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Fall Wulff: Deutsche Show-Justiz
dapd

Man muss kein Mitleid mit Christian Wulff haben, um bei den Ermittlungen gegen ihn ein leichtes Grauen zu verspüren. Bei vielen Prominentenverfahren hat sich eine geheime Kooperation aus Staatsanwaltschaft und Medien entwickelt, das Ergebnis hat mit Rechtspflege nichts mehr zu tun.

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lordofaiur 11.04.2013, 15:54
20. Doch

Zitat von Hansakeks
Ich bin beschäftgter im öffentlichen Dienst und darf nicht mal einen Kugelschreiber annehmen, aber Herr Wullf darf sich nen Hotelaufenthalt schenken lassen? Wo ist hier die Logik? Danke Herr Fleischhauer.
Reden Sie keinen Quark. Natürlich dürfen Sie einen Kugelschreiber annehmen. Sachzuwendungen bis 10 Euro sind gestattet.

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PeterPaulPius 11.04.2013, 15:54
21. Seid Ihr Medien eigentlich narrisch

Zitat von sysop
Man muss kein Mitleid mit Christian Wulff haben, um bei den Ermittlungen gegen ihn ein leichtes Grauen zu verspüren. Bei vielen Prominentenverfahren hat sich eine geheime Kooperation aus Staatsanwaltschaft und Medien entwickelt, das Ergebnis hat mit Rechtspflege nichts mehr zu tun.
Bei Korruption geht es nie um die Höhe der Zuwendung. Ein "bißchen" Korruption gibt es nicht. Wenn es denn wirklich am Ende nur die 750 EURO waren, dann war das schon zu viel. Da darf es keine Ausnahme geben.

Es muss sowieso befürchtet werden, dass im Fall Wulff die allermeisten Vorwürfe von den Ermittlern einfach nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Aber die Summe der Zufälligkeiten, wo Begünstigung und die Gewährung eines Vorteils zeitlich in enger Abfolge zueinander stehen, ist schon krass.

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WernerGg 11.04.2013, 15:56
22. Danke Herr Fleischhauer

dass Sie das mal so deutlich sagen. Klar muss die Presse alles daran setzen, vermutete Korruption ans Licht zu bringen. Ebenso klar muss das die Staatsanwaltschaft tun - aber ohne die Kumpanei mit der Presse.

Und wenn sich dann alles als harmlos erweist, wie im Fall Wulff, muss der Mann öffentlich rehabilitiert werden und das Verfahren rechtzeitig wegen Geringfügigkeit eingestellt werden.

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WolfHai 11.04.2013, 15:59
23. Zustimmung

Zitat von sysop
Man muss kein Mitleid mit Christian Wulff haben, um bei den Ermittlungen gegen ihn ein leichtes Grauen zu verspüren.
Die Emotionalisierung und verbale Gewaltbereitschaft in der deutschen öffentlichen und veröffentlichten Meinung macht mir zu schaffen. Es scheinen hier gerade diejenigen zu sein, die sich selbst als besonders moralisch oder gutwillig erleben, die besonders hart zulangen. Es scheint auch keine deutsche Benimmkultur zu geben, die die Würde des jeweils anderen angemessen schützt, jedenfalls nicht in diesem öffentlichen Bereich. Das Verfahren gegen Wulff ist da nur ein Beispiel.

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asb311 11.04.2013, 15:59
24. Wovon leben Journalisten?

Sie müssen uns Lesern etwas verkaufen, sonst sind sie pleite. Wir müssen uns dessen öfter bewusst werden, dann nehmen wir so manchen Medienhype wie bei der Hetzjagd auf Wulff damals nicht mehr so ernst.

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bicyclerepairmen 11.04.2013, 16:00
25.

Zitat von famulus
Die Pofis unter der Journaille haben vermutlich nicht nur die Handynummern mediengeiler Staatsanwälte. Ich würde fast annehmen, dass sie auch die Handygebühren für diese Handys bezahlen. Und wir regen und über Korruption in anderen Ländern auf.
Persönlich fand ich an dieser Affäre wesentlich interessanter wie es es bei der Springerpresse zu diesem Meinungsumschwung kam.

