Forum: Politik
FDP sucht Neuanfang: Liberaler Selbstfindungstrip

Die FDP steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte - und sucht hektisch nach einer neuen Strategie: Die Parteispitze will weg vom Image der reinen Steuersenkungspartei - und nähert sich langsam SPD und Grünen an.

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Taugur 17.06.2010, 09:49
90. Das ist ok...

Zitat von JackNapier
Nachdem die Klientelpolitik offenkundig dargelegt wurde, habe ich meine Mitgliedschaft bei den JuLi sofort gekündigt. So einen Verrat an der eigenen Partei will man unter keinem Zweig der FDP mitverantworten, wenn man intelligent ist. Lieber überparteilich bzw. parteiunabhängig (ja, auch das geht als normalbürger) als seit der letzten Bundestagswahl auch nur Mitglied irgendeiner der Parteien sein.
Das scheint ein Grund für viele aktuelle Probleme zu sein. Das Bürger nicht bereit sind in einer Partei mitzuarbeiten und zu gestalten?
Austreten und dann über "die da oben" maulen gilt nicht :-)
Mit- und bessermachen ist gefragt.

Ein Problem der FDP ist meiner Meinung nach das sie sich als Lobbypartei "des Grosskapitals" (was immer das ist) hat anmalen lassen. Abendessen mit D-Bank Chefs finden im Kanzleramt statt :-P
Taktisch unklug hat sie sich von der CDU bis zur NRW Wahl auf "totstellen" vergattern lassen anstatt zu regieren und zu gestalten. Dabei wäre Steuersenkung weniger wichtig gewesen als die Progressionskurve ("Mittelstandsbauch") anzugehen und eine Streichliste für Subventionen auf den Weg zu bringen - egal wie unpopulär diese Liste mit Blick auf NRW gewesen wäre. Das hätte Glaubwürdigkeit geschaffen.
Stattdessen hat man sich in den taktischen Spielchen der CDU aufgerieben. Man wurde in die Defensive gedrängt und was übrgigbleibt ist die Mittlerweile unrealistische aber heilige Kuh der Steuersenkung.
Ich dennke die FDP-Führung ist zu lange Opposition gewohnt und wurde von den CDU Koalitionsprofis kalt rasiert :-P

Jetzt wo die ganze Kiste auseinanderfällt wird sie von diesem Koalitions"partner" als Sündenbock aufgestellt.
Jahrzentelang haben SPD und CDU ihre Stimmen bei Rentnern bzw. Arbeitslosen mit auf Pump bezahlten Geschenken gekauft. Jetzt wird dieser so geschaffene gigantische Sozialtransfer (der nur zum Machterhalt geschaffen wurde) als Errungenschaft eines Sozialstaats verkauft LOL.

Schröder hat versucht die Politik und die Ausgaben den Realitäten anzupassen und wurde prompt abgestraft.
Dieses System fällt auseinander weil es nicht mehr bezahlbar ist, nicht weil G.W. (evtl. ungeschickt/polemisch, ja) darauf hinweist das HartzIV und auch Rente so nicht mehr bezahlbar sind.

Zur Erinnerung (genaue Zahlen müsste man googeln), in den 1980ern waren ca 20%? des Haushalts Sozialausgaben, heute sind wir bei über 50%.

"Bankster" und Bankenrettung sind am allerwenigsten ein Problem das die FDP verursacht hat, das haben SPD und CDU zusammen eingebrockt.

Und in der Parteibasis sind Bürgerrechte, Selbstbestimmung, "klassischer Liberalismus" so wichtig wie immer.
Nach aussen wurde wohl in der Oppositionsrolle die Finanz- und Steuerthematik wahlwirksam "vermarktet", mag sein.
Dies Thema ist zur Zeit dominant, ist aber nur ein Aspekt der FDP.

SPD und FDP passen eigentlich recht gut zusammen.
Sofern die SPD die arbeitenden Arbeiter als Kernklientel sieht und nicht die Verwaltung von Arbeitslosigkeit.
Der arbeitslose Anteil wurde ja auch mittlerweile von der Linken mit rosigen Versprechungen erfolgreich abgeworben, die SPD könnte sich also wieder auf ihr "Kerngeschäft" konzentrieren.
Arbeitnehmer und Mittelständler haben oft sehr ähnliche Interessen. Globalisierende Superreiche auf der einen und Sozialempfänger auf der anderen sind für Beide Gruppen letztlich eine Belastung.
Und in Sachen Liberalismus/Bürgerrechte ist die SPD auch oft dichter an der FDP als die CDU.

