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Familienpolitik: Politiker fordern Abschaffung des Betreuungsgeldes
DPA

Die CSU setzte das Betreuungsgeld vor einem Jahr gegen großen Widerstand durch. Doch jetzt fühlen sich Politiker von SPD und Grünen durch eine Studie bestätigt - und fordern eine Streichung der Zahlungen.

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Racer77 30.07.2014, 08:32
140. @ gazettenberg #138

Ich bin mir nicht sicher, dass die Eltern, bei denen beide berufstätig sind, immer ein Steueraufkommen haben, welches die Subventionen pro Kind erwirtschaftet. Denn sonst passt das Argument nicht, dass man nicht genug Geld zum Leben hat, wenn nich beide arbeiten. Und bei Steuerklasse I muss man schon mehr als 3.800 Euro im Monat haben um mehr als 700 Euro Steuern im Monat zahlen zu müssen. Also müssten dann bei 2 Kindern beide gemeinsam ja über 7.500 Euro bekommen, damit eine Subvention von im Mittel etwa 750 Euro pro Kind schon bezahlt sein soll (wenn man mal 500 - 1.000 Euro pro Kind ausgeht). Haben wir nun einen Alleinverdiener mit sagen wir 4.000 Euro im Monat und 2 Kindern, die von einem der Partner betreut werden, dann kommen wir auf eine Steuerlast von ca. 450 Euro. Ziehen wir davon die 300 Euro Betreuungsgeld einmal ab, dann macht der Staat also noch immer Plus. Also zieht das Argument nicht, dass die berufstätigen Eltern die Subvention doch mit ihren Steuern aufbringen, wenn die Familie, die Betreuungsgeld erhält diesen Zuschuss auch mit ihren Steuerzahlungen aufbringt, oder? Wahrscheinlich wird das jetzt anders gesehen, da es nicht in die Ideologie passt. Und ich warte noch auf die Antwort auf die Frage, ob man nicht mit der selben Begründung wie das Betreuungsgeld auch das Elterngeld in den ersten 14 Monaten abschaffen sollte, da es ja auch nur eine unnötige Zahlung ist und es die absolut eigene Entscheidung ist beim Kind zu bleiben und es nicht nach ca. 6 Wochen schon in die Krippe zu geben. Ob jetzt 6 Wochen alt oder 14 Monate sollte doch keinen Unterschied machen, wenn die Krippen doch qualitativ so viel hochwertiger sind als die elterliche Erziehung.

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Racer77 30.07.2014, 08:36
141. @ gazettenbert #138

Ich hab noch eine Antwort auf die Frage vergessen, woher das Geld für die Krippen komme, wenn nicht von den berufstätigen Eltern. Ganz einfach: von den vielen kinderlosen Steuerzahlern, zu denen z. B. ich auch zähle. Und ich bin dafür, dass meine Steuern eher an die Eltern gegeben werden sollten, die ihre Kinder selbst betreuen und ein Betreuungsgeld bekommen.

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gazettenberg 30.07.2014, 08:47
142.

Zitat von kika2012
"Kinder unter 2 Jahren koennen noch nicht "miteinander" spielen. Die spielen nebeneinander her. Und den ist es vollkommen egal, ob noch andere Kinder da sind, oder nicht. " Unfug, wo haben Sie das denn her? Mein Sohn freut sich wie Bolle, wenn er seine Freunde bei der TM sieht, da wird gemeinsam gespielt, gegessen etc. und er hat so viel gelernt von den anderen Kindern, das haette ich ihm zuhause nicht bieten koennen.
Ich kann Ihnen nur zustimmen. Hier schreiben offenbar einige Foristen, die keine eigenen Kinder haben und Kindererziehung nur vom Hörensagen kennen - hier wurden ja auch schon Leserbriefe von irgendwelchen "Psychologen" zitiert und als "Forschungsstand" ausgegeben. Das sagt schon alles.

Unsere Kinder haben sehr früh auf ihre Geschwister und andere Kinder reagiert und bei denen viel abgeschaut. Das kenne ich auch so aus anderen Familien. Die Kleineren konnten natürlich noch nicht das, was die Großen konnten, das hat dann aber zum Lernen und Nachmachen motiviert. Kinder, die in einer Gemeinschaft mit anderen Kindern aufwachsen, lernen früher soziales Verhalten.

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pittiken 30.07.2014, 10:00
143.

