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Familienpolitik: Union verbittet sich SPD-Kritik am Betreuungsgeld
DPA

Ein Jahr nach Einführung des Betreuungsgeldes wachsen die Zweifel an der Prämie. In der SPD sympathisiert mancher mit einer Abschaffung - sehr zum Ärger der Union.

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elikey01 29.07.2014, 16:54
80.

Zitat von Immanuel_Goldstein
Wer sich berechtigte Kritik "verbittet" ist längst nicht mehr politikfähig. Ich möchte nur daran erinnern, dass weite Teile der Union nie für die Herdprämie waren und es auch nicht sind und dass dies ein reines politisches Entgegenkommen für die Hinterwäldler aus Oberbayern war und ist. Fakt ist: die Herdprämie ist politischer, ökonomischer und pädagogischer Unsinn, wie die zitierte Studie ja nun klar nachweist.
Das Ergebnis ist auch ein Hinweis darauf, dass der "Mitnahmeeffekt" insb. von Migrantenfamilien sich zusätzlich auch integrationsfeindlich auswirkt.

Viele Türken, die nach DEU einwandern wollen, nahmen am Goethe-Institut in Istanbul Deutschunterricht, weil ein Minimum an Sprachkenntnis auch für Familiennachzug (Bräute/Ehefrauen) gefordert wurde.

Nachdem jedoch der EuGH diese Forderung gekippt hat, brachen viele den Sprachunterricht höchst erfreut ab, wollten gar die Kosten zurückerstattet haben.
Wie soll man also (insb. bildungsferne) Menschen verstehen können, die in ein Land einwandern und dort leben wollen mit allen sozialen Errungenschaften, die dieses Land ihnen zu bieten hat, aber dessen Sprache nicht lernen wollen?
Sich jedoch über angeblich allgegenwärtige Benachteiligungen wg. ihrer Herkunft beschweren und Forderungen an den Staat nach mehr Mitteln für Integration stellen?
Während sie die Parallelgesellschaften einschl. "eigener" Justiz ausweiten, als wollten sie hierzulande eine Kolonie ihres Herkunftslandes ausbauen?

Gerade für Mitbewohner mit Migrationshintergrund ist der frühzeitige Kita-Besuch ein sinnvolles Mittel zur Integrationsförderung, auch für die Eltern, und zwar im gesamtgesellschaftlichen Interesse.

Wenn sie dies jedoch ablehnen, um eine staatl. Leistung wie das Betreuungsgeld "mitzunehmen", ist dies h.E. auch ein Indiz für mangelnden Integrationswillen.
Im Übrigen deckt sich dieses Studienergebnis ja auch mit denen anderer Länder, die lange vor DEU ein Betreuungsgeld einführten und dies wg. der negativen Ergebnisse wieder abschaffen wollen od. teilweise schon haben.

Dass man Eltern/Erziehungsberechtigten mit der Kritik an der "Mitnahme-Bevorzugung" generell unterstelle, dass sie unfähigere bzw. schlechtere Eltern seien als jene, die eine frühzeitige Betreuung bevorzugen, kann getrost ins Reich der billigen Polemik verwiesen werden.
Sowohl die Zeit der "Rabenmutter" als auch die des "Heimchens am Herde" sollte als nicht mehr in die Zeit passend längst passee sein.

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WILHHERDE 30.07.2014, 10:53
81. Gott sei Dank

ist mir die Kinderkrippe erspart geblieben.
Man sprach bei uns zu Hause Platt-Deutsch, Ausnahme meine Mutter, mehr als Volksschule hatte bei uns niemand besucht.
Trotzdem hinderte mich dies nicht daran, das Gymnasium und dann die Unversität zu besuchen und auch noch zu promovieren.
Gebildet war bei uns zu Hause niemand so richtig, vor allen Dingen war niemand eingebildet, was noch viel wichtiger war.

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WILHHERDE 30.07.2014, 10:58
82. 150 E für die Betreuung eines Kindes

ist kein großer Betrag.
Kindererziehung und Betreuung in der Krippe ist um ein Vielfaches teurer.
Der Staat sollte froh sein über jedes Kind, das die ersten drei Jahre zu Hause verbringen kann.
Vor allen Dingen ist dann auch genügend Geld vorhanden, die Kinder, die wirklich einen Krippenplatz benötigen, mit Plätzen optimal zu versorgen.
In der Diskussion geht es meiner Meinung nach am wenigsten um die Kinder, sondern darum, die Gesellschaft im Sinne des Feminismus umzuformen.

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gazettenberg 30.07.2014, 10:58
83.

