Forum: Politik
Festtagsredner Steinmeier: Der überforderte Präsident
DPA

Wer ist schuld am Aufstieg der AfD? Nicht Talkshows, sondern Politiker wie Frank-Walter Steinmeier, die sich in die Floskelsprache flüchten.

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Stefan_Schmidt 05.10.2017, 18:01
120. Voll daneben

Wären Sie nicht genauso der Erste, der Steinmeier in die Pfanne hauen würde, wenn die Rede so ausgefallen wäre wie hier (übrigens auch nicht besonders konkret) gefordert, nur weil er halt von der SPD ist? Wenn Steinmeier nicht der Erwwartung der Überparteilichkeit entsprochen hätte? Wenn Steinmeier die AfD und ihre Wähler mit glasklaren Vorwürfen überzogen hätte und damit den Graben zwischen denjenigen, die sich schon längst nicht mehr zuhören, noch vergrößert hätte?

Bitte tun Sie nun auch selbst Butter bei die Fische, Herr Fleischhauer: Trauen Sie sich denn, hier das über die AfD zu schreiben, was der Bundespräsident der AfD konkret hätte sagen sollen? Ich würde mich sehr freuen, das zu lesen, erst recht von einem Konservativen. Eine prima Vorlage gibt es ja schon von der Linken, z. B. Katja Kipping in der Elefantenrunde.

P.S.: Danke für Ihren Beitrag von vor ein paar Tagen zu einem sehr persönlichen Thema - dort gab es keine Kommentarfunktion.

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Clara77 05.10.2017, 18:05
121.

Herr Fleischhauer macht es sich reichlich einfach. Diese Plastiksprache ist aber natürlich nicht wirklich der Grund für den Austieg der AfD, sondern die Gründe sind wesentlich vielschichtiger. Dazu gibt es auch schon genug ernsthafte Analysen und übrigens auch über die Rolle der Medien hierin.

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Derwatt 05.10.2017, 18:10
122. Gut, ...

... dass es Jan Fleischhauer gibt - und seine Kolumne, die trotz aller zeitgeistiger Lesetreterei noch nicht abgeschafft worden ist. Sollte es irgendwann soweit kommen, tja - spätestens dann wird es Zeit, sich ernsthaft Gedanken zu machen.

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Mülli 05.10.2017, 18:23
123. Stellt sich nur noch die Frage,

ob es sich beim "WIR müssen uns ehrlich machen" um den Pluralis Majestatis handelte, oder ob er eine nicht näher definierte Zahl von Menschen ebenfalls der Unehrlichkeit zeihen wollte. Deutsche Sprache, schwere Sprache. Und Steinmeiers Wahl war genauso alternativlos wie die übrige Politik Merkels, denn von der CDU/CSU traut sich wohl seit Wulff niemand mehr, sich dieses Amt anzutun. Da fällt mir gerade Kramp-Karrenbauers aktuelle Kritik des CDU-Wahlkampfs ein. Sie wirft der AfD "Tabubrüche" vor. Schön, dass sie die Existenz von Tabus, die man aus politischer Korrektheit nicht anzutasten hat, konstatiert. Allerdings hat sie nicht gesagt, welche Tabus sie genau meint. Aber ist ja auch egal, denn die Kanzlerin sieht ja immer noch nicht, was sie denn anders machen sollte.

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Mülli 05.10.2017, 18:29
124. Nun ja,

Zitat von nomac
Zu den hermeneutische Fähigkeiten von Jan: >Seine "bislang stärkste Rede" urteilte die "Süddeutsche Zeitung" in einem Kommentar. So vernichtend kann Kritik sein.< Nein, das war ganz hundertprozentig nicht der Tenor des Artikels. Aber wie hätte Jan auch der Möglichkeit wiederstehen können, Steinmeier und SZ zusammen eins zu verpassen? Die Rolle des Bundespräsidenten sieht Ausgleich, Lösungsorientierung, Moderation und vielleicht auch Versöhnung vor – alles was Jan nicht in einem einzigen Artikel jemals geschafft oder angestrebt hat. Und in letzterem gibt er ganz den Wutschreiber.
die Alpen-Prawda konnte ja als gleichgeschaltete Regierungströte nicht anders, als Steinmeiers Rede in höchsten Tönen zu loben. Schließlich war ja nicht nur Merkels bisherige Politik, sondern auch Steinmeier als einziger BP-Kandidat "alternativlos" :-)