Zitat von Racer77
Ich bin mir nicht sicher, dass die Eltern, bei denen beide berufstätig sind, immer ein Steueraufkommen haben, welches die Subventionen pro Kind erwirtschaftet. Denn sonst passt das Argument nicht, dass man nicht genug Geld zum Leben hat, wenn nich beide arbeiten.
Die Aussage, man hätte nicht genug Leben, wenn nicht beide arbeiten, hängt wohl auch vom Anspruchsdenken und auch der Ausgabenseite der Aussagenden ab.
Zitat von Racer77
...Haben wir nun einen Alleinverdiener mit sagen wir 4.000 Euro im Monat und 2 Kindern, die von einem der Partner betreut werden, dann kommen wir auf eine Steuerlast von ca. 450 Euro. Ziehen wir davon die 300 Euro Betreuungsgeld einmal ab, dann macht der Staat also noch immer Plus.
Sie mischen jetzt aber gewaltig vieles zusammen, um dann auf das gewünschte Ergebnis zu kommen.
Der Tag X = Einkommenssteuern von Mann und Frau, bevor Frau wegen Geburt als Einkommenssteuerzahlerin ausfällt
Nach Geburt wird Elterngeld gezahlt, was unter dem Progressionsvorbehalt fällt, Mann ist Alleinverdiener und übernimmt den Grundsteuerfreibetrag der Gattin und mindert so seine zu zahlende Einkommen/Lohnsteuer, = Mindereinnahmen für die Kommune, die für die Kinderbetreuungseinrichtungen zuständig ist gegenüber Tag X
Elterngeld läuft aus, Frau bleibt daheim, Situation beim Alleinverdiener ist gleichgeblieben gegenüber der Elterngeldzeit, aber die Kommune erhält noch weniger Steuereinnahmen, weil ja die eingenommenen Steuern des unter Progressionsvorbehalt laufenden Elterngeldes wegfallen = Mindereinnahmen gegenüber Tag X, höhere Ausgaben für das Betreuungseld.
Dazu kommt noch, dass die GKV keine Einnahme der daheim betreuenden Mami hat, aber der Beitragszahler = die berufstätigen Mamas z.B., zahlen für diese diese Ausgaben mit und diese sind gleichermaßen bei verdienstabhängigen Leistungen benachteiligt. Und es gibt Fälle, da wird dann die Alleinverdienerfamilie zum Aufstocker bei Hartz IV und die Kommune muss dann auch noch für die Wohnkosten teilweise oder komplett aufkommen, auch wenn diese einen Ausgleich vom Bund erhält.
Zitat von Racer77
Also zieht das Argument nicht, dass die berufstätigen Eltern die Subvention doch mit ihren Steuern aufbringen, wenn die Familie, die Betreuungsgeld erhält diesen Zuschuss auch mit ihren Steuerzahlungen aufbringt, oder?
Und letztendlich kommen ja auch noch die Beitragszahlungen für den Krippenplatz abhängig vom Einkommen der Eltern dazu. Und nach Ende der Betreuungsgeldzeit, wenn diese ausläuft, dann hat zwar die Kommune weniger Ausgaben für das Betreuungsgeld, aber immer noch Mindereinahmen gegenüber Tag X, denn die daheimbetreuende Mami hat jetzt Schwierigkeiten eine Arbeitsstelle zu bekommen und fällt länger aus, als gedacht.
Grundsicherung im Alter nicht vergessen, wenn der Alleinverdiener sich nicht mehr als Ernährer zur Verfügung steht. Die Grundsicherung fällt dann auch auf die Füße der Kommune.
Wenn die Kommune keine Kinderbetreuung anbietet, ist das im Endeffekt, wenn man alle Komponenten zusammenfasst, ein Verlustgeschäft für die Kommune.
Aber wer nur kurzfristig denkt, dem ist nicht beizukommen, leider.

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gazettenberg 30.07.2014, 10:12
144.

Zitat von Racer77
Ich bin mir nicht sicher, dass die Eltern, bei denen beide berufstätig sind, immer ein Steueraufkommen haben, welches die Subventionen pro Kind erwirtschaftet. Denn sonst passt das Argument nicht, dass man nicht genug Geld zum Leben hat, wenn nich beide arbeiten.
Warum sollte das Geld nicht reichen, wenn nur ein Elternteil arbeitet? Als ich Kind war, waren die Einkommen wesentlich niedriger und die Familien größer, trotzdem hat bei den meisten Familien ein Einkommen ausgereicht und die Kinder haben nicht gehungert.

Zitat von Racer77
Also müssten dann bei 2 Kindern beide gemeinsam ja über 7.500 Euro bekommen, damit eine Subvention von im Mittel etwa 750 Euro pro Kind schon bezahlt sein soll (wenn man mal 500 - 1.000 Euro pro Kind ausgeht).
Sie übersehen, dass die Kindergärten ihrerseits wieder zahlreiche Arbeitsplätze schaffen. Jeder Euro, den Eltern an Kindergartenbeiträgen zahlen, schafft mit mindestens 50 Cent weitere Arbeitsplätze bei Erziehern, in der Bauindustrie, in der Verwaltung, etc. Gleichzeitig spart die Gesellschaft an anderer Stelle Geld: Wenn Kinder im Kindergarten Deutsch lernen, entfallen später teure Deutschkurse und Förderunterricht an den Grundschulen.

