Forum: Politik
Flucht aus Katalonien: Puigdemont will kein Asyl in Belgien
REUTERS

Carles Puigdemont will aus Brüssel weiter für ein unabhängiges Katalonien kämpfen. Der angeklagte Ex-Regionalpräsident beteuerte, kein Asyl in Belgien zu suchen. Gegen die spanische Regierung erhob er schwere Vorwürfe.

Seite 9 von 9
schnoogeloch 31.10.2017, 18:56
80. Katalanien

Natürlich ist eine "Republik Katalanien" vollkommener Unsinn.
Trotzdem: Schuld an der verfahrenen Situation ist Rajoy.
Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl, Diplomatie und gegenseitigen Respekt wäre es ein leichtes, Puigdemont und die seinen zu überzeugen, dass Independencia Unsinn wäre.
Nein, Rajoy ist stur bis zur Dummheit und provoziert mit seiner Vize Saenz Santamaria zusätzlich.
Diese hat vor 7 Jahren auch den Streit angezündet.

Beitrag melden
mwern1966 31.10.2017, 19:01
81. Was hat das mit unserer Geschichte zu tun?

Zitat von Lontrax
Gerade wir Deutsche mit unserer Geschichte sollten hier nicht allzu vorschnell urteilen über Piugdelmonte. Es würde uns nur gut zu Gesicht stehen, wenn wir ihm uneingeschränkt Asyl anbieten würden.
Der Mann hat in seiner Heimat, die unbestritten ein Rechtsstaat und eine Demokratie ist, gegen geltendes Recht und Gesetz verstoßen. Nun muss er die Konsequenzen tragen. Er hätte durchaus mit legalen Mitteln auf die Unabhängigkeit Kataloniens hinwirken können. Das wäre sicher ein langer und schwieriger Prozeß geworden. Aber unmöglich wäre es nicht gewesen bei entsprechendem Rückhalt in der katalanischen Bevölkerung.

Beitrag melden
mwern1966 31.10.2017, 19:10
82. Offenbar nichts verstanden?

Zitat von prometheus88
Puigdemont spricht sich also für eine Teilnahme der Unabhängigkeitsbefürworter an den Wahlen am 21.12. aus. So weit so gut. Wie reagieren Rajoy & Co, wenn's im katalanischen Regionalparlament dann wieder eine (meinetwegen knappe von zwei/drei Sitzen) Mehrheit für die Unabhängigkeit gibt? Wird ja dann sicher akzeptiert, oder? Oder zaubert man sich dann plötzlich in Madrid irgendein Quorum - à la Taschenspielertrick - aus dem Hut, das bislang nicht/nie kommuniziert wurde? Und werden die Wahlen - angesichts der Tragweite - eigentlich von Wahlbeobachtern (und wenn ja, wer? UN?) begleitet? Oder hören wir am Abend des 21.12. plötzlich, dass diesmal angeblich 90% der Katalanen für einen Verbleib in Spanien stimmten? Fragen über Fragen ...
Am 21.12. sollen die Katalanen eine neue Regionalregierung wählen. Da wird überhaupt nicht über den Verbleib Kataloniens bei Spanien abgestimmt. Sollten wieder separatistische Parteien die Regionalregierung stellen, wäre das mit Sicherheit für die Zentralregierung in Madrid okay. Nur dürfte die neue Regionalregierung nicht wieder gegen die Verfassung verstoßen.

Beitrag melden
at.engel 31.10.2017, 19:21
83.

Vielleicht sollte man jetzt - so alle zwei Jahre vielleicht - den David-Cameron-Preis verleihen... so für die "beste diplomatische Leistung" des Jahres... Carles Puigdemont wäre dieses Jahr konkurrenzlos.
Verlieren die Katalanen am 21. Dezember, wird Katalonien erst einmal an Einfluss verlieren - wirtschaftlich wie politsch. Gewinnen die Separatisten, kommen so und so harte Zeiten auf Katalonien zu.
Vielleicht sollten sie schon mal über einen Handelsvertrag mit den Briten nachdenken... Sherry ist allerdings nicht katalanisch.

Beitrag melden
Flari 31.10.2017, 19:24
84.

Zitat von romeo_mike
Ist es Ihnen klar, dass z.B. die 30 Jahre Haft von der immer wieder die Rede ist, auf der gleichen Stufe steht wie Terrorismus? In vermutlich fast allen EU-Ländern stehen 30 Jahre Haft nicht einmal nach einem Mord auf der Tagesordnung.
Fast alle Staaten, die ich mal gegoogelt habe, sehen für Verbrechen gegen Staat als Höchststrafe(!) die jeweilig dort geltende Maximalstrafe vor, oft also lebenslänglich, was immer das auch in der Praxis in den einzelnen Staaten bedeutet.
Oft auch mit Mindeststrafe, oft beginnt die bei 10 Jahren.

Beitrag melden
nenntmichishmael 31.10.2017, 20:03
85. @ralf_schindler #80

Wenn die Verhaftung der beiden Jordis und die Absetzung der Separatistenregierung nicht mit dem spanischen Gesetz bzw. der Verfassung vereinbar sein sollte, wie Sie insinuieren, und wenn das so klar wäre, dann müsste es für Puigdemont und seine Leute doch ein Klacks sein, diese Maßnahmen juristisch anzufechten - durch die Instanzen der Gerichte, vor der spanischen Verfassungsgericht und bis hinauf zum Gerichtshof der EU. Warum probieren Sie es nicht, sondern setzen sich ins Ausland ab? Und was soll ihnen bei ihren innerspanischen juristischen Problemen ein Anwalt aus Belgien helfen können?

Beitrag melden
Seite 9 von 9
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!