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Florida: Parlament lehnt schärferes Waffenrecht ab - Schüler brechen in Tränen aus
REUTERS

Trotz des Massakers in Parkland hat Floridas Parlament gegen ein härteres Waffenrecht gestimmt. Auf der Zuschauertribüne saßen Jugendliche der betroffenen Schule, es kam zu dramatischen Szenen.

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warum_nicht? 21.02.2018, 08:32
30.

Zitat von s.raudolf
Die Kids tun mir Leid und ich kann ihre Aufregung verstehen. Aber ich wünschte, die Diskussion würde sachlicher geführt und zwar von Leuten, die vom Thema was verstehen. 'Assault Rifles' waren in einer 10-jährigen Testphase in den USA verboten und es gab keine Verbesserungen in der Kriminalitätsstatistik - Null. Vor 50 Jahren waren mehr Schusswaffen als heute im Umlauf und es gab so gut wie keine Shootings, wie sie heute fast an der Tagesordnung sind. Die zugrunde liegenden Probleme sind nicht die Waffen, sondern anderweitig zu suchen. Dies ist natürlich eine weitaus komplexere Aufgabe und nicht so medienwirksam wie der reflexhafte Aufschrei nach schärferen Waffengesetzen.
Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Wenn man die Statistiken anderer Länder mit ähnlich hocher Waffendichte/Kopf wie z.B. Kanada oder die Schweiz anschaut, scheint das Problem bei der zur Zeit vorherrschenden US-amerikanischen Mentalität zu liegen.

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MKAchter 21.02.2018, 08:34
31. Vernünftig herangehen

Zitat von s.raudolf
Aber ich wünschte, die Diskussion würde sachlicher geführt und zwar von Leuten, die vom Thema was verstehen.... Die zugrunde liegenden Probleme sind nicht die Waffen, sondern anderweitig zu suchen. Dies ist natürlich eine weitaus komplexere Aufgabe und nicht so medienwirksam wie der reflexhafte Aufschrei nach schärferen Waffengesetzen.
Dem kann ich mich nur anschließen. Nach "Verboten" ist schnell geschrien - aber solche undifferenzierten und auch unüberlegten Pauschalforderungen führen in der Sache nicht weiter.

Sie führen aber schnell dazu, dass die Forderungen nicht wirklich ernst genommen werden; wie auch hier zu sehen ist.

Es gibt Länder der westlichen Welt, in denen beim privaten, legalen Waffenbesitz die "Besitzdichte" gar nicht so weit hinter der in den USA zurückliegt. Aber die deliktische Relevanz dieser Waffen, ihre missbräuchliche bzw. kriminelle Verwendung, liegen deutlich, ja um Größenordnungen unter der in den USA (und selbst dort sind die hohen Zahlen in vielen Regionen der Bandenkriminalität geschuldet).

Der Lösungsansatz muss in den Vereinigten Staaten im Zustand der Gesellschaft gesucht werden, gepaart sicherlich mit Verbesserungen im Waffenrecht u.a. in den Bereichen Erwerbsmindestalter und psychologische Background-Checks.

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DrWaumiau 21.02.2018, 08:34
32. Schon ziemlich traurig

...Das sie nicht mal versuchen, wenigstens solches Kriegsgerät zu verbieten. Da ist meiner Meinung nach selbst ein background check noch zu wenig, die kann man glattweg verbieten. Irgendwie kann ich ja sogar nachvollziehen, wenn die Leute da drüben gern ihren Colt zu Hause haben möchten, steht ja auch in der Verfassung, ist eben kulturell so. Aber Kriegswaffen? War on Terror, War on Drugs - warum stehen die bloss so auf Krieg?

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schumbitrus 21.02.2018, 08:35
33. National-ökonomischer Fetisch

Man muss sich ja überlegen, was da passiert: Man deklariert in den USA von ganz oben, dass diese Shootings unter Schülern Kollateralschäden dafür sind, dass jeder jeden jederzeit erschießen können soll.

