Forum: Politik
Faschismus in Europa: Die völkische Revolution

Völkisches Denken breitet sich in Europa aus, die extreme Rechte ist auf dem Vormarsch. Die Angst bahnt ihr den Weg. Der Faschismus ist kein Phänomen der Vergangenheit.

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Gebr.Engels 07.12.2015, 20:37
50. Sehr richtig Hr. Augstein

Zwei bemerkenswerte Sätze die ich dem Verfasser des Artikels nicht unbedingt zugetraut hätte:
1. "Die Eliten ernten die Früchte der Globalisierung, der Rest der Leute soll zusehen, wo er bleibt. Daheim nämlich."
2. "Die Menschen haben das Gefühl, ihre Fragen verklingen ungehört."
Ich denke allerdings man sollte den Rechtsextremismus in Fr. und D. etwas auseinanderdröseln, und nicht immer alles in einen Topf werfen.
In Fr. fürchtet man neben den Einwanderern offensichtlich auch "Europa" und sieht das (negative) Beispiel Deutschland, welches den Franzosen immer als leuchtendes Beispiel von den (EU)Politikern vorgehalten wird, hier ist der Arbeitsmarkt dereguliert und es breiten sich billigjobs immer mehr aus, die Gewerkschaften werden ausmanövriert und kaltgestellt -Vorbild Thatcher-, dies alles geschieht mit dem Hinweis auf die angeblich unausweichliche Globalisierung, die den Leuten als eine art Naturkatastrophe verkauft wird, deshalb können die Politiker auch überhaupt nichts dagegen machen natürlich war die Einführung des Euro auch ein solcher Sachzwang.
In D. ist es bei den rechten imho simpler: Nachdem man den Euro als Hauptangriffsziel verworfen hat, stürzt man sich nun auf die Einwanderer, die an dem abprallen der Fragen an die "Obrigkeit" nun wirklich nichts können.

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Zaphod 07.12.2015, 20:42
51. Identität als Aufputsch- und Beruhigungsmittel

Die ganze hohle Identitäts-Ideologie dient doch nur zur Rechtfertigung von Ausgrenzungen. Weil es die "wertvolle" deutsche Identität gibt, müssen wir sie angeblich schützen und dürfen sie nicht durch Ausländer oder Flüchtlinge verwässern. So lassen sich einfach Feindbilder und Überlegenheitsgefühle schaffen und die Menschen gegeneinander aufhetzen.

Selbst wenn es eine deutsche Identität gäbe, so wäre sie in keinster Weise besser oder überlegender als andere Identitäten. Sie wäre auch nicht schlechter - und sie wäre auch nicht besonders schützenswert. Wesentlich ist doch, was der einzelne ist und nicht was seine Rasse ist. Aber Nationalstolz ist eben ein Mittel, um diejenigen, die wenig haben, auf das sie stolz sein könnten, davon abzuhalten, die wahren Ursachen von Ungerechtigkeiten zu bekämpfen.

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kajoter 07.12.2015, 20:45
52. Ja,

die Alarmzeichen sind überdeutlch vernehmbar. Jetzt gilt es tatsächlich, sich offen und möglichst wirkungsvoll dagegen zu stellen. Aber leider wird dieses Sich-Dagegen-Stellen erschwert durch den Umtand, dass sich hierzulande Berufsempörte und - betroffene, Trittbrettfahrer und sogenannte Rockstars, denen es hauptsächlich um die eigene PR ging, bei jeder kleinsten sich bietenden Gelegenheit aufgetan haben, das Hohelied der gegen die rechte Gefahr wachsamen Bürger zu posaunen. Die Anlässe waren fast immer tragisch, aber in der Regel singulärer Natur, so dass außer einer Anteilnahme jede Form von Generalisierung übertrieben wirkte. Aber es ging ja gegen Rechts, also hielt der rechtschaffende Bürger den Mund und rollte nur innwändig mit den Augen. Und heute, da die Proportionen der rechten Gefahr um ein Vielfaches größer, ja schon greifbar vor uns stehen, müssten eigentlich ebenfalls vielfach größere Empörungs- und Betroffenheitsreaktionen erfolgen. Aber tun sie das? Zumindest nicht in einer vielfachen Größenordnung. Und das liegt eben auch in dem Overkill, den diese Republik an Mahnungen und Warnungen vor Rechtsextremismus und Antisemitismus jahrzehntelang erfahren hat. Jede Repetition nutzt sich nach einiger Zeit ab, das ist ein Naturgesetz und so auch diese. Außerdem: Von wem wurden sie denn tatsächlich empfangen? Doch nur von den Menschen, die solcher Warnungen nicht bedurften. Die wahren Adressaten ignorierten sie oder machte sich darüber lustig. Und so nimmt es nicht wunder, dass man nunmehr in vielen Kommentaren von der "alten Leier" oder "übertrieben hysterischen Linken" lesen kann. Auf die Dosierung kommt es an und die war über zu viele Jahre zu hoch - auch bei Ihnen, Herr Augstein. Nun, da es angesichts eines dramatischen, europäischen Rechtsrucks jeden Grund für das Klingeln der Alarmglocken gibt, sind viele Bürger schon zu abgestumpft (worden).

