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Flüchtlinge in Deutschland: Wenn die Euphorie verfliegt
DPA

Politiker aller Parteien loben im Bundestag die Hilfsbereitschaft der Deutschen in der Flüchtlingskrise. Doch auch Sorgen werden deutlich: Wie bezahlen wir das alles - und wie vermitteln wir den Neuankömmlingen unsere gesellschaftlichen Werte?

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carolinafeb 09.09.2015, 19:24
80. trunken

Ich bin seit zwei Jahren aktiv als Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe. Ich kenne viele Flüchtlinge. Ich mag die Menschen. Aber selbst ich sehe diese trunkene Flüchtlingsromantik, die gerade in Deutschland abgeht, eher kritisch. Mir macht diese unglaubliche Einwanderungswelle Angst. Deutschland wird einfach überrannt. Aus humanitären Gründen lassen wir alle rein, alles andre wäre auch brutal. Ungarns Weg ist keine Lösung. Man kann Menschen nicht mit Gewalt zurückdrängen, schon gar nicht, wenn sie nur mit den Kleidern auf dem Leib unterwegs sind und uns ja nicht bedrohen.
Ich habe keine Angst vor dem einzelnen Menschen, auch keine Ablehnung. Ich verstehe, dass die Menschen, die nach Deutschland wollen, hier neben Schutz auch eine Perspektive suchen. Aber ich weiß nicht, ob wir das wirklich allen bieten können und bieten wollen. Ich wünsche mir weder trunkene Romantik noch brutale Abwehr, sondern nüchterne Analyse und nüchterne Lösungsansätze.

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vulcan 09.09.2015, 19:26
81.

Zitat von arcostobu
nach den Lobpreisungen der deutschen Hilfsbereitschaft scheint nun auch der Spiegel festzustellen, dass die Probleme nicht so einfach zu lösen sind, wie Frau Bundeskanzlerin andeutete ("Wir schaffen das!"). Schaltet sich nun nach dem Herz endlich auch der Verstand wieder ein?
Es würde mal dringend Zeit - so einige, die sich das eigentlich nicht erlauben können, wurden ja geradezu hinweggeschwemmt von blinder Euphorie und Begeisterung (worüber eigentlich, fragt man sich da auch)
Es sollte mich nicht wundern, wenn "Wir schaffen das" in nicht allzu ferner Zukunft aus einer neuen 'Sonderabgabe' ä la Soli besteht, die natürlich keines der vielfältigen Probleme lösen wird.

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aufmerksamer Leser 09.09.2015, 19:26
82.

Zitat von tagesgast_01
mit einem wir helfen Button? Glucks! Wie will denn Herr Gabriel helfen? Mit neuen Waffenlieferungen nach Saudi Arabien?
Gabriel wirbt jetzt ganz volksnah für BILD. Vielleicht verspricht er sich ein paar Wählerstimmen, wenn die BILD das honoriert ...

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eternalchii 09.09.2015, 19:27
83.

Zitat von mullerich
Es gibt in Deutschland zuwenig offene Stellen, es gibt auch kein Fachkräftemangel, sonst wären die real ca. 5 millionen Erwerblose schon längst in Arbeit und nachhaltig und vernünftig qualifiziert.
Das ist ein Mythos. Ein nicht unerheblicher Teil der Leute, die arbeitslos sind, sind weder bereit, noch in der Lage zu einer der fehlenden Fachkräfte zu werden. Da spielt das Alter eine Rolle, die Intelligenz, die Lernbereitschaft, räumliche Faktoren usw. Die Welt ist leider nicht so einfach, wie sie zu glauben scheinen.

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Wheredoyouwanttogotoday? 09.09.2015, 19:27
84. Danke SPON!

Erstmal danke für die wunderbare Berichterstattung zum Thema!

Die bisherige Integration verlief doch so, dass Menschen aus der Türkei, Griechenand, Italien und der DDR nach ein oder zwei Generationen genau wie Restdeutschland studiert, eine Ausbildung macht, sich scheiden läßt, auch weniger Kinder bekommt und vernünftig vom Glauben abfällt, Homosexuelle heiraten wollen und immer mehr Frauen finanziell unabhängig sind.

Wir hingegen essen vielfältiger, werden lockerer, offener, sehen Dinge auch mal anders und kriegen super Fussballmanschaften, TV Stars und Intellektuelle mit anderm Blick auf uns selbst.

So what!?
Ich freu mich drauf :)

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michaelis 09.09.2015, 19:29
85. Ach

ist man endlich aufgewacht? Wurde ja auch mal langsam Zeit.

