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Flüchtlinge: Was "besorgte Bürger" sagen wollen
DPA

Was treibt "besorgte Bürger" um, die an Stammtischen und in sozialen Medien über die Flüchtlingskrise reden? Ihre Argumentation ist widersprüchlich - weil sie sich nicht trauen zu sagen, was ihnen wirklich Angst macht.

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Moewi 12.11.2015, 09:57
430.

Zitat von smokerslounge
Na gut, dann bin ich ehrlich: ich möchte nichts von meinem Wohlstand abgeben, denn ich habe ihn mir erarbeitet. Und ich bin sicher, die Mehrheit denkt ebenso. Und ja, ich fühle mich nicht für das Elend der Welt verantwortlich. Andere Völker sind auch nicht zu blöd, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Sie müssen nur wollen.
Na klar, die anderen WOLLEN nur nicht, das ist das Problem.
Schon mal drüber nachgedacht, dass wir mit subventionierten Exporten ganze Märkte in Grund und Boden stampfen?
Dass wir mit Hightechfangflotten die Küsten Afrikas plündern, so dass den Fischern nichts mehr zum Leben bleibt? Es ist schon ziemlich frech, den geplünderten (nebenbei: das ist zum Teil die Basis unseres Wohlstands!) auch noch Nichtwillen zu unterstellen.

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sojetztja 12.11.2015, 09:58
431.

"Das wäre wenigstens ehrlich."

Naja, die PEGIDA-Mitläufer sagen sehr deutlich was ihnen Angst macht. Das ist schon auf verstörende Weise äußerst ehrlich - aber das ist dem Verfasser ja auch wieder nicht recht. :-))

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merrailno 12.11.2015, 09:58
432.

Zitat von mihama
Auch wenn die Kommentare wohl schon mit Hass überfüllt sein werden, ist diese Aufzählung mehr als korrekt. Egal, welches Argument man für die Flüchtlinge aufbringt, egal wie sehr man an die Menschlichkeit appelliert, im Großen und Ganzen sind die meisten doch gegen ......
Dann zählen Sie mal die Argumente pro Flüchtling auf und widerlegen sie die bitte die GegenArgumente auf ihre Argumente. Sie werden erkennen es ist nicht so einfach wie es der Kommentar sugeriert und und eine Menge Fragen entstehen die Sie nicht so einfach beantworten können.

Dürfen die Fragen, nur weil Ihnen die Antworten fehlen oder nicht passen, nicht gestellt werden?

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n0c0mment 12.11.2015, 09:58
433. Alle anderen sind verquer ...

... die Bürger, das Grundgesetz, die Schweden, die UK, Herr Schäuble und und und.
Nur die Spiegel-Redaktion nicht.
Sind wohl die Einzigen.

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carstenbittner 12.11.2015, 09:58
434. Was für ein billiger rhetorischer Trick...

so zu tun, als seien "die" besorgten Bürger eine einzige Person, die sich mit ihren Äußerungen ständig selbst widerspricht. Genauso gut könnte man SPON Schizophrenie vorwerfen, weil Herr Fleischhauer und Herr Aust unterschiedliche Auffassungen vertreten.

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soddele 12.11.2015, 09:59
435. Wir vom rechten Stammtisch

Herr Kazim wenn Deutschland in den letzten 5 Jahren insgesamt nahezu 2 Millionen Flüchtlingen aufgenommen hat, können Sie doch nicht sagen Deutschland leiste nichts und wir wollen nicht unseren Wohlstand teilen.
Wir können natürlich weitere Flüchtlinge aufnehmen aber zu welchem Preis. Irgendwann wird auch die letzte Sporthalle gefüllt sein, und dann?
Das Nichthandeln der Politik bedeutet für mich die Regierung möchte eine Entsolidarisierung der Gesellschaft, den nichts anderes bedeutet diese Zuwanderungspolitik. An dessen Ende wird die Abschaffung des europäischen Sozialstaats stehen, in dem die dann geschaffene Multikultigesellschaft auf die Begriffe Arbeitskraft und Konsument reduziert ist. Unfaßbar das gerade die Linken dies verkennen und sich somit zum Türöffner des amerikanischen Neoliberalismus machen.

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espet3 12.11.2015, 10:00
436.

Vor über 45 Jahren bin ich aus beruflichen Gründen von Norddeutschland in den Süden gezogen und habe dort Familie mit Kinder gegründet.
Auch nach so langer Zeit habe ich den Eindruck, immer noch nicht so ganz dazu zu gehören, obwohl ich in Vereinen und Organistaionen tätig war und bin und meine Familie in Preußen bis auf die Renaissance zurückführen kann.
Kann man es der Bevölkerung verdenken, dass sie gegenüber einem unbegrenzten Zustrom gänzlich Fremder skeptisch gegenüber steht?
Vor allem kann man Fr. Merkel nicht abnehmen, dass "wir" das schaffen und die Vorkommnisse keine Steuererhöhung bedeuten. Man muss schon ein sehr einfaches Gemüt besitzen, wenn Milliarden in der Welt verpulvert werden, zu glauben, dass ein Leben wie bisher gewährleistet sein wird.

