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Finanzminister: Scholz will Rentenniveau bis 2040 sichern
DPA

"Stabile Renten verhindern einen deutschen Trump", sagt Finanzminister Scholz laut einem Zeitungsbericht - und macht Druck auf die Union. Der SPD-Politiker fordert eine weitreichende Garantie des Rentenniveaus.

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advocat diavoli 19.08.2018, 10:31
40. Gefangen im Irrtum

dass die Bevölkerung nicht merkt, dass die Regierenden insgesamt versagt haben und sich dafür sehr teuer bezahlen lassen. Die Rente wird sich immer mehr zum staatlichen Zuschußbetrieb entwickeln, wenn die Höchstrenten und - penionen nicht gekürzt, die Beitragsbemesungsgrenze abgeschafft und alle Arbeitenden zur Beitragszahlung verpflichtet werden. Das wird mit den derzeitig aktiven Parteien aber nicht geschehen. Diese Parteien haben unseren Staat gemeinsam gegen die Wand gefahren; Rente, Pflege, Krankenvers., Infrastruktur, Militär egal wohin man blickt Investitionsstau und Notstand .... außer ... bei den Gehältern der Volksvertreter, der Lobbyisten, den Vorständen der "Staatsbetriebe" und deren Zuarbeiter.
Es wird Zeit für einen Neuanfang mit einer menschenorientierten Regierung - träumen darf man ...

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lobro 19.08.2018, 10:32
41.

Es erschließt sich mir nicht, wie man mit einer Erhöhung des Rentenniveaus Rechtspopulisten verhindern könnte. Das hat doch in Österreich trotz höherer Renten schon nicht geklappt.

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whitewisent 19.08.2018, 10:34
42.

Herr Scholz irrt sich in zwei wesentlichen Punkten. Zum einen, daß die heutigen Rentner mit ihrer Rente zufrieden sind, zum Anderen, daß Menschen allein wegen einem solchen Aspekt ihre sonstigen Überzeugungen wegschieben, die zur Wahl einer rechten Partei führen.

Und auch sonst hat der Vorschlag immer noch wie Wiederholung vieler irrführender Parameter. So entsprechen eben 45 Jahre schon lange nicht mehr der üblichen Lebensbiografie. Ganze Generationen wurden mit 6 Jahren eingeschult, also beginnt deren Arbeits/Versicherungsleben mit 16, und endet derzeit mit 67. Es ist denen nicht plausibel zu erklären, warum 6 Jahre Lebensleistung für die Rente keine Rolle spielen.

Genauso ist sei Jahrzehnten der Anteil von Teilzeitbeschäftigungen hoch. Warum soll jemand, der 45 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, nur die selbe Garantie bekommen, wie jemand, der 25 Jahre in Teiltzeit war? Das ist die Ungerechtigkeit, welche viele aufregt, genauso, daß Ausfallzeiten wie Arbeitslosigkeit für viele Sozialpolitiker bei der Rentenberechnung Arbeitsjahren gleichgestellt werden. Also selbst wenn die Idee finanzierbar ist, das Gerechtigkeitsgefühl und die soziale Sicherheit wird man damit nicht fördern.

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deutscher-michel 19.08.2018, 10:38
43. Mutig !

ab 2025 wird sich das demographische Ungleichgewicht in der Rentenversicherung drastisch verschärfen. So vernünftig es ist, spätestens jetzt belastbare Konzepte zu entwickeln, so mutig ist es auch sich 3 Wahlperioden vorher mit konkreten Aussagen angreifbar zu machen. Das Geschrei und das Geheule wird riesig werden

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nic 19.08.2018, 10:38
44.

Zitat von meinung2013
fordern kann man ja mal, kostet ja nix. Wo bleibt die Forderung die gesetzlichen Sozialkassen von versicherungsfremden Leistungen zu befreien? Jüngstes Beispiel: Nahles , SPD, Mütterrente. Diese durchaus berechtigte Renten wird einzig aus der gRV finanziert und erst seit 2018 zahlt der Bund einen NICHT kostendeckenden Zuschuss. Und so frage ich mich, haben all die Berufsgruppen, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen brauchen etwa keine Mütter, keine Frauen die Mütter werden? Diese Berufsgruppen begrenzen sich nicht auf Beamte und Politiker, es gehören dazu Rechtsanwälte, Notare, Ärzte, Architekten, Selbständige usw. usw. Wann hat die SPD den Mut gesamtgesellschaftliche Aufgabe auch von allen bezahlen zu lassen, also auch von Politikern? Das würde natürlich Kosten verursachen und so bleibt es halt immer bei irgendwelchen Forderungen, die kosten nichts.
"fordern kann man ja mal, kostet ja nix"

Die Kosten holt man locker rein, wenn man z.B. die Löhne der gestiegenen Produktion anpassen würde, die Steuern auf große Vemögen wieder einführte, die Erbschaftssteuer insbesondere bei diesen wieder geltend machen würde bzw. große Vermögen ganz allgemein wieder ordentlich besteuern würde.

