Forum: Politik
Fall Khashoggi: Der Druck auf Saudi-Arabien wächst
DPA

Europäische Außenminister fordern mehr Fakten, US-Senatoren zweifeln die Aussagen Riads an, und Erdogan will "die ganze Wahrheit" aufdecken. Unter Kritik nennt Saudi-Arabien Khashoggis Tod einen "gewaltigen Fehler".

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jujo 21.10.2018, 19:14
1. ...

Siemens kann doch abwarten, Die Saudis brauchen die Geschäfte. Wenn die Industrienationen sich einig wären sollte das kein Problem werden. Wer soll den Saudis denn sonst hochwertiges bauen oder verkaufen. Nordkorea oder Somalia? Fragezeichen sind für mich China und z.Z. die USA unter Trump.

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juba39 21.10.2018, 19:17
2. Toter als TOD geht nicht

"Europäische Außenminister fordern mehr Fakten"
Welche Fakten brauchen die Minister denn noch? Da war man im Fall Skripal abe bedeutend innovativer. Und als Krönung heute ein Julia Klöckner(CDU) im ZDF.
Ob deutsche Unternehmen an einem Wirtschaftsgipfel in Riad teilnehmen, ist deren unternehmerische Entscheidung, da mischt sich die Politik nicht ein.
Wie war das noch mit den Russlandsanktionen? Industrie undd Wirtschaft (diese mit Bauchschmerzen) waren sich über das Primat der Politik in solchen Dingen einig. Warum das plötzlich (das Primat der Politik) im Fall SA nicht mehr gelten soll, weiß Frau Glöckner allein.

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famon 21.10.2018, 19:17
3. Khashoggi und Meshugge

Und während wir erstaunt und angeekelt über das lesen, was in Istanbul passiert sein soll, eilt der GRÖPAZ zu sagen, dass er an die offizielle Version der Saudis glaubt, nachdem er einen Republikaner dafür lobte, dass dieser einen Reporter verprügelt hatte.
Und weil in Brasilien ein Möchtegerntrump am Sonntag an die Macht kommen wird, wird anschließend auch dort zur Jagd auf Journalisten geblasen. Jede Wette.

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haarer.15 21.10.2018, 19:52
4. Der Druck wird weiter wachsen

Unsere Politik wird handeln müssen. Die Beziehungen mit SA gehören auf den Prüfstand und Rüstungsexporte ohnehin gekappt. Frau Nahles sagt es nun unmissverständlich. Wenn der Siemens-Chef zu diesem Forum nach Riad fliegt, so ist ihm nicht mehr zu helfen. Denn Waffenexporte untergraben unser Grundgesetz wie auch den Koalitionsvertrag. Ansonsten machen wir uns zum Komplizen eines menschenverachtenden mittelalterlichen Unrechtsregimes, dessen brutale Methoden im Umgang mit regime-kritischen Leuten in aller Konsequenz international geächtet werden müssen. Auf die USA brauchen wir nicht zu warten, fürchte aber, dass Frau Merkel gerade hier wieder kleinmütig und rückgratlos wie immer bleibt.

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hei-nun 21.10.2018, 19:59
5. Warenaustausch mit Saudi-Arabien

So gerne alle Sanktionen gegen Audi-Arabien zustimmen und begrüßen würden, so genau müssen die Warenströme zwischen Deutschland/EU und Saudi-Arabien beachtet werden: 2017: 800 Millionen € aus SA nach Deutschland und 6,6 Milliarden € aus Deutschland nach Saudi-Arabien. Damit muss sich unsere Regierung auseinandersetzen. Es ist zu prüfen, ob bei den 800 Millionen Güter vertreten sind (Öl, Gas, Metalle, ...), für die keine andere Liefer-Quelle gibt ! Das heißt, dass Sanktionen genau durchdacht sein müssen, vor allem wenn man es mit einem "irrationalen Partner" wie Saudi-Arabien zu tun hat. Andere unkritischere Länder warten zum Teil nur, dass sie für Deutschland einspringen können, falls dies überhaupt möglich ist. Sanktionen sind sicher möglich, aber gut zu prüfen und unbedingt auf EU-Ebene vorzunehmen. Also nichts überstürzen ...

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arbitrage 21.10.2018, 20:07
6. Wo bleiben die Beweise?

Weder die Tonaufnahmen sind veröffentlicht noch ist der Verbleib der
Leiche geklärt. Hier sollte man hartnäckig bleiben.

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sven2016 21.10.2018, 20:49
7. Geschäfte eben

Na ja. Frau Klöckner hat damit recht, dass Unternehmen selbst entscheiden, ob sie sich mit mörderischen Geschäftspartnern an einen Tisch setzen oder nicht. Hängt vom zu erwartenden Geschäftsvolumen ab.

Russland ging anders: Erst nachdem staatliche Sanktionen der EU-Staaten erlassen wurden, haben sich Unternehmen teilweise aus (direkten) Aquisen zurückgezogen. Auch nur widerwillig.

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bigkahoona 21.10.2018, 20:58
8. MbS ist erledigt

So wird das laufen. Das Haus Saud fröhnt der religiös abgesegneten "Mehrehe", die Prinzen stehen sich da quasi auf den Füßen.
Und da nach der Nummer leider nicht mehr daran zu denken ist "abzuwarten, unter den Teppich zu kehren und warten bis das ganze oxidiert ist", um danach wieder zum gemeinsamen Hände schütteln und in die Kameras grinsen überzugehen, wird der von Allmachtsfantasien geplagte Prinz eben abserviert. Da nützt ihm auch der Status als Lieblingssohn des inzwischen altersschwachsinnigen Königs nicht. Die Räder der Wirtschaft wohlen geschmiert werden. Bevorzugt mit saudischem Öl. Dann werden alle wieder erleichtert zum "Business as usual" zurückkehren und jeder ist zufrieden. Genau so wie immer. Saudi Arabien war auch vorher schon genau der selbe Unrechtsstaat. Man war halt so klug die unappetitlichen Sachen zuhause zu erledigen.

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vinoveritas 21.10.2018, 21:05
9. Unsere Werte

von Humanität, Meinungsfreiheit und ja auch Gewaltlosigkeit beim Austragen von Konflikten werden nicht von den Regierenden in SA in gleicher Weise angewandt und schon gar nicht gelebt. An anderer Stelle habe ich mich dazu geäußert, warum wir nicht unsere Maßstäbe anlegen dürfen. Aber wir dürfen vom Siemens-Chef verlangen, unsere Werte, die auch seine sind, zu achten und am Dienstag nicht nach SA zu fliegen. Tut er es dennoch, können wir Verbraucher etwas tun, um Herrn Kaeser wieder zu erden: Boykott von Siemensprodukten und Druck durch die Politik auf Siemens. Wenn das für manchen utopisch klingt dann nur deshalb weil wir selbst unsere Bequemlichkeit nur ungern aufgeben.

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