Forum: Politik
Fanatismus: Unser Reich komme
REUTERS

Was haben Salafisten, die an den Gottesstaat glauben, und die Aktivisten der Tierschutzorganisation Peta gemein? Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten mehr, als man meinen sollte.

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Heiner Hannappel 10.08.2017, 20:29
150. Also für meinen Teil bin ich nicht ideologischer geworden.

Ein guter Artikel wie immer Herr Fleischhauer.
Ideologie, Religion und Politik tragen das Risiko der Verführung zum Unlogischen in sich und sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. In einer Situation, in der der Bürger durch eine alternativlose, unsere Demokratie schleifende Politik quasi entpolitisiert wird und jeder, der Kritik an der praktizierten Nullkonzeptpolitik ohne Prinzipien übt, in die rechtspopulistische Ecke verbannt wird, braucht man Abstand und eine Ideologie jedweder Art verhindert diesen.

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walter_de_chepe 10.08.2017, 20:53
151. Ideologie ohne Utopie

Willy Brandt sagte einmal, der Marxismus wäre für viele das einzige geistige Abenteuer gewesen. Man muss allerdings anerkennen, dass viele in der Arbeiterbewegung gar keine Chance hatten, mehr als Marxismus kennenzulernen. Man muss sich nur einmal die Biographie Thälmanns anschauen. Marxismus war die einzige höhere Bildung, die er sich als Arbeiterkind im Kaiserreich aneignen konnte. Man muss den Kommunisten hoch anrechnen, dass sie sich dieses Mangels immer bewußt waren und danach strebten eine bessere Zukunft zu schaffen. Heute handelt es sich eher um eine absichtliche Selbstverblödung, mit der man der Komplexität der Welt entfliehen will. Die Ideologie des Kommunismus war auch eine Utopie. Die gegenwärtigen Linke, Scientologie, PETA und andere sind bar jeder Utopie nur noch ein Vogel Strauß auf der Flucht und voller Angst vor der Zukunft. Deswegen wirken ihre Ideologien so skurril, das macht sie so lächerlich, vielleicht aber auch so gefährlich.

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Monty76 10.08.2017, 20:57
152.

Man kann Meinungen haben, "falsche" und "richtige" (ja, ich weiß, Meinungen sind einem Beweis nicht zugänglich), begründet oder schwer nachvollziebar. Alles knuffig, alles interessant, vieleicht sogar bereichernd. Eklig - und zwar egal aus welcher Richtung - wird es grundsätzlich immer dann, wenn Sendungsbewusstsein dazu kommt.

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Dio_genes 10.08.2017, 21:05
153. Früher

Zitat von heinz.murken
... Für jeden links eingestellten Jugendlichen, der dies meist war, weil die Eltern SPD wählten, war die Zugehörigkeit gemäßigterer Zeitgenossen zur Jungen Union fast gleich zu setzen mit der HJ. ...
Ich habe als politisch unerfahrener Jugendlicher in den 89ern einige Veranstaltungen der Jungen Union und der CDU besucht - auch als Kohl gesprochen hat. Für die JU´ler war jeder SPD-Wähler ein Kommunist, Marxist o. ä.
Auch Kohl hat jede soziale Idee als Sozialismus gegeißelt und gegen Abweichler von seiner Linie gewettert und Leute pauschal beleidigt.

Ich vermute, dass das heute nicht besser ist, bei den Jugendorganisationen und fanatischen Parteigängern.

Also: Die Konservativen sind keinen Deut besser (gewesen) und viele Liberale in ihrer verblendeten Einseitigkeit (die staatliche Transferleistungen am liebsten abschaffen wollen) leider auch nicht.

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Koda 10.08.2017, 21:08
154. Was mich abstößt=>

die Überheblichkeit der verm. intellekuellen Journalisten

"Das Aufregendste dort ist der "Pulsnitzer Gesundheitslauf", der einmal im Jahr Ende August stattfindet."
Schnelle mal gegoogelt und dei Webseite der Stadt Pulsnitz durchgelesen.
Mal mit einem Pulsnitzer gesprochen?