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joachim_freimuth 12.11.2015, 10:00
437. Was

Der Artikel 16a des Grundgesetzes konterkariert das ursprünglich vorgesehene Asylrecht tatsächlich. Es ist für Flüchtlinge fast unmöglich, auf legalem Weg nach Deutschland zu kommen. Allerdings ist Artikel 16a auf Bürgerkriegsflüchtlinge gar nicht anzuwenden. Für die Flüchtlinge gilt die Genfer Flüchtlingskonvention
Die Flüchtlinge flüchten zunächst mal in ein Land, in dem sie vor Verfolgung und Krieg sicher sind. Sie können oder dürfen dort nicht arbeiten. Wenn ihre Ersparnisse aufgebraucht sind, sind sie auf die Hilfsorganisationen angewiesen und die haben selber kein Geld mehr. Dass die Leute in den Flüchtlingslagern mit einem Dollar pro Tag nicht leben können ist klar. Hier müssten Deutschland, die EU und der Rest der Welt massive Hilfe leisten. Da das bisher nicht geschieht ist die Weitereise nach Europa zwar illegal, aber Notwehr.
Aus meiner Sicht hätte nichts dagegen gesprochen, dass man einen großen Teil der Leute aus den Flüchtlingslagern direkt nach Deutschland geholt hätte.
Asyl wird Leuten gewährt, die vor politischer Verfolgung oder Bürgerkriegen flüchten. Wenn der Krieg oder die Verfolgung aufhört, dann müssen sie grundsätzlich zurück. Wer das nicht einsieht verwechselt Asyl mit Einwanderung. Der Asylgrund kann sehr lange bestehen. Es kann deshalb nicht schaden, wenn die Asylanten Deutsch lernen und sich zu integrieren versuchen. Sollten sie irgendwann integriert sein, insbesondere eine auskömmliche Arbeit haben, dann gibt es aus meiner Sicht nur einen Grund, dass sie nicht für immer hier bleiben: Wir haben kein brauchbares Einwanderungsgesetz.
Der Gedanke, dass sich Einwanderer nicht in unsere Gesellschaft einfügen müssen, sondern in Parallelgesellschaften leben dürfen, ist völlig absurd. Dass sie uns unsere Frauen wegnehmen ist natürlich Quatsch, aber es ist doch eher so, dass die Kinder der Einwanderer, insbesondere die Töchter, keine Deutschen heiraten dürfen.
Es kommen zwar nicht nur junge Männer, aber man schickt tatsächlich welche mit der Absicht nach Deutschland, dass sie hier Fuß fassen und ihre Familien nachholen.
Ich würde gerne glauben, dass man die alle in den Arbeitsmarkt integrieren kann und dass sie dann Geld bringen und irgendwann die Renten für AfD-Wähler zahlen. Leider hab‘ ich‘s nicht so mit Weihnachtsmann, Klapperstorch, Christkind, sichere Renten...
"Wir wollen nichts abgeben" wäre tatsächlich ehrlich. Ich glaube dass die erste Million Flüchtlinge, die in diesem Jahr erwartet wird, in Hartz-IV landet. Würde man die Kosten dafür als Zwangsabgabe à la Rundfunksbeitrag erheben, dann wären das 25 € pro Monat und Haushalt. Laut Buschkowsky muss man in den nächsten Jahren 20 Millionen Flüchtlinge erwarten.

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01099 12.11.2015, 10:00
438.

Ich als Dresdner weiß schon lange, dass das Pegida-Volk schon längst nicht mehr gegen das auf die Straße geht, was es sich dereinst auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu muss man nur lesen und zuhören können. Es geht gegen die Rundfunkgebühr, gegen Gender-Themen, gegen 68'er und gegen die Politik als solches. Noch eine Ebene darunter geht es um die Renten- und Arbeitsmarktpolitik, Kinderbetreuung und Bildung.
Es wäre eine historische Chance für die Opposition, die Gewerkschaften und ja, auch für die Denkenden im Land, sich dieser Themen anzunehmen und Pegida das Wasser abzugraben. Aber es passiert original nichts. Dabei wäre es so einfach, die "besorgten Bürger" auf die richtige Seite zu ziehen. Stattdessen hat sich auch die anständige Seite in ihren Graben zurückgezogen und wettert von dort aggressiv gegen die, die die nackte Angst auf die Straße treibt. Die Angst, die viel von uns ganz genau so schlaflose Nächte bereitet und den ein oder anderen in die Depression treibt.
Warum gab es in den letzten Jahrzehnten keine einzige Demonstration für eine sinnvolle Grundrente, eine Reform des Bildungssystems oder bessere Arbeitsbedingungen? Selbst gegen Hartz4 sind nur wenige für kurze Zeit auf die Straße gegangen, dabei betrifft das Thema mittlerweile auch die sogenannte "Mittelschicht" und treibt die Menschen in miese Jobs und Leiharbeit, ohne Chance, da je wieder herauszukommen.
Wir sind ein verschnarchtes Volk, dass seine demokratische Kraft noch immer nicht erkennt und lieber so lange auf der Couch hocken bleibt bis das Dach wieder brennt. Das ist der eigentlich beschämende Fakt.

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jaar 12.11.2015, 10:01
439. krass, ein Forum zu so einem Thema...

und ich bin sogar noch rechtzeitig hier um was zu schreiben..

Um die Sorgen der Bürger einmal kurz und präzise zusammenzufassen: Es sind schlicht und ergreifend die kulturellen Unterschiede. Mit einer Million Franzosen hätte hier wahrscheinlich kaum jemand ein Problem.

Nur wird den Zuwanderern genau das zugestanden was wir uns selber verbieten: Intolleranz gegenüber anderen Religionen bzw. Kulturen.

Ein Einwanderungstest wie sie ihn in der USA haben, wo Einwanderer auf die Verfassung schwören müssen wäre wirklich wünschenswert..

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