Forum: Politik
FDP am Tag danach: Partei in Auflösung
AP

Die FDP ist erstmals in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen. Nun soll Christian Lindner die Partei führen, personell und inhaltlich erneuern. Er steht vor einer Herkulesaufgabe - schon werden erste Übertritte zur Union befürchtet.

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Baerliner73 24.09.2013, 13:44
370.

Zitat von JB1969
Man kann sich wehren oder in das eigene Schicksal ergeben. Die CSU war schwächer als die FDP und hat gezeigt, wie das geht mit dem Sich-Wehren. Die Herdprämie ist gekommen, oder? Wer aber ohne Not selbst theoretisch andere Koalitionsoptionen als mit CDU/CSU ausschließt, der begibt sich eben seiner Druckmittel. Darüber hinaus ist die FDP dermaßen konfliktscheu aufgetreten, dass man denen eben nichts mehr zutraut. Hätte sie doch mal einen formidablen Krach vom Zaun gebrochen! So aber, ist doch klar: Politik ist kein Ponyhof. Mit Wattebauschwerfen bekomme ich keine Ziele durchgesetzt. Also weg damit.

Konfliktscheu? Denken sie mal an das erste halbe Jahr zurück... Hat aber nur dazu geführt, dass alle für Merkel und gegen die FDP waren. Merkel hat die FDP schon sehr geschickt kalt gestellt. Mit der SPD hat sie das vorher auch gemacht. Mal sehen wer in den nächsten 4 Jahren ihr Opfer wird. Für alles Gute ist Mutti verantwortlich und für den schlechten Teil der Koalitionspartner, das ist doch das System Merkel.

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JB1969 24.09.2013, 13:55
371.

Zitat von Baerliner73
Konfliktscheu? Denken sie mal an das erste halbe Jahr zurück... Hat aber nur dazu geführt, dass alle für Merkel und gegen die FDP waren. Merkel hat die FDP schon sehr geschickt kalt gestellt. Mit der SPD hat sie das vorher auch gemacht. Mal sehen wer in den nächsten 4 Jahren ihr Opfer wird. Für alles Gute ist Mutti verantwortlich und für den schlechten Teil der Koalitionspartner, das ist doch das System Merkel.
Das reicht aber nicht, wenn man sich selbst so desavouiert wie Herr Westerwelle und darüber hinaus keinen Konflikt durchsteht, weil man keine Optionen mehr hat. Das genau war ja meine These. Sich der Optionen zu berauben durch Nibelungentreue; sich nicht WIRKLICH in den Konflikt begeben (ja, die sind als "Gurkentruppe" verunglimpft worden. Mehr als "Wildsäue" ist ihnen dagegen aber auch nicht eingefallen); und sich selbst durch Absurditäten aus dem Spiel nehmen ("spätrömische Dekadenz", von Fipsi und der röhrenden Weinnase ganz zu schweigen).

Die FDP braucht
- Ernsthaftere Politiker,
- die eine umfassende liberale Sicht haben, nicht nur liberal = Spitzensteuersatzsenkung verfolgen,
- die klare Kante zeigen, notfalls auch mal ein "so nicht!" (wo war er denn, der Koalitionskrach?),
- und die vor allem sich Optionen offenhalten, z.B. sozialliberal, Ampel etc.. Natürlich müssen dann die anderen erst mal ihre Positionen ändern, aber das kann ja passieren!

Ein Grundproblem der FDP war sicher, dass sie sie einzige Partei war, die sklavisch an nur einem Rockschoß hing. Das, neben anderem, musste ja schiefgehen. Die Wähler mögen keine Partei, die erklärt, "egal, welche Positionen die CDU oder die SPD überhaupt vertreten oder vertreten werden, wir sind nur mit der CDU verbunden".

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Baerliner73 24.09.2013, 14:43
372.