Ich komme aus einem Kaff von 500 Einwohnern auf welches der Begriff "Kuhdorf" deswegen nicht mehr zutrifft, da ess keinen Kuhbauern mehr gibt, nur noch - wenn überhaupt - Felderwirtschaft. Es gibt auch keinen Laden und keinen Bäcker mehr wegen des Strutkurwandels der letzten 40 Jahre. Aber mehrmals im Jahr gibt es einige traditionellen Dorfsfeiern, in denen die Post abgeht.
Wohnen tue ich übrigens inzwischen in einem Vorort von Köln, ebenfalls Dorf, viermal so groß und viermal so langweilig, wei es nicht mal mehr Dorfsfeste gibt und der Strukturwandel hat ebenso Läden und Bäcker gekillt.
Übrigens: das Aufregendste in Köln ist neben dem Karneval noch der CSD. Und ich habe beides so über.

Was ist übrigens so toll an Berlin, dass man meint, immer die Provinz niederzumachen?
Dass irgendwann ein Flughafen eröffnet wird?
Die Love Parade gibts ja nun auch nicht mehr..

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ericstrip 10.08.2017, 21:09
155. So ist es...

...wir leben inzwischen im postrationalen Zeitalter. Wenn alte Religionen wegbrechen, suchen die Menschen sich offebar neue. Schlauer oder besser sind die aber auch nicht.

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nobody_incognito 10.08.2017, 21:15
156.

Zitat von Monty76
Man kann Meinungen haben, "falsche" und "richtige" (ja, ich weiß, Meinungen sind einem Beweis nicht zugänglich), begründet oder schwer nachvollziebar. Alles knuffig, alles interessant, vieleicht sogar bereichernd. Eklig - und zwar egal aus welcher Richtung - wird es grundsätzlich immer dann, wenn Sendungsbewusstsein dazu kommt.
Ja, es ist schon paradox, warum Leute andere Leute von ihrem Glauben meinen überzeugen zu müssen, wenn der Allmächtige das jederzeit selbst bewerkstelligen könnte - das wär ja das mindeste was man von "ihm" erwarten können dürfte, mal abgesehen von "Vergeltung und Gerechtigkeit". Wahrscheinlich geht es dem Allmächtigem aber darum unser logisches Denkvermögen zu prüfen und kritisch zu hinterfragen. Also wer die objektive Wahrheit ergründet, der müsste es dann gapackt haben. (-;

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pric 10.08.2017, 21:19
157.

Meiner Ansicht nach ist es nicht einfacher geworden "sich heute ausschließlich aus Quellen [zu] bedienen, die einem in dem bestätigen, was man ohnehin schon zu wissen meint."
Zeitungsabonnements, Zeitschriftenkiosks etc. ermöglichten schon immer eine einfache Selektierung. Z.B.: Liest man Bild oder Spiegel? Heutzutage gilt das mit dem Spiegel als Bild-Gegensatz natürlich nicht mehr, da muss man sich etwas anderes abonnieren, vielleicht die TAZ.
Ansonsten ist dieser Kolumnenbeitrag tatsächlich qualitativ hochwertiger als sonst üblich. Weil er meiner Ideologisierung nicht komplett widerspricht. Eine zunehmende Ideologisierung sehe ich auch nicht, für die Meisten macht sich so eine Ideologie auch nur beim Anderen bemerkbar und nicht bei sich selbst.

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mundi 10.08.2017, 21:20
158. Entscheidend ist die Gewaltlosigkeit

Ich beurteile die fanatischen Ideologen daran, ob sie für die Durchsetzung ihrer Weltanschauung Argumente oder körperliche Gewalt gebrauchen.
So sehen es auch die Gesetze zivilisierter Staaten.

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conrath 10.08.2017, 21:26
159. Danke für die Aufklärung über die Scientology

Tut gut, im SPON zu lesen, dass die Scientology Sekte so ziemlich das Letzte ist, was gebraucht wird und eine Zumutung für jeden geistig Normalen. Vor allem, nachdem auf SPON lange Werbung genau dieser Sekte zu lesen war. Seit Längerem nicht mehr. Und das ist auch gut so.
Viele Menschen lassen sich auf alles mögliche ein, auch auf schwachsinnige Ideologien. Meist vorübergehend und im jungen Alter und meist gibt es sich ohne Nebenwirkungen. Was machen eigentlich Lehrer und Eltern? Fallen sie als kompetente Gesprächspartner völlig aus? Scheint fast so. Ein gesellschaftliches Trauerspiel.

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