Forum: Politik
Festsetzung von Tanker : Briten drohen Iran mit "ernsten Konsequenzen"
DPA

Auf die Festsetzung von zwei Tankern in der Straße von Hormus reagiert London mit zwei Warnungen: eine an die eigene Schifffahrt, die Meerenge ab sofort meiden. Die zweite erging an die iranische Regierung.

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cougar60 20.07.2019, 17:14
70. Das ist ja die Ursache

Zitat von frankfurtbeat
was berechtigt die Briten einen Tanker einzukassieren? Sanktionen gegen den Iran und Syrien? Das sind Vorgaben der USA und europa bückt sich dem Willen. Aber der Iran gehört nicht zu Europa und ist auch keine Insel der USA. Die Briten machen es vor und wundern sich dann wenn es einer nachmacht ... lustig und naiv zugleich.
, die Amerkaner würden es halt gerne sehen. Wenn in Teheran eine Regierung am Werke wäre, die nach ihrer Pfeiffe tanzt. So wie sie in aller Herren Länder zumindest versuchen, Marionetten an die Regierung zu bekommen. Die vom weißen Haus aus leicht zu manipulieren sind. Die Briten sollten sich besser an die eigene Nase fassen. Auf Grundlage welchen Recht maßen es sich die Briten an, einen iranischen Tanker zu beschlagnahmen. Hier wird eindeutig wieder mal mit verschiedenerlei Maß gemessen

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wick.eurocon 20.07.2019, 17:44
71. Briten drohen Iran..

Die Briten haben das Ganze angezettelt,nun drohen Sie ,was für eine Logik. Sie sind alleine nicht in der Lage Drohungen wahr zu machen.

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lilioceris 20.07.2019, 18:17
72. Das sagen Sie mal

Zitat von Beat Adler
Der Rhein von Rotterdam bis zur Mittleren Bruecke in Basel ist eine internationale Wasserstrasse. Fuer alle diese Strassen gelten Regeln, welche die freie Schiffahrt zum Ziel haben. Hoheitsrechte, so wie innerhalb der 12 Meilenzone oder innerhalb der 200 Meilen Wirtschaftszone, gelten fuer Wasserstrassen nicht. mfG Beat
den Amerikanern. Die werden Ihnen was husten.
Aber das wissen Sie ja eigentlich doch schon längst.

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Hermes75 20.07.2019, 19:27
73.

Zitat von vulcan
Grossbritannien wäre ohne weiteres in der Lage, hier militärisch zu reagieren. Ein einzelnes U-Boot wäre da schon völlig ausreichend. Sie wollen aber nicht, hat man verlauten lassen. Wäre wohl auch etwas übertrieben wegen der kindischen Aktion. Außerdem: Der Träger ist nicht mehr lange leer - Hubschrauber landen eh schon und bis zur Stationierung der F-35 ist es auch nicht mehr so lange hin.
Was genau soll das "einzelne U-Boot" gegen den Iran unternehmen?
Der Persische Golf ist ein sehr ungemütliches Gewässer für U-Boote.
Eng, flach und mit nur einem Ausgang.

Was den Flugzeugträger angeht: Sie haben das Problem genau erfasst die Briten haben zwar einen Flugzeugträger, aber keine Fluzeuge dafür. Diese sollen in den nächsten Jahren angeschafft werden. Stückweise. Jedes Jahr einige. So 2025 könnte der Träger vielleicht bestückt und einsatzbereit sein - ungefähr 6 Jahre zu spät.
Also ähnlich nützlich wie die HMS Vanguard ;-)

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bambata 20.07.2019, 23:33
74. Alles falsch, was Sie schreiben. Leider.