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luny 07.12.2015, 20:45
53. Ganz im Gegenteil

Zitat von MrMokel
es gibt auch keine deutsche Identität, es gibt verschiedene Bundesländer und Städte, die eine Fussballmeisterschaft austragen. Es gibt auch keine Schweizerische Identität, und keine keine einheitliche Sprache ein der Schweiz. Oder in Belgien. Oder in Großbritannien. Oder in Spanien. Großbritannien ist ein "künstliches Gebilde", Belgien ist ein "künstliches Gebilde", die meisten Länder auf diesem Planeten sind "künstliche Gebilde". Die USA sind ein "künstliches Gebilde", die afrikanischen Länder sind ein "künstliches Gebilde". Merken sie, dass das ein unsinniges Argument ist? Die Geschichte Europas ist von Kriegen geprägt, weil die Geschichte der Menschheit von Kriegen geprägt ist. (Und was sind Kriege, die nicht "gegenseitig" sind?) Wo wollen sie mit ihrer "Argumentation" überhaupt hin?
Hallo MrMokel,

Sie beschreiben es doch sehr gut.

Überall, wo es zu willkürlichen Staatsgebilden kam, sei
es mit dem Lineal wie in Afrika oder eben aus macht-
politischen Gründen, gibt es Bestrebungen, diesen Zu-
stand zu beenden.

Was genau verstehen Sie an meiner Argumentation
nicht?

Regional geht vor nationial. So sieht es gerade aus.

Die USA ist ein ausgeprägter föderalistischer Staat
und gewährt den einzelnen Bundesstaaten schon auf
dem Gebiet der Steuererhebung große Individualrechte
ein.

Die "künstlichen Gebilde" fliegen gerade auseinander.

Was können Sie dem abgewinnen?

LUNY

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axth 07.12.2015, 20:48
54. Gedankenklopse

Zitat von luny
Hallo Hapeschmidt2, das große Ziel der EU- und EUR-Gläubiger ist es, die nationale Identität aufzulösen. Die selbsternannte politische "Elite" schreitet forsch voran, nur die gemeine Bevölkerung hinkt hoffnungslos hinterher. Sie WILL das wohl nicht, anders lassen sich die Wahlergebnisse nicht interpretieren. Herr Augstein nennt diesen Unwillen, die eigene nationale Identität aufgeben zu wollen, faschistisch und rechtsextrem. Im übrigen scheint es ein deutsches "Phänomen" zu sein, die nationale Identität möglichst schnell aufgeben zu wollen und demnächst komplett von Brüssel aus re- giert zu werden. Die anderen EU- und EUR-Länder versuchen hingegen, ihre nationale Identität zu wahren. Nach meiner persönlichen Meinung ist es höchste Zeit, den ganzen EU- und EUR-Irrsinn neu zu überdenken. LUNY
Unsere glorreiche Nation existiert nicht einmal 150 Jahre. Wir sind das Ergebnis eines Flickenteppichs aus Minikönigreichen und Herzogtümern. Identitäten waren immer staatliches Corporate Identity. Jetzt will also, nach Ihrer Lesart, die EU vernichten, was nie da war.
Dabei ist es eine der primitivsten Weisheiten, dass man besser zusammenarbeitet, als sich in staatlichem Egoismus in Kleinkariertheit und Armut zu ergehen.
Im Prinzip lautet Ihre Devise: »Zurück zu den Fürstentümern«.

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cfmewes 07.12.2015, 20:48
55. Woher kommt der Faschismus?

Lieber Herr Augstein - wir haben es derzeit mit einigen Erscheinungsformen des Faschismus zu tun. Dem rechtsnationalen, dem islamistischen und ja leider auch dem linksnationalen. mit beiden Augen kann man sie überall sehen - das linke schaut auch hier ein wenig zu kurz. deshalb wünsche ich Ihnen und dem Spiegel mehr Mut zu einem unbefangenen Rundumblick. Keine Angst es wird uns, Ihren Lesern nicht wehtun! Oder fürchten Sie sich dass Ihre guten alten Links - Rechts Denkmuster dem nicht szandhalten? Mit freundlichen Grüßen ein treuer Spiegel Leser!

