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Flächenfraß in Bayern: Das Heimat-Problem der CSU
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Zu viel Beton, zu wenig Natur? In Bayern muss das Verfassungsgericht über ein Volksbegehren gegen den Flächenfraß entscheiden. Für viele Konservative geht es um den Erhalt der Identität - die CSU gerät im Wahljahr unter Druck.

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Sonnestrandundmeer 18.06.2018, 09:15
30. Flächenfraß auch in Düsseldorf stoppen

Guter Artikel. 100 von 100 Leuten, die ich kenne, sind gegen einen solchen Flächenfraß. Das gilt übrigens auch anderswo. Zum Beispiel in Düsseldorf, dessen Stadtspitze in einer kurzsichtigen Politik immer mehr Unternehmen in die Stadt geholt hat, erst dann gemerkt hat, dass dort auch Menschen arbeiten, die logischerweise in die Stadt pendeln müssen und nun laut schreit, dass neuer Wohnraum geschaffen werden muss. Da die Bevölkerung Deutschlands seit 1995 bei ziemlich genau 82 Mio. Menschen stagniert, reißt jedoch eine Verlagerung von einer Region in eine andere dort nur neue Probleme auf. Das heißt, regionale Unterschiede werden verstärkt und die Lebensqualität in den Städten und Regionen, in denen jede verbliebene Grün-, Acker- und Frei-Fläche zugebaut wird, sinkt für alle Menschen. Das ist den Menschen vor Ort ganz klar. Politiker, die sich nur mit der Verbesserung statistischer Zahlen brüsten wollen, dürfen sich nicht wundern, wenn sie abgewählt werden.

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abc. 18.06.2018, 09:16
31. Wundervolle Landschaften gegen zubetonierte Industriegebiete

Es könnt alles so einfach sein, ist es aber nicht. Die vermeintlich wundervolle Landschaft, die SPON hier beschwört, ist eine intensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft, ökologisch gesehen beinahe eine grüne Wüste. Das Feld eine von Unkraut, Pilzen und Insekten "befreites" Getreidemonokultur, die Wiese dahinter intensiv gedüngtes Grünland mit diversen Mahten pro Jahr, der anschließende Wald eine Fichtenmonokultur (wenigstens hat der Bauer noch die Wildhecke am Feldrand erhalten). In so einer "Kultur"landschaft überleben und gedeihen nur einige wenige Kulturfolger (Reh, Wildschwein, Fuchs, Krähe, Ratten). Der Rest an heimischer Fauna und Flora schaut in die Röhre und muss in die Städte, Siedlungsgebiete und (man höre und staune) Industriegebiete abwandern. Weil vor allem in diesen Industriegebieten mittels genau definierter und mit heimischen Gewächsen bepflanzten Ausgleichsflächen noch sowas wie ein funktionierende Ökosysteme und Kleinlebensräume entstehen und erhalten bleiben (keiner kommt um alte Bäume vor ihrer Zeit zu fällen oder vom Efeu zu befreien, Laub bleibt liegen, Wiesen und Hecken werden nur seltener zurückgeschnitten, kleine Feuchtflächen bieten Brutraum, etc, etc). Das führt zu der seltsamen Situation, dass man bei uns seit längerem in einem zubetonierten Gewerbegebiet, hinter einer beliebigen Montagehalle mehr Biodiversifikation finden kann, als in der "wundervollen Landschaft", die wir Natur nennen.

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heutemalich 18.06.2018, 09:18
32. Verschandelung der Landschaft - Zerstörung der Natur?

Ja - sicher. Wenn da noch Natur wäre. Leider sieht es fast überall nur aus wie Natur, nur für Augen, die nichts wahrnehmen. In Wirklichkeit ist die Natur schon längst verschwunden, fast überall. Vor allem durch die Überdüngung der Landschaft (ist ja alles so schön grün, nicht wahr? - eben gedüngt …) die die Pflanzenwelt auf wenige Arten reduziert, sowie durch Pestizide und andere Gifte, die den Insekten, die noch leben könnten (ohne ihre Pflanzen …) vollends den Garaus machen.
Die Heimat ist längst zerstört, extrem verändert. Das hat nur noch keiner gemerkt, außer ein paar Naturschützern.
Insofern sage ich provokativ: das, was noch übrig ist, könnte man auch zubetonieren. Macht nicht mehr viel aus.

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SPONU 18.06.2018, 09:18
33. Irgendwann tut es einen lauten Knall

....dann werden Menschen und Politiker feststellen, dass es einen unlösbaren Zielkonflikt gibt zwischen Erhalt der Natur, der Biodiversität, nachhaltiger Landwirtschaft und unberührter Natur-bzw. Grünflächen und dem stetigen Bevölkerungswachstum (und dabei egal ob durch die Familienförderungsideen der AfD oder der Zuwanderungsideen der Grünen befeuert).

Mehr Menschen bedeutet zwangsläufig mehr Verbrauch, an Fläche, an Resourcen usw. Und da berücksichtige ich noch nichtmal böswillige und durch Profitgier getriebene Umweltzerstörung oder durch Naturkatastrophen ausgelöste Veränderungen.
Auf den Knall warte ich und empfehle allen sich die Ohren zuzuhalten denn es wird ein sehr lauter sein.