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hoppla_h 09.09.2015, 19:31
86. September-Märchen

Zitat von arcostobu
nach den Lobpreisungen der deutschen Hilfsbereitschaft scheint nun auch der Spiegel festzustellen, dass die Probleme nicht so einfach zu lösen sind, wie Frau Bundeskanzlerin andeutete ("Wir schaffen das!"). Schaltet sich nun nach dem Herz endlich auch der Verstand wieder ein?
Die Beiträge in der Bundestagsdebatte zum Thema Flüchtlinge sind 'Fenster-Reden'. - Die Problemlage entwickelt sich dynamischer, als unsere Politiker denken und sich Reden schreiben lassen können.
Gesucht sind pragmatische Ideen: "Ein guter Gärtner braucht eine scharfe Schere!" Übertragen auf die Idee, die Balkanländer als sicherer Herkunftsländer zu definieren: "Bei Herkunft aus sicheren Ländern, per Definition gibt es dort Botschaften demokratischer Länder, sind Asylanträge bei Botschaften zu stellen." Damit entfällt der ganze Quatsch mit Auffanglagern, Diskussion um Taschengeld etc. Direktbescheid, ob Asyl gewährt wird. Rechtliche Widerspruchsverfahren werden dann auch über die Botschaft geführt. Nur: "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht."

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Lebonk 09.09.2015, 19:32
87.

Ich bin sicher, dass der größte Teil der Flüchtlinge integrierbar sein wird und sich an unsere im Grundgesetz verankerten Regeln halten wird. Aber was ist mit den anderen ? Was, wenn bei den Flüchtlingen die Enttäuschung kommt, weil eben nicht Milch und Honig fließen und die Chancen doch nicht sooo groß sind ? Frau Merkel war in Marxloh..offensichtlich hat sie nicht begriffen, was passiert, wenn die Hoffnungen sich nicht erfüllen oder tradierte Rollen hier weitergelebt werden. Sie sollte Herrn Buschkowski nach seinen Erfahrungen fragen ! Es kann nur klappen, wenn klare Regeln aufgestellt werden und es Sanktionen gibt und in schweren Fällern der Nichtbeachtung auch Rückführungen in Krisengebiete erfolgen können. Menschen haben schließlich auch Eigenverantwortung ! Es ist ein Wahnsinn, die Menschen unkontrolliert und gegen jedes Gesetz einfach durchmarschieren zu lassen. Es muss sofort einen Einreisestopp geben, es müssen an den EU Grenzen Meldestellen geschaffen werden, die die Berechtigung prüfen. Und es muss aufhören , dass die EU das Geschäft der Schlepper macht, indem sie die Havarierten aufnimmt und an die Europäische Küste bringt. Nordafrika wäre das Ziel. Ich bin hochbesorgt über die Folgen der unkontrollierten Einwanderung !

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hdwinkel 09.09.2015, 19:38
88. Annahmen

Zitat von skylarkin
Leider gibt es schon in vielen Städten verfestigte Parralelgesellschaften und zwar bestehend aus Migranten die teilweise schon in der dritten Generation hier leben. Wie kommt man darauf, das diese Entwicklung mit einem derartigen Zuzug( eben nicht nur gut ausgebildeter Fachkräfte) sich nicht verfestigt. Da kommen riesige Probleme auf uns zu, nicht nur Chancen(die es auch gibt) Ich hoffe die Politik wacht rechtzeitig auf.
Woher nehmen Sie eigentlich dieses Wissen? Sozialforschung sagt nämlich etwas anderes:
Sie sehen zwar Stadtviertel mit Ihnen fremdartig aussehenden Menschen, aber es sind nicht immer dieselben Menschen. Natürlich ziehen Migranten zuerst in ein Umfeld, das ihnen vertraut ist, zu Menschen, die ihre Sprache sprechen.
Aber sie bleiben nicht dort!
Sie werden über kurz oder lang zu Ihren Nachbarn im Reihenhaus mit Vorgarten.
Betrachten Sie es als eine Durchgangsstation, nur daß Sie davon wenig mitbekommen, weil die Menschen für Sie alle irgendwie gleich aussehen...

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woltho 09.09.2015, 19:40
89. Deutschland steht da wo es ist,

weil es so ist wie es ist. Andere Länder sind anders, weil sie anders sind. Wem das nicht passt ist in der politischen Opposition! Das gilt nun mal für die Grünen. Man könnte meinen diese Partei will die derzeitige Lage politisch nutzen, dumm nur, das die ankommenden nicht wählen dürfen und auch sonst mit deren Parteiprogramm wohl nur wenig am Hut haben werden. Ob wir Merkel noch mal wählen können, wohl nicht.

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