Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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GoranBaranac 16.07.2018, 15:11
90. Aha...?

Wie soll es denn laufen? Das hat Frau Lau in Ihrem Artikel doch ebenfalls gefragt: Wie viele sollen noch gerettet werden? 5 Millionen? 10? 20? Der komplette jährliche Geburtenüberschuss Afrikas? Wer wird Sie ernähren? Kleiden? Unterbringen? Und wieso überhaupt alle hierher? Die Schuld des weißen Mannes? Meine Eltern sind vom Balkan, wir hatten nie Kolonien. Aber trotzdem bin ich jetzt Schuld an dem was einen Senegalesen veranlasst ein paar Tausend Euro (die ich nicht übrig habe) für den Transit zu bezahlen? Und meine Kinder dürfen dann mit dessen Nachwuchs aus Gründen der historischen Gerechtigkeit (was über 50 Jahre her ist, da gab es weder mich noch meine Frau!) um Kita-Platz, Schule, Ausbildung, Studium und allen weiteren Ressourcen konkurrieren? Und mit allen anderen die kommen auch? Und ich habe keine Wahl mir das auszusuchen sonst bin ich Rassist dem unterstellt wird ich fände Gaskammern toll? Und jeder Politiker links der AfD zuckt die Schultern?

Und alles beginnt damit, dass sich genau diese Leute ohne Schwimmen zu können in "Dinge" (Boote sind´s keine) setzen die von Kriminellen von der Küste abgestoßen werden um dann von den "Guten" aus "Seenot gerettet" werden um sie dann hunderte Kilometer zu uns zu bringen obwohl die Küste von der sie gestartet sind keinen Steinwurf weit weg ist? Anschließend sind wir (Europa! "Reich"? Organisiert! Rechtsstaaten!!) nicht in der Lage diese Leute nach Prüfung und Feststellung, dass sie weder aus einem Krieg kommen noch politisch verfolgt sind wieder (mit dem Flugzeug) dorthin zu schicken wo sie herkamen während die "Guten" (Seenotretter) das können und ihren Urlaub auf Bildungsreisen genau dort verbringen wo man den Geflüchteten kein Leben zumuten will. Und da reden Sie von Moral? Und von Auschwitz?

Ich weiß nicht mehr woher der Spruch kommt aber stimmen tut er - von allen Posen ist die moralische die uanständigste.

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ruderpinne 16.07.2018, 15:12
91. Was denn nun?

Angenommen jemand wohnt und fährt einen Rettungswagen in München. Mit dem Rettungswagen fährt er jedoch immer nur nach Kiel, sobald er von dort einen Anruf erhält, dass in etwa 10 Stunden in einer ganz bestimmten Straße ein Unfall mit Verletzten passieren wird, die von ihm abzuholen sind. Diese Anrufe und Rettungen sind längst eingespielte Routine für den Fahrer. Weiter wird er verpflichtet, die Geretteten nicht etwa in das nächstliegende Krankenhaus in Kiel, sondern mit ihnen nach München zu fahren, um sie in München in ein Krankenhaus unterzubringen. Und tatsächlich, immer wieder passieren die angekündigten Unfälle an angegebenen Orten und Zeiten und wie befohlen, fährt er die Opfer nach München, anstatt sie in Kiel zu lassen.
Ist das nun eine Notrettung oder doch eher ein Geschäftsmodell?

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omanolika 16.07.2018, 15:12
92. Ist das ein Mensch?

Sie stammt nicht von mir diese Frage,
doch sind Menschen nicht mehr in der Lage,
Grundsätze der Menschlichkeit ja zu achten,
sollte man sie als legitim erachten...

Es ist wirklich kaum zu fassen,
aber die "Legitimität von ertrinken lassen",
hält einem da den Spiegel vor,
wo man sich fragt, wann "unser Volk" die Menschlichkeit verlor?

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l.augenstein 16.07.2018, 15:12
93. Moral ist meiner Meinung nach absolut.

