Forum: Politik
Familienpolitik: Politiker fordern Abschaffung des Betreuungsgeldes
DPA

Die CSU setzte das Betreuungsgeld vor einem Jahr gegen großen Widerstand durch. Doch jetzt fühlen sich Politiker von SPD und Grünen durch eine Studie bestätigt - und fordern eine Streichung der Zahlungen.

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elikey01 28.07.2014, 17:02
110.

Na, na, Frau Hasselfeld, die "Nachfrage" zeigt nach hiesiger Überzeugung viel eher, wo es hapert.

Und dass in vielen Fällen ein Mitnahmeeffekt als Klientel-Bedienung rückständiger Denke läuft.
Denn gerade in Ländern mit viel Landwirtschaft/Bauernhöfen werden und wurden auch die Kleinsten nie rund um die Uhr von Mami betreut, denn die musste - so ganz nebenher - auch noch andere Aufgaben wahrnehmen.

Auch wenn die Zahlen der neuen Studie nicht als absolut gelten können:
Im Wesensgehalt werden damit die Bedenken gg. ein Betreuungsgeld bestätigt - und die Erfahrungen, die andere Ländern längst vor DEU damit machten udn weshalb davon abgerückt wird.

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bssh 28.07.2014, 19:07
111. Verantwortung

Zitat von pittiken
Wer es sich leisten kann, auf das zweite GEhalt zu verzichten, der wird nicht am Hungertuch nagen und bald unter der Brücke schlafen. Der nimmt das Betreuungsgeld einfach so mit. Tun Sie doch nicht so, als gäbe es einen Krippenzwang. Wer das nicht will, lässt es einfach sein. Ist genauso wie mit der Schwimmhallte, der dort nicht hinein möchte, lässt es einfach sein. Das Urvertrauen ist da. Und wenn die Eltern sich nicht allzu blöd anstellen, bekommen sie es auch hin, den zeitlichen Stress vom Kind fernzuhalten. Und weitere Bezugspersonen als die Mami sind für das Kind von Vorteil, übrigens auch für die Mutter in späteren Situationen. Schon mal das Rockzipfelkind erlebt. Das sind stressige Situationen für das Kind. Aber Mami kann ja keine Konkurenz leiden. ... .... Die Mütter leiden unter dem Trennungsstress, da mögen Sie Recht haben. Sie können doch jahrelang auf Berufstätigkeit verzichten, es zwingt sie doch niemand dazu, außer vielleicht die ökonomische Seite des Lebens. Aber nicht im Alter jammern, die Rente reicht nicht vorne und hinten. Und gar der Ernährer ist Ihnen abhanden gekommen. Und die meisten Eltern entscheiden sich immer noch für die Kinder, wenn sie sich diese auch leisten können finanziell, ohne selbst in Sack und Asche zu gehen. Denn eine zufriedene Mutter ist die beste Mutter auf Erden für das Kind.

Wieso reden sie nur von den Müttern? Gibt es denn keine Väter zu den Kindern? Oder haben sie die Vorstellung, dass die Mutter alleine für die Erziehung da sein sollte?
Sie tun so, als ob die Eltern die Wahl hätten. Wenn wenig verdient wird, dann kann man wohl nicht auf ein zweites Gehalt verzichten. Dann ist man gezwungen die Kinder in die Obhut anderer Menschen zu geben. Früher waren dafür dann Oma und Opa oder andere Familienmitglieder da, die wenigstens zeitweise aushelfen konnten. Heute, wo sich in der ach so modernen und angeblich besseren Zeit die Familienstrukturen auflösen, da werden als erstes die Alten outgesourced in Alters- und Pflegeheime oder wie es in Orwellscher Neusprache heißt in Seniorenheime. Das klingt doch gleich viel besser, bedeutet aber das gleiche, dass die Jungen nicht mehr für die Alten da sind, sondern das auslagern. Nun geschieht das gleiche bei den Kindern. Auch um die kann oder will man sich nicht mehr selber kümmern, dafür hat man dann Institutionen wie Kitas und Ganztagsschulen. Wunderbare Zeiten, in der die arbeitsfähige Bevölkerung weder von an Alten noch den Jungen abgelenkt wird und voll für die Produktivität sorgen kann ;-)

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gazettenberg 28.07.2014, 19:13
112.

Zitat von Racer77
Und welcher Schaden entsteht? Die Familie verzichtet auf ein Einkommen.
Das ist kein Schaden, sondern eine Lebensentscheidung. Gegen wen sollen die Familien denn Schadensersatz geltend machen, außer gegen sich selbst?

