auch auch schon nicht stimmt. Ich selbst will ja nichts an Panzern und Ölleitungen verdienen.
Von den anderen Interessenten entlang der Anreiner in den Konflikten ganz zu schweigen...

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hdwinkel 29.11.2015, 18:37
256. Fragen über Fragen

Zitat von bdxc
"Die ... Wahrheit ist, dass wir Soldaten am Boden einsetzen müssen. Wir werden den Feind nicht aus der Luft besiegen." Und - so ist hinzuzufügen - es sollten Soldaten der NATO sein, nicht jene des Junta-Chefs Assad.
Wer ist denn der Feind? Der IS oder auch die anderen islamistischen Gruppen, die dem IS zwar Konkurrenz machen, aber ihm in Sachen Verachtung von Freiheit und Demokratie in nichts nachstehen?
Ist die Armee Assads auch Feind, der bekämpft gehört?
Bei so viel Feind, wer bleibt dann noch als Freund über?

Und was heißt Besiegen?
Sollen jetzt alle Islamisten anschließend tot sein, oder eingesperrt? Oder reicht ein strenger Tadel?
Bliebe noch die Frage, wer soll die Islamisten besiegen? NATO Truppen? Meinen Sie jetzt die Türkei, die Bundeswehr, oder doch wieder die Amerikaner?

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gicu_hot 29.11.2015, 18:41
257. So ein Quatsch

wer das glaubt ist von einem anderen Planeten...

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syracusa 29.11.2015, 18:58
258.

Zitat von hdwinkel
Sorry, aber das ist Revolutionsromantik. Sie selbst bestimmen, wer der Schlächter ist und wer Opfer und begründen damit dann Ihre Entscheidung einzugreifen. Das ist in den Beispielen doppelt falsch. In den konkreten Fällen in Libyen und Syrien waren es ungeachtet vieler aufrechter Demokraten aber grade nicht diese, die den Umsturz tatsächlich erzwungen haben, bzw. erzwingen wollten, sondern die Konkurrenz anderer Clans, Religionsgruppen usw.
Das ist nachweislich falsch. Sowohl in Libyen als auch in Syrien war genau so wie in Tunesien und Ägypten der Aufstand gegen ihre jeweiligen Diktaturen zunächst aus den säkularen, städtischen, gebildeten Mittelschichten und insbesondere der gebildeten Jugend gespeist. Erst mit dem Versuch der militärischen Niederschlagung der Aufstände haben sich diese radikalisiert und haben auch zahlreiche Gruppen hervorgelockt, die mit den jeweiligen Machthabern noch offene Rechnungen zu begleichen hatten.

Die Unterstützung des libyschen Aufstands war gerechtfertigt, in Ägypten hätte der Westen sich zu einer massiven Unterstützung von El Baradei durchringen müssen und hätte v.a. den Militärs alle Mittel entziehen müssen. Und in Syrien hätte man spätestens nach dem Giftgaseinsatz durch Assad eingreifen müssen. In allen Fällen aber hätte der Westen eine langfristige Nachkriegsstrategie haben müssen. Die hat den USA aber schon im Irakkrieg gefehlt, und das wurde in Libyen nicht besser. Man hat diese Staaten, die im arabischen Frühling allesamt großartige Demokratisierungsansätze zeigten, nicht sich selbst und dem islamistischen Terror überlassen dürfen.

Ich sehe auch für Syrien und auch den Irak - und zwar explizit völlig unabhängig vom IS - keine andere Chance, als mit allen Beteiligten zusammen für mindestens 20 Jahre ein UN-Protektorat einzurichten. Diese Zeit muss genutzt werden für den Aufbau von staatlichen und zivilen Strukturen.

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syracusa 29.11.2015, 19:01
259.

Zitat von MrMokel
Von welchen Wahlen in Libyen sprechen sie? Die von 2014 mit 18% Wahlbeteiligung?
Ich habe von den ersten demokratischen Wahlen in Libyen geschrieben. Die fanden 2012 statt mit einer Wahlbeteiligung von 62%. Daraus sind liberale, säkulare Kräfte als Sieger hervorgegangen.

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