Ein bißchen Moral geht genauso wenig wie ein bißchen schwanger. Deshalb muß man die Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken bewahren und retten.
Allerdings darf und kann das nicht heißen, dass man sie alle nach Europa verbringt und ihnen automatisch Asyl oder Zuflucht gewährt. Wir wissen nicht, wie viele von ihnen sich noch auf den Weg machen wollen, um ihr wirtschaftliches Heil in Europa zu suchen. Deshalb ist es genau so wichtig, sie wieder in ihre Heimat zurück zu bringen, wie es wichtig und richtig ist, sie zu retten!

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flopi3 16.07.2018, 15:13
94. Einen Vergleich zu Auschwitz zu ziehen, ist unfassbar ....

... und deplaziert, zeigt aber die immer noch weit verbereitete und überholte "Schuld-Denke" in Deutschland.

Wenn Sie schon einen solchen Vergleich bringen, Herr Augstein, müssen Sie sich auch mit einer anderen Analogie beschäftigen: Die Deutsche Regierung - wie auch viele andere Regierungen - haben sich seit langem dazu entschlossen, sich nicht erpressen zu lassen. Nicht wenige entführte Menschen sind aufgrund dieser Haltung umgekommen, ohne dass Regierungen geholfen haben.
Die Erpressung illegaler Migranten aus Afrika, die Europa durch das Betreten von Schlauchbooten zur Seenotrettung "zwingen", ist hingegen aus Ihrer Sicht alternativlos. Bitte erklären Sie den Lesern, wie das zusammenpasst.
Weiterhin hätte ich gerne konkrete Antworten auf die drängenden Fragen, was mit all den Migranten in Europa passieren soll und wer für die Masse an Menschen finanziell aufkommen soll. Das Asylrecht wurde niemals konzipiert, um mit einer ganzen Völkerwanderung umzugehen. Und Frau Lau hat in der Zeit sehr treffend geschrieben, dass sie ein massives Risiko sieht, dass in Europa demokratische Regierungen mit einem Wertesystem zunehmend abgewählt werden, wenn dieser Zustrom aus Afrika nicht schnellstens beendet wird.
Es ist leicht, stets die moralische Keule mit Worten zu schwingen. Wer aber stets fordert, sollte bitte auch gleich konkrete und realistische Lösungsvorschläge unterbreiten.
Ich bin gespannt auf Ihre Antworten.

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hölscher-friedrich 16.07.2018, 15:13
95. Flüchtlingsdebatte

Früher "gerieten" nur Frachtschiffe, Passagierschiffe und Fischereischiffe und deren Besatzungen in Seenot. Heute "begeben" sich Flüchtlinge wissentlich in Seenot und werden durch Schlepper wissentlich in Seenot verbracht - etwa 20 sm Distanz vom Festland bzw. außerhalb des jeweiligen Hoheitsgebietes. Die Flüchtlinge werden auch durch Politiker mit Versprechungen von Sicherheit und sozialen Leistungen in "Seenot gelockt".
Dieses absichtlich "In-Seenot-Geraten" kann nur vermieden werden, indem die wirtschaftlich gut gestellten Länder den armen Ländern entsprechende Entwicklungshilfen gewähren, um vor Ort die herrschende Armut zu lindern/beseitigen.
Ansonsten währe nur die Einrichtung eines Fährschiffdienstes vom südlichen zum nördlichen Mittelmeer geeignet, das zur Zeit herrschende künstlich erzeugte "in-Seenot-Geraten" zu unterbinden.

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abc. 16.07.2018, 15:14
96. Scheindebatte oder `doch aktuelles Thema?