Zitat von Racer77
Aber auch darauf, dass der Staat locker mal 400 - 500 Euro an Subventionen für die KiTa hinblättert.
Die Polizei und die Feuerwehr, die für sie bereitstehen, sind nicht "subventioniert", sondern ganz normale staatliche Dienstleistungen, wie es sie in jeder zivilen Gesellschaft gibt. Und das gilt auch für Schulen, Hochschulen und Kindergärten.

Zitat von Racer77
Und dafür wird dann das Betreuungsgeld gezahlt. Wo ist das Problem, so etwas zu verstehen?
Was soll man daran verstehen? Es gibt daran nichts zu verstehen. Wenn Sie sich (als Kinderloser) für die Nichtnutzung von KiTas bezahlen lassen möchten, dann gibt es auch einen (genau so dummen) Anspruch gegen den Staat auf eine Nichtbenutzungsentschädigung für Polizei oder Theater. Was allerdings der Idee staatlicher Infrastruktur zum Wohle aller entgegen steht. Sowas kann man also eigentlich nur fordern, wenn man den Staat gezielt ausnutzen und/oder in die Pleite treiben will. Denn ein Staat, der seine Bürger für Nichtbenutzung von Schulen/Büchereien/Polizei/KiTas bezahlt, kann diese Dienste nicht mehr anbieten. Denn auch Steuern kann man nur einmal ausgeben.

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zizarazou 28.07.2014, 21:55
113. @Immanuel_Goldstein

Es geht hier nicht um Rückzahlungen, weil man staatliche Angebote nicht in Anspruch nimmt. Es geht um die Einflussnahme des Staates auf die Erziehungsfragen von Familien. Der Staat belohnt Eltern, die ihre Kinder in Kitas unterbringen, durch staatliche Zuschüsse und einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Das Pendant dazu ist ein monatliches Betreuungsgeld in Höhe von 100 bzw. 150 €, um die angebliche Wahlfreiheit der Familien zu gewährleisten. Leider sind diese beiden Leistungen jedoch nicht gleichwertig, so dass keine echte Wahlfreiheit vorliegt, was meines Erachtens eine unzulässige Beeinflussung des Staates darstellt. Wer entscheidet denn, was das beste für mein Kind ist- ich oder der Staat?

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Racer77 28.07.2014, 22:12
114. @ gazettenberg #112

Können Sie nicht lesen oder mangelt es an Leseverständnis? Ich bitte darum einmal mit einem nicht aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat nachzuweisen, wo ich geschrieben habe, dass ich irgendwo Betreuungsgeld für mich verlangt habe. Da ich keine Kinder habe, steht mir das nicht zu. Und zum Thema "Nichtbenutzungsentschädigung" füt Theater, Schwimmbäder etc. habe ich schon einmal darauf hingewiesen, dass es da einen eklatanten Unterschied im Vergleich zu einer KiTa gibt. Bei diesen Einrichtungen sind die Kosten relativ fix und die Subventionsnotwendigkeit sinkt mit jedem Besucher. Bei einer KiTa hingegen steigt der Subventionsbedarf mit jedem Kind an. Daher ist die Situation nicht vergleichbar. Es sei denn man ist ideologisch so verbrämt, dass man möchte, dass Kinder nicht mehr durch die Eltern erzogen werden. Das ist interessanterweise ein klares Anzeichen für jedes totalitäre Regime... Und ich erinnere mich gut an einen Leserbrief einer Kinderpsychologin in der FAZ. Diese schrieb, dass es Schwachsinn sei bei Kindern unter 3 Jahren von frühlindlicher Bildung zu sprechen und dass die Liebe von treu sorgenden Eltern, die sich persönlich um das Kind kümmern würden, mehr bringen würde in diesem Alter als jede sogenannte frühkindliche Bildung in einer KiTa. Die Eltern mögen noch so "bildungsfern" sein. In dem Alter sei die Bindung an die Eltern viel wichtiger als jegliche Bildung. Und wenn man so vehement gegen das Betreuungsgeld ist, dann sollte man doch auch gegen das Elterngeld in den ersten 14 Monaten sein. Das ist doch dann genauso unnötig...

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gazettenberg 28.07.2014, 23:03
115.