Zitat von marinero7
Da sind Sie leider im Irrtum. Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20040579/201803280000/0.747.305.15.pdf wurde zwar vom Iran unterzeichnet aber nicht ratifiziert. Die USA haben das Abkommen noch nicht mal unterzeichnet. Das bedeutet, alle Schiffe aus dem persischen Golf Richtung indischer Ozean fahren durch die Gewässer des Oman, alle einfahrenden Schiffe durch die Hoheitsgewässer des Iran. Der Iran könnte also Kriegsschiffen der USA und auch zivilen Schiffen die Durchfahrt verbieten. Selbst wenn der Iran unterzeichnet hätte, könnte er US-Kriefsschiffen die Durchfahrt verbieten gemäß Art. 19 Abs. "Die Durchfahrt eines fremden Schiffes gilt als Beeinträchtigung des Friedens, der Ordnung oder der Sicherheit des Küstenstaats, wenn das Schiff im Küstenmeer eine der folgenden Tätigkeiten vornimmt: a) Drohung mit Gewalt oder Gewaltanwendung, die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit des Küstenstaats gerichtet ist oder sonst die in der Satzung der Vereinten Nationen niedergelegten Grundsätze des Völkerrechts verletzt; ...." Dass die USA verbal und mit ihrer Trägergruppe und Amphibienschiffen wie der USS Boxer mit Gewalt drohen ist ja wohl offensichtlich.
Die Schifffahrtswege in der Strasse von Hormus für den Ost- wie auch den Westverkehr liegen ausserhalb der iranischen Hoheitsgewässer, sie liegen innerhalb des Territoriums der zum Oman gehörenden Exklave Musandam, ergo zu omanischem Hoheitsgebiet bzw. im weiteren Verlauf in Richtung Westen zum Hoheitsgebiet der VAE. Die inoffizielle Grenzlinie verläuft in der Mitte der 30 Seemeilen (55 km) breiten Strasse von Hormus. Die nationalen Gewässer des Iran betragen gemäß des internationalen Seerechts lediglich 3 Seemeilen von der Küste und auch das Küstenmeer oder Territorial- oder Hoheitsgewässer, beträgt maximal zwölf Seemeilen (22,2 km) von der Küste, also nicht mal bis zur geographischen Mitte der Strasse.

Siehe diesen Kartenausschnitt: https://upload.wikimedia.org/wikiped...ormuz_2004.png

Solange dort kein Schiff in iranische Hoheitsgewässer einfährt (und freiwillig tut das niemand), hat der Iran dort rein gar nix zu melden.

Im weiteren Verlauf der Strasse beansprucht der Iran die Abu Musa- und Tunbs-Inseln, um sein Hoheitsgebiet über die geographische Mitte des Persichen Golfs hinaus auszudehnen. Es gibt aber kein völkerrechtliches Anerkenntnis dieser Beanspruchung.

Die Stella Impero wurde mit fadenscheinigen Begründungen aus den Schifffahrtslinien rausgezwungen und musste nach Norden in Richung Iran abdrehen.

Fortsetzung folgt

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bambata 21.07.2019, 00:14
75.

Zitat von wolle21
fährt ein Iranischer Tanker vom Atlantik kommend nach Osten durchs Mittelmeer? Er ist doch wohl nicht mit Iranischem Öl vom Persischen Golf kommend durchn den Golf von Oman, den Indischen Ozean, rund um Afrika, durch den Atlantik nach Gibraltar geschippert? War ihm das Rote Meer-Suez-Kanal - der logische Seeweg vom Iran nach Syrien - versperrt? Hatte der Iranische Tanker vielleicht Nigerianisches Öl geladen? Macht das nicht einen Unterschied?
Die Grace I war seit April unter Beobachtung von US Satelliten, da das Schiff bekannt dafür war, regelmässig ohne AIS-Signal unterwegs zu sein.

"The Grace 1 was last detected in port almost two years ago, in Qingdao, China. Since then, it’s been operating continuously at sea; any port calls it may have made have been masked by turning off its mandatory AIS transmissions." (Quelle)

"The Grace 1, which flies a Panamanian flag, had been under surveillance by US satellites since April, when it was anchored off the coast of Iran. The supertanker, which is 330 meters long and was full to the brim with crude oil, was too big for the Suez Canal, and so it sailed around the Cape of Good Hope before heading for the Mediterranean. According to the US intelligence services, it was headed for the Syrian oil refinery of Banyas." (Quelle)

Die Grace I wird übrigens überwiegend als sogenanntes STS-Ship eingesetzt. Die Ladung wird von Schiff-zu-Schiff gelöscht. Daher hätte sie auch in Baniyas (korrekte Schreibweise) in Syrien ihre Ladung löschen können.

