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Flüchtlinge: Was "besorgte Bürger" sagen wollen
DPA

Was treibt "besorgte Bürger" um, die an Stammtischen und in sozialen Medien über die Flüchtlingskrise reden? Ihre Argumentation ist widersprüchlich - weil sie sich nicht trauen zu sagen, was ihnen wirklich Angst macht.

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pykomat 12.11.2015, 06:25
10. Ganz so einfach ist es nicht

Ich Stimme dem Autor nicht zu!
Gerade diese Argumente, die auf dem ersten Blick widersprüchlich erscheinen, zeigen doch, dass es eben NICHT nur den einen Prototypen des "besorgten Bürgers" gibt, der in Wirklichkeit ein verkappter Rassist und Ausländerfeind ist. Ich für meinen Teil zum Beispiel denke, dass es unsere Pflicht ist diesen Menschen zu helfen, sofern wir Christen sind (das trifft aber schon lange nicht mehr auf alle Deutschen zu!). Dabei kann, ja muss auch viel Geld aufgewendet werden, aber das ist mir egal, sofern damit Menschen in bitterster Not geholfen werden kann. Jedoch denke ich, macht es keinen Sinn, diese Menschen deshalb massenhaft in unser Land zu holen. WIE wir helfen, diese Entscheidung sollte bitteschön uns über lassen bleiben. Und die "natürliche Auslese" der Flucht übers Meer und über den Balkan halte ich auch nicht für sehr human. Was hat der - sehr oft und fälschlich - zitierte Samariter mit dem Mann, der unter die Räuber fiel gemacht? Er hat seine Wunden versorgt und hat ihn zu einer Herberge gebracht (nicht in sein eigenes Haus) und zum wirt gesagt: "Kümmere dich um ihn und was immer es kostet will ich dir erstatten". Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.

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DKH 12.11.2015, 06:27
11. Auch unter den Profipolitikern

gibt es welche mit der und welche mit der andern Ansicht. Es ist schliesslich normal, dass man sich über irgendwelche Gegebenheiten Gedanken macht, und dass nicht alle zum gleichen Fazit gelangen. Also, was soll dieser Artikel, auffordern zum Nichtdenken oder dem Volk ein schlechtes Gewissen einreden?

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myone111 12.11.2015, 06:27
12. Flüchtlinge

Ich glaube ganz so einfach ist es doch nicht. Ich denke, die Politik und die Regierung lässt die Bevölkerung mit Ihren Sorgen allein und klärt nicht transparent auf. Es werden oft nur Sprüche oder Schlagworte benutzt. Das ganze wird zwar Demokratie genannt aber bitte keine mündigen Bürger. Wenn es heisst, das ist eine Chance für Deutschland, dass Arbeitnehmer kommen und in späteren Berichten über unsere Wirtschaftsweisen dann geschrieben wird, dass die Flüchtlinge aber bitte nicht den Mindestlohn bekommen sollten, da denke ich schon, dass manche in der Bevölkerung doch Angst um Ihren Arbeitsplatz haben. Ich reise privat und beruflich sehr viel und kann andere Länder verstehen, wenn sie ihr Land, d.h. Kultur, Leben, Wirtschaft und andere Werte schützen nur in Deutschland will es keiner verstehe und wir dürfen und sollten es nicht. Aber da die Regierung zu wenig aufklärt, bin ich der Meinung, dass mache sich eben den Pegida-Bewegungen anschließen weil sie mit Ihren Ängsten allein gelassen werde. Wäre vielleicht besser, wenn die Regierung den Menschen in Deutschland nicht nur etwas verlangt, sondern als gleichwertigen Partner einbindet und aufklärt.

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Rayleigh 12.11.2015, 06:31
13.

Ja, die Argumentation ist teilweise widersprüchlich, allerdings höre ich (ich wohne nahe Dresden) die Argumente anders geordnet. Beispielsweise: Wer sich wirklich integrieren will, sollte Deutsch lernen und eine Arbeit finden, der Rest liegt dem Staat auf der Tasche. Oder: Warum soll der Flüchtlingsstrom hier gelöst werden? Die Ursache für die Krise liegt in den Umständen der Herkunftsländer, also sollte man eher die Probleme dort versuchen zu lösen.

Klar, manche denken nicht nach und hauen die im Artikel genannten Vorurteile raus. Aber die Regierung beantwortet die Fragen der Bevölkerung ja auch nicht. Stattdessen liest man in Zeitungen, dass irgendwo in Dtl. die Martinsumzüge zu "Sonne-Mond-und-Sternen-Umzügen" gemacht werden sollen - womit die Angst vor der Überfremdung angeheizt wird. Zwar nicht durch die Migrationswelle, sondern durch staatliche Institutionen selbst, aber die Wirkung ist die selbe.

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karend 12.11.2015, 06:31
14. .