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AlfredZimmer 19.08.2018, 10:41
45. Das interessante an diesem Artikel

.... ist ja, dass keinerlei Beträge erwähnt werden.

Daher einmal ein aktuelles Beispiel:
Im Monat Juni zahlte die DRV 24.367.405 Renten aus. Insgesamt wurden nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung ein Betrag von 19.710.337 Mrd. Euro ausbezahlt - Grob über den Kamm geschert wären das pro Rentner-Nase also ca. 809 Euro.
Das bedeutet als, dass wir bereits jetzt und nicht in Zukunft Altersarmut haben.

Hinzu kommt noch, dass in absehbarer Zeit jeder Rentner Steuerpflichtig sein wird. Sollte ich, - fiktive -, nächstes Jahr in Rente gehen, hatte ich einen Steuerfreibetrag von ca. 24 % meiner Rente. In der Praxis dürften also in einigen Jahren, wenn also 100% der Rente Steuerpflichtig werden, dann aus den 809 Euro vielleicht nur noch 750 Euro monatlich werden. - OK letzteres ist, gebe ich zu, Spekulation.

Im Gegensatz zu anderen Ländern, wie z. B. Österreich und Luxemburg, haben wir in Deutschland eine Art Mehrklassen-System. - Nur der Sozialversicherungspflichtige zahlt in die Rentenkasse ein. Beamte und Selbstständige, die nicht Versicherungspflichtig sind, zahlen nicht ein.

Das Kernproblem aus meiner Sicht ist daher unsere Mehrklassengesellschaft, also dass nicht alle Erwerbstätige sozialversicherungspflichtig sind und besonders unsere Entscheidungsträger des Bundestages und der Bundesregierung in der Regel von ihren Entscheidungen bezüglich der gesetzlichen Sozialversicherungen selbst nicht betroffen sind.

Die Basis des Wohlstandes des durchschnittlichen Durchschnitts-Bürgers war in der Vergangenheit und ist auch heute noch, die industrielle Wertschöpfungskette.
Mit der Ent-Industrialisierung Deutschlands in den letzten Jahrzehnten sank für den Durchschnittsbürger das Lohnniveau, sein Wohlstand und damit auch die Beiträge an die Rentenkasse.
Diese Diskussion, die wir heute führen, war daher in den 80igern nicht nötig.

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meier12 19.08.2018, 10:41
46.

Geld genug wäre durch eine simple Änderung im Pensionsrecht der Beamten vorhanden. Für das deutsche Pensionärstum zahlen wir derzeit ca. 39 Milliarden Euro im Jahr aus Steuergeldern. Raten wir alle mal, was es kostet, wenn die Pensionäre aus den Babyboomerjahren sich zur Ruhe setzen. Bei der Berechnung der Pensionen der Beamten gibt es einen entscheidenden, meines Erachtens verfassungswidrigen Unterschied zu den normalen Rentenberechnungen: Die Pensionen richten sich nach dem letzten Gehalt. Nicht wie normalen Rentnern nach dem Durchschnitt aller Einkünfte der Arbeitsjahre. Wer als Beamter mit 2.500,00 Brutto (plus Zulagen bis zum Abdanken) anfängt und mit 5.000,00 EUR Brutto aufhört, dessen Rente berechnet sich so, als hätte er immer 5.000,00 EUR verdient. Hierfür gibt es keinen, überhaupt keinen sachlichen Grund. Das ist einfach rechtlicher Unsinn, der nur zum Taschenfüllen für Pensionäre erdacht worden ist. Darüber redet in Deutschland keiner, weil die Beamten in der Regierung dieses Thema immer schön beiseitelegen. Wenn die deutschen BeamtInnen im Pensionsstand 71,00 % der durchschnittlichen Bezüge aller Beamtenjahre bekämen, wären die Pensionslasten des Staates um etliche Milliarden niedriger, und die Gerechtigkeit in der Verrentung wäre jedenfalls in einem Punkt hergestellt. Auch wären etliche Mlliarden frei, um sie der Rentenkasse zuzuführen, damit "Babyboomer"-Spitzen in der Rentenauszahlung mitfinanziert werden können. Wenn man dann noch die Pensionen auf 48% festschreiben könnte, weil diese Leute definitiv nicht härter gearbeitet haben als unsereins ....., aber das sind wohl Träume aus einer fernen Zukunft, in der alle Menschen gleich behandelt werden. Nach den Beamten sind alle anderen Berufsgruppen dran, die sich aus der Rentenversicherung herausgenommenn haben, so etwa Ärzte, Anwälte etc.. Dort haben sich Menschen mit höherem Einkommen ein eigenes Versorgungssystem geschaffen, in dem entsprechend auch das Pensionsniveau deutlich über dem Schnitt liegt. All diese Berufsgruppen, insbesondere aber Juristen und Beamte, sind wiederum überdurchschnittlich in den Entscheidergremien vertreten, die den Istzustand aus ganz eigenem Interesse oder unter dem Einfluss der Lobbyisten dieser Gruppen bewahren möchten. Dies ist ein Punkt auf der Liste der Maßnahmen, aber er brächte Milliarden in die Rentenkasse, die derzeit ohne sachlichen Grund in anderen Taschen zusätzlich zu 71 % Pensionsniveau verteilt werden.