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Hubert Rudnick 17.06.2010, 09:52
91. Eine gesellschaftliche Krise

Zitat von wolschy
Nicht nur die FDP steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte, sondern das ganze System! Nennt man allgemeine Krise des Kapitalismus! Weiiiil, tja das hatte schon mal der Wladimir auf der Pfanne, der Kapitalismus in seinem Endstadium angekommen ist. Deshalb bezeichnete er ihn auch als parasitären,....
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Lieber wolschy, sie haben es schon richtig erkannt, es ist nicht allein die Krise in der FDP, es ist eine gesamtgesellschaftliche Krise und die hat nun mal alle Parteien ergriffen, oder besser gesagt, die gesamte Gesellschaft.

Diese Krise hat auch einen Namen und der heißt nun mal "Kapitalisdmus".
Man ist schon seit längerer Zeit an den Grenzen seiner Möglichkeiten gestoßen, man kommt nicht weiter und man hat auch keine Rezepte mehr wie man da wieder herauskommen könnte.

All die sogenannten Gesellschaftswissenschaftler hätten es aber auch schon selbst wissen können, dass diese Gesllschaft am Ende angekommen ist und sie im Umbruch sein müsste, aber man hält eben an der Macht fest und man will sie nicht aufgeben.

Mit den Zusammenbruch des Ostblocks haben die Machthaber des Kapitalismus geglaubt, dass sie nun wieder zurück zum reinen Kapitalismus kommen könnten und keiner mehr da ist, der sie nun aufhalten würde, aber sie haben es nicht wissen wollen, dass auch sie schon mit ihrem Latein am Ende sind und sie keine Ideeen haben die Zukunft zu gestalten.

Diese Krise ist nicht nur bei uns in Deutschland, sie ist Europa weit und sie breitet sich wie ein Lauffeuer über die gesamte Welt aus.
Die Mittel der Vergangenheit scheitern überall, die müssen alle aufpassen, dass sie nicht noch mit Kriegen beginnen, aber in Deutschland und Europa ist man ja schon wieder soweit den Bürgern auf die neuen Kriege vorzubereitet, selbst der höchste Repräsentant sprach von der Notwendigkeit der Kriege.
Das zeigt nur, dass sie nicht mehr weiter wissen und die Menschheit erneut in einem Untergang führen könnten.
Wir müssten uns den zur wehr setzen, wir brauchen politischen Führungskräfte, die sich an die Spitze stellen und den Kampf gegen dieser Leute aufnehmen, sonst gute Nacht ihr Menschen.
HR

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Burkhardt1949 17.06.2010, 10:01
92. Leider

Zitat von reswer
Fast Drei Prozent Partei-------F D P
gibt es in Deutschland keine andere Partei, die die politischen Diebe daran hindern will, der Mittelschicht ans Geld zu gehen, als die FDP.

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deppvomdienst 17.06.2010, 10:38
93. Braucht die Mitte eine liberale Partei?

Zitat von Burkhardt1949
gibt es in Deutschland keine andere Partei, die die politischen Diebe daran hindern will, der Mittelschicht ans Geld zu gehen, als die FDP.
Nicht wirklich, weil konsequenten Liberalismus doch keiner möchte. Denn dann müsste man ja bei den eigenen Pfründen anfangen: was hat die Unkündbarkeit von Beamten mit Liberalismus zu tun, was der hohe Kündigungsschutz für langjährige Beschäftigte oder ältere Menschen? Entspricht es liberalem Gedankengut, dass sich die freien Berufe dem Preiswettbewerb entziehen, indem man sich hinter staatlichen Gebührenordnungen verschanzt, um sein Einkommen zu erzielen? Warum sind die Zugangswege zu den freien Berufen derart geschützt, und keiner stellt die Frage, inwieweit das heute noch erforderlich ist: Warum müssen Röntgenärzte zwingend Medizin studiert haben? Warum muss ein Apothekeninhaber Pharmakologie studiert haben? Warum brauchen Lehrer 2 Staatsexamen? Wer kontrolliert bei denen die Qualität, nachdem sie die Zulassung erhalten haben?

Die FDP steht dafür, durch freiheitlich-demokratische Maßnahmen erworbene Rechte, wie Tarifverträge oder Sozialversicherung, auszuhöhlen, ohne auf der anderen Seite Privilegien aus feudalistischer Zeit abzuschaffen. Mit liberal hat das nichts zu tun, das ist nur noch einseitige Klientelpolitik.

Ich würde mich freuen, im politischen Tagesgeschäft viel mehr als heute auch mal Querdenker, die sich dem Liberalismus verpflichtet fühlen, zu erleben. Die FDP ist dabei eine bittere Enttäuschung - schon immer gewesen. Sie ist die Partei, die den Begriff besetzt, um ihn zu pervertieren. Deshalb wäre es gut, wenn sie verschwände: ein glaubwürdiger Neuanfang würde neue Personen PLUS ein neues Programm erfordern, übrig blieben dann nur die drei Buchstaben. Aber die sind auch nicht schützenswert.

