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Finnland: Wahlsieger Rinne braucht einen Partner
JARNO KUUSINEN/EPA-EFE/REX

Die Sozialdemokraten haben die Wahl in Finnland knapp vor den Rechtspopulisten gewonnen. Doch der bisherige Oppositionsführer Antti Rinne braucht zum Regieren jetzt die Hilfe einer anderen großen Partei.

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caliper 15.04.2019, 07:44
1. "Bayern München gewinnt knapp gegen die Foulspielenden"

Warum kann man eine Partei, die sehr knapp als Zweiter gewählt wurde und ordentlich zugelegt hat, nicht beim Namen nennen? Unabhängig wie man zu "Den Finnen" steht. Sie als "Rechtspopulisten" zu bezeichnen, um dem Leser es zu ersparen sich selbst eine Meinung zu bilden, zeugt nicht gerade von Neutralität.
Was würde man von einer Fußballreporter halten der nur eine der beiden Parteien mit korrektem Namen beschreibt?

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Paul G. 15.04.2019, 08:11
2. Verfrühter Jubel

Gestern war schon zu lesen, dass die Sozialdemokraten noch Wählen gewinnen können und die Rechtspopulisten deutlich an Zuspruch verloren hätten. Heute sehen wir, dass auch in Finnland der Trend wie in vielen anderen europäischen Ländern besteht.

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deufin 15.04.2019, 08:44
3. Hallo aus Finnland

Die SDP benötigt nicht nur EINE andere große Partei für eine Regierungsbildung, sondern DREI andere der größeren Parteien, um über 50% der Sitze zu kommen.

Das die Perussuomalaiset (Basis-Finnen) zweitstärkste Partei sind ist auch nicht wirklich verwunderlich, wenn man Zustände hat wie zu Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Das Wirtschaftssystem und die Ungleichverteilung des erwirtschafteten Vermögens führt nun einmal dazu, daß es den Menschen anstatt besser, immer schlechter geht. Und als erstes wird nunmal immer gegen Ausländer gewettert, wenn dies passiert. Das ist der Grund weswegen weltweit die nationalistischen Parteien erstarken.

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trojanspirit 15.04.2019, 09:43
4. Wahlsieg?

Gerade einmal 0,2% Vorsprung machen die finnischen Sozialdemokraten nominell zwar zur stärksten Partei, aber ob daraus auch ein Wahlsieg ensteht wird man sehen. Ich sehe es tatsächlich sehr fraglich ob aus den Ergebnissen ein Linksbündnis oder wenigstens ein Mitte-Linksbündnis resultieren wird. Insgesamt habennach wie vor konservative und nationale Kräfte eine Mehrheit, wenn sie die Parteien der sogenannten Mitte für sich gewinnen können. Und diese sogenannte Mitte hat gerade in Finnland eher mit der konsevativen Seite mehr gemeinsam wie mit den Sozialdemokraten. Also bitte nicht zu früh jubeln und den sozialdemokratischen Aufbruch feiern.

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Watschn 15.04.2019, 10:32
5. Eins muss man sehen....

Wenn die Konservativen mit der Finnenpartei u. dem Zentrum zusammengehen, dann bleiben die Sozis auf der Strecke. Nicht unwahrscheinlich...

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Tommi16 15.04.2019, 12:32
6.

Zitat von caliper
Warum kann man eine Partei, die sehr knapp als Zweiter gewählt wurde und ordentlich zugelegt hat, nicht beim Namen nennen? Unabhängig wie man zu "Den Finnen" steht. Sie als "Rechtspopulisten" zu bezeichnen, um dem Leser es zu ersparen sich selbst eine Meinung zu bilden, zeugt nicht gerade von Neutralität. Was würde man von einer Fußballreporter halten der nur eine der beiden Parteien mit korrektem Namen beschreibt?
Andere Seiten, die noch INFORMATIONEN veröffentlichen,
haben das gesamte Wahlergebnis veröffentlicht.
Dazu einordnende Informationen, die einem, der nicht Kenner Finnlands ist, Hintergründe erklären.

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deufin 15.04.2019, 14:30
7.

Zitat von trojanspirit
Gerade einmal 0,2% Vorsprung machen die finnischen Sozialdemokraten nominell zwar zur stärksten Partei, aber ob daraus auch ein Wahlsieg ensteht wird man sehen. Ich sehe es tatsächlich sehr fraglich ob aus den Ergebnissen ein Linksbündnis oder wenigstens ein Mitte-Linksbündnis resultieren wird. Insgesamt habennach wie vor konservative und nationale Kräfte eine Mehrheit, wenn sie die Parteien der sogenannten Mitte für sich gewinnen können. Und diese sogenannte Mitte hat gerade in Finnland eher mit der konsevativen Seite mehr gemeinsam wie mit den Sozialdemokraten. Also bitte nicht zu früh jubeln und den sozialdemokratischen Aufbruch feiern.
Keiner wird mit den Perussuomalaiset (von den deutschen Medien fälschlicherweise als "Wahre Finnen" übersetzt) in Gespräche über eine Regierungsbeteiligung eintreten. Diese Partei wird sozusagen rechts liegen gelassen und ignoriert.
Solange Timo Soini noch Parteichef war, sah das anders aus, da die Partei damals eben noch nicht von den Rechten vereinnahmt war. Das ist wie mit der AFD und Bernd Lucke. Aus einer wirtschaftlich orientierten eurokritischen Partei wurde eine rechtsnationale fremdenfeindliche Partei unter der neuen Führung.

Wenn wir uns also das Wahlergebnis anschauen, dann müssen vier von den fünf größten Parteien eine Koalition bilden, um die Mehrheit im Parlament zu haben.

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schwarzweißinfarbe 15.04.2019, 17:11
8. Mit dem Unterschied...

Zitat von deufin
Solange Timo Soini noch Parteichef war, sah das anders aus, da die Partei damals eben noch nicht von den Rechten vereinnahmt war. Das ist wie mit der AFD und Bernd Lucke. Aus einer wirtschaftlich orientierten eurokritischen Partei wurde eine rechtsnationale fremdenfeindliche Partei unter der neuen Führung.
...das PS von von Anfang an eine rechtsnationale fremdenfeindliche Partei war! Zusätzlich noch frauenverachtend.
Von der AfD kann zumindest behauptet werden, dass sie anfangs nur eurokritisch war.

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mpitt 15.04.2019, 17:48
9. Wahlsieger?

Also Wahlsieger sehen anders aus. In Wahrheit haben etliche Parteien unter 20 Prozent erzielt und liegen dicht beieinander. Es zeigt vielmehr einen Trend, der auch bei uns immer deutlicher wird. Es gibt viele kleine Parteien und einst große, die immer kleiner werden. Dadurch werden Mehrheitsbildungen schwieriger. Das wird sich jetzt auch in Finnland zeigen. Man kann darin auch eine Krise der westlichen Demokratien sehen.

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