Forum: Politik
Faschismus in Europa: Die völkische Revolution

Völkisches Denken breitet sich in Europa aus, die extreme Rechte ist auf dem Vormarsch. Die Angst bahnt ihr den Weg. Der Faschismus ist kein Phänomen der Vergangenheit.

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ana.mulhed.aftacher 08.12.2015, 13:09
170. Judikative

Zitat von Drscgk
Nämlich die Aussicht auf wurzeltiefe Abschaffung des Wirtschaftsfaschismus, wo die großen europäischen Konzerne jährlich eine Billion €uro an Steuern hinterziehen, ohne dass den Konzernen etwas passiert;
Das macht es zwar nicht besser: Die Konzerne nutzen in der Regel nur die legalen Möglichkeiten, die die Gesetzgeber ihnen bieten. Insofern hinterziehen sie in der Regel gar keine Steuern.

Wenn man die Judikative in der Tasche hat, braucht man nicht in die Illegalität auszuweichen.

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sososo.63 08.12.2015, 13:10
171.

Zitat von Afrojüdischer_Sozi-Sinti
Und Deutschland hat also eine über 2000 Jahre alte, friedliche, objektive Debatten-Kultur? Ja wir Menschen sind nicht alle gleich. Wir sind alles einzigartige Individuen. Und hier liegt Ihr Denkfehler: Menschen in ein Zwangskorsett geografisch begrenzter Kulturen zu stecken, welche streng von einander getrennt werden sollen, steht im heftigen Widerspruch zur vorherigen Erkenntnis, handelt es sich doch auch um nichts weiter als "Gleichmacherrei", nur eben von verschiedenen Gruppen.
Die geographische Bezeichnung europäische Kultur o.Ä. bezeichnet aber eine säkulare Kultur. Religiöse und säkulare Kulturen unterscheiden sich stark voneinander. Während der Säkularismus Religion akzeptiert, Religionen als solche hinnimmt, akzeptiert die religiöse Gesellschaft den Säkularismus nicht. Ein Beispiel: Als sich bei den ersten Flugmaschinen im 19. Jahrhundert viele Flieger das Genisck gebrochen haben, sagte man: Wenn Gottgewollt hätte, dass die Menschen fliegen, hätte er ihnen Flügel gegeben. Was wäre, wenn wir eine religiös geprägte Gesellschaft gehabt hätten? Beide Gesellschaften setzen auch unterschiedliche Schwerpunkte. Deswegen sind auch wirtschaftliche gesellschaftliche und soziale Entwicklungen sehr unterschiedlich. Ich möchte eine Gesellschaft und Demokratie in den Rahmenbedingungen von religiös bestimmten Moralvorstellungen nicht.

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berndbuttke 08.12.2015, 13:12
172.

Zitat von or75
Dieses Jahr kommen über 1 Million Menschen zu uns. Dies macht vielen deutschen Wählern Angst. ... Und was machen unsere schlauen Medienvertreter wie Herr Augstein? Sie brüllen so laut sie können: FASCHISMUS, FASCHISMUS, FASCHISMUS! Ich prognostiziere Ihnen eines: Auf diese Weise werden Sie die Bürger jedenfalls nicht wieder für sich zurückgewinnen. Es ist eigentlich schon fast zum Fremdschämen, Ihre Kolumnen zu lesen.
Wenn ich heute durch eine deutsche Stadt gehe, sehe ich genauso viele Gesichter von Einwanderern wie von autochtonen Urdeutschen. In Paris, London oder New York ist es das Gleiche. Warum sollte mich das stören, beunruhigen, gar ängstigen? Es ist normal.

Wir alle müssen lernen, damit zu leben, daß es in der Zukunft keine Nationalstaaten mehr geben wird, daß es nur noch Großräume geben wird, deren Populationen sich multikulturell zusammensetzen und vermischen.

Es wird in diesem Prozeß der Globalisierung Viele geben, die sagen: Früher war alles besser, da hatten wir z.B. noch die DM, da kostete ein Brötchen 10 Pfennig, da gab es noch richtige Telefonzellen, und die Terroristen waren damals auch noch viel symphatischer als diese schrecklichen Allahu-Akbar-Krieger.

Diese Leute werden zum Teil mit dem "Neuen Faschismus" sympathisieren und ihm Stimmen geben.