Zitat von WippenderGang
Gerade die Kindergärtnerinnen, die gut arbeiten, verstehen es sehr gut und begrüßen es, wenn Kinder bis zum 3. Lebensjahr zu Hause bleiben.
Ja, überall in Deutschland sieht man demonstrierende Kindergärtnernerinnen durch die Straßen ziehen, die wütend gegen den Bau von Kindergärten protestieren.

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gazettenberg 30.07.2014, 11:04
84.

Zitat von WILHHERDE
ist kein großer Betrag. Kindererziehung und Betreuung in der Krippe ist um ein Vielfaches teurer.
Zu den 150 Euro kommt ja noch die kostenlose Kranken- und Pflegeversicherung für die Mutter, geschenkte Rentenpunkte für jedes Jahr zu Hause und das Ehegattensplitting. Im Ergebnis liegt man also eher bei 1000 Euro pro Monat und nicht bloß bei 150.

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WILHHERDE 30.07.2014, 11:08
85. Wenn der Staat der Meinung ist,

Kleinstkinder von Einwanderern benötigten dringend den Aufenthalt in der Krippe, um zu brauchbaren deutschen heran zuwachsen, dann sollte er den Krippenaufenthalt für diese Gruppe verpflichtend machen und sich dann aber nicht von der EU oder sonstigen Stelle davon abbringen lassen und das Vorhaben konsequent durchziehen.

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Durchatmen 30.07.2014, 13:06
86. Wohltuend

ist, was WILHHERDE schreibt:

Zitat von WILHHERDE
ist mir die Kinderkrippe erspart geblieben. Man sprach bei uns zu Hause Platt-Deutsch, Ausnahme meine Mutter, mehr als Volksschule hatte bei uns niemand besucht. Trotzdem hinderte mich dies nicht daran, das Gymnasium und dann die Unversität zu besuchen und auch noch zu promovieren. Gebildet war bei uns zu Hause niemand so richtig, vor allen Dingen war niemand eingebildet, was noch viel wichtiger war.
Wieviele Eltern der heutigen Senioren hatten denn Abitur? Das hinderte sie aber nicht daran, zu studieren, zu promovieren und ihre Stellung im Leben zu erringen und zu halten, trotz Hunger und Elend in der Nachkriegszeit, Vertreibung usw. Sie hatten aber zumindest die Mutter als Betreuerin ständig in Reich- und Blick -und Hörweite, auch wenn sie nicht ununterbrochen mit ihnen spielen konnte. Die Mutter hatte zwar kein Abi, aber sie war wenigstens da und nicht in der heute für so wichtig gehaltenen beruflichen Funktion unterwegs. Heute ist sie mal da, mal nicht da, mal ist eine Fremde als Betreuerin da, mal ist das Kind bei Fremden in Betreuung. Für Kleinkinder ist das ein seelischer Stress und bei älteren Kindern eine Enttäuschung, wenn sie aus der Kita heimkehren und die Mutter nicht vorfinden. So kann kein "Urvertrauen" entstehen, das für das spätere Leben ausschlaggebend ist. Ob das Kind mit drei schon englisch neben deutsch oder deutsch neben türkisch plappern kann, ist völlig egal.

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hanspeter.z 30.07.2014, 13:13
87.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Solche Politiker wurden von uns auch noch gewählt...

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gazettenberg 30.07.2014, 14:15
88.

Zitat von Durchatmen
Heute ist sie mal da, mal nicht da, mal ist eine Fremde als Betreuerin da, mal ist das Kind bei Fremden in Betreuung. Für Kleinkinder ist das ein seelischer Stress und bei älteren Kindern eine Enttäuschung, wenn sie aus der Kita heimkehren und die Mutter nicht vorfinden.
Wie hat die Menschheit nur überlebt in den zehntausend Jahren vor Erfindung der Alleinverdienerehe, als es (so wie heute wieder) völlig normal war, dass beide Elternteile gearbeitet haben?

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bekkawei 30.07.2014, 17:00
89.

Zitat von gazettenberg
Zu den 150 Euro kommt ja noch die kostenlose Kranken- und Pflegeversicherung für die Mutter, geschenkte Rentenpunkte für jedes Jahr zu Hause und das Ehegattensplitting. Im Ergebnis liegt man also eher bei 1000 Euro pro Monat und nicht bloß bei 150.
Jetzt packen Sie mal die Neidpakete ein.
Zu meiner Zeit gab es noch kein Betreuungsgeld. Mein Gatte hat für mich und die drei Kinder saftige PKV Beiträge bezahlt und seine Steuerabgaben hätten für viele Kitaplätze für kleine Gazettenbergs gereicht.

Rentenpunkte bekommen auch berufstätige Mütter, also von daher keine Aufregung. Und vom Ehegattensplitting profitieren auch die Ehepaare, wo beide berufstätig sind. Was soll der ganze Brass also?

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