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Aberlour A ' Bunadh 18.06.2018, 09:20
34. Take up the Challenge

Hier ist "Landscape Economics" gefragt. Das heißt, man müsste mittels Zahlungsbereitschaftsanalysen ermitteln, welchen ästhetischen Wert eine schöne Landschaft oder ein toller Ausblick hat und übersetzt ihn mittels einer genau zu spezifizierenden Methode der Präferenzermittlung in ökonomisch messbare Größen, die dann wiederum mittels einer Nutzen-Kostenanalyse eine optimale Entscheidung bei Flächennutzungskonkurrenz ermöglicht. Ziel: welche Ressourcenallokation generiert einen höheren ökonomischen Wert (= Nutzen). Das unberührte Landschaftsbild oder das Industriegebiet. Highly complex, aber es ist keinesfalls ausgemacht, dass dies das Industriegebiet sein muss. Es muss nur standardökonomisches Instrumentarium angewendet werden, um zu einer rationalen Entscheidung zu kommen.

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INGXXL 18.06.2018, 09:21
35. Nur die Rentern sowie

Der Herr Altmann können von der Natur alleine leben. Bayern lst ja nicht nur ein Urlaubsland. Ohne Industrie und Gewerbe würden so uns so gehen wie Afrika. Dann wären wir auch ein Auswanderungsland

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Art. 5 18.06.2018, 09:23
36. 183 Einwohner pro km²

Bayern ist das Bundesland mit der zweitniedrigsten Bevölkerungsdichte in Deutschland mit nur 183 Menschen pro km², nur unterschritten von Schleswig-Holstein mit 182 pro km². NRW hat 524 und Berlin 4012 Einwohner pro km². Wie man sich da über zu wenig Freiflächen aufregen kann, ist wohl nur mit einem allgemeinen, völlig realitätsfernen Meckerbedürfnis zu erklären.

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NauMax 18.06.2018, 09:25
37.

Zitat von freddygrant
Heimat gibt es nur in Bayern der CSU dieser rückwärtsgewandten Seehofer, Söder und Populisten? Die werdensich bei der Bayern-Wahl im Herbst aber mal sowas vontäuschen. Das können die AFD-Egos um Einiges besser!
Trotzdem will ich die AfD nirgends an der Regierung sehen. In Bayern mit seinem neuen, totalitären Polizeigesetz am allerwenigsten! Wobei: hätte schon eine gewisse Ironie, wenn Seehofer und Konsorten durch ein von ihnen erlassenes Gesetz einkassiert würden, welches sie selbst gegen "Asyltouristen und Linksterroristen" anwenden wollten...

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upalatus 18.06.2018, 09:26
38.

Zitat von jkbremen
müsste es überall geben. Allenthalben sieht man in jedem noch so kleinen Dorf in Autobahnnähe sinnlose Industrie- und Gewerbegebiete aus dem Boden sprießen. Allenthalben bauen Logistiker riesenhafte Flachläger, als ob Boden .....
"Dem allen gehört Einhalt geboten, gerne auch durch Verfassungsgerichte, denn auf unsere Politiker ist keinerlei Verlass."
Was Neubausiedlungen betrifft: händeringend suchen junge bauwillige Leute vielerorten in Bayern nach einem überhaupt erst mal zum Verkauf stehenden Bauplatz, auch in dörflichen Gegenden. Auch weil die privaten Grundbesitzer (nö, nicht Grafen und Barone oder phöse Politikerbonzen, ganz normale liebe Bürger) wie die Goldglucken auf ihrem Grund hocken und maximaximaximaximalesten Preis erzielen wollen, versucht die Politik, Land für Bauwillige (heisst Steuereinnahmen, heisst Leben/Kinder in der Gemeinde usw...) bereitzustellen. Nun will sich der Sichnichtleistenkönnende/wollende oder Bereitshausbesitzer hinstellen, und den Jungen die Erreichung eines Lebensmeilensteines verwehren? Konzepte, gar fundierte und funktionierende Ideen, wie's es denn anderes gehen könnte, da bleibt der muntere Krititkmund wie üblich mundtot.

Dass die Jungen nicht in eng gebaute, verbaute und teils uralte Bestandsbauwerke ziehen wollen, ist mehr als nachvollziehbar. Dass in Neubaugebieten eine Ortsgemeinschaft nicht mehr den ehemaligen Stellenwert hat und vielfältige 'Geschmäcker und Wünsche" der Bürger nach Befriedigung trachten, dafür kann keine Politik was.

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demokrat2 18.06.2018, 09:26
39. Heimat nicht wichtig ......

..... wenn die Landschaft für den Profit verbaut wird. Da hat die CSU wokl eine andere Priorität und betrügt ihre Wähler. Es wird immer mehr offenbar, dass Söder seine eigenen Vorstellungen im ach so schönen Bayern durchsetzen will. So werden immer mehr Industrieflächen entstehen und die Landschaft verschandekn und mehr Verkehr mit sich bringen. Und dann ist die Ruhe und Beschaulichkeit dahin. Die CSU zeigt ihr wahres Gesicht.

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