Der "Neue Faschismus" ist aber eine zwecklose Bewegung. Er wird die Globalisierung nicht aufhalten und den Nationalstaat nicht wiederbringen. Er kann, wenn er wie Hitler oder Mussolini zeitweise erfolgreich sein sollte, gewisse Irritationen in dem großen Prozeß der Globalisierung verursachen. Aber er wird kein Heil bringen.

Ehrlicherweise müssen wir unseren Leuten, die aus Deutschland wieder eine islamfreie DM-Zone machen wollen, sagen, daß das nicht geht. Ihr seid auf dem falschen Dampfer, ihr müßt ein neues Ticket buchen.

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jstawl 08.12.2015, 13:13
173.

Faschismus und Abgrenzung ist nicht nur ein Phänomen der Vergangenheit. Tolle Erkenntnis. Es wird auch immer allgegenwärtig bleiben.

Was war das früher schön vor zehntausenden von Jahren. Da waren Menschen in kleineren Gruppen unterwegs und hatten zwar noch keine dauerhaften Plätze, aber doch Jagdreviere etc. sich auserkoren. Wenn da eine andere Gruppe Menschen kam und ihnen die Beute streitig machen wollten, weil sie in ihrem alten Revier nix mehr zu essen gefunden hat, dann haben das die anderen Menschen natürlich über sich ergehen lassen. Als dann nicht mehr genug zu Essen da war, hat sich auch bestimmt eine der Gruppen großzügig dazu bereit erklärt, sich eine andere Wanderungsroute zu suchen und andere Plätze zum Jagen etc.

Dieses Abwehrverhalten gab es schon immer. Ich glaub, Europa ging es am besten, als sich die Völker und Staaten noch als solche gesehen haben, dies aber nicht zur Überhöhung gegenüber anderen genutzt haben. Das waren vllt. 30-40 Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Dann hat man alles zusammen geworfen, was noch gar nicht zusammen gehörte und die Grenzen aufgemacht und sich gewundert, warum die vielen verschiedenen Völker so große Meinungsverschiedenheiten haben. Absurd.

Und fremd im eigenen Land fühlen? Nur gut 20 %? Puh, also eine mittägliche Busfahrt irgendwo im Rhein-Main-Gebiet und die 20 % erhöhen sich schlagartig.

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basecape-man 08.12.2015, 13:18
174. es ist schon ein verdienst von augstein das er es schafft ..

immer wieder eine debatte zu befeuern ,dass sollten auch mal die anerkennen die ihn ablehnen.nur die entscheidene frage ist aber warum führt die politische"elite"diese landes solche debatten nicht.ist sie zu unfähig dazu ?statt dessen wird dem normalbürger in talkshows und anderen sendungen immer wieder zeuge von kleingeistigem bla,bla der immer gleichen akteure.heute abend soll wohl frau klöckner ihren gefühlten xxx wahlkampfauftritt siemal bei maischberger bekommen.ist das die demokratie?warum gibt z.b. phönix nach dem presseclub dem zuschauer nur max.15 minuten zur debatte?wo ist der anwalt der zuschauer bei den talkshows vertreten?wie hoch ist überhaupt noch der journalitische anteil in den medien?es klingt banal aber nur mit "nazis raus"parolen ist dieses problem nicht zu lösen.in diesem sinne ist augstein schon als journalistische stimme wichtig.ob man ihn mag oder nicht.

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friedrichgadow 08.12.2015, 13:20
175. Schade

Zitat von michel28
"Die Menschen haben das Gefühl, ihre Fragen verklingen ungehört." Lieber Herr Augstein, bitte erklären Sie mir, wieso Fragen der Bürger ungehört verklingen können, wenn sie garnicht gestellt werden dürfen. Sind Sie etwa der Annahme, dass Frau Merkel in einer Runde von 60 Auserwählten die Fragen "der Bürger" beantwortet oder die ellenlangen Monologe des Herrn Altmeier & Co. im TV-Studio die Fragen "der Bürger" beantworten. Fragen beantworten bedeutet Dialog mit "den Bürgern"
Eigentlich hatte ich gedacht, dass jemand, der in Foren wie diesem wunderbar eloquent daherkommt auch die Wege kennt, um mit unseren Abgeordneten und Ministern in Dialog zu treten. Gehen Sie doch mal auf Bundestag.de, suchen Sie den Abgeordneten, an den Sie sich wenden wollen und schreiben Sie den Herrschaften eine Mail. Geht genau so einfach wie hier einen Beitrag zu posten, kann ich aus mehrfacher eigener Erfahrung bestaetigen. Und wissen Sie was? Die antworten sogar! Und wenn man nicht zufrieden ist mit der Antwort dann kann man nachsetzen - und nachsetzen und nachsetzen. Zumindest auf Landesebene (Schule) sind meine Benuehungen nicht ohne Erfolg geblieben und auch Bundesminister haben mir geantwortet - mehrfach. Probieren Sie es mal aus!

