Forum: Politik
Festnahme vor Deutschlandbesuch: Iran hindert prominente Fotografin an WM-Mission

Das Regime in Teheran hat die prominente Sportfotografin Maryam Majd festnehmen lassen. Die Iranerin wollte zur Frauenfußball-WM*nach Deutschland fliegen, kam dort aber nie an. Die letzte Nachricht, die ihre Gastgeberin in Düsseldorf per SMS bekam: "Juhu!" - dann war Funkstille.

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AlHaqq 25.06.2011, 08:18
1. Propaganda?

Man weiss nicht einmal was der guten Frau vorgeworfen wird, aber das reicht schon damit SPON "den ach so bösen Iran" an den Pranger stellt.
Könnte peinlich werden wenn die Verhaftung irgend einen plausiblen Grund hätte, z.B. wenn Majd in ihrer Aufregung auf dem Weg zum Flughafen jemanden fahrlässig überfahen hat?

Vielleicht zu weit hergeholt, aber man weiss es eben nicht.

Und da sie wohl mit ihrer Familie telefoniert, ist es jedenfalss nicht so wie der SPON es versucht darzustellen: "Eine art geheime Entführung ohne Anklage damit Frauen nicht ins Stadion können" - BILD-Niveau!

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calido46 25.06.2011, 08:27
2. Die

junge Frau wollte ein Buch über Frauenfußball resp. die WM machen. In diesem Buch gibt es Bilder! Und diese werden - oh Graus - unverhüllte Fußballerinnen zeigen! Und genau das darf es im Iran nicht geben, allen unterzeichneten Abkommen (internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte) zum Trotz! Also sperrt man die Frau ein -> keine Bilder -> kein Angriff auf die "Moral!" Wahrscheinlich läßt Teheran die Reporterin nach der WM wieder frei – das sind ja schließlich keine Unmenschen, nicht wahr?

Diese Abkommen sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen, solange sie nicht eingehalten werden. Und wer kann die Regierung in Teheran dazu zwingen? Da können sich jetzt amnesty usw. einschalten, passieren wird - nichts!

Demokratische Grundrechte und Islam - zwei Welten treffen aufeinander!

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elpaso 25.06.2011, 08:53
3. Achse des Bösen

Vielleicht hatte G.W. Bush ja doch nicht so unrecht die Achse des Bösen aanzughen und Demokratie ins Mittelalter zu bringen. Ahmadinedschad und seine geistlichen schiitischen Helfershelfer sowie die Wahabiten in Saudi-Arabien gehören mit allem Nachdruck verfolgt, gestürzt und abverurteilt. Schluß mit all diesen muslimisch-faschistischen Diktaturen. Man kann es ja nicht mehr mit ansehen! Ich gebe gern mein Steuergeld für die entsprechend notwendigen Drohnen zur Beseitigung dieser fanatisch religiösen Banden und Clans.

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vander1 25.06.2011, 09:36
4. Tolle Synchronisation

Schon interessant das sich auch der vorhergehende Artikel mit dem Iran beschäftigt und sogar in die gleiche Kerbe haut. Erst geht eine hübsche Reporterin ins Gefängnis, dann wird von systematischen Vergewaltigungen in eben jenen Gefängnissen berichtet. Den offensichtlichen Schluß daraus darf der geneigte Leser dann selber ziehen, also liegt keine Beeinflußung durch die Medien vor ;-)
Vielleicht enden die Vorwürfe ja als Gerüchte, so wie hier. Bin schon gespannt wo, wann und von wem dann dazu ein Bericht kommen wird.


Terror gegen Regimegegner: Irans Opposition beklagt systematische Vergewaltigungen

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Lochblech.19 25.06.2011, 09:59
5. er

Diese Nachricht ist auch ein Beleg dafür, wenn Religion und Politik in einem Staat zusammen gehen, die Bevölkerung selbst den abstrusesten Willkürmaßnahmen ausgesetzt wird.

Die Antwort: Im Eröffnungsspiel ein Signal geben, das Foto der Journalistin zeigen, den Fall bei den Übertragungen veröffentlichen. Das (Hr.) A., Ministerpräsident des Irans, wird gewohnt krude reagieren, die Iraner wirds freuen, da sie wieder signalisiert bekommen, dass die Welt sie nicht vergißt.

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artikel.5 25.06.2011, 10:15
6. Wie lächerlich kann man sich eigentlich machen?

Zitat von AlHaqq
Man weiss nicht einmal was der guten Frau vorgeworfen wird, aber das reicht schon damit SPON "den ach so bösen Iran" an den Pranger stellt. Könnte peinlich werden wenn die Verhaftung irgend einen plausiblen Grund hätte, z.B. wenn Majd in ihrer Aufregung auf dem Weg zum Flughafen jemanden fahrlässig überfahen hat? Vielleicht zu weit hergeholt, aber man weiss es eben nicht. Und da sie wohl mit ihrer Familie telefoniert, ist es jedenfalss nicht so wie der SPON es versucht darzustellen: "Eine art geheime Entführung ohne Anklage damit Frauen nicht ins Stadion können" - BILD-Niveau!
In der Tat ich stimme Ihnen zu, bisschen allzu weit hergeholt. Wie lächerlich kann man sich eigentlich machen, wenn man ein faschistisches Terrorregime verharmlosen will- und nichts anderes ist Ihr "Gottesstaat"? Berichterstattung setzen Sie mit Propaganda gleich. Schauen Sie mal hier rein – noch mehr Propaganda, alles Lüge von Aufrührern und Knechten des dekadenten Westens.
http://i2h.de/a88664
http://i2h.de/a88665
http://www.spiegel.de/thema/menschenrechte_im_iran/

