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Flüchtlinge in Idomeni: Wir müssen das Aushalten ausschalten
AFP

Mit Tränengas gegen hilfesuchende Männer, Frauen, Kinder: Schlimm, diese Bilder, aber das müssen wir aushalten - so reden längst nicht mehr nur rechte Hetzer. Wir dürfen uns unsere Empathie nicht abtrainieren lassen.

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TangoGolf 10.04.2016, 23:50
1. doch, das müssen wir aushalten.

Denn es gibt weder in der GFK noch sonstwo das Recht, sich sein Fluchtland auszusuchen. Die Menschen wollen dort sein, weil sie nicht in Griechenland wollen. Auch wollen sie nicht in griechische Flüchtlingslager.

Wenn wir das nicht aushalten, dann können wir es gleich lassen. Dann müssen wir auch konsequent sein - und alle Flüchtlinge der Welt aus ihrer Situation beftreien, egal ob Syrien, Darfur oder sonst wo. Das mag zwar ganz im Sinne irgendwelche Utopisten sein - aber ganz sicher nicht im Sinne einer realistsichen Betrachtung der Flüchtlings- und Migrationskrise.

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Chris_SSS 10.04.2016, 23:54
2. Lieber Autor

"Wir sollten die Flüchtlinge von Idomeni in Deutschland aufnehmen."

Natürlich solten wir nicht die Augen verschliessen. Ein Kollege Ihres Blattes hat die Zustände (Steinwürfe/Trändengas/Gummigeschosse) mit denen im Westjordanland verglichen.

Diese Zustände möchte ich nicht nach Deutschland importieren.
Und Nullsätze haben Sie in Ihrem Artikel zuhauf verwandt:
"Finanzielle können es nicht sein - der Wohlstand in Deutschland reicht für weit mehr als die Grundversorgung von ein paar hunderttausend Hilfesuchenden."

Dies sagen sie bitte einem Armen in Deutschland ins Gesicht, der nun bei der Tafel mit den Flüchtlingen teilt. Schlimm genug, dass Deutschland nicht mal den eigenen Leuten ausreichen hilft, jedoch sind diese mir noch näher als die Wirtschaftsmigranten (denn ja in Griechenland werden sie nicht von Krieg verfolgt) aus Idomeni.

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ccstaudigel 10.04.2016, 23:58
3.

Ja, die Szenen sind unmenschlich. Aber wie konnten sie entstehen? Wer da im Dreck liegt, ist nicht dem Krieg in Syrien entflohen. Das hatte er, Gott sei Dank, schon in der Türkei geschafft. Aber warum ging er unter Lebensgefahr nach Griechenland und weiter an die mazedonische Grenze? Was oder besser wer brachte ihn dazu?

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defy_you 10.04.2016, 23:59
4. Die Mazedonier werfen doch keine

Rauchbomben ins Lager, sondern auf die Angreifer. Wenn dort ein Migrant seinen Sohn mitführt und seine Frau am Arm hat, dann darf man damit doch kein Mitleid haben. Das ist Berechnung.

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leserkommentator 11.04.2016, 00:00
5. Gut ist nicht immer dasselbe wie

Richtig, man darf seine Empathie bei der Betrachtung menschlicher Verhältnisse nicht abschalten. Aber man muss sie dosieren.
Würde man jetzt alle Migranten aus Idomeni nach Deutschland holen, würde man einen neuen Sog auslösen. Das Abkommen mit der Türkei würde schnell zu Altpapier, weil es seine ordnende Funktion nicht mehr erfüllen könnte.

Es gilt, einen gerechten Ausgleich zwischen den Bedürfnissen der Migranten und den Bedürfnissen des eigenen Volkes herzustellen. Nicht anderes ist gemeint, wenn Menschen, die Sie, sehr geehrter Herr Trenkamp, zu Recht nicht in die rechte Ecke stellen, darauf hinweisen, dass zu viele Migranten nicht zu verkraften sind.

Alle aufzunehmen wäre gut gemeint, aber für unser Land verheerend, da deren Integration nie gelingen könnte.
Gut ist nicht immer dasselbe wie "gut gemeint". Dies zu erkennen hat nichts mit einem Empathiemangel zu tun.
Ich erwarte von den Politikern neben Empathie vor allem Vernunft. Die hatte Frau Merkel leider im Herbst verlassen. Sie kehrt jetzt langsam wieder.

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dissidenten 11.04.2016, 00:00
6.

Wir sehen keine Gewalt gegen Hilfesuchende. Sie brauchen keine Hilfe suchen, Sie lehnen die angebotene der Griechen ab und wollen stattdessen illegal unter Anwendung von Gewalt eine Grenze passieren. Bei Straftätern muss man keine Empathie zeigen.

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sober 11.04.2016, 00:09
7. Mutiger Kommentar

Beim Lesen dachte ich die ganze Zeit: Wieder so ein mitfühlender Text, der aber keine praktischen Vorschläge bringt. Doch ganz am Ende....Boom! Die Forderung, Deutschland solle die Flüchtlinge von Idomeni einfach aufnehmen, ist konsequent. Wer das ernsthaft fordert und vertritt, darf sich weiterhin moralisch überlegen fühlen. Inzwischen gehört ja Mut dazu, so eine Forderung zu stellen. Auch ich gehöre zu denen, die so etwas nicht mehr fordern, denn ich fürchte mich vor den Verwerfungen, die eine nochmalige Masseneinwanderung in Deutschland zweifellos nach sich zöge. In Berlin jedenfalls sind auch unter den Flüchtlingshelfern inzwischen viele erleichtert, dass sich die Lage wieder etwas entspannt hat. Das kommt auch den Flüchtlingen zugute, die schon hier sind. Aber ja: egoistisch ist das natürlich schon und auch ein bisschen ungerecht. Ich glaube aber, das die ganze Welt so ist. Vielleicht ist der erfrischend idealistische Autor auch einfach noch jung und nicht ganz so lebenserfahren.

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leonidasng 11.04.2016, 00:10
8. Idomeni

Eine Sache verstehe ich aber nicht, hat denn jemand die Leute in Idomeni festgehalten? Stehen nicht täglich Busse bereit um sie in die griechische Erstaufnahmeeinrichtungen zu bringen? Haben sie keine andere Wahl als dort unten auszuharren?
Also wovon flüchten diese Flüchtlinge? Von den Griechen?

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Neapolitaner 11.04.2016, 00:12
9. Das rettet nichts, so naiv...

...kann man nicht sein, darf man nicht sein. Wenn die Grenze aufgemacht wird und die Migranten ihren Willen bekommen, von dort nach Deutschland weiter zu reisen, ist die Balkanroute über Griechenland sofort wieder eröffnet und die griechischen Inseln an der Grenze zur Türkei werden förmlich überrannt. Das Türkei-Abkommen, so fragwürdig es ohnehin sein mag, wäre ebenso sofort Makulatur. Es ist nicht das Türkei-Abkommen, dass es Griechenland derzeit ermöglicht, wenigstens irgendeine Form von Organisation zu planen. Es ist nur die Schließung der Balkanroute. Davon hängt alles ab.

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