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Papazaca 19.08.2018, 10:42
47. Das Hauptproblem der Zukunft: Die steigende Lebenserwartung

Mir gefällt diese Diskussion verschiedener Details. Trotzdem: Wer erklärt mir bitte, wie bei zukünftigen Lebenserwartungen von 80-90 Jahren noch vernünftige Renten finanziert werden können?
Das heißt: 45 jähren Arbeit (im günstigsten Fall) stehen 25 - 30 Jahre Rente gegenüber. Plus der Kosten für Krankenversicherung und Pflege.

Jeder, der auch nur die Grundarten der Mathematik beherrscht, muß zu dem Schluss kommen, das die momentanen Rentner einfach Glück hatten. Sie haben sozusagen das Glück, ein Zeitfenster erwischt zu haben, in der eine vernünftige Rente noch zu finanzieren war.

Diese Zeiten sind bei der steigenden Lebenserwartung bald vorbei.
Jemand, der das Gegenteil erzählt, produziert Rentenfolklore!

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ckellermann 19.08.2018, 10:48
48. Totschlagargument

Blablabla verhindern einen deutschen Trump.....welch fadenscheiniges Argument. Man kann alles fordern, um damit einen deutschen Trump zu verhindern. Die AfD bekommt Zulauf ohne auch nur irgendein Rentenkonzept vorzulegen..... Um Trump zu verhindern, benötigt man kein Rentenkonzept, sondern charismatische Politiker, die die Ängste und Sorgen der Menschen Ernst nehmen. Gerade die SPD hat zig Konzepte zu allen möglichen vorgelegt, das Rentenniveau ausgeweitet etc. - trotzdem bekommt die AfD Zulauf aus den traditionellen SPD- Milieu.

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nic 19.08.2018, 11:00
49.

Zitat von Papazaca
Ich weiß, jetzt gibt es einen Aufschrei: Ich finde, als Rente sollte nur das ausgezahlt werden, was eingezahlt wurde, plus Verzinsung. Kein Solidaritätsprinzip oder was auch immer. Problem - und Härtefälle sollten über soziale Finanzierungen gelöst werden. Das werden sie bei den nicht ausreichenden Altersrenten übrigens schon jetzt. Diese ganzen Rentenvorschauen, Rente sicher oder unsicher, können mathematische Grundprinzipien nicht ad absurdum führen. Und Scholz, auch wenn er das Erb-Philo-Problem geerbt hat, kann die gigantischen Kosten der Elb-Philo nicht als Leistungsbeweis für seine mathematischen Fähigkeiten anführen. Die Renten sollten simpel und nachvollziehbar sein. Das sind sie leider nicht. Und wenn die Menschen immer älter werden und 80-90 bald das Durchschnittsalter werden, wird die Rentenfinanzierung, wie wir sie kennen, sowieso unmöglich. Wie will man in ca. 40 Jahren Arbeit 30 Jahre Rente finanzieren? Wenn Scholz was von einer Rentenvorschau bis 2040 erzählt, blendet er die Realität und die Gesetze der Finanzmathematik aus. Also nichts Neues.
Auch in Mathe ist das Ergebnis beeinflussbar durch die Menge der Komponenten die eine Rechnung beinhaltet. Zähle ich nur 1 und 1 zusammen, reicht es nicht für die Renten. Zähle ich aber außer 1 und 1 noch die fehlenden, durch Schröder abgeschafften, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8 usw. hinzu, sieht das Ergebnis gleich anders aus. 2 könnten z.B. der Produktion angepassten Löhne sein, 3 z.B. eine wirkliche Erbschaftssteuer auch bei Übernahme von Unternehmen, 4 z.B. die Kapitalertragssteuer wie sie vor der Einführung der 25% Regel war.

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