Zitat von Racer77
Haben wir nun einen Alleinverdiener mit sagen wir 4.000 Euro im Monat und 2 Kindern, die von einem der Partner betreut werden, dann kommen wir auf eine Steuerlast von ca. 450 Euro. Ziehen wir davon die 300 Euro Betreuungsgeld einmal ab, dann macht der Staat also noch immer Plus.
Ich hatte Ihnen bereits vorgerechnet, dass der zu Hause bleibende Elternteil weitere Vergünstigungen erhält (kostenlose Kranken- und Pflegeversicherung, geschenkte Rentenpunkte, Ehegattensplitting). Wir reden hier also von bis zu 1000 Euro im Monat allein für die Mutter und nicht nur von 300 Euro Betreuungsgeld.

Vor allem aber hat Ihr Ansatz, Frauen aus dem Erwerbsleben herauszuhalten den Nachteil, dass Sie damit später Altersarmut produzieren. Denn insbesondere alleinerziehende Mütter, die nicht arbeiten, sind später ein Fall für die Grundsicherung. Das sind dann ab Renteneintritt nochmal 25 Jahre lang 1000 Euro im Monat. Ihr (veraltetes) Modell ist also nicht nur nicht mehr zeitgemäß, es ist obendrein auch für die Gesllschaft sehr teuer, Frauen aus der Arbeitswelt herauszuhalten. Unfair ist es sowieso.

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bekkawei 30.07.2014, 11:00
145.

Zitat von gazettenberg
s sie für die Betreuungsgeldbezieher zusätzlich über Steuern erarbeiten müssen. Selbst wenn die Betreuungsgeldbezieher bereits Multimillionäre sind. Anders gesagt: Die Krankenschwester finanziert der Chefarztgattin das süße Leben.
Unsinn. Der Chefarztgatte zahlt 7 mal soviel Steuern wie die Krankenschwester.
Der finanziert neben seiner Gattin noch die Kita der Gazettenbergs mit.

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bekkawei 30.07.2014, 11:03
146.

Zitat von gazettenberg
Selbstverständlich steht das KiTa-Angebot allen Eltern zu. Daran besteht doch überhaupt kein Zweifel.
Ich finde die Kita-Subventionen sollten abgeschafft werden, und allen Eltern ein Betreuungsgeld gezahlt werden. Wie wär e das? Dann kann jeder es halten wie er will.

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gazettenberg 30.07.2014, 11:09
147.

Zitat von bekkawei
Ich finde die Kita-Subventionen sollten abgeschafft werden, und allen Eltern ein Betreuungsgeld gezahlt werden. Wie wär e das? Dann kann jeder es halten wie er will.
Warum so inkonsequent? Dann bitte auch alle Straßen, Schulen, Feuerwehren und Schwimmbäder für die Betreuungsgeldbefürworter abschaffen. Das können Sie sich dann ja alle selbst im eigenen Garten bauen von den gesparten Steuern.

Wer nicht in einem Sozialstaat leben möchte, kann das doch tun. Die Welt ist groß und Länder, in denen der Staat keine Steuern erhebt und im Gegenzug keine Infrastruktur baut, gibt es genug. Kann jeder selbst ausprobieren, ob das so erstrebenswert ist ...

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gazettenberg 30.07.2014, 11:11
148.

Zitat von bekkawei
Unsinn. Der Chefarztgatte zahlt 7 mal soviel Steuern wie die Krankenschwester. Der finanziert neben seiner Gattin noch die Kita der Gazettenbergs mit.
Spätestens wenn er sich von seinem Heimchen am Herd getrennt hat um sich eine jüngere Partnerin zu suchen, zahlen wir sein Lebensmodell und die Folgekosten seiner Scheidung alle mit. Zum Beispiel, indem wir die Grundsicherung für seine Ex zahlen.

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Racer77 30.07.2014, 11:16
149. @ gazettenberg

Ich warte immer noch auf die Antwort, ob nicht das Elterngeld in den ersten 14 Monaten genauso zu betrachten ist wie das Betreuungsgeld. Denn das bekommen die Eltern auch dafür, dass sie einfach zu Hause bleiben und eine mögliche Krippe nicht in Anspruch nehmen. Das Betreuungsgeld ist nämlich nichts anderes als eine Weiterführung des Elterngelds in sehr viel geringerem Umfang.

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