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lieschen müller 08.12.2015, 13:22
176. Der Faschismus in kein Phänomen der Vergangenheit.

Wie Recht Jakob Augstein leider hat! Er hatte sich nur eine Zeitlang versteckt. Jetzt kriechen die Ratten wieder aus allen Löchern und man ist nur noch erstaunt und entsetzt darüber, wo sie überall gelauert haben. Menschen, mit denen man ein Leben oder über Jahre vertraut war, Freunde, die man zu kennen glaubte, zeigen nun eine ganz andere Seite ihres Denkens. Ich habe mich mein ganzes Leben (ich bin Jahrgang 1948) lang gewundert, wie dieser Hitler fast ein ganzes Volk verblöden konnte und in einen solchen Krieg treiben konnte. Jetzt beginne ich zu verstehen. Und diese Erkenntnis erzeugt Hoffnungslosigkeit und Grauen, weil diese verblendeten Menschen mit nichts zu erreichen sind und jedes Argument an ihnen abprallt. Der "Homo sapiens" ist in seiner Masse ein primitives Raubtier geblieben. Und die wenigen Stimmen dagegen verhallen, weil sie nicht verstanden, nicht gehört und von den Medien auch zu wenig verbreitet werden. Wenn schon in kleinen Familien Egoismus, Gier und Hass zerstörend wirken, wie soll es dann zwischen Völkern funktionieren.

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berndbuttke 08.12.2015, 13:27
177.

Zitat von ana.mulhed.aftacher
Xenophobie ist die Furcht vor dem Fremden und keineswegs der Hass auf das Fremde. (...) Nennen Sie meine Einstellung meinetwegen kaltherzig und/oder egoistisch aber nicht fremdenfeindlich. Auf jeden Fall maße ich mir nicht an, den Menschen in anderen Teilen der Welt meine Sicht der Dinge (mit militärischer Gewalt) aufzuzwingen.
Sie persönlich tun das nicht.

Befassen Sie sich einmal mit der Geschichte des Kolonialismus und des Neo-Kolonialismus. Fangen Sie bei Kolumbus an und hören Sie nicht auf, bevor Sie gelesen haben, mit welchen Methoden westliche Konzerne die Lebensverhältnisse verarmter Menschen überall auf der Welt zu deren Nachteil bestimmen.

Die Globalisierung ging nicht von den Menschen aus, die heute in Not zu uns kommen.

Ihr Nationalismus ist eine kurzsichtige Abwehr-Reaktion auf ein Riesenproblem, das sich im Rahmen des Nationalimus weder erklären und schon gar nicht lösen läßt.

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Olaf 08.12.2015, 13:30
178. Modus Operandi...

Zitat von ben_hurtig
dass Augstein in dem Artikel klammheimlich Israel mit "Faschismus" in Verbindung bringt??? Ich halte das für ziemlich starken Tobak!
Der deutschen Linken. Die können nicht anders.

Was völkisches denken betrifft, sollte Herr Augstein einmal überlegen, welche Deutschen er mit diesem Artikel anspricht, also welcher ethnischen Gruppe sie angehören.

Das wäre dann nämlich völkisches Denken.

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ana.mulhed.aftacher 08.12.2015, 13:30
179. Gleiches Recht für Alle

Zitat von berndbuttke
Wenn ich heute durch eine deutsche Stadt gehe, sehe ich genauso viele Gesichter von Einwanderern wie von autochtonen Urdeutschen. In Paris, London oder New York ist es das Gleiche. Warum sollte mich das stören, beunruhigen, gar ängstigen? Es ist normal.
Das muss Sie nicht stören! Im Gegenteil: Sie dürfen das sogar ganz toll finden. Aber genauso gut darf es mich stören.

Und da wir - zumindest nach ofizieller Darstellung - in einer Demokratie leben, müsste man darüber mal offen diskutieren und dann einen Konsens finden. Aber genau das verweigert man uns.

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