Dass die Waffen-Industrie das toll findet und für den Mords-Fetisch Lobbyisten mordsmäßig los schickt ist trivial und da muss man sich nicht länger drüber aufhalten: Die wissen, wozu die Waffen gemacht sind und den es trifft ist denen natürlich egal, so lange der Rubel rollt ..

Was ich mich frage ist, welche Signale man den amerikanischen Bürgern mit diesem Fetisch ins Hirn programmiert. Und eins der Signale ist, dass man ohne Aufwand eben immer und jederzeit von einer anderen Person umgebracht werden kann. Und damit schafft man die Verpflichtung, sich selbst vor Mördern zu schützen. Wer das nicht kann, der fällt eben - wie diese Schüler - mehr oder minder regelmäßig dem Darwinismus zum Opfer.

Und ich denke, dass genau diese Message auch gewollt ist: "Seid Euch nie sicher!" - das schafft vielleicht eine Awareness, die wir in Europa nicht kennen - und umgedreht auch eine unterschwellige Gewaltbereitschaft, sich andere Länder und anderes Eigentum einzuverleiben.

Imperialismus bedeutet ja auch, sich immer weiter ausdehnen zu wollen und nie genug bekommen zu können. Europäer haben vielleicht eher ein Gefühl dafür, dass der Status-Quo in Ordnung ist, während die Amerikaner durch genau solche Signale wie beim Waffengesetz eine ganz andere (u.U. unterschwellige) Bereitschaft für Eroberungs-Kriege haben, die ja durchaus auf der Feld der Ökonomie oder seit ca. 25 der IT vor-verlagert werden können.

Wenn man will, dass man an der Heimatfront kein Problem mit der illegalen Ausbeutung von ökonomischen Ressourcen in fremden Ländern bekommt und der, in intransparenten Prozessen mehr oder minder versteckten Gewalt für die Raubzüge, dann muss man dem eigenen Volk vermutlich so eine Art "natürliches Recht des Stärkeren zur Gewaltanwendung" - entgegen der Werte unserer Aufklärung - ins Hirn brennen.

Und ich finde, dass das dann sowohl zu solch bizarr-befremdlich-dummen Präsidenten wie Bush, Nixon oder Trump führt und eben auch die fehlende Bereitschaft, Waffen stärker kontrollieren zu wollen: Die Amerikaner sollen im Bewusstsein leben, sich die Welt mit (gegebenenfalls) mit Waffengewalt Untertan zu machen. Und so legitimiert das Recht auf individuellen (Kriegs-) Waffenbesitz eben auch die globale Ausübung imperialer Macht in der Welt - bzw. die gewaltsame Unterwerfung anderer Großmächte wie Russland oder China. Dass diese Weltherrschafts-Strategie noch ein bisschen mit diplomatischen Nebelkerzen, Prosa garniert und mit Intrigen, False Flagg-Aktionen, Lügen/PsyOps, etc. garniert wird, ist trivial.

Wichtig ist IMO, dass es zu den imperialen Interessen der US-Administration passt, wenn die Bürger eine latente Gewaltbereitschaft und auch ein Bewusstsein für den schnellen Waffentod besitzen. Ein paar tote Kinder (von Menschen, die Pech oder nicht das Geld zum schützen haben) - oder ganz allgemein Tote durch Amok-Läufe - sind dann eben hin zu nehmen! Thats Live ..

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Kopf-Tisch 21.02.2018, 08:35
34. Medien sollten Berichterstattung über Amokläufe überdenken

