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FDP-Kritiker: "Lindner erwartet, dass man ihm bedingungslos folgt"
REUTERS

Dreikönigstreffen der FDP: Christian Lindner sucht nach der geplatzten Jamaika-Sondierung eine neue Rolle für die Liberalen. Ein früherer Weggefährte äußert sich kritisch über Kurs und Stil des Parteichefs.

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spmc-12355639674612 06.01.2018, 00:17
1. Die FDP hätte die Chance gehabt,

Deutschland in einer entscheidenden Phase mitzugestalten. Leider ist sie - wegen oder trotz Lindner - ihrer alten Mentalität treu geblieben, sich als wenig verlässlich zu zeigen. Das Programm der FDP war für ihre Zielgruppe, zu der ich mich auch zählen könnte, attraktiv. Was aber nützt das, wenn man mit ihr keine Regierung zusammenbekommt? Sie hätte zeigen können, dass die Abwahl der FDP nach der ersten schwarz-gelben Merkelregierung nur ein ärgerlicher Betriebsunfall war, der sich durch das Verhalten der damaligen FDP-Führung erklären ließ. Aber nein, sie hat die Koalitions-Verhandlungen in einem Moment platzen lassen, als sich die Wähler bereits mit der jamaikanischen Perspektive angefreundet hatten. Ärgerlich, sehr ärgerlich! Da wähle ich bei der nächsten Wahl doch lieber eine Partei, die mit meiner Stimme sorgsamer umgeht.

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wilbury 06.01.2018, 00:28
2. Selbstdarsteller

Lindner könnte doch nur Parteivorsitzender werden weil seine Vorgänger Rößler und Westerwelle die Partei gegen die Wand gefahren haben. Letztlich hat es sich aber gezeigt, das er ein Schaumschläger und Wichtigtuer gleichen Schlages ist. Westerwelle und Rößler haben zumindest noch die Möglichkeit genutzt als Minister zu gestalten. Viel haben sie zwar nicht bewegt aber gekniffen haben die beiden nicht.
Von daher hat sich die FDP mit ihm nicht verbessert. Im Gegenteil! Wie kann sich eine ganze Partei an einen solchen Blender klammern? Das sagt viel über den Zustand der Partei aus.

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beggar 06.01.2018, 00:50
3. Von der Zeit

Alles hat seine Zeit. Es war die Zeit für die Lindner-Partei, Politikfähigkeit auf Bundesebene zu beweisen. Dies ist nicht gelungen ( auf nachvollziehbare Begründungen warten Bürger/innen bis heute). Diese Zeit ist vorbei. Alle Versuche, die Methode "haltet den Dieb" anzuwenden und die eigene Unfähigkeit auf andere ( Merkel) zu projizieren, verstärkt nur den Eindruck von politischer Überforderung.

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agt69 06.01.2018, 00:50
4. Papke?

Das sind mit die Richtigen: erst aus der Politik zurückziehen und dann vom Leder ziehen. Aus einer Position heraus, aus der einem nichts mehr passieren kann.
Lindner hat die FDP immerhin aus dem Nichts nach oben gebracht, von Herrn Papke höre ich heute zum ersten Mal.
Lindners Abbruch der Jamaika-Gespräche war goldrichtig und wenigstens ehrlich. Frau Merkel hat von Anfang an keine Lust auf Jamaika gehabt, für die ist GroKo der Idealzustand. Sie hat den Grünen von Anfang an Zugeständnisse gemacht und darauf spekuliert, dass es der FDP irgendwann reicht. Hat ja auch geklappt, taktieren kann sie schließlich gut, unsere Bundeskanzlerin...

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lsrider 06.01.2018, 00:56
5. Ein pikantes Detail kommt mir da etwas zu kurz

"Beide überwarfen sich 2014 beim Thema Islam, Papke wollte einen konservativeren Kurs."
... das ist meines Erachtens zu kurz geschossen und nicht ausschlaggebend.
Auch bei Papkes Personenprofil wird die Tatsache etwas ausgeblendet, dass er bei der Wahl 2012 seinen Posten als Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Landtag NRW an Lindner verlor und er plötzlich nur noch Vize war - so etwas verdaut man weniger leicht als einen simplen Meinungsunterschied.