Zitat von Racer77
Und zum Thema "Nichtbenutzungsentschädigung" füt Theater, Schwimmbäder etc. habe ich schon einmal darauf hingewiesen, dass es da einen eklatanten Unterschied im Vergleich zu einer KiTa gibt. Bei diesen Einrichtungen sind die Kosten relativ fix und die Subventionsnotwendigkeit sinkt mit jedem Besucher.
Sie erfinden hier unsinnige Unterschiede, wo es keine gibt. Ein ziviler Sozialstaat schafft für seine Bürger Polizei, Krankenhäuser, Straßen, Theater, Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder und vieles mehr. Es ist weder so vorgesehen noch sonderlich sozial gedacht, dass sich der Einzelne dafür "entschädigen" lässt, dass er bestimmte staatliche Angebote nicht nutzt. Ich bekomme auch kein Entschädigung dafür, dass ich gestern nicht im Theater war. Allein der Gedanke, so etwas von der Allgemeinheit zu fordern, würde mir die Schamesröte ins Gesicht treiben. Aber manche sind sich eben für Nichts zu schade.

Zitat von Racer77
Und ich erinnere mich gut an einen Leserbrief einer Kinderpsychologin in der FAZ. Diese schrieb, ...
Wenn man sein gesamtes Wissen über Kindeserziehung allein durch Dritte vom Hörensagen aus irgendwelchen Leserbriefen bezieht, sollte man zum Thema besser schweigen.

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dtsa 29.07.2014, 06:45
116.

Zitat von hors-ansgar
... und stecken sich die 100 € eben lieber in die Tasche ...
Das Betreuungsgeld wird als Einkommen angerechnet, das steckt sich also kein Mensch "so in die Tasche", denn die staatl. Hilfe - welche auch immer - wird dementsprechend gekürzt. ALG II - Empfänger z. B. beantragen das Betreuungsgeld meistens - ja meistens - auch nicht von sich aus, sondern werden durch angedrohte Sanktionen von Jobcentern und Sozialzentren (also den Mitarbeitern) zur Beantragung gezwungen. Insofern ist diese ganze Studie Blödsinn und die Ersteller oder Beauftrager der Studie hätten sich einfach mal die Statistiken derjenigen ansehen sollen, die das Betreuungsgeld über D verteilen. Und ja, ich weiß wovon ich schreibe, ich habe beruflich jeden Tag damit zu tun.

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dtsa 29.07.2014, 07:33
117.

Zitat von andre4711
Das das Betreuungsgeld nur die belohnt die sowieso noch nie etwas geleistet haben war von vornherein klar. Wenn man Hartz4 bezieht ist man ja sowieso zuhause und dann kann man das Betreuungsgeld ja auch noch schnell abgreifen.
Blödsinn, wie oben schon geschrieben.

Zitat von andre4711
Normale Arbeitnehmer können den Lohnverlust mit dem Betreuungsgeld sowieso nicht ausgleichen!
Und "unnormale" - was immer das sein soll - können das?

Zitat von andre4711
Die ganze Regierung kommt aus dem Tal der ahnungslosen! Unerträglich. ..
Nun beleidige bitte mal nicht die Bewohner des oberen Elbtal's.

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Immanuel_Goldstein 29.07.2014, 08:16
118.

Zitat von zizarazou
Es geht hier nicht um Rückzahlungen, weil man staatliche Angebote nicht in Anspruch nimmt.
Doch, exakt darum geht es.

Zitat von zizarazou
Es geht um die Einflussnahme des Staates auf die Erziehungsfragen von Familien.
Das ist völliger Unsinn, denn der Staat nimmt keinerlei Einfluss auf Erziehungsfragen, weder in Familien, noch in Kitas.

Zitat von zizarazou
Der Staat belohnt Eltern, die ihre Kinder in Kitas unterbringen, durch staatliche Zuschüsse und einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.
Der Staat belohnt Kinder auch, durch staatliche Zuschüsse für Gymnasien und Realschulen, obwohl die Hauptschule der Schulpflicht auch genügen würde. Der Staat belohnt Menschen durch Subvention von Opernhäusern, Theatern, Bibliotheken, Schwimmbädern etc., obwohl die auch von denjenigen bezahlt werden, die sie gar nicht nutzen. Der Staat subventioniert den Zuckerrübenanbau, der auch von Diabetikern bezahlt wird usw. Das ist doch kein Argument für die Herdprämie. Oder treten Sie etwa dafür ein, dass Diabetiker eine Zuckerprämie erhalten, weil sie keinen hochsubventionierten Zucker verbrauchen?

Zitat von zizarazou
Das Pendant dazu ist ein monatliches Betreuungsgeld in Höhe von 100 bzw. 150 €, um die angebliche Wahlfreiheit der Familien zu gewährleisten.
Mit Wahlfreiheit hat das nichts zu tun. Dann müßte man in der Tat auch den Opernfans die Wahlfreiheit finanzieren.