Zitat von JB1969
Das reicht aber nicht, wenn man sich selbst so desavouiert wie Herr Westerwelle und darüber hinaus keinen Konflikt durchsteht, weil man keine Optionen mehr hat. Das genau war ja meine These. Sich der Optionen zu berauben durch Nibelungentreue; sich nicht WIRKLICH in den Konflikt begeben (ja, die sind als "Gurkentruppe" verunglimpft worden. Mehr als "Wildsäue" ist ihnen dagegen aber auch nicht eingefallen); und sich selbst durch Absurditäten aus dem Spiel nehmen ("spätrömische Dekadenz", von Fipsi und der röhrenden Weinnase ganz zu schweigen). Die FDP braucht - Ernsthaftere Politiker, - die eine umfassende liberale Sicht haben, nicht nur liberal = Spitzensteuersatzsenkung verfolgen, - die klare Kante zeigen, notfalls auch mal ein "so nicht!" (wo war er denn, der Koalitionskrach?), - und die vor allem sich Optionen offenhalten, z.B. sozialliberal, Ampel etc.. Natürlich müssen dann die anderen erst mal ihre Positionen ändern, aber das kann ja passieren! Ein Grundproblem der FDP war sicher, dass sie sie einzige Partei war, die sklavisch an nur einem Rockschoß hing. Das, neben anderem, musste ja schiefgehen. Die Wähler mögen keine Partei, die erklärt, "egal, welche Positionen die CDU oder die SPD überhaupt vertreten oder vertreten werden, wir sind nur mit der CDU verbunden".
Ok so kann ich das stehen lassen, aber mal ehrlich, welche Koalitionsalternativen bieten sich denn noch für liberale? Die CDU ist unter Merkel doch schon dermaßen in die "Mitte" gerutscht, dass es noch weiter links keine Schnittmenge für die FDP gibt. Mit Grün geht doch gar nicht, Zwangserziehung/-beglückung und Eigenverantwortung schließen sich doch aus. Die SPD ist auch schon sehr weit weg, die verstehen sich doch nicht grundlos so gut mit Grün. Von dem anderen Rot müssen wir wohl nicht mehr reden. Da bleibt doch kein anderer Partner über. Das Problem der FDP heißt Merkel und das Problem wird die CDU auch noch bekommen. Nachfolger sind doch nicht mehr zu sehen, die sind ja auch alle eliminiert worden.

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ariston666 24.09.2013, 15:08
373. In Zukunft keine FDP

Deutschland braucht keine Umfallerpartei FDP mit leeren Versprechungen.Diese Klientelpartei hat den Untergang verdient und hoffentlich wird es in Zukunft keine FDP im Bundes und Landtag mehr geben.

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JB1969 24.09.2013, 15:26
374.

Zitat von Baerliner73
Ok so kann ich das stehen lassen, aber mal ehrlich, welche Koalitionsalternativen bieten sich denn noch für liberale? Die CDU ist unter Merkel doch schon dermaßen in die "Mitte" gerutscht, dass es noch weiter links keine Schnittmenge für die FDP gibt. Mit Grün geht doch gar nicht, Zwangserziehung/-beglückung und Eigenverantwortung schließen sich doch aus. Die SPD ist auch schon sehr weit weg, die verstehen sich doch nicht grundlos so gut mit Grün. Von dem anderen Rot müssen wir wohl nicht mehr reden. Da bleibt doch kein anderer Partner über. Das Problem der FDP heißt Merkel und das Problem wird die CDU auch noch bekommen. Nachfolger sind doch nicht mehr zu sehen, die sind ja auch alle eliminiert worden.
Ja, aber dass man inhaltlich nicht zusammenpasst, das kann man doch auch nach einer Sondierung feststellen, wenn es darum geht, dass alle Parteien mal offenlegen, was sie nicht wirklich zwingend verfolgen wollen. U.a. weil es das Wahlergebnis nicht hergibt.

Warum muss man vorab schon ausschließen, dass man sich überhaupt unterhält? Warum geht man nicht her und sagt "wir passen nicht zusammen", gibt der Situation aber die Chance, sich zu klären. Gleicher Vorwurf wäre an die CSU (./. Grüne) oder die SPD (./. Linke) zu machen.