"GRACE 1 has a history of handling STS (Ship-to-Ship) fuel oil transfers. The vessel was constructed in 1997, and is therefore not allowed to dock at many ports because she is older than 20 years of age. That means that her oil transfers need to be done out at sea, and that’s exactly what we saw her do in Iraq during 2018 and in the UAE during 2019. She would typically receive fuel oil from other VLCC’s (2 million barrels) in Iran and then deliver to smaller vessels (Suezmax: 1 million barrels, Aframax: 750K barrels, etc)." (Quelle)

Und ja, Öl aus Nigeria hätte ebenfalls gegen das EU-Embargo gegen Syrien verstossen. Auch auf einem Öltanker aus dem Vatikan.

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bambata 21.07.2019, 01:31
76. @Hamberliner, #57

Zitat von Hamberliner
Nach einem Blick auf die Nachrichten, die von marinetraffic archivierte Route und das Verkehrstrennungsgebiet vermute ich folgendes: Weil aus irgendwelchen Gründen die Royal Navy zu geizig, inkompetent, faul oder dämlich war, nach so einer Vorgeschichte zumindest in der Gegend, so dicht bei iranischen Gewässern, jedem einzelnen unter britischer Flagge fahrenden Tanker individuellen Schutz zu geben, hat die Stena Impero möglicherweise a) versucht, sich durch zeitweiliges Abschalten des AIS vor den Iranern zu verstecken und b) mitten im Verkehrstrennungsgebiet eine so große Distanz vom Iran zu halten, dass sie dabei in die Sperrzone zwischen beiden Richtungsfahrbahnen geraten ist (quasi der "Mittelstreifen" dieser "Autobahn auf See"), wenn nicht sogar in die Gegenfahrbahn.
Die Iraner behaupten ja, dass die Stena Impero das AIS abgeschaltet hatte. Die behaupten allerdings eine ganze Menge. Kann man sich jetzt aussuchen, welche Variante den persönlichen Plot-Vorlieben am ehesten entgegenkommt. Aber auch Ihr Szenario ist ja erstmal nur eine Vermutung.

Die Strasse von Hormus ist an schmalsten Stelle, also ungefähr da, wo die Stena Impero gekapert wurde, 30 Seemeilen breit. Die Schiffahrtslinien in beide Richtungen, liegen auf dem Gebiet des Oman, knapp südlich der inoffiziellen Grenzlinie in der Mitte der Strasse. Inoffiziell, weil beide Staaten, also Iran und Oman maximal 12 Seemeilen in die Strasse hinein gemäß des Internationalen Seerechtsübereinkommens beanspruchen dürfen; demgemäß bliebe ein internationaler Streifen von 6 Seemeilen zwischen den Staaten.

Das Schiff war also maximal 18 Seemeilen, also etwa 33 km von der Küste des Iran entfernt. Auf diese Entfernung ist dort selbst unter Berücksichtigung der Erdkrümmung ein solches Schiff mit einem guten Feldstecher problemlos zu erkennen. Mit einem stationären Fernglas, über das die Küstenwache des Iran sicher verfügt, kann man auf die Distanz sogar den Namen am Rumpf des Schiffes erkennen. Und über Aufklärung aus der Luft verfügen die Iraner sowieso. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Kapitän so naiv ist zu glauben, sich mit der Abschaltung des AIS vor den Iranern "verstecken" zu können.

Aber selbst wenn das AIS abgeschaltet gewesen sein sollte, oder der Kapitän in die Sperrzone zwischen den beiden Richtungskorridoren der Schifffahrtsrouten eingefahren sein sollte, so hat der Iran dort ganz gewiss keine überhoheitliche, supranationale Rechtsdurchsetzungsbefugnis, da es entweder internationales Seegebiet ist oder (wahrscheinlich) Hoheitsgebiet des Oman.

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Aktion ist eine Kaperung auf offener See. Die Mullahs verspielen gerade im Eiltempo das letzte bißchen Sympathie und Wohlwollen, dass die Weltgemeinschaft (ex USA) dem Land noch entgegenbrachte.

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bauklotzstauner 21.07.2019, 09:44
77.

Zitat von Trevor Philips
Wieso sollte sie auch? Der Tanker wurde zur Durchsetzung von Sanktionen der EU in den Hoheitsgewässern Gibraltars aufgebracht.
...behaupten die Briten....
Die Spanier sprechen vom Internationalen Gewässern.

Und egal ob international. spanisch oder gibraltarisch - die EU-Sanktionen gelten IMMER noch nicht für den Iran und Syrien! Ich weiß nicht, wiie oft man diesen simplen Fakt noch erwähnen muß, damit er endlich mal bei jedem ankommt?

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