Forum: Politik
FDP-Desaster: Lindners bitterer Abstiegskampf
DPA

Bei der Europawahl kassierte die FDP erneut eine Pleite - auch unter ihrem neuen Chef Christian Lindner. Mit der AfD haben die Liberalen eine starke Konkurrenz bekommen. Für die Liberalen geht es jetzt ums Überleben.

Seite 5 von 12
AuchNurEinNick 26.05.2014, 10:48
40.

Zitat von Karl_Knapp
Genau an dieser Stelle liegt das Problem der F.D.P.: Die Klientel die zur AfD überwechselt ist alles, nur nicht liberal. ... Der F.D.P. kann man nur raten, mit einem sozialliberalen Programm in Richtung SPD zu wandern, zu einem freiheitlichen Programm mit einem wachen Blick auf soziale Angelegenheiten.
Dafür fehlt dieser Partei das Personal. Nach meiner Beobachtung (aus einigen Gesprächen mit FDP-Mitgliedern) fehlt auch komplett die Basis für so etwas.

Die Partei ist am Ende. Da kommt nichts mehr. Daran ändert auch nichts, dass die AfD in wirtschaftlicher Hinsicht noch viel radikaler/extremistischer ist als es die FDP je war. Mit dem "Deutschland! Deutschland! Der Grieche ist faul!"-Argument zieht die AfD ohne jede Probleme völlig verunsicherte Kleinbürger auf ihre Seite.

Es läuft wie es immer läuft. Das Geld sammelt sich für alle sichtbar an der Spitze der Pyramide und die Mittelschicht droht abzusteigen. In ihrer Panik suchen die Leute dann Halt in der wohligen "Volksgemeinschaft" und das wird auch von interessierten Kreisen mit wohlwollen gesehen, denn das Ziel solcher rechten Parteien ist ja nur der Schattenkampf gegen äußere "Feinde".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lawgiver74 26.05.2014, 10:48
41. Und der alter 90er-Jahre-Witz lebt wieder auf!

"Wofür steht F.D.P?" kalauerte man in den 90ern. Die Antwort: "Fast Drei Prozent!". Nunja, beliebt war die F.D.P. schon lange nicht mehr. Viele haben sie einfach nur als notwendiges Übel betrachtet um die Alleinregierung einer Partei zu verhindern. Das Risiko, eine Partei könnte alleine regieren, hat sich in den letzten Jahren immer weiter verringert - zumindest auf Bundesebene. Auch ihre Funktion als "Zünglein an der Waage" hat die F.D.P. seit Grünen und PDS/Linkspartei eingebüßt, zumal die Grünen "erwachsen" geworden und damit auch für die CDU (die ihrerseits wiederum etwas weiter nach links gerutscht ist) als möglicher Koalitionspartner durchaus an Relevanz gewinnen. Die F.D.P. ist ein Dinosaurier, der sich fast 20 Jahre lang geweigert hat, die veränderten Realitäten zu begreifen und der sich anstatt sich vernünftig neu zu orientieren den populistischen Westerwelle-Weg gegangen ist. Als Oppositionspartei zu meckern ohne aber jemals zu sagen, wie man es denn besser machen wolle, ist halt immer noch eine eher kurlebige Strategy. Und da man es nicht besser machen konnte, kam nach dem gigantischen Wahlerfolg von 2009 dann auch 2013 die Quittung. Vielleicht hat die F.D.P. noch eine Chance ... in wenigen Monaten wird sie sich allerdings niemals neu erfinden können, zumal sie in ihrer derzeitigen Besetzung immer noch den alten Wein lediglich in neuen Schläuchen zu verkaufen sucht. Und da die Erinnerung an das Versagen der F.D.P. noch frisch sind, wendet man sich dem nächsten Heilsbringer zu der meckert und behauptet, es besser machen zu können. Und das ist die AfD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-789342161 26.05.2014, 10:52
42. Abschluss des Insolvenzverfahrens

Mit der Bundestagswahl vom 2. September 2013 wurde die politische Insolvenz über die FDP eröffnet. Mit dem Ergebnis der gestrigen Wahl ist nun auch klar, dass es für diese Partei kein Nachlassvertrag geben wird. Dieser Verein von gescheiterten Möchtegern-Unternehmern und Postensammler hat es nicht verdient weiter unter dem Namen Liberalismus aufzutreten, ein Begriff, den die Exponenten nicht einmal mehr ansatzweise einzuordnen wissen. Schade, Deutschland hätte eine echte liberale Partei bitter nötig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Demokrator2007 26.05.2014, 10:53
43. Die Erfinder der Stuerhinterziehung

Zitat von sysop
Bei der Europawahl kassierte die FDP erneut eine Pleite - auch unter ihrem neuen Chef Christian Lindner. Mit der AfD haben die Liberalen eine starke Konkurrenz bekommen. Für die Liberalen geht es jetzt ums Überleben.
Wer braucht denn noch einen zweiten Graf Lambsdorff?

Ciao
DerDemokrator

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cwernecke 26.05.2014, 10:55
44. Ins Nirwana der Nichtwähler abgetaucht

Zitat von sysop
[...] So könnte die FDP dort als Funktionspartei wiederauferstehen: für bürgerliche Wähler, die sich eine sozial-liberale Koalition wünschen, als Alternative gegen Rot-Grün. [...]
Diese bürgerlichen Wähler können Sie mit der Lupe suchen. Die gibt es fast nicht mehr. Sie sind entweder eingemerkelt worden oder befinden sich da, wo sie schon immer waren und darum auch mal mit einer Schmidt- oder Schröder-SPD was anfangen konnten: Rechts von der Mitte. Dieses Gebiet aber liegt nach der Abwanderung der CDU auf die andere Seite weitgehend brach, weswegen viele FDP-Wähler zur AfD gewechselt oder wieder ins Nirwana der Nichtwähler in der Hoffnung auf besser Zeiten abgetaucht sind. Lindner und Co. schwafeln was vom "mitfühlenden Liberalismus" und begreifen einfach nicht, wie daneben sie damit liegen. Offenbar wird an der Spitze der FDP nicht dazugelernt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tomymind 26.05.2014, 10:55
45.