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wasistlosnix 05.10.2017, 18:29
125. Erleichterung

ich dachte erst was ist den das für ein geschwurbel (die Steinmeier Rede) als dann die Lobpreisungen kamen, dachte ich ich hab die falsche gelesen.
Meistens sind alte Bauernregeln aussagekräftiger als heutige Politikerreden und der Wetterbericht hält fast 3 Tage.

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herb70 05.10.2017, 18:29
126.

Zitat von l.augenstein
Aber Herr Fleschhauer: Ob ein Gauland von der AfD die Kanzlerin "jagen will" oder ein Volmer von den Grünen den Kanzler, macht einen entscheidenden Unterschied, wenn man sich den Folgesatz von Gauland anhört! Gauland schwafelte da von "sich Deutschland zurückholen"! Das ist üble Rhetorik und steht in direktem Zusammenhang auch zu seinen Äußerungen über seinen "Stolz auf die Wehrmacht"! Das geht gar nicht!
Eben. Das ist aus meiner Sicht eine ebensolche Verwässerung wie die permanente Nutzung von Floskeln. Es gehört schon einiges dazu, beide Aussagen auf eine Stufe zu stellen, nur weil sie vom Inhalt her gleich erscheinen...

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schmidthomas 05.10.2017, 18:38
127. Sie wollen sicher gar nicht wissen,...

Zitat von skeptikerjörg
Fleischhauer schreibt eine Kolumne; hat mit SPON wenig zu tun. Er gibt hier ausschließlich seine persönliche Meinung wider - die man ja zur Genüge kennt. Und versucht natürlich, wie zur Zeit alle, vom massiven Anteil der Medien am Aufstieg der AfD abzulenken.
wo die AfD ohne "die meinungsstarken Medien" und deren bekannte "Einordnung der Fakten" stünde, ganz sicher nicht.
Was Sie offenbar wünschen, ist totale Zensur, totschweigen und einseitige öffentlich-rechtliche Dauerberieselung im Volksbelehrungsmodus. Das ist nun vorbei und das ist gut so. Derartige Mechanismen, bekannt aus totalitären Staaten (DDR), würden die Wut der Menschen nur noch verstärken.
Auch in diesem Bereich haben sich reichlich Alternativen entwickelt und etabliert. Politmagazine schießen seit geraumer Zeit wie Pilze aus dem Boden. Die Zeiten der absoluten Deutungshoheit des journalistischen Mainstream sind vorbei, für immer.

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citizen01 05.10.2017, 18:46
128. Die zentrale Botschaft ist durchaus angekommen. Daß wir nämlich ...

gerade heftig dabei sind, die Stolpersteine in einer demokratischen Gesellschaft künstlich zu festen Mauern aufzutürmen und regionenweise Landsleute dahinter auszugrenzen. Es gibt Reizworte und Themen, deren Diskussion jeden zivilen Rahmen sprengt. Und es gibt dogmatische Diskussionsverbote, was noch schlimmer ist. Es ist auch dem Bundespräsidenten inzwischen wichtig genug, darauf warnend hinzuweisen.

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fdb 05.10.2017, 18:47
129. Danke

Genau so sieht es aus. Wir brauchen Partei übergreifend mehr Leute vom Format Bosbach, Özdemir, Lindner, Wagenknecht, Kubicki. Weniger Merkel und Steinmeier. Dann wird Klartext geredet, die Politikverdrossenheit sinkt, die Leute fühlen sich ernst genommen, die AfD verschwindet. Eigentlich eine einfache Aufgabe für einen Berufspolitiker, sollte man meinen.

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