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Lonsinger 25.06.2011, 10:19
7. Haut und Haar vs. Geschäft

Verehrter Herr Korge,
als Autor behaupten Sie, das Regime in Teheran ließ die prominente Sportfotografin Maryam Majd festnehmen.
Wenngleich die die Dame nicht kannte, mag sie prominent sein.

Muß denn immer alles vom Regime verordnet sein, glauben Sie nicht auch an sogenannte "unabhängige" Gerichte mit Eigeninitiative. Natürlich Staatsanwälte und Gerichte, die dann noch etwas weniger Unabhängigkeit haben als in D.

Woher wissen Sie, daß das Regime verordnet hat?

In islamischen Staaten werden Haut und Haar, sicher aus den verschiedensten Gründen, von der staatstragenden Religion im verhüllenden Griff gehalten. Das ewige Eindreschen auf Iran und seine Wächter ist seit dem Fall des Westhörers Resa Pahlewi nicht mehr auszuhalten. Es wird keine Themengruppe verschont.
Alle diese Beiträge schüren Dissonanzen und produzieren letztendlich Streit, es sind Flugblätter unserer Freunde und der regierenden Kapitalinteressen. Selbst der DFB, welcher Frauenfußball strikt verboten hatte, erkannte wenn auch spät die Einnahmequelle.

Schreiben Sie doch bitte adäquat auch über die Golfstaaten, dann wäre die nationale Ausgewogenheit, bezüglich islamisch geprägter Staaten gewährleistet.

Zitat von sysop
Das Regime in Teheran hat die prominente Sportfotografin Maryam Majd festnehmen lassen. Die Iranerin wollte zur Frauenfußball-WM*nach Deutschland fliegen, kam dort aber nie an. Die letzte Nachricht, die ihre Gastgeberin in Düsseldorf per SMS bekam: "Juhu!" - dann war Funkstille.

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Unterthan 25.06.2011, 10:29
8. Aha

Zitat von AlHaqq
Man weiss nicht einmal was der guten Frau vorgeworfen wird, aber das reicht schon damit SPON "den ach so bösen Iran" an den Pranger stellt.
Demokratische Staaten geben übrigens in solchen Fällen eine Pressekonferenz zur Klärung. Aber Ihre Motive liegen ja auch irgendwie klar auf der Hand.

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Alias_aka_InCognito 25.06.2011, 10:51
9. Das System der Gewalt Teil 1

Je mehr ich über den Iran, Afghanistan. diese Kaukasusregion und auch über die arabischen Länder lese, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass deren Herrscher nur durch archaische Strukturen an die Macht gekommen sind und nur in loyalen Gruppen wie Clans, Sippen und Gesinnungsgenossen denken können. Rechtsstaatlichkeit und politsche Balance und gegenseitige Kontrolle der Staatsgewalt und Institutionen sind ihnen fremd, vielmehr gilt eine dörfliche Ordnung und auch die gewalttätige Erziehung prägt die Leute dort.
Im Iran kommt noch der Personenkult um den obersten Führer hinzu, und die Kultur der Behauptung durch archaische Formen der Männlichkeit, Ehre und ungeschriebene Regeln.

Man kann in solchen Regionen nicht die modernen Formen einer staatlichen Ordnung erwarten, selbst in westlichen Staaten fallen manche Strukturen in diesen vormodernen Zeiten zurück oder sind schon in ihrer vollen Pracht präsent.

Schon von dem Schah sagte man, dass er seine Gegner durch seine Geheimpolizei einfach verhaftete und liquidierte. Später haben sich die geistlichen Revolutionäre auch nicht in diesem Gebiet zurückgehalten. Ganz im Gegenteil, willkürliche Gewalt und Mord gegen Leute, die auch nur den Eindruck erwecken Oppositionelle zu sein, ereilen ein tödliches Schicksal.
Es herrscht keine Rechtssicherheit und gnadenloser Sozialdarwinismus. Wenn schon der Staat wie im Mittelalter Menschen öffentlich hinrichtet, was soll man dann an Orten erwarten, wo der Staat weniger präsent ist. Da werden Konflikte blutig ausgetragen, was in einer langanhaltenden Blutfehde mündet und immer wieder zu Blutrache führt. Die Beilegung solcher Konflikte wird dann mit Blutgeld geregelt.

Für einen Menschen in nahen und mittleren Osten kommt der Staat erst in letzter Instanz, vorher kommen der enge Familienkreis, dann der Clan, dann der Stamm und zuletzt der Staat.

Und genauso ist auch der Staat für die Leute, die ihn führen, nur Mittel zum Zweck und nicht ein hohes Gut an sich.

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