Forum: Politik
Fall Otto Warmbier: Trump stellt sich hinter Kim - und erntet Kritik
AFP

Der Hanoi-Gipfel ist geplatzt, trotzdem bewertet Nordkorea ihn positiv. Derweil wird der US-Präsident daheim parteiübergreifend kritisiert, weil er im Fall des mutmaßlich gefolterten US-Studenten Warmbier offenbar Kim Jong Un glaubt.

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dragondeal 01.03.2019, 06:09
1. Das einzig Positive

an diesem Treffen war, dass es stattgefunden hat. Wenn im Vorfeld eine gemeinsame Erklärung angekündigt ist, dann sind solche Gipfel normalerweise sehr gut vorbereitet. Geht man dann ohne Erklärung auseinander, ist das schon schlecht, bricht man vorzeitig ab, ist es annähernd katastrophal.

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blauerapfel 01.03.2019, 06:20
2. US Haftanstalten

In keinem Land der Welt sitzen pro Einwohner mehr Menschen in Haftanstalten als den USA.
Die Zahl der Todesfälle in amerikanischen Gefängnissen dürfte (zumindest absolut) deutlich größer sein als in Nordkorea. Insofern tut Trump gut daran, sich in dem Punkt zu mäßigen.

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raton_laveur 01.03.2019, 06:53
3. Er kennt den Unterschied nicht

Trump bezeichnet Kim als Freund, mit dem er eine gute persönliche Beziehung habe. Seine innenpolitischen Gegner und auch die Verbündeten der USA beschimpft und beleidigt er dagegen beliebig mit den schlimmsten Vorwürfen und Ausdrücken, als seien sie diejenigen, die brutal diktatorisch ein ganzes Land unterdrücken und in bitterer Armut halten. Das folgt allein seinem jeweiligen Interesse und kann sich auch wieder ändern. Den Unterschied zwischen Freunden und Gegnern der USA kennt er nicht.

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Stoapfaelzer 01.03.2019, 07:00
4. Der Elefant im Porzellanladen

Warum sollte Nordkorea das einzige, was die USA an den Verhandlungstisch gezwungen hat, aus der Hand geben ohne Gegenleistung? Wie weit man dem Elefanten Trump trauen kann weis die diplomatische Welt spätestens seit dem geplatzten Atomdeal. Der Iran hat sich hier nicht vorzuwerfen und wird von Kim lernen und sich zügig atomar bewaffnen um Verhandlungen aus einer Position der Stärke führen zu können.
Trumps Getrampel in Saudi Arabien, mit Isarel, gegen China und die EU haben der Welt vor Augen geführt um was es den USA schon immer gegangen ist: Amerika First, wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer es nicht glauben will bekommt die geballte Militärmacht vorgeführt denn richtig wirtschaftlich und diplomatisch hat die USA nichts mehr zu bieten....

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Outdated 01.03.2019, 07:01
5. Glaubt Trump Kim?

Möglich, aber man sollte daran denken das er ein notorischer Lügner ist und für ihn von Vorteil ist sich auf die "Seite" seines "Kumpels" zu stellen.
Frei nach guter Cop, böser Cop, überlässt er die rolle des bösen dem Senat und er ist dann der gute der Verständniss hat, auf den man sich einlassen kann.
Ob ihn das weiter bringt kann wohl keiner Sagen, aber es ist eine typische Fernsehstrategie und Fernsehen, das tut Trump gerne.

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KingTut 01.03.2019, 07:59
6. Faible für Despoten

In meiner ersten Reaktion auf den abgebrochenen Gipfel, war ich erleichtert, dass Trump keine einseitigen Zugeständnisse gegenüber Kim machte. Das ist sehr zu begrüßen. Denn beim Gipfel in Singapur hatte er sich noch anders verhalten, als er einseitig beschloss, die gemeinsamen Militärübungen mit Süd-Koreazu suspendieren. Der Guardian titelte damals: "The Guardian view on Trump in Singapore: a huge win – for North Korea" und ähnlich werteten es die meisten US-Medien.

Zitat:
"Trump hatte kurz vor seiner Abreise aus Vietnam gesagt, Nordkorea habe die vollständige Aufhebung der Sanktionen verlangt. Auch seien die geplanten Abrüstungsschritte nicht weit genug gegangen."
Das hätte man schon vorab klären können, ob in diesen Bereichen überhaupt eine Einigung möglich ist. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass es zu diesem Punkt unterschiedliche Darstellungen zwischen den Verhandlungspartnern gibt.
Unterm Strich dürfte der Gipfel zur weiteren Aufwertung eines Diktators geführt haben, über den Trump vor wenigen Monaten sagte: https://www.bbc.com/news/av/world-us-canada-45696420/trump-on-kim-jong-un-we-fell-in-love
Es ist daher nicht verwunderlich, dass er Kims Beteuerungen im Fall Warmbier blindes Vertrauen entgegenbringt. Dafür erntet er zu Recht scharfe Kritik.

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mhuz 01.03.2019, 08:06
7.

Soll es jetzt sagen, eigentlich war das ganze Treffen für die Tonne ? Also muß er so tun, als ob man immer noch an ein gutes Ende glaubt. Es ist ja nicht so, dass schon andere Treffen nichts gebracht haben aber weil er so tut, als liege es nur am richtigen Verhandeln. Es ist halt so, in seiner Firma konnte er tun und lassen was er wollte, weil er der Boss war aber hier funktioniert das nicht, weil der andere auch was zu sagen hat. Mit Russland ist das einfacher, da ist Putin der Boss und es geschieht was er will.

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kajoter 01.03.2019, 08:18
8. @ #2

Zitat von blauerapfel
In keinem Land der Welt sitzen pro Einwohner mehr Menschen in Haftanstalten als den USA. Die Zahl der Todesfälle in amerikanischen Gefängnissen dürfte (zumindest absolut) deutlich größer sein als in Nordkorea. Insofern tut Trump gut daran, sich in dem Punkt zu mäßigen.
Endlich ein Anlass, seinen Anti-Amerikanismus zu veröffentlichen?
Ja, die USA weisen in Relation zur Bevölkerung die meisten Inhaftierten auf und ja, in einigen Bundesstaaten existiert immer noch die Todesstrafe. Aber die dortigen Verhältnisse in den Haftanstalten mit denen in nordkoreanischen Lagern zu vergleichen, ist dagegen ein Zeichen blühender Fantasie oder ungebremster Trollerei.

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der-junge-scharwenka 01.03.2019, 08:21
9.

Zitat von blauerapfel
In keinem Land der Welt sitzen pro Einwohner mehr Menschen in Haftanstalten als den USA. Die Zahl der Todesfälle in amerikanischen Gefängnissen dürfte (zumindest absolut) deutlich größer sein als in Nordkorea. Insofern tut Trump gut daran, sich in dem Punkt zu mäßigen.
Ich habe weder in dem einen noch in dem anderen jemals eingesessen. Aber wenn die allgemein zugänglichen Informationen auch nur ansatzweise stimmen, dann ist ein nordkoreanisches Gefängnis noch immer etwas deutlich anderes als ein US-amerikanisches. Ihr Versuch, das alles zu relativieren, ist ziemlich abwegig.

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