Besorgt in Anführungszeichen? Zwischen besorgt und rechts gibt's eine große Bandbreite (zu dem Plakat würde ich auch nicht besorgt wählen…).

Was mich nervt, ist, dass keine Kosten erwähnt werden, dass es niemand für nötig hält, sich mit den Bürgern auseinanderzusetzen bzw. sie objektiv und wahrheitsgemäß zu informieren - das gilt auch für die Medien und natürlich Merkels Naivität. Die Behörden waren ja in den letzten Jahren schon unfähig, diejenigen abzuschieben, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Genau das nimmt aber den Platz für die Kriegsflüchtlinge.

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sbeuing 12.11.2015, 06:34
15.

Angesichts der historischen Dimension der Flüchtlingsbewegungen besorgte Bürger pauschal als egoistische Heuchler darzustellen halte ich für völlig falsch und kontraproduktiv.

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m_e_m 12.11.2015, 06:35
16. Gefährliche Pauschalisierung

Hallo Herr Kazim,

ich finde sie betreiben mit ihrer Pauschalisierung jeden "besorgten Bürger" in eine Ego-, und rechte Ecke zu schieben eine gefährlich fahrlässige Pauschalisierung.

Um es klar zu sagen - ich finde die Aufnahme von Flüchtlingen richtig und notwendig.
Ebenso unterstreiche ich für mein Empfinden die Anforderung die jeweilige Landessprache des Asylrecht gewährenden Staates zu lernen.
Ebenso halte ich den Begriff Leitkultur nicht für negativ. Für mich ist unser Grundgesetz eine hervorragende Basis für diesen leider vor einigen Jahren von Politikern billig verbrauchten Begriff.
Ebenso ist hier unsere explizite Trennung von Staat und Kirche, also Glaube gegeben.
In diesem skizzierten Kontext auch Besorgung zu empfinden hat nichts mit rechter Gesinnungsdümpelei zu tun - genau diesen Tenor emfinde ich aber beim lesen ihres Artikels.
Deswegen - gefährlich fahrlässige Pauschalisierung - willkommen in ihren angprangerten Stammtischniveau!

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bigben77 12.11.2015, 06:35
17. Für mich gesprochen

Es ist etwas befremdlich dass der Autor mir mein wahres Motiv vorzeigt. Ja. Ich habe Angst. Nicht davor den Wohlstand teilen zu müssen, sondern vor der fremden Kultur.
Die rechte propaganda verbreitet lügen, aber der Mainstream ist auch nicht objektiv. Probleme mit Einwanderern sind real. So zu tun als seien diese völlig normal und unproblematisch ist fahrlässig. Ich habe Angst das uns terroristen unterwandern. Die Offensive des IS in Europa wurde angekündigt, zu lesen im Spiegel. Der IS wäre dumm wenn er den Flüchtlingsstrom nicht dazu nutzen würde seine Kämpfer strategisch vorab zu installieren. Ja, ich habe Angst vor dem islam, weil ich Türken kenne die selbst sagen dass es viele stille Unterstützer in ihren Reihen gibt. Der islam ist friedlich, das waren diejenigen die im dritten reich nicht aufgestanden sind auch.

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tigga_nb 12.11.2015, 06:35
18. So ist es

Dem Kommentar stimme ich voll zu. Aber Ängste sind halt oft irrational, damit die Folgen und das Handeln daraus eben auch. Schade ist, daß die EU bei diesem Thema so versagt. Aber auch hier werden in erster Linie wieder die Egoismen im Handeln sichtbar. Mit unserer historischen Erfahrung auf dem Kontinent sollten wir hier gemeinschaftlich und humanitär handeln, dann wäre diese Krise, an der die europäische/amerikanische Politik nicht ganz unschuldig ist gut beherrschbar.

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tinewittlinger 12.11.2015, 06:35
19. Wissen Sie was, Sie als

wir, die Bürger von Deutschland, ob Migranten oder hier Geboren, werden die Suppe, die uns Frau Merkel eingebrockt hat alle gemeinsam auslöffeln müssen, ob wir da nun auf der Seite der "Gutmenschen" oder der "besorgten Bürger" standen. Auch mit dem durch das System Merkel erodierte System der Nicht-mehr-Demokratie werden wir leben müssen - Alle! Meinen Sie in diesem Licht der Dinge denn wirklich, dass es zielführend ist, die Sorgen der Menschen in diesem Lande, die tw. ansprechen was ist oder was vielleicht auch nur sein könnte, so derart zu verhöhnen. Wissen Sie was mich beruhigt, noch einmal: Am Ende sitzen WIR SITZEN AM ENDE ALLE IN EINEM BOOT, sitzen wir auf dem gleichen Scherbenhaufen, ob wir ihn nun als solchen benennen oder ob man ihn neues "Paradies auf Erden" nennt - es bleibt der selbe Scherbenhaufen!

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