Forum: Politik
Explosionen in Istanbul: Radikale Kurdengruppe bekennt sich zu Anschlägen
AFP

Eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hat sich zum Doppelanschlag in Istanbul bekannt. Die "Freiheitsfalken Kurdistans" (Tak) übernahmen die Verantwortung.

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ogg00 11.12.2016, 16:24
1. Zufall

Was für ein Zufall. kurz vor der Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gibt es einen Anschlag durch die Truppe, gegen das es sich angeblich wendet. mein Beileid den Menschen, die in diesem schmutzigen Spiel nur die Opfer sind.

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syuyucu34 11.12.2016, 16:25
2. Radikale PKK Splittergruppe Tak?

Diese Bezeichnung suggeriert, als wenn PKK selbst nicht radikal genug ist und eine radikalere Gruppe aus ihr hervorgeht. PKK selbst ist radikal genug und diese neue Namensgebung ist m.e. keine neue Organisation sondern PKK selber und benutz halt diese Bezeichnung für solche Terrorakte.

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Velociped 11.12.2016, 16:33
3. Der Geheimdienst spielt über Bande

Der Kurdenstaat im Irak wird von einem autoritären türkei-freundlichen demokratisch nicht mehr legitimierten Präsidenten Barzani geleitet. Ihm stehen die meisten Kurd_innen sehr reserviert gegenüber. Sicher gibt es Kurd_innen, die sich dagegen wehren, dass sie vom türkischen Militär in Syrien bombardiert werden. Dabei bleibt natürlich die Frage, warum das eine als Terror und das andere nicht einmal als Krieg gilt. Das ist eine mögliche Alternative. Umgekehrt hat Erdogan ein Interesse daran, für sein Eingreifen in Nordsyrien eine klare Rechtfertigung zu haben. Daher wird sein Geheimdienst ihn dabei unterstützen entsprechende Gründe zu schaffen. Der Verfassungsschutz hat in Deutschland erwiesenermaßen die RAF unterstützt (Celler Loch). Weitere Akten werden auch 40 Jahre danach noch unter Verschluss gehalten. Da dürfte der türkische Geheimdienst weniger Hemmungen haben.
Die News bedeuten daher nur, es sind wieder Unschuldige umgekommen und die Leute sollen in Terrorangst versetzt werden. Wer wirklich dahinter steht, wird vielleicht die Geschichte zeigen.

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testuser2 11.12.2016, 16:34
4. Der Blick sollte sich endlich auch auf die Tätergruppen richten

Wenn solche Anschläge - wie es sie wöchentlich oder monatlich in der Türkei gibt ? - in Deutschland gäbe, wäre der Blick der Medien ganz anders, als er vom warmen Deutschland aus jetzt erfolgt. Medie wie SPON sollten meiner Meinung nach den Blick endlich mal auch Richtung Tätergruppen richten und die Morde nicht nur als Kollateralschaden eines gerechten Widerstands ansehen. Es gibt immer mehrere Sichtweisen. Kurdische Gruppen beanspruchen das Recht zur Gewalt aufgrund jahrelanger Unterdrückung, die Türkische Regierung beansprucht das Gewaltmonopol aufgrund der Terrorangriffe und Morde. Wie wäre es hier in Deutschland ?

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syracusa 11.12.2016, 16:40
5. Erdogan erntet den Terror, den er gesät hat

Welche andere Option haben die Kurden in der Türkei, um sich politisch Gehör zu verschaffen? Die Aufhebung der Immunität der HDP-Abgeordneten und der Verhaftungen der meisten von Ihnen, die Entmachtung kurdischer Regionalpolitiker und Bürgermeister, die willkürlichen Verhaftungen kurdischer Politiker kommen einem Verbot der politischen Betätigung für Kurden gleich. Die Unterstützung des IS durch die Türkei und damit die indirekte Verantwortung des Erdogan-Regimes für den IS-Terroranschlag gegen türkische Kurden in Suruc, und auch die militärischen Handlungen des Regimes gegen die türkischen Kurdengebiete stellen eine offene Kriegserklärung dar.

Der bewaffnete Kampf der türkischen Kurden gegen des Erdogan-Regime ist deshalb gerechtfertigt, weil er alternativlos ist. Und dass er alternativlos ist, hat alleine das Erdgan-Regime zu verantworten. Eine andere Möglichkeit, sich politisch zu betätigen, hat Erdogan den türkischen Kurdsen nicht gelassen. Erdogan erntet den Terror, den er gesät hat.

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charlybird 11.12.2016, 16:49
6. Der Anschlag

war heimtückisch und widerlich, aber die Zündschnuren dafür hat Erdogan gelegt, wobei er den erneut provozierten Kurdenkrieg als politisches Kalkül einsetzt, um seine Macht zu zementieren. Leider auch noch mit Hilfe der Nato und den großzügigen Waffenlieferungen der bekannten Firmen aus Film, Funk und Fernsehen.
Die Türkei wird ein verlorenes Land unter ihm.

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komkar 11.12.2016, 16:49
7.

Die Tat ist ohne Zweifel zu verachten. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass für die Kurden keine andere Wahl verbleibt. Ein chirurgischer Luftangriff aus 2000 Metern Höhe ist genauso verachtlich. Es wäre zwar zu wünschen gewesen, dass die Konflikte sich in diesem Gebiet mit Diplomatie lösen könnten. Aber solange dies nicht geschieht und solange das Prinzip Zahn-um-Zahn und Auge-um-Auge herrscht, sollte sich niemand anmaßen, beurteilen zu können, was Terror ist. Denn auch auf Seite der Kurden gibt es angesichts der Anti-Kurden-Politik in der Türkei Grund genug, sich aufzulehnen. Eine kurdische Null-Gewalt-Politik seitens der HDP hat die AKP nicht zugelassen.

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aggelbagg 11.12.2016, 17:01
8. Dummheit

Wenn es wirklich Kurden waren, ist es ein Zeichen von galoppierender Dummheit. Was besseres kann Erdogan doch gar nicht passieren, damit geben sie ihm doch alle Trümpfe für jedwedes Vorgehen gegen die Kurden in die Hände.

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linksrechtsmitte 11.12.2016, 17:04
9. Wenn gegen Minderheiten Vernichtungskriege geführt werden ...

... dann werden solche Nachrichten der Alltag!
War da nicht schon alles in fast bester Ordnung?
Es sah fast so aus, als ob das nordirische Modell auch in der Türkei hätte erfolgreich seien können.
Mit der erneuten Kundenverfolgung hat der potentielle Diktator den Friedensprozess aufgekündigt. Das wird bestimmt noch sehr viel blutiger werden.
Die Türken sollten endlich mal nachdenken, was besser ist - ein Bürgerkrieg unter E. Frieden.
Im Übrigen warne ich davor, dass die militanten Anhänger diesen Konflikt auch bei uns austragen werden.
In den vorherigen Kurdenkriegen war die Mehrheit der Türken, 1. und 2. Generation, in D noch weitgehend unpolitisch. Heute ist das anders. Die Enkel sind oft abgehängte der deutschen Gesellschaft und sehr militant. Die Übergriffe nach dem Militärputsch haben gezeigt, dass sie, da sie monetär nicht sehr erfolgreich sind, sich mehr und mehr an den Entwicklungen in der Türkei beteiligen wollen.
Dass viele Kurden in D als politische Flüchtlinge zu uns kamen macht die Lage nicht einfacher. Die Kurden sind bisher meines Wissens in D jedoch nie militant auffällig geworden. Hoffentlich bleibt das so, auch wenn sie hier stärker provoziert werden sollten!

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