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nobody_incognito 07.12.2015, 20:52
56. Logik

Zitat von b.nitsche
Wo ist dann da die Logik? Nach dem 2WK waren fast alle Firmen wie Krupp komplett pleite. Alles war zerstört, die Aktien nichts Wert, das Gold wurde schon vor dem Krieg von den Banken als Reparationszahlungen für 1WK gestohlen. Die Hauszinssteuer von 18% 1942/1943 gab dem Mittelstand den Rest. Also kann Krieg nicht im Interesse der Profitmaximierung sein. Sonnst stimme ich Ihnen zu.
Sie gehen von einem objektiven Wert des Geldes aus. Den gibt es aber gar nicht, vor allem nicht von Seiten derjenigen, die über Geldmengen etc. bestimmen dürfen. Im Prinzip geht es nur um die "Kultur", d.h. welchen Wert das Geld in unseren Köpfen hat. Und die Welt oder Regionen in's Elend und Chaos zu stürzen ist diesbezüglich durchaus förderlich, solang es auf der anderen Seite noch ein funktionierendes Geldsystem gibt. An sich geht es eben um Verhaltenssteuerung bzw. Kontrolle und das was wir bereit/gezwungen sind für Geld zu tun, was ja doch immer nur in beliebiger Menge zu bedruckendes Papier ist.

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jrcom 07.12.2015, 20:55
57.

Im Westen der Front National, im Osten die Partei Recht und Gerechtigkeit, im Süden Orban und die Schweizer Volkspartei. Und Deutschland, dieses rutschige Pflaster in der Mitte Europas... Ja, langsam muss man sich wieder warm anziehen in Europa.

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prologo 07.12.2015, 20:55
58. Die Elite begreift nichts

....weil wir seit 1789 und 1933 nichts dazu gelernt haben. Damals, der König, die privilegierten Stände, der Adel und die Geistlichkeit wollten ihre Privilegien und Macht nicht teilen, mit den niedrigen Ständen, mit dem Volk und den Bauern. Dann wurden sie geköpft.

So ist es jetzt wieder. Nur die Titel haben sich geändert. Jetzt haben wir die Politiker-Elite, die Finanz-Elite, die Oberschicht, die Mittelschicht, die Unterschicht, und die Verarmten.

Aber die Auslöser sind immer gleich. Immer größere Verarmung und Ausbeutung des Volkes. Unfähige, aber machtgeile Politiker, verbündet mit der korrupten Hochfinanzmaffia, welche uneinsichtig das Volk weiter an der Armutsgrenze provozieren.

So wie jetzt wieder in Frankreich, und auch wieder bei uns. 1933 war es nicht anders!!! Verdammt nochmal, warum kapieren das unsere Betonkopfpolitiker nicht?
Die Zeichen sind doch unverkennbar.

Warum tun unsere etablierten Parteien nichts dagegen, dass sich 1789 und 1933 wiederholt?

Polen, Dänemark, jetzt Frankreich, alle rutschen nach rechts, aber warum, Herr Augstein, darauf geben Sie keine Antwort. Aber ich gebe sie Ihnen. Es ist so, wie es 1789 in Frankreich war, und 1933 in Deutschland.

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luny 07.12.2015, 20:58
59. Aber sicher

Zitat von petros t
mit Ihrer Behaubtung, saß es jeder folgenden Generation in Deutschland besser ergangen ist als der Vorhergehenden, was ja nachweislich mindestens in zwei Fällen nicht zutrifft. Wie lassen sich aus dem Versagen Ihrer politischen Eliten gegenüber ihren jüngeren Generationen, Gewalttätigkeiten, Körperverletzungen, Demütigungen Morde, Brandstiftungen und dergleichen ableiten? Wäre es nicht logisch und vernünftiger dafür zu kämpfen(politisch), das die nachweislich stattfindende Umverteilung aufhört und es zu einer gerechteren Verteilung des Reichtums kommt?
Hallo Petros t,

ich meinte mit dem "immer besser gehen" die Generation
nach Weltkrieg II.

Es war die "soziale Martwirtschaft", die dafür sorgte,
daß eine Umverteilung stattfand, und zwar von OBEN
nach UNTEN.

Dem gemeinen Arbeitnehmer war es vergönnt, eine
Immobilie zu erwerben und im Alter eine angemessene
Altersvorsorge zu genießen.

Alles VORBEI. Das Kapital fließt von unten nach oben.

Und ja, ich stimme Ihrer These unumwunden zu.

Der Kapitalfluß muß wieder umgekehrt werden.

LUNY

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