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Flucht aus der Heimat: Der Exodus der Venezolaner
AFP

Millionen Venezolaner fliehen vor der wirtschaftlichen und humanitären Krise in ihrem Land - doch sie sind zunehmend unerwünscht in Südamerika. In Brasilien kam es zu Ausschreitungen, andere Länder führen eine Passflicht ein.

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im_ernst_56 22.08.2018, 08:03
1. Stell Dir vor, es ist Sozialismus und keiner läuft weg

Stell Dir vor, es ist Sozialismus und keiner läuft weg. Das war 1990 ein Slogan derjenigen, die die DDR mit einem renovierten Sozialismus erhalten wollten. Ich glaube, er kam aus der frisch gewendeten SED/PDS. Fast 30 Jahre später dasselbe Bild, nur auf einem anderen Erdteil. Die Ursachen sind dieselben. In der Linkspartei, der Nachfolgerin der SED/PDS, gibt es immer noch Gruppierungen, die sich mit den Regierungen in Venezuela, Nicaragua und Kuba solidarisch fühlen. Die Hoffnung vom Sozialismus, vor dem keiner weg läuft, haben die wahrscheinlich aufgegeben.

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Bruno Bug 22.08.2018, 08:09
2. Der Sozialismus ist auch bei uns immer noch hoch im Kurs

Sozialismus führt immer in eine solche Krise. Warum? Weil man wirtschaftliche Realitäten nicht anerkennen will. Weil Umverteilung alleine nicht reicht um Wohlstand zu erzeugen. Und ohne Profit kein Unternehmen arbeiten kann, und kein Unternehmer arbeiten will. Weil sozialistische Politiker meinen, sie wissen besser wie und für was man investiert, wieviel etwas kostet und was etwas Wert ist und wieviel jemand verdienen soll. All dies kann man wunderbar in Venezuela beobachten.

Und bei uns? Da liebäugeln nicht nur die traditionellen Verfechter von, der Staat muss das regeln, mit Ähnlichem, sondern auch die CDU mit ihrem Sozialflügel. Auch bei uns bestimmt der Herr vom Amt schon darüber wie 50% von unserem Volkseinkommen verwendet wird. Und der Trend geht immer mehr, den Staat, alles machen zu lassen. Ein Sozialpaket nach dem anderen wird da geschnürt ohne auf die langfristige Finanzierbarkeit zu achten. Und keinen juckt es. So weit weg von Venezuela sind wir dann doch nicht um dem gruseligen Spektakel eines untergehenden sozialistischem Experiments mit Behagen vom wohligen Sofa aus zuzusehen. Denn das kann auch bei uns passieren. Trotz Sowjets, DDR, Kuba, Nordkorea und jetzt auch Venezuela. Bei uns wird dieser Irrglauben trotz unzähliger Gegenbeispiele immer noch hoch gehalten.

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danreinhardt 22.08.2018, 08:10
3. Aus eigener Erfahrung

Kann ich sagen, dass Venezolaner zu den fleissigsten und ehrgeizigsten Menschen gehören die ich je getroffen habe. Nicht einen kenne ich der unter 12 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche arbeitet. Wahnsinnig pünktlich und verantwortungsbewusst versuchen sie sich ein neues Leben aufzubauen. Meistens ist es ein Familienmitglied dass durch Bestechung an einen Reisepass gekommen ist und nun versucht genug Geld zu verdienen als dass Frau und Kinder auch einen Pass erhalten können -bis dahin wird versucht genug Geld zu verdienen um die Familie in Venezuela und sich selbst zu ernähren, ein heftiger Spagat. Ich wünsche den Menschen viel Glück und Hoffnung und kann nur für eine Esser Zukunft beten.

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freudentanz 22.08.2018, 08:15
4. Wirtschaftskrise ?