Schließlich waren Sie es doch der den CDU Darling aufs Amt medial vorbereitet haben...


Und sorry, natürlich kann sich jeder Beamte dem nicht mal ein buntbedruckter Vierbfarbenkuli geschenkt werden darf hier aufregen - nur im vergleich zu Vortrags Peer oder die Abhängigikeit eines Duchschnitts MdB's ist das mit Wullf Peanuts....

Von den Milliarden an die Systemimanenten gar nicht erst gesprochen...

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wolleh 11.04.2013, 16:00
26. Pressehetze und mehr gegen Herrn Wulff

Ich blicke zurück in die 50iger Jahre. Ich habe nie eine größere Pressehetze und verfassungswidrige Vorverurteilung erlebt als gegen Wulff. Was da abging erinnerte an dunkelste Zeiten. Wo war der Rechtsstaat? In den Schulbüchern und dem Vokalular der Politiker. Was unterscheidet uns noch von totalitären Staaten? Fast nichts. Verklagt die Vorverurteiler und die Untersucher. Wem war Wulff in die Quere gekommen. Interessiert dies niemand. Es scheint so, dass man ohne Legitimation Milliarden verschenken kann. Aber eingeladen werden darf niemand. Leben wir noch im Mittelalter?

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endrag 11.04.2013, 16:03
27. Es kann jeden treffen

Wenn ein Staatsanwalt in Deutschlnad der Meinung ist, jemanden verfolgen zu müssen, dann werden auch schon einmal "versehentlich" Fakten erfunden oder falsch wieder gegeben. Das hat für den Staatsanwalt auch keinerlei Konsequenzen. So ein Verhalten ist nicht zu Beanstanden.

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Ylex 11.04.2013, 16:04
28. Raffiniert, aber durchschaubar

Eine raffinierte Kolumne, direkt heimtückisch – man kommt gar nicht umhin, Herrn Fleischhauer im Wesentlichen Recht zu geben, er hat die Waschmaschine angeschmissen. Ja, es stimmt, dass allein die Eigenschaft, prominent zu sein, eine Steilvorlage bei eventuellen Verfehlungen ist. Ebenso trifft zu, dass es gelegentlich unheilvolle Allianzen von Medien und Staatsanwaltschaften gibt. Was ist schon interessanter für einen Journalisten als in den Besitz privater Details über eine Person zu gelangen, besonders wenn es sich verfängliche Details handelt, und noch interessanter wird es dann beim bombastischen Vermarkten der zumeist eher kläglichen Exklusiv-Informationen.

Das alles wirkt zwar unschön, bietet aber noch lange keinen Grund, den Niedergang des Rechtsstaates und den Verfall der journalistischen Kultur heraufzubeschwören. Wulff wurde nicht von diesem Unwesen demontiert, er demontierte sich selbst, indem er seine hohe politische Position auch benutzte, um unstatthafte Zuwendungen entgegenzunehmen und sich materielle Vorteile zu verschaffen – es mögen mehrheitlich Kleinigkeiten gewesen sein, aber in der Addition wuchsen sie zu einer fatalen Größe an. Die Erbsenzählerei der Staatsanwaltschaft ist unwürdig, sie erscheint im nachherein geradezu lächerlich, dafür sehr deutsch, doch es ändert nichts daran, dass sein Abgang als Bundespräsident fällig war.

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bicyclerepairmen 11.04.2013, 16:05
29.

Zitat von PeterPaulPius
Bei Korruption geht es nie um die Höhe der Zuwendung. Ein "bißchen" Korruption gibt es nicht. Wenn es denn wirklich am Ende nur die 750 EURO waren, dann war das schon zu viel. Da darf es keine Ausnahme geben.
Stimmt, nur nach diesem Maßstab wäre der Bundestag und auch das Parlament in Brüssel kaum noch besetzt.

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