Nachdem u.a. Spon nicht müde wird, zu betonen, wie unwichtig die "Flüchtlingsthematik" insgesamt sei (Platz 13 auf der Springer-Mohn Wichtigkeitsskala), dass überhaupt keine Flüchtlinge mehr unterwegs seien und die üblichen Versächtigen bloß Scheindebatten führen würde (wie zuletzt zu erfahren sind es gar nur 5 Grenzübertritte täglich, aber hoppla, dabei gehts ja auch nur um einen Grenzübergang), drehen diese Leute aber ganz schön auf, wenns dann darum geht uns unsere generelle Schlechtigkeit vor Augen zu führen. Denn obwohl doch kaum noch einer in Richtung Europa unterwegs ist, gehts ständig darum, den Tod an sich im MIttelmeer zu verhinden. Anscheinend bewegen wir uns in Richtung Quantenphysik, wo nicht existierende Flüchtlinge zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken. Umso erbaulicher, dass sich genau diese Logiker dann mittels ihrer unerträglichen Propaganda, ihren obligatorischen Beschimpfungen und übelsten Beleidigungen jeglicher abweichender Meinung, dazu berufen fühlen, über unsere Zukunft zu entscheiden und mittels ihrer zum Teil strafbaren Handlungen Fakten zu schaffen.

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Freidenker10 16.07.2018, 15:15
97.

Zitat von Dogbert
Zur Zeit sind, nach offiziellen Angaben, weltweit zwischen 60Mio und 70Mio Menschen weltweit auf der Flucht. Aus verschiedensten Gründen, aber es ist wohl berechtigt anzunehmen das sehr viele davon Armutsflüchtlinge sind. Deren Situation lässt sich nur durch eine radikale Änderung in den Gebaren der Weltwirtschaft verändern, ganz sicher nicht durch ein paar mehr Gerettete im Mittelmeer. Und solange die USA der Meinung sind, in der sie von der NATO unterstützt werden, ungestraft überall auf der Welt Länder überfallen zu dürfen um ihnen die Segnungen der amarikanischen Demokratie zu bringen, solange werden auch die Kriegsflüchtlinge weltweit nicht weniger werden. Der Artikel geht deshalb am Thema vorbei, nicht die unterlassene Rettung einiger Schiffbrüchiger im Mittelmeer ist das moralische Versagen, sondern die Weigerung der westlichen Staaten alles zu tun, das es diese Flüchtlinge gar nicht erst geben muss, ist es.
Wieviele hundert Milliarden sind schon an Entwicklungshilfe nach Afrika gefloßen? Sorry, aber für mich ist ein Großteil von Afrika komplett verloren! Die Korruption, die Unfähigkeit eine Wirtschaft zum laufen zu bringen, der fehlende Arbeitseifer und die krasse Geburtenrate sprechen einfach dagegen. Europa könnte auch finanziell diesen Riesenkontinent nicht dauerhaft alimentieren, das geht einfach nicht.

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Leser161 16.07.2018, 15:15
98. Verengung

Wir reden hier über ein vielschichtiges Problem. Und es wird stets darauf verengt das jemand unmoralisch ist (in diesem Fall der Bildungsbürger) weil er nicht sofort aktiv wird.

Als Bildungsbürger finde ich das unangebracht. Natürlich sind wir alle Teil des Problems. Aber auf mich wird mit dem Finger gezeigt, ich muss jetzt losrotieren und Antworten haben und erklären warum ich nicht persönlich auf einem Flüchtlingshilfschiff im Mittelmeer unterwegs bin?

Ich bin bereit meinen Teil zu leisten. Aber wenn das ganze damit anfängt, dass erstmal ich den schwarzen Peter krieg und ihn auch nicht loswerden kann, ja dann spiel ich einfach nicht mit.

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varesino 16.07.2018, 15:15
99. Irrsinn

Der gemeine deutsche Hartz4-Empfänger könnte keinen Schlepper bezahlen. Es fehlt einfach an Barem.
Wenn Sie sich in Deutschland mutwillig und fahrlässig in Seenot bringen, werden Sie dafür belangt.
Vor dem Ertrinken retten, Ja. Nach Europa bringen um dort eine, oder mehrer Asyl, oder Einwanaderungsverfahren zu betreiben, Nein.
Und dann kommt der Herr Augstein mit dem erhobenen Moral-Finger ums Eck.
Irsinn

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