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Fall Skripal: Moskau weist OPCW-Bericht zurück, London fordert Konsequenzen
REUTERS

Russland ist empört, Großbritannien beantragt eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrates: Nachdem die OPCW-Ermittler ihre Erkenntnisse im Fall Skripal veröffentlicht haben, gehen die Reaktionen weit auseinander.

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Sonia 12.04.2018, 18:18
1. Bitte seriöser berichten

Aus dem OPCW Bericht kann nicht entnommen werden, dass dieses Gift der Nowitschok-Gruppe auf eine konkrete sowjetische Produktion hinweist. Im Gegenteil, die Reinheit des Giftes spricht eher für eine modernere naheliegende Einrichtung als Herstellungsort. Warum die Briten sich nach wie vor weigern, den Russen Problem zur Verfügung zu stellen, bleibt deren Geheimnis. Welches Gift genau dieser Gruppe - unbekannt. Die chemische Formel dazu kann jeder bei Wikepedia nachlesen.

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Dion 12.04.2018, 18:20
2. Russland wird nicht klein beigeben

Zu erwarten, dass Russland hier irgendetwas zugeben wird, ist reine Illusion. Selbst wenn die Herkunft des Giftes eindeutig nachgewiesen würde, könnte Russland das abstreiten oder auf kriminelle Machenschaften von Einzelpersonen hinweisen, die dann vor Gericht gestellt und als Bauernopfer verurteilt würden.

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gertrud,dieleiter 12.04.2018, 18:21
3. Wenn ich das richtig verstehe,

hat die OPCW somit nur bestätigt, dass es sich bei den ihr vorliegenden Proben um Nowitschok handelt. Nicht aber, woher der aktuell gefundene Stoff kommt, wie alt er ist, und wer ihn benutzt hat. Eigentlich bleibt da noch ein ganzer Kriminalfall zu lösen. Aber unsere Regierungen haben ihn ja glücklicherweise schon vor Wochen geklärt.

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Pixopax 12.04.2018, 18:22
4. Russland macht sich lächerlich

Immer noch zu behaupten, es hätte nie Novichok hergestellt ist langsam wirklich lächerlich.
Besser wäre es nun gewesen das Ergebnis anzuerkennen und zumindest so zu tun als wolle man herausfinden wie es seinen Weg aus den geheimen Labors gefunden hat. Aber nein, abstreiten bis zum bitteren Ende, wie seinerzeit in der UDSSR. Alte Taktik.

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bran_winterfell 12.04.2018, 18:24
5. Peinlich, Putin...

Leider immer wieder das gleiche, Moskau akzeptiert nur das, was es selbst akzeptieren will, alles andere ist "fake" oder "false flag". Nicht mal sonderlich clever, man könnte doch wenigstens anbieten, nachzuforschen, ob in den wilden 90er Jahren irgendetwas entwendet wurde. Aber die Tür hat man sich gerade verbaut. Glaubwürdigkeit von Putin und Co. = 0...

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krauseberg 12.04.2018, 18:26
6. Russland lügt, und lügt und lügt

Merkt der Kreml nicht das seine Strategie völlig gescheitert ist. Dieses ewige Lügen und Leugnen untergräbt die Glaubwürdigkeit des Kremls und ist keine angemessene Strategie für diese Krisensituation. Der russischen Regierung kann nur Offenheit helfen, ansonsten isoliert sie sich immer weiter und wird zu einem Pariahstaat wie Nordkorea

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thoms1957 12.04.2018, 18:26
7. Russlands Verantwortung - und Schuld

Es gibt nach allem, was man bis jetzt weiß, nur zwei Möglichkeiten. 1. Der russische Geheimdienst hat den Anschlag selbst ausgeführt oder zumindest den Auftrag dazu gegeben. 2. Es wurden nicht alle Giftgasvorräte vernichtet - wer sollte das schon genau bis auf das letzte Kilo kontrollieren - und bestimmte Kreise, die zumindest denken, im russischen Interesse zu handeln, sind dafür verantwortlich. Dann hätte Putin entweder die direkte Verantwortung oder keine wirkliche Kontrolle über seine Chemiewaffenbestände. Es ist ja nicht das erste mal, dass die Spuren nach Russland führen. Erstaunlich oft ereilt Putins Gegner im Ausland ein plötzliches Ende. Nun, da wirklich alles für eine russische Verantwortung spricht, ist der Aufschrei groß: Wir warens nicht, immer sind alle gegen uns. Das ist das Niveau von Schulhofschlägern! Und die haben sicher auch in diesem Forum Sympathisanten.