Es mag sich jeder sein eigenes Bild machen was der wahre Grund für seine hartnäckigen 'Kritiken' ist aber die Hintergründe sollten auch und gerade bei SPON schon vollständig erwähnt werden.

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Urban Spaceman 06.01.2018, 00:59
6. So what?

Man hat den Eindruck, dass aus Herrn Papke gekränkte Eitelkeit spricht. Solche Leute gibt es in jeder Partei. Konkret kommt da nicht viel.

Die Führungsstärke von Lindner gerät zum Vorwurf? Auch einer liberalen Partei steht es gut an einen starken Vorsitzenden, der Erfolge vorweisen kann, zu haben.

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prologo 06.01.2018, 01:08
7. Lindner hat richtig gehandelt.

Lieber nicht mit regieren, als falsch regieren. Genau richtig. Warum soll er mit der FDP in einer Jamaika Koalition sich ein weiter so aufreiben lassen, wenn es im Prinzip eine Kapitulation des Partei Programms der FDP wäre. Lindner wollte sich nicht als Mehrheitsbeschaffer der CDU Merkel degradieren lassen.

Wir brauchen mehr solche Politiker, die noch zu ihrem Parteiprogramm stehen, als dieses wegen Ministerposten im Bundestag auf zu geben. So ein Verräter will Lindner nicht sein. Hut ab. Es wird Zeit, dass die FDP Parteimitglieder das endlich selbst begreifen. Nur mit Lindner kann die FDP wieder Glaubwürdigkeit zurück gewinnen. An Lindner müssen sich all die anderen Parteien mal ein Beispiel nehmen. Übrigens habe ich noch nie FDP gewählt. Das hat Lindner geändert.

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ups2014 06.01.2018, 01:17
8. Steht das P in FDP für Peinlich?

Also ich bereue die FDP gewählt zu haben. Die Grünen haben umfangreich recht bei Umwelt Themen. Und der einzige Eindruck den die FDP jetzt hinterlässt ist das sie sich nicht traut Verantwortung innerhalb einer Koalition zu übernehmen. Mag sein das ein paar AfD Wähler sie jetzt wählen ... ich wähle sie nicht mehr.

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fatal.justice 06.01.2018, 01:23
9. Wenn...

. man seinen Blutdruck wieder gen Normalnull abgesiedet hat, nimmt man sich das Herz, und schreibt seine Gefühle darnieder, die einen überkommen, wenn man an neongelbe Frettchen denkt: Nichts. Da regt sich gar nichts. Mit all den Jahren ist man es schon gewohnt, dass irgend ein profilneurotischer Arbeitgeberkummerkasten durch die Kommunen hastet, um auch den letzen Selbstständigen vom Übel sozialer Marktwirtschaft zu überzeugen. Wohl wissend, dass ein Staat nicht nur aus jenen bevölkert wird, die sich eine goldene Urne zimmern möchten. Wenn man von der - heutigen - hanebüchenen Annahme ausgeht, dass es nur eine limitierte Menge an Zahlungsmitteln gibt und gleichzeitig propagiert, dass das Ziel jedes Menschen sein soll, das Maximum an Habseligkeiten anzuhäufen, nimmt man offensichtlich wohlwissend in Kauf, dass es irgendwo auf diesem Planeten - zumeist um die nächstgelegene Ecke - eine dezente Verknappung zum Dasein benötigter Mittel eintritt. Hat sich mal jemand die Frage gestellt, warum dies nicht funktionieren kann? Warum wundert sich noch jemand, dass die Gesellschaften dieser unserer Erde unsicheren Zeiten entgegenblicken? In meinem nächsten Leben werde ich Pollerproduzent - erwerbe mir ein schattiges Grab bei Karnak und lasse mich in 2000 Jahren ausgraben, damit die schaufelschwingenden Lebewesen, die mich der geweihten Erde entreißen, feststellen können, dass Egoismus der Tod einer jeden Gesellschaft ist. Das Wesen "Mensch" lernt, aber im Gegensatz zu anderen Spezies hat es keinerlei konzertierten Plan, wie man alle Artgenossen zum Überleben bewegt...

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