Forum: Politik
FDP-Wählerschelte: "Die Masse ist meinungslos"

Warum sind die Liberalen in der Wählergunst so abgestürzt? Frankfurts FDP-Chef Pfeil glaubt, die Erklärung gefunden zu haben:*Die Bevölkerung*sei einfach zu schlecht gebildet. Er verzweifle daran, dass sich die Wähler nicht schlauer machten.

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sethos_1 27.09.2011, 10:43
100. Der unwillige Bürger

Zitat von sysop
Warum sind die Liberalen in der Wählergunst so abgestürzt? Frankfurts FDP-Chef Pfeil glaubt, die Erklärung gefunden zu haben:*Die Bevölkerung*sei einfach zu schlecht gebildet. Er verzweifle daran, dass sich die Wähler nicht schlauer machten.
Nur weil vielleicht Masse vielleicht wenig politisch gebildet ist, heisst das nicht im Umkehrschluss, dass sofern ich besser politisch gebildet wäre die FDP wählen würde.

Liberal heißt auch sich frei von der FDP zu machen. Wir brauchen eine liberale Partei aber sicher nicht die FDP.

Herr Bahr mit seiner Zwangsverordnung zur Entscheidung zur Organabgabe, Herr Rösler mit seine unqualifizierten Bemerkungen und seiner Unterwürfigkeit, Herr Westerwelle mit seine blassen und nichtssagenden Auftritten und Herr Niebel mit seiner Entwicklungshilfe, die schlichtweg ausschließlich Wirtschaftsinteressen verfolgt.

Und solche Leute soll man wählen. Man muss sich ja im Ausland schon für diese Menschen schämen, ohne sie gewählt zu haben.

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openminded 27.09.2011, 10:43
101. Der Mann hat Recht, teilweise

Ganz offensichtlich fehlt es dem Durchschnittswähler an politischer und volkswirtschaftlicher Bildung. Daher ist es zum einen immer einfacher, mit (egal wie unrealistischen) Wahlversprechen auf Stimmenfang zu gehen, als Themen im Zusammenhang und all ihrer Komplexität anzugehen.

Aber auch, oder eben gerade als Liberaler muss ich sagen, dass der Versuch der Wählerverar... sich leider durch alle Parteien zieht. Wenn ich Sätze höre wie "Wir müssen über unsere Inhalte nachdenken, uns laufen die Wähler weg", dann bekomme ich das kalte Grausen. Aber es geht heutzutage halt hauptsächlich darum, zu regieren oder sonst ein Pöstchen zu haben. Und das geht nunmal viel besser, wenn man sein Fähnchen nach dem Wind hängt, als verlässlich für etwas zu stehen. So gesehen fände ich eine FDP, die ihr Programm trotz 1,8% NICHT anpasst viel sympatischer als eine weitere Wählerstimmenhure.

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Berta 27.09.2011, 10:43
102. Die Masse

hat eh nichts zu melden.

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Sleeper_in_Metropolis 27.09.2011, 10:44
103. Titel

Sowas, da will das dumme Wahlvolk einfach nicht den freie-Markt-Propheten der FDP folgen, wo es uns doch allen viel besser gehen würde, wenn die Brüder doch nur endlich überall an der Macht wären.

Herr Pfeil sollte sich in seiner Eigenschaft als FDP-Politker lieber über mangelnde Bildung bei den Bürgern freuen. Wären die Leute schlauer, würde es nicht mal für 1,8 Prozent bei der Spasspartei reichen.

Zitat von dongerdo
Es ist schon bezeichnend dass heutige Politiker derart weltfremd ihre eigenen Bürger sogar beschimpfen wenn ihnen das Wahlergebnis nicht in den Kram passt.
Tja, mehr bleibt der FDP bei derartigen Ergebnissen auch nicht übrig als Beschäftigung. Wenn sonst nichts mehr geht, kann man zum Zeitvertreib ja noch mal die "Kundschaft" beschimpfen. Die Wahlergebnisse außerhalb der eigenen Klientel sind ja dermaßen schlecht, das da eh' nichts mehr passieren kann.

Wie ging noch der passende Witz dazu ?

"Was hast du gewählt ?"
"FDP."
"Ach du warst das."

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worm80 27.09.2011, 10:45
104. ***

Vielleicht wird umgekehrt ein Schuh daraus:
Herr Pfeil und seine FDP-Freunde sind einfach zu dumm für den/die Wähler?

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beobachter1960 27.09.2011, 10:45
105. .