Ist doch eher der vollständige Zusammenbruch bzw Auflösung einer Gesellschaft. Jeder kennt die Gründe u IMHO kann da nur noch die UNO etwas positives vollbringen. Die Monstrosität dieses Geschehens und die Ignoranz der Weltbevölkerung wird in die Geschichte eingehen. Im Yemen, Sudan, Somalia, Äthiopien waren es Bürgerkrieg, Dürrekatastrophen und hier ? Das lässt sich nur noch mit der Sowjetunion in den 20ern und 30ern und China in den 60ern vergleichen.

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Das Pferd 22.08.2018, 08:16
5.

so ein Elend in so einem reichen Land. und gleich für die wieder jemand erklären, dass Schuld nur die anderen sind.

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acitapple 22.08.2018, 08:19
6.

Zitat von im_ernst_56
Stell Dir vor, es ist Sozialismus und keiner läuft weg. Das war 1990 ein Slogan derjenigen, die die DDR mit einem renovierten Sozialismus erhalten wollten. Ich glaube, er kam aus der frisch gewendeten SED/PDS. Fast 30 Jahre später dasselbe Bild, nur auf einem anderen Erdteil. Die Ursachen sind dieselben. In der Linkspartei, der Nachfolgerin der SED/PDS, gibt es immer noch Gruppierungen, die sich mit den Regierungen in Venezuela, Nicaragua und Kuba solidarisch fühlen. Die Hoffnung vom Sozialismus, vor dem keiner weg läuft, haben die wahrscheinlich aufgegeben.
Natürlich wird einen solchen Sozialismus niemals geben. Er passt einfach nicht zur menschlichen Natur. Wir mögen alle gleiche Rechte haben, aber wir sind bei weitem nicht alle gleich. Daher kann es nicht funktionieren alle in die kleine Schublade zu stecken. Da heißt es immer die Linken seien klüger, probieren aber immer wieder den gleichen Mist aus, der auch immer wieder in die Hose geht. Irgendwann sollte man es einfach sein lassen oder die Parameter des Experiments ändern.

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Bruno Bug 22.08.2018, 08:20
7. Kuckuck rufts aus dem Wald

Ja, da wird wohl jeder zweite Forist seine dialektischen Künste auspacken um den immer wiederkehrenden sozialistischen Unsinn zu verteidigen. So in der Art: Das kann man doch nicht vergleichen. Und in Nordkorea geht es ja jetzt doch wieder aufwärts. Und in den USA, dem Stammland alles Bösen, ist es ja noch viel schlimmer. Da sterben ja auch die Menschen wegen Nahrungsmittelproblemen. Und schuld sind ja eh die Amis die Venezuela boykottieren wie die Kubaner und denen ihre Arbeiterparadiese nicht gönnen. Diesen Schnapstraum wird man bei uns wohl nie los. Bin gespannt wie sich das Kuckuckskind wieder mal dazu windet.

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muellerthomas 22.08.2018, 08:25
8.

Zitat von Bruno Bug
Auch bei uns bestimmt der Herr vom Amt schon darüber wie 50% von unserem Volkseinkommen verwendet wird. Und der Trend geht immer mehr, den Staat, alles machen zu lassen.
nö, die Abgabenquote liegt seit Mitte der 1970er Jahre sehr stabil bei rund 40%

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isleño 22.08.2018, 08:30
9.

Komischerweise labern aber alle medien in Europa die selben Gründe der Katastrophe in Venezuela nach:
Reduktion des Erdölpreises und Misswirtschaft.
Beides ist falsch, ich kenne Ven. mit einem barril-Preis von 8.20 Dollar, da wurden Strassen und Wohnungen fürs Volk gebaut, die Leute hatte zu Essen....und Misswirtschaft gab es damals genau so viel wie in D heute.
Aber dann kam der von Frau Wagenknecht und Genossen der langersehnte Sozialismus mit den bekannte Folgen.
Alle anderen Gründe sind schlicht Quatsch.

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