Forum: Politik
Fleischhauers Abschied: Jetzt ist Schluss!
Dieter Mayr/ DER SPIEGEL

Nach achteinhalb Jahren, 438 Kolumnen und unzähligen Aufforderungen an die Chefredaktion, den Autoren zu kündigen, endet heute "Der schwarze Kanal" auf SPIEGEL ONLINE.

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ArnoNyhm1984 13.06.2019, 22:53
500. "sagen, was ist!"

..und nicht das, was sein soll! Das war Herrn Fleischhauers Philosophie. Damit hat er in der Tat oftmals provoziert, aber genau das erwarte ich auch von einem echten Journalisten: Unbequem sein, und die Wahrheit insbesondere auch dann kundtun, wenn sie nicht mehr schön ist.
Schade um einen aufrechten Kolumnisten; und schön, ihn demnächst beim FOCUS zu lesen. -Vielleicht erfahren wir ja dann dort auch, warum er überhaupt gewechselt ist..

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les2005 13.06.2019, 22:53
501. endlich

Fleischhauer ist beim focus wahrlich besser aufgehoben. BILD wäre noch passender. Dort wüsste man wenigstens von vornherein, daß man selber schuld ist wenn man weiterliest. Beim Spiegel hat man ja eine gewisse Erwartungshaltung an die Qualität, die leider ein ums andere Mal enttäuscht wurde.

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So ist das Leben 13.06.2019, 22:55
502.

Ja, es ist schon schade- und es war so zuverlässig, wie man sich gewundert, aufgeregt und nachgedacht hat... Polarisierung ist manchmal wunderbar und hält lebendig und wach- alles Gute!

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ulrich-lr. 13.06.2019, 22:57
503. Gut - unabhängig vom Ort

Zitat von joernthein
.. waren es noch 19 Beiträge. Aber gut, hier ist auch mein Sermon: Sich zum "Focus" zu begeben, Herr Fleischhauer, ist sicherlich (auch intellektuell/handwerklich) eine konsequente Entscheidung. Sie und wir wissen aber auch, dass es ein journalistischer Abstieg ist. Alles Gute in der, als nicht wirklich relevant wahrgenommenen, Wohlfühloase in München - beim "Ficus".
Damit haben Sie unrecht: Es ist keineswegs ein journalistischer Abstieg. Es kann gar keiner sein. Denn guter Journalismus zeichnet sich durch seine Qualität aus (die ist bei Fleischhauer gegeben) und nicht dadurch, in welchem Blatt er veröffentlicht wird.

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spon-facebook-10000012354 13.06.2019, 23:00
504. Verrohung?

Zitat von briancornway
Auch hier kein Hauch von Selbstkritik oder Einsicht. Wenn er mal inhaltlich verunsichert wird, haut er einfach einen bösen Spruch raus, seine Fans johlen und er kann ruhig schlafen. Beim 'Fokus' wird er von den Lesern keinerlei Gegenwind ertragen müssen, so kann er dann irgendwann unbelehrt in Rente gehen, in einer Gesellschaft, an deren Verrohung er seinen Anteil hatte. Tschüss, und danke für nichts .
Gibt es dafür irgendeinen Beleg, dass er in einer Gesellschaft in Rente geht," an deren Verrohung er seinen Anteil hatte" ? Der Begriff ist hier ohnehin völlig verfehlt:
https://synonyme.woxikon.de/synonyme/verroht.php
https://de.glosbe.com/de/de/Verrohung
https://www.dwds.de/wb/verrohen

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deepbrain 13.06.2019, 23:00
505.

Zitat von Referendumm
(...) Ein wahres High-Light - beinnahe prophetisch bzw. eigentlich nur ne logische Schlussfolgerung - war die Kolumne vom Dienstag, 06.10.2015: "Wie naiv wollen wir sein?" Zitat daraus: "70 Prozent der Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind junge, alleinreisende Männer. Soziologen sagen, dass wir uns auf eine "Maskulinisierung" des öffentlichen Raums einstellen sollten. Sind wir darauf vorbereitet?" http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-wie-naiv-wollen-wir-bei-der-zuwanderung-sein-kolumne-a-1056364.html Und genau so ist es (leider) gekommen! Dass diese Kolumne von Ihnen, lieber Herr Fleischhauer, einigen Kollegen nicht gefallen haben dürfte, ist logisch. (...)
Genau das ist es, was ich und andere Kommentatoren an Fleischhauers Kolumnen kritisiert haben: Dieses Jonglieren mit Halb- bis Unwahrheiten, Hauptsache es passt ins eigene Weltbild. Dieses v.a. in rechten Kreisen beliebte 70%-Narrativ war doch schon 2015 oft widerlegt worden (z.B.hier: https://bildblog.de/73416/wie-falsche-bilder-von-fluechtlingen-entstehen/). Trotzdem von Fleischhauer ungeprüft, ohne Quellenrecherche einfach mal so rausgehauen und eine ganze Kolumne auf diesen Stuss aufgebaut. Und obwohl alle journalistischen Grundtugenden (Recherche z.B.) gab es den Applaus, wie von ihnen und von so vielen, die sich für kritisch und ganz unideologisch halten (wie Fleischhauer sich selbst), aber in Wirklichkeit doch nur dem glauben, was für sie eigentlich schon vorher feststand (aka ideologisch).

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minstrel 13.06.2019, 23:01
506. Farewell

Ich werde Sie hier ebenfalls vermissen. Eine kluge Stimme der Vernunft, mit Geist und Witz und einer süffisanten Verachtung für die ideologischen Projektionskammern und Spielplätze des Irrationalismus

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oma_paloma 13.06.2019, 23:02
507. Meine These zu Ihrem Abgang ist ja...

...dass sie ganz einfach im letzten Redaktions-Qualitätssicherungsaudit (Ktiterium: „wer kann am besten seinen Namen tanzen“) den letzten Patz belegt haben und deshalb gehen mussten. Stimmt’s? ;) Aber mal Ironiemodus aus: Vielen Dank für Ihre erfrischenden Kolumnen und ich hoffe noch weiterhin viel von Ihnen zu lesen!

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phutzi 13.06.2019, 23:05
508. Tucholsky

Was spielt die vertretene Meinung für eine Rolle, wenn einer wie Tucholsky schreiben kann? Keiner der SPON-Kolumnisten kommt an den begnadeten Schreibstil von JF auch nur im Entferntesten heran! Sie haben nie gelangweilt, danke, Herr Fleischhauer!

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deepbrain 13.06.2019, 23:05
509.

Zitat von spon-facebook-10000012354
Es wäre schön, wenn die vielen Kritiker von Fleischhauer ihre Einwände mit konkreten Texten belegen bzw. konkretisieren würden.(...)
Gab es doch schon genug, z.B. s.o. der Unsinn über die 70% jungen Männer, der Stuss, dass das Europäisches Patentamt eine EU-Behörde sei usw. Alles Sachen, die man als Journalist hätte mal eben recherchieren können. Dann hätte man festgestellt: Ups, ist ja gar nicht so. Und dann wäre das Thema für die Kolumne gestorben gewesen. Für solch eine Recherche war sich Fleischhauer aber zu fein oder zu faul, das Gefühl zählt ja heutzutage bei vielen mehr als Fakten.

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