Zitat von zizarazou
Leider sind diese beiden Leistungen jedoch nicht gleichwertig, so dass keine echte Wahlfreiheit vorliegt, was meines Erachtens eine unzulässige Beeinflussung des Staates darstellt. Wer entscheidet denn, was das beste für mein Kind ist- ich oder der Staat?
Der Staat zwingt niemanden in die Kitas, genauso wenig wie er jemanden in Bibliotheken, Schwimmbäder, Theater, Fußballstadien oder Opernhäuser zwingt. Die Idee, eine nicht genutzte Sozialleistung auszahlen zu lassen, ist grotesk und gibt es in keinem Land der Welt.

Jeder weiß, dass die Herdprämie einzig und allein ein Versuch der CSU war, ihre mittelalterliche Familienpolitik dem Wähler aufzuzwingen und damit Wählerstimmen der Erzkonservativen zu kaufen. Alles andere ist Mumpitz.

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pittiken 29.07.2014, 08:21
119.

Zitat von bssh
Wieso reden sie nur von den Müttern? Gibt es denn keine Väter zu den Kindern? Oder haben sie die Vorstellung, dass die Mutter alleine für die Erziehung da sein sollte?
Da die Familie nicht nur von Luft und Liebe leben kann, sollte schon einer in der Familie für den finanziellen Part sorgen. Wenn Mama sich nicht daran beteiligen will nach der Elternzeit, um z.B. Papa finanziell zu entlasten und somit auch mehr von den Kindern hat, muss der Papa halt allein dafür sorgen. Gut, es gibt auch die Möglichkeit, dass die Familie sich mit Hartz IV begnügt, dann kann auch der Vater VollzeitPapa sein.





Zitat von bssh
Sie tun so, als ob die Eltern die Wahl hätten. Wenn wenig verdient wird, dann kann man wohl nicht auf ein zweites Gehalt verzichten. Dann ist man gezwungen die Kinder in die Obhut anderer Menschen zu geben. Früher waren dafür dann Oma und Opa oder andere Familienmitglieder da, die wenigstens zeitweise aushelfen konnten.
Es gibt viele Familien, die auf das zweite GEhalt angewiesen sind. Und komischerweise sind diese auf die Kinderbetreuung angewiesen, weil Oma und Opa nicht am gleichen Ort wohnen und meistens auch noch berufstätig sind, denn nicht alle Großeltern sind schon Rentner, viele werden Großeltern, wenn diese so um die 50 Jahre alt sind.

Und merkwürdigerweise erarbeiten diese Familien, die auf das zweite Gehalt angewiesen sind, das Betreuungsgeld für diewenigen, die auch ohne Betreuungsgeld daheim geblieben wären und so tun, als wäre Kinderbetreuung igittitt.

Früher hatten wir auch einne Kaiser.



Zitat von bssh
Heute, wo sich in der ach so modernen und angeblich besseren Zeit die Familienstrukturen auflösen, da werden als erstes die Alten outgesourced in Alters- und Pflegeheime oder wie es in Orwellscher Neusprache heißt in Seniorenheime. Das klingt doch gleich viel besser, bedeutet aber das gleiche, dass die Jungen nicht mehr für die Alten da sind, sondern das auslagern. Nun geschieht das gleiche bei den Kindern. Auch um die kann oder will man sich nicht mehr selber kümmern, dafür hat man dann Institutionen wie Kitas und Ganztagsschulen. Wunderbare Zeiten, in der die arbeitsfähige Bevölkerung weder von an Alten noch den Jungen abgelenkt wird und voll für die Produktivität sorgen kann ;-)
Ihre früheren Familienstrukturen, die Sie so in den Himmel loben, wollen aber die meisten nicht mehr leben. An was das wohl liegen könnte? Könnte es auch daran liegen, dass die Frauen halt nicht mehr bereit sind, für Mann und Kinder nicht mehr daheim zu bleiben und dann so ganz nebenbei auch noch die Eltern und Schwiegereltern zu pflegen, um dann im Alter mit nichts dazustehen? Denn es waren mehrheitlich die Töchter, die für die Familien der Büttel waren.

Sie können doch das Mehrgenerationenmodell ja praktizieren. Wer hindert Sie denn daran.

Und wer nicht für sein eigenes Leben arbeiten möchte, auch gut, es gibt Hartz IV. Soll für ein bescheidenes Leben ausreichend sein.

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