Zitat von Karl_Knapp
Genau an dieser Stelle liegt das Problem der F.D.P.: Die Klientel die zur AfD überwechselt ist alles, nur nicht liberal. Es sind verbohrte, unverständige Grantler denen der Liberalismus im klassischen Sinne völlig fremd ist. Der F.D.P. kann man nur raten, mit einem sozialliberalen Programm in Richtung SPD zu wandern, zu einem freiheitlichen Programm mit einem wachen Blick auf soziale Angelegenheiten. Die Wende des unseeligen Grafen war der falsche Weg - nun steht die Partei am Ende des Tunnels und stellt fest, dass er keinen zweiten Ausgang hat.
Das ist auch meine Meinung.
In Baden-Württemberg sieht sich die FDP mit den ca 3% im Aufwind, da sie ja nur noch wenig braucht um in den Landtag zu kommen.
Na ja , diese unfähigen Rechenkünstler sehen leider nicht das sie noch ca 70% wachsen müssen um in den Landtag zu kommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hamberliner 26.05.2014, 10:57
46. Wenn die FDP liberal wäre...

Zitat von sysop
Bei der Europawahl kassierte die FDP erneut eine Pleite - auch unter ihrem neuen Chef Christian Lindner. Mit der AfD haben die Liberalen eine starke Konkurrenz bekommen. Für die Liberalen geht es jetzt ums Überleben.
Wenn man sich andauernd liberal nennt ohne liberal zu sein ist das ja auch kein Wunder. Wenn es demnächst in Hamburg drauf ankommt hat die FDP Gelegenheit, sich für Liberalisierungen in Hamburg einzusetzen:
- Duldung der Straßenprostitution in St. Georg, am Hansaplatz und in der Bremer Reihe wie früher.
- Bestandserhaltung der Roten Flora als Kulturzentrum wie bisher.
- Duldung der Lampedusa-Flüchtlinge
- Duldung einer separaten Gastronomie für Raucherinnen und Raucher, auch Restaurants
- Duldung von Wagenbewohnern
- Duldung einer Bahnhofs-Szene (Treffpunkt junger Trebegänger) vor der Ostseite des Hauptbahnhofs wie früher, weg mit dem Klassik-Gequietsche um diese zu vertreiben.
- Weg mit dem Alkoholverbot in U- und S-Bahnen.
- Liberalisierung des Angelns ohne Angelschein wie in Niedersachsen.


Diese Statt heißt nicht Hanse- und Freie Stadt Hamburg, sondern Freie und Hansestadt Hamburg. Die Freiheit kommt vor dem Kommerz. Dafür könnte die FDP sich einsetzen, wenn sie ihrem Namen gerecht werden wollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jberner 26.05.2014, 10:57
47. Linksliberale Partei benötigt

Den populistisch-klientelwirtschaftsorientierten Part bedient die AfD. Sollte sich die FDP zu einer bürgerrechtsliberalen Partei mit zukunftsfähigen ökonomischen Konzepten (Abkehr von den Monopolisten zB. in der Energiewirtschaft) wandeln, hätte sie bei der derzeitigebn Schwäche der Piratenpartei eine Chance.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zitzewitz 26.05.2014, 11:00
48. They never come back

Zitat von sysop
Bei der Europawahl kassierte die FDP erneut eine Pleite - auch unter ihrem neuen Chef Christian Lindner. Mit der AfD haben die Liberalen eine starke Konkurrenz bekommen. Für die Liberalen geht es jetzt ums Überleben.
Die FDP hat ihre Chancen gehabt. Hätte sie seinerzeit gegen den ESM gestimmt wäre sie zwar aus der Koalition geflogen, stünde heute aber glänzend da und die AfD wäre vermutlich unter den Einprozenter-Parteien zu finden. Stattdessen lieber "Hurra Euro!" und an den gut dotierten Stühlen in Muttis Kabinett kleben geblieben. Dazu noch das Nichtliefern in der Frage der versprochenen Steuererleichterungen, wo sich die Liberalen trotz Fraktion in Rekordstärke nicht gegen das Duo Schäuble/Merkel durchsetzen konnte oder wollte. Das ist die Quittung dafür.
Die FPD fällt weiter in sich zusammen und wird auf ihren harten Kern aus Apothekern und Hoteliers schrumpfen. Das reicht aber nicht, um aus der Amateuerliga der Splitterparteien ins Oberhaus aufzusteigen, künftig wird sich die FDP in Augenhöhe mit Tierschutzpartei oder ÖDP wiederfinden - wenn sie sich nicht vorher selbst auflöst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hobbyleser 26.05.2014, 11:02
49. Für die FDP gibt es keinen Markt

Das Prinzip der Selbstreinigung des Marktes verstehen die Marktradikalen von der FDP sicher selbst am besten. Jetzt haben sie dank der orginellen BVerfG Entscheidung, dass eine EP-Sperrklausel i.Ggs. zu einer BT-Sperrklausel verfassungswidrig sein, wenigstens noch drei Persönchen für die nächsten drei Jahre auf Steuerkosten durchfüttern können und sind damit in illustrer Gesellschaft mit NPD und Spaßparteien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 12