Zitat von sliasthorp
Pfeil hätte besser den Mund gehalten. So ist es ein Einfaches, diese Debatte mit dem Vorwurf der Partei der Besserverdienenden platt zu machen. Das wird in diesem Forum auch sicherlich passieren. Leider erfüllt die FDP selbst momentan auch nicht den Anspruch, den Pfeil formuliert. Die Insolvenzdebatte Röslers, so berechtigt sie im Kern auch ist, wurde so betrieben, dass sie im Bauch und nicht im Kopf des Wählers gilt. Und wenn die FDP im Berliner Wahlkampf gegen Eurobonds plakatiert, istg das sogar Wählerverdummung. Also werden hier die eigenen Ansprüche klar gerissen. Die Parteien haben alle auch eine Mitschuld an dieser Situation, weil sie alle zusammen der Meinung sind, das eine Haltung so stark heruntergebrochen werden muss, dass sie als Slogan auf ein DIN A1-Plakat passt, dessen Schriftzug noch vom fahrenden Auto aus gelesen werden kann. Wie sollen solche Slogans auch die Realität abbilden. Aber letztendlich ist auch eine Menge Wahrheit in Pfeils Aussage: wenn jede(r) Deutsche die Wirtschaftkenntnisse eines VWL-Studenten nach dem zweiten Semester hätte, würde der Bundestag völlig anders aussehen. Aber das ist nicht die Realität. Die Realität sieht so aus, dass DSDS ein Quotenhit ist und dass Arte und Phoenix skurile Minderheitensender sind. Dies ist nicht elitär. Ich habe im Studium oft genug in Lagern gejobbt und weiss, wie fertig man nach der Arbeit ist. Aber es gab Kollegen, die die Kommentarseite der Zeitung lasen und verstanden und andere, die nur nach dem Mädchen im Slip schauten. Parteienwerbung muss differenzierter werden und sich nicht nur am DSDS-Zuschauer ausrichten.
War Überheblichkeit eines ihrer Wahlfächer? Sicher gut abgeschnitten, oder?

Verwechseln sie doch bitte nicht ungebildet und dumm. Und tun sie nicht so als ob alle Menschen einen bestimmten IQ bräuchten um Leben zu dürfen. Mein Vater ist ungebildet, warum wohl? Als Kind machte er kriegsbedingt Kurzschuljahre, dann hieß es einen Beruf lernen und dank Leuten wie ihnen brauchte ein Arbeiter nur Rechnen und ein bißchen Rechtschreibung. Dann hat er für Leute wie sie gearbeitet und von denen war auch keiner interessiert das er mehr lernte.

Aber er war nie so blöd nicht zu bemerken das viele Politiker ihm erklären wollen das für sie und die Reichen "mehr ist besser" gilt und für ihn und seinesgleichen "Sparen ist Tugend". Vielleicht hat die FDP deswegen eine Randposition?

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aloa 27.09.2011, 10:45
106. Recht hat er...

...der Mann. Grundsätzlich lässt sich zunehmende politische Verdummung der Massen in Deutschland feststellen. Vielleicht ist es auch nur eine Gleichgültigkeit oder Verachtung gegenüber der politischen Klasse.

Aber dass nun die Rückgang der FDP-Wählerstimmen damit zu erklären wäre, ist doch sehr weit hergeholt.
Vielmehr hat die FDP jenes Vertrauen verspielt, das ihr bei der letzten Bundestagswahl entgegenbracht worden ist. Statt sich um das primäre Wahlversprechen eines einfachen, gerechten und niedrigeren Steuersystems zu kümmern, machte die Partei mit einer peinlichen Steuererleicherung für Hoteliers und Personaldiskussionen von sich reden. Und wer hätte schon mit Guido als Außenminister gerechnet? Lächerlich! Entgegen dem anfänglichen Kuschelkurs gegenüber der CDU hätte er z.B. als Finanz- und/oder Wirschaftsminister klare Kante zeigen müssen.

Aber das ist nun zu spät, die FDP kann froh sein, wenn sich nicht vollständig in der Versenkung verschwindet - egal wie hoch die politische Bildung in Deutschland ist...

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heiko1977 27.09.2011, 10:45
107. Titel

Zitat von sysop
Warum sind die Liberalen in der Wählergunst so abgestürzt? Frankfurts FDP-Chef Pfeil glaubt, die Erklärung gefunden zu haben:*Die Bevölkerung*sei einfach zu schlecht gebildet. Er verzweifle daran, dass sich die Wähler nicht schlauer machten.
Generell hat er nicht unrecht: Die Wähler sind schlecht gebildet und haben zumeist keine Ahnung von Parteiprogrammen oder über die Arbeit, Ziele und Politik der verschiedenen Parteien unabhängig von Wahlprogrammen. Darüber hinaus bleibt die Frage: Wäre der Wähler besser gebildet würde er dann überhaupt noch FDP wählen? Immerhin haben 18% der ungebildeten Wähler bei der letzten Bundestagswahl FDP gewählt.

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panzerknacker51 27.09.2011, 10:45
108. Pfeil hat Recht

Natürlich hat er recht. Wer sich morgens in der U-Bahn umguckt und sich anhört, was der Urnenmob so von sich gibt, kann das ja nur unterstreichen. Nur hat er leider vergessen zu sagen, daß bei geringfügig höherem Bildungsgrad des Souveräns die FDP schon längst aufgelöst worden wäre.

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Spiegelbilder 27.09.2011, 10:45
109. Ironie der Geschichte

Oh entdeckt die FDP tatsächlich Bildung als Thema? War es nicht immer toll, sich dummes Konsumvieh zu halten, damit die Wirtschaft in Schwung bleibt und die wenigen mit Bildung ihren Reihbach machen? Und alle die, die dem Elend entfliehen wollten, sollten doch fein einen tollen Bildungskredit aufnehmen um die Banken noch fetter werden zu lassen, nicht wahr?

Wäre es nicht so traurig, würde ich mich diebisch über die Ironie der Geschichte amüsieren.

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