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Zaunsfeld 12.04.2018, 18:27
8.

Das ist ja witzig, aber typisch Russland.
Zuerst forderte die russische Regierung, dass die unabhängige OPCW den Vorfall untersucht und nur deren Ergebnisse für eine Bewertung maßgeblich sein können und nicht die britischen Ergebnisse.
Jetzt auf einmal, wo die OPCW eindeutig nachgewiesen hat, dass es sich um ein Gift der Nowitschok-Reihe handelt, bestreitet Russland auf einmal die Ergebnisse und sagt, dieses Gift hätte es niemals besessen.
D.h. die russische Regierung akzeptiert grundsätzlich Untersuchungsergebnisse nur dann, wenn sie Russland entlasten.

Und das noch witzigere daran ist, dass die russische Regierung fordert, die gleiche unabhängige OPCW möge doch bitte auch den Giftgaseinsatz in Syrien untersuchen, denn nur deren Ergebnisse könnten unabhängig und zuverlässig sein. Die OPCW begann auch schon mit dieser Untersuchung, noch bevor Russland das im Rahmen der UNO gefordert hat.
Und ich verwette meine Katze darauf, dass wenn die OPCW dem von Russland unterstützten syrischen Regime diese Tat nachweist, dann wird de russische Regierung auch wieder alles dementieren und sagen, diese Ergebnisse könnten ja gar nicht stimmen.

Schlussfolgerung: Putin und die russische Regierung sind äußerst berechenbar geworden. Man muss nur einfach immer genau das Gegenteil von dem glauben, was Putin und seine Konsorten sagen. Dann wird man in 90% der Fälle automatisch Recht haben.

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juba39 12.04.2018, 18:30
9.

Werte Redaktion,
in beiden Artikeln über den Untersuchungsbericht der OPCW zum Fall Skripal sind jeweils eine Lüge enthalten.
1. "Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen hat festgestellt, dass der frühere Doppelagent Skripal mit einem Gift russischer Herkunft attackiert wurde..."
2. " Die Ermittler bestätigten gut einen Monat nach dem Attentat auf der Basis von Boden-, Gewebe- und Blutproben die britischen Angaben, nach denen der in der früheren Sowjetunion fabrizierte Stoff Nowitschok
verwendet worden war."

Sie sollten den Vorwurf der Lüge ernst nehmen, oder der SPIEGEL belegt anhand dieses OFFIZELLEN Dokuments der OPCW:
https://www.opcw.org/fileadmin/OPCW/S_series/2018/en/s-1612-2018_e_.pdf
das dies Formulierungen:
- Gift russischer Herkunft
- in der früheren Sowjetunion fabrizierte Stoff Nowitschok
im Text vorkommen. Ob man es jetzt Lüge, Fake, oder Verfälschung eines offiziellen Untersuchungsberichts nennt. Das Ergebnis ist das gleiche. Oder SPIEGEL macht glaubhaft, daß aus dem geheimen Gesamtbericht der OPCW zitiert wurde. Dann sollte das auch gesagt werden, und ich entschuldige mich in aller Öffentlichkeit.
Dazu nur der Hinweis:
Wer anderen der Fake-News beschuldigt, sollte sicher sein, selbst keine zu produzieren! Muß man da erst an den Bericht über eine ominöse Subway-Station London vs Stockholm erinnern? Wo sich ihr Redakteur gerade einmal zu einem müden "mea culpa" durchringen konnte.

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