Ja, die extrem leichte Verfügbarkeit von Waffen in USA ist problematisch. Ein Verbot bestimmter Waffen wäre evtl. eine Signalwirkung gewesen, sowohl im Positiven, allerdings auch im Negativen: Bei den letzten Ankündigen auf schärfere Gesetzgebung gab es quasi "die wollen uns die Waffen wegnehmen"-Hamsterkäufe.
Problematisch ist allerdings, wie Medien - und damit meine ich nicht Spiegel - mit solchen Amokläufen umgehen. Da wird z.B. in einem Blatt, das mit großen Bildern und großen Überschriften die Meinung ins Volk bildet, nicht nur Waffe und Amokläufer gezeigt und alles genau beschrieben. Nein, da müssen im Online-Bereich auch noch die dramatischen Szenen aus einem Handyvideo präsentiert werden. Geht's noch? Im Radio wurde kurz berichtet, dass der mutmaßliche Täter stundenlang verhört worden ist, sein Motiv sei aber noch nicht geklärt. Wirklich jetzt? Interessiert die Öffentlichkeit, warum ein Durchgeknallter einen Amoklauf begangen hat? Ist das wirklich nötig, die Motive zu beleuchten und damit einem Täter Aufmerksamkeit, Bühne, Öffentlichkeit zu schenken? Wirklich? Viel mehr sollte sich Berichterstattung auf die Sache beziehen. Auf die Opfer. Und wenn es um den Täter geht, reicht doch, wie alt er war, wo er her kam und dass das wohl jemand war, der nicht ganz dicht in der Rübe gewesen sein muss. Wenn potenzielle zukünftige Täter wüssten, dass sie durch ihre Tat nie "groß raus kommen" werden, sondern nur ein lapidarer "tja, das muss halt ein echter Loser gewesen sein" in ihrem medialen Nachruf erscheinen wird, wäre das vielleicht für den einen oder anderen nicht mehr ganz so erstrebenswert. Stattdessen: Bilder des Attentäters. Bilder des vom Täter verursachten Schreckens. Beleuchtung der Hintergründe. Berichterstattung über "die Waffe des Amokläufers".
Der nächste Amoklauf / Selbstmordanschlag wird irgendwann kommen. Vielleicht wäre es sinnvoll, da medial einfach mal die Füße etwas still stehen zu lassen. Berichterstattung? Natürlich. Aber doch nie, nie, niemals lang und breit über den Täter. Keine Fotos vom Täter. Den Typ so klein wie irgendwie möglich erscheinen lassen, nicht glorifizieren. Aber beim nä. Amoklauf / Anschlag wird das wieder durch die bunte Presse gehen. Herrje.

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Lexington67 21.02.2018, 08:37
35. Waffen verbieten?

Auf diese Weise reduziert man vielleicht die Opferzahlen , aber bekämpft nicht aber die Ursachen.
Hintergrund eines jeden Amoklaufes ist ja zunächst mal ein Mensch der durchdreht oder unter dem Druck der Gesellschaft zusammenbricht.
In den USA ist es nun mal sehr leicht an Waffen zu kommen und da sollte man sicher etwas dran drehen. Wer aber meint "Waffen weg = Problem weg" macht sich die Sache zu einfach, denn dann wird lediglich eine Ausweichbewegung stattfinden und statt mit einem Waffenarsenal in die Schule zu marschieren wird dann halt der nächste Psychopath mit einem LKW in eine Menschenmenge fahren...

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s.l.bln 21.02.2018, 08:39
36. Der Widerspruch...

Zitat von s.raudolf
Die Kids tun mir Leid und ich kann ihre Aufregung verstehen. Aber ich wünschte, die Diskussion würde sachlicher geführt und zwar von Leuten, die vom Thema was verstehen. 'Assault Rifles' waren in einer 10-jährigen Testphase in den USA verboten und es gab keine Verbesserungen in der Kriminalitätsstatistik - Null. Vor 50 Jahren waren mehr Schusswaffen als heute im Umlauf und es gab so gut wie keine Shootings, wie sie heute fast an der Tagesordnung sind. Die zugrunde liegenden Probleme sind nicht die Waffen, sondern anderweitig zu suchen. Dies ist natürlich eine weitaus komplexere Aufgabe und nicht so medienwirksam wie der reflexhafte Aufschrei nach schärferen Waffengesetzen.
...Ihrer Aussage wird in Ihrem Beitrag gleich mitgeliefert.
Offensichtlich hat sich in der amerikanischen Gesellschaft etwas verändert. Man kann dort im Durchschnitt scheinbar nicht mehr so verantwortungsvoll mit Waffen umgehen, wie noch vor 50 Jahren.
Dem sollte man doch wohl Rechnung tragen , oder?