Mich nervt das, denn diese ganzen testosterongesteuerten Auschließeritis-Kranken mauern sich damit selbst ein und befördern so die Politikverdrossenheit. Als ob jemand nicht die FDP oder CDU oder SPD wählt, nur weil die statt "njet" sagen "die Positionen passen nicht. Man wird aber sehen, ob die andere Seite die aufrechterhalten können wird". Schwupps, schon könnte die FDP ggf. in Hessen sondieren. Oder die Grünen mit der CSU im Bund.

Sondieren, kein Koalitionsautomatismus.

Wer weiß, vielleicht nehmen da ja dann sogar die Grünen den Veggie-Day zurück? Das will man nicht mal mehr sondierend klären? Man leugnet damit vorab, was hinterher IMMER rauskommt: Dass Positionen geräumt werden können.

Ich finde, die Zeit der sinnlosen Lagerwahlkämpfe ist doch vorbei. Wo steht es geschrieben, dass kleinere Parteien die Lagergrenzen nicht überschreiten dürfen, nur große?

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huerben1 24.09.2013, 16:02
375. Bambus Eiche und der Frosch

Da war doch mal was mit dem Bambus und der Eiche. Das paßt scheinbar nicht so recht zusammen.
Jedenfalls beide Frösche haben nicht bemerkt, dass sie abgekocht wurden.

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quadraginti 24.09.2013, 16:19
376. Sie nicht? - - - Ich schon

Zitat von sybaris
Ich , wie hinter dem Vorhang die Fetzen bei der FDP-Spitze flogen.
Soso; sie wollen's nicht wissen.
Ich tät's gern wissen + würde es sogar genießen.

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quadraginti 24.09.2013, 16:44
377. Geheimhaltung

Die Fraktionsmitarbeiter sind Tendenzträger, auch die einfach Schreibkraft. Wer ehem. FDP-Mitarbeiter einstellt geht das Risiko ein, dass interne + vertrauliche Infos nach außen weiteregegen werden.
Und, würde sich ein FDP-Anhänger zB bei der Linken überhaupt wohlfühlen?

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Jasro 24.09.2013, 16:58
378.

Zitat von winkdon
(...) Im Grunde genommen, sind die Anliegen der AfD wirtschaftsfreundlich und damit eine gute Sache. Jetzt haben aber die 4,7% AfD Wähler die 4,7% FDP Wähler aus dem Rennen gekegelt und die Linksextremisten sind im Parlament überrepräsentiert. (...)
Erstens sind weit mehr Wähler von der FDP zur CDU/CSU gewandert als zur AfD:

Wählerwanderung: Union nimmt FDP zwei Millionen Stimmen ab - SPIEGEL ONLINE

Zweitens geht es der AfD nicht darum, eine "neue FDP" zu werden, sondern vielmehr vor allem darum, eine realistische Einschätzung und entsprechende Politik des "nackten Kaisers" Euro vorzunehmen - und, ja auch das, deutsche Interessen zu vertreten, in Europa und auch sonst.

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quadraginti 24.09.2013, 17:11
379. Aha: Bürgerlich

Zitat von thespecialone2
...Stimmenverteilung im bürgerlichen Lager.
Der Begriff "Bürgerlich" ist Klassenkampf:
Damit wird einer Zweiteilung das Wort gegeben:

Auf der einen Seite die Bankiers, Anwälte, Zahnärzte usw., die in feinen Villen am Stadtrand leben. Das sind die "Bürger", die FDP-ler etc.; am besten noch mit goldener Uhrkette und Zylinder.

Auf der anderen Seite die Arbeiter, Malocher + Klofrauen, die mit knappstem Geld auskommen müssen und in Hinterhöfen oder Mietskasernen wohnen. Das sind die Nicht-Bürgerlichen.

Frage: Sind SPD-Wähler keine Bürger?

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