Aber eins wäre klar: für die heutige Mitte wäre eine liberale Partei nicht wählbar! Weil deren Privilegien / Pfünde das Erste wären, was ein echter Liberalismus abschaffen müsste.

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rick.sander 17.06.2010, 12:01
94. Die FDP kommt nur weiter,

wenn sie zurück zu ihren Wurzeln geht, als da sind:
Handwerker,Landwirte, Weingärtner, Selbstständige und kleine bis mittlere Unternehmer.
leitpersonen sind Theodor Heuß, Reinhold Maier, Thomas Dehler, Dietrich Genscher,Graf Lamsdorff

programm: Steuergerechtigkeit, Freiheit für TV, internet
Direktwahl des Bundespräsidenten

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Huuhbär 17.06.2010, 13:22
95. ...

Zitat von rick.sander
wenn sie zurück zu ihren Wurzeln geht, als da sind: Handwerker,Landwirte, Weingärtner, Selbstständige und kleine bis mittlere Unternehmer.
Die FDP war noch nie ein Vertreter dieser Klientel. Sie täuschte dies den Wählerschichten zwar immer gut vor, ist aber im Grunde genommen eine Beamtenpartei der Höhergestellten.
Zitat von rick.sander
leitpersonen sind Theodor Heuß, Reinhold Maier, Thomas Dehler, Dietrich Genscher,Graf Lamsdorff
Für mich sind das alles Menschen die mir nicht als Vorbild dienen können.

Zitat von rick.sander
programm: Steuergerechtigkeit, Freiheit für TV, internet Direktwahl des Bundespräsidenten
Für Steuergerechtigkeit stand die FDP noch nie. Und Freiheit bedeutet für die FDP Anarchie in jeder Beziehung. Jeder soll sich selbst der Nächste sein, nur so kann eine zukunftsorientierte, gesamtgesellschaftliche Solidargemeinschaft nicht funktionieren. Eine direktwahl des Bundespräsidenten, darüber kann man streiten. Aber im Prinzip hat sich das Amt in der Zwischenzeit und Zwischenfälle überholt.

Die FDP kann von mir aus von der politischen Landkarte verschwinden. Sie ist in meinen Augen einfach nur noch eine Stänker-rechtsliberale-Westerwelle-Partei wie die CSU, ohne Inhalte und zukunftsträchtigen, gesamtgesellschaftliche und volkswirtschaftlichen Lösungen.

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Bruddler 17.06.2010, 15:59
96. Wir Sind WÄhler!

Hauen wir sie weg, die grinserpartei - die fdp braucht kein mensch- mehr gibt es dazu nicht zu sagen

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onzapintada 17.06.2010, 16:36
97. Tick, Tick und Track sind doch clevere Kerlchen

Zitat von kunstdirektor
... FDP-Schnuffis erinnert irgendwie an Tick, Trick und Track.
... fuer die Fairness viel bedeutet.

Also das Gegenteil der FDP-Versager.

Auch Dagobert wuerde fuer diese neoliberalen Pfeifen nichts geben.

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Thomas Kerschbaum 17.06.2010, 16:49
98. FDP startet Neuanfang mit Freiwirtschaft ?

Solange bei jeder Arbeitsleistung und jedem Handel leistungslos Geld an Kapital- und Bodenbesitzer fließt,
solange besteht keine Chancengleichheit und Gerechtigkeit auf dieser Welt.
Unser Finanzsystem lässt mir nur die Wahl:
Entweder ich schaffe es, auf Kosten anderer zu leben…
… oder ich muss zusehen, wie andere auf meine Kosten leben!
Und das Mittel, diese Ungerechtigkeit durchzusetzen, nennt man Zins.
Anstatt Kapitalgebern mit Zinszahlungen zu locken, ihr Kapital der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, sollte auf Bargeld eine Gebühr erhoben werden, die nicht bezahlt werden muss, wenn es langfristig anlegt wird. Aus dieser simplen Veränderung und einer Bodenreform, würde aus der Erde innerhalb kürzester Zeit ein Paradies für alle Menschen entstehen. Googeln sie "Freiwirtschaft".

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torkla 17.06.2010, 22:39
99. Pfui

Zitat von kunstdirektor
... FDP-Schnuffis erinnert irgendwie an Tick, Trick und Track.
Hallo, jetzt mal bitte nicht Tick, Trick und Track beleidigen, denn die waren im Gegensatz zu der G-truppe,
ganz pfiffig und klever!!! ;-)

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