Man läßt kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt mit Streichhölzern hantieren, weil man unterstellt, daß sie mit denen noch nicht verantwortungsvoll umgehen können. Streichhölzer selbst tun aber niemandem was. Die liegen brav in der Schachtel. Menschen machen Feuer, nicht Streichhölzer.
Merken Sie was?

Das Problem scheint zu sein, daß die Mentalität in Teilen der amerikanischen Bevölkerung nicht mit einem verantwortungsbewußten Umgang mit Waffen zu vereinbaren ist.

Wie will eine Gesellschaft sich vor den daraus resultierenden Gefahren schützen?
Daß es nicht gelingt, diese Gesellschaft in Richtung eines humanistischen Weltbildes zu entwickeln, belegt die letzte Wahl eindrucksvoll.
Die logische Konsequenz wäre, die Gefahren auf technischer Ebene zu minimieren.
Der Zug ist aufgrund der Machtverhältnisse dort aber längst abgefahren.

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H. Krämer 21.02.2018, 08:41
37. Hier schießt der Nachwuchs

Zitat von elshi
Hoffentlich übernimmt bald eine friedliebendere Generation die gesamte politische Verantwortung. Dann könnten auch die offensichtlichen gesellschaftlichen Probleme dieser sogenannten Weltmacht gelöst werden. Leider wird das noch dauern.
Leider stammen die Schützen solcher Schulmassaker aus dem Altersniveau des "hoffnungsvollen" Nachwuchses.

Wie der Forist #5 S.Raudolf zu recht schreibt, ist das ein komplexes Thema. An den Waffen allein liegt es nicht. Es hat sich gesellschaftlich etwas verändert, was zu den über 300 Angriffen innerhalb von Schulen der USA in 2017 geführt hat. Ob es stimmt, dass es vor 50 Jahren mehr Waffen als heute gab, weiß ich nicht. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass das Verhältnis von Anzahl an Waffen und Einsatz der Waffen für solche Schießereien in Schulen, drastisch zugenommen hat.

Dass die Parlamentarier jetzt aber gar nichts machen, das ist natürlich eine üble Botschaft an das Volk und wirft die Frage auf: Wessen Interessen vertreten die Abgeordneten ? -- Was sicher ist, dass mit solchen Abgeordneten nichts passiert, was zukunftsweisend ist - außer für die persönlichen Interessen der Abgeordneten.

Denn egal, ob es zu viel an Waffen, oder zu viel an "gestörten" Jugendlichen es gibt - verantwortungsvolle Vertreter des Volkes würden sich anders verhalten, als diese so genannten Volksvertreter in Florida. Um Aktivität vorzutäuschen, könnten sie zumindest eine Kommission einsetzen, welche dem Problem auf den Grund gehen soll. Aber nicht einmal dafür reicht das Interesse an dem Thema.

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Lexington67 21.02.2018, 08:42
38.

Zitat von 123egal
Ob so auch abgestimmt werden würde, wenn die Parlamente regelmäßig einer Amoklaufgefahr ausgesetzt würden bzw. die Töchter und Söhne der Abgeordneten in den private schools?? Ein Gesellschaft, die hinnimmt, dass ihre Kinder durch eine solche schlechte Gesetzgebung einer solchen Gefahr ausgesetzt sind, kann kein Argument einbringen, dass solche Taten rechtfertigt.
Die Schüler werden nicht durch die Gesetzgebung und das Waffenrecht einer Gefahr ausgesetzt. Sie werden durch die Gesellschaft die es zulässt das das untere Fünftel keine Teilhabe hat und einzelne deshalb irgendwann durchdrehen. Ich bin sicher nicht der Meinung das es klug ist das in den USA jeder Redneck mit einer halbautomatischen Waffe rumrennen darf aber eine Waffe besitzen und sie auch gegen Menschen zu benutzen ist doch zweierlei...

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transatco 21.02.2018, 08:47
39. Nach Angaben des FBI plant Trump ein Gesetz,

das vorschreibt, dass Amokläufe zukünftig vorher angemeldet werden müssen! Wer diese Anmeldung nicht hat, macht sich strafbar!!
Sorry aber mir fällt zu diesem Thema nur noch Sarkasmus ein! Es ist so hoffnungslos!

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