Forum: Politik
Flüchtlingsdebatte: Leben und sterben lassen
AFP

Wenn es ums Sterben im Mittelmeer geht, finden inzwischen auch zivilisierte Bildungsbürger gute Gründe fürs Nichtstun. Die Migrationskrise ist zur Krise unserer Moral geworden.

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max-mustermann 16.07.2018, 15:39
120.

Mann rettet einfach alle Schiffbrüchigen und bringt sie an die Küste zurück wo sie ihr lebensmüdes Abenteuer begonnen haben. Schon muss niemand mehr ertrinken und die Schleuser verlieren ihre Geschäftsgrundlage.

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pizzerino 16.07.2018, 15:39
121. "Leben und sterben lassen"

Genau das tun wir. Seitdem die Welt sich begann in erste zweite und dritte Welt aufzuteilen. Ständig sterben Menschen direkt oder indirekt wegen Armut. Jeder der noch einen überzähligen Euro in der Tasche hat muss hier bitte schweigen und nicht rumtönen.

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Düsseldepp 16.07.2018, 15:42
122. Krise unserer Moral?

Nein, Krise unserer staatspolitischen Vernunft!
Die Unterbindung des NGO-Schlepperwesens mit dem Holocaust in Verbindung zu bringen, zeugt auch nicht gerade von einem klaren Verstand. Was für eine Geschichtsvergessenheit ! Radikalen Linken wie Herrn Augstein scheinen wirklich alle Mittel recht, um unsere Gesellschaft zur Aufnahme einer unbegrenzten Zahl von Migranten zu zwingen. Eine vernünftige Diskussion ist mit solchen Leuten nicht mehr möglich.

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salomon17 16.07.2018, 15:43
123. Hilfsbereitschaft ist eine Selbstverständlichkeit!

Wie kann man so etwas selbstverständliches wie die Seenotrettung in Frage stellen? Als Rettungsschwimmer und jahrelanger Unterstützer der DGzRS bin ich entsetzt über das, was hier die Foristen schreiben! Natürlich können wir nicht alle Flüchtlinge aufnehmen und müssen andere Wege suchen, aber zunächst mal ist die Rettung in Seenot geratener Menschen eine Selbstverständlichkeit.
Die Bevölkerungsexplosion in Afrika als hauptsächliche Fluchtursache zu benennen, ist viel zu kurz gedacht! Diesen Kontinent haben die Europäer und der Rest der Welt seit Jahrhunderten ausgebeutet. Rohstoffe wurden von dort billig bezogen, Industrieprodukte teuer dorthin verkauft. Diktaturen wurden zunächst mit (teuer bezahlten) Waffen versorgt, anschließend ließ man sie fallen, ließ zu, dass in mehreren Staaten ein Machtvakuum entstand und förderte so Bürgerkriege. Wir haben das Dilemma auf dem afrikanischen Kontinent mit verursacht, und jetzt fallen uns die Fehler der Vergangenheit vor die Füße.
Nochmal: Mir ist klar, dass wir nicht alle aufnehmen können. Mir ist klar, dass es keine einfache Lösung gibt. Aber müssen wir deshalb gerade die Werte übee Bord werfen, auf die wir viele Jahre (mit Recht) stolz waren? Ich gebe nicht meine Menschlichkeit auf und würde auch AfD-Sympathisanten aus dem See ziehen!

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ruderpinne 16.07.2018, 15:44
124. In Sachen Schuldfrage

Für den Tod der 629 Migranten im Juni 2018 ist niemand anderes verantwortlich als die selbsternannten Seenotretter, deren Aktionen in Afrika die Illusion verbreiten, man brauche nur in einem Schlauchboot ein paar Seemeilen aufs Mittelmeer hinauszufahren, um dort von hilfreichen Europäern ins gelobte Land gebracht zu werden. Warum bringen die Herren Kapitäne die 'Geretteten' nicht nach Tunis, Algerien oder Marokko? Wer mit seinem Schiff von weit her kommt mit der eindeutigen Absicht, Migranten an Bord zu nehmen, kann sich nicht auf das Seerecht berufen; denn das verpflichtet nur Schiffe in der Nähe, in Seenot geratene Menschen zu retten.

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Bondurant 16.07.2018, 15:46
125. Eben.

Zitat von Ultras
mare Nostrum - Dieser Begriff wird von Augstein - ob bewußt oder unbewußt mag ich nicht zu beurteilen - falsch erklärt. Ja, das heißt "Unser Meer", aber nicht das der Europäer, sondern das der Römer, der Unterschied ist essentiell. Und das beinhaltet auch keinen Verantwortungs-, sondern v.a. einen Machtbegriff:
das war so gemeint, wie wenn heute ein Rechter sagt: das ist unser Land. Da haben Sie ganz recht. Die interessante Frage: ist der Kolumnist so ungebildet, dass er das nicht weiß? Wohl kaum. Also muss man wohl annehmen, dass er bewußt "fake news" erzeugt. Aber aber...

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jim_beam 16.07.2018, 15:47
126.

Zitat von max-mustermann
Mann rettet einfach alle Schiffbrüchigen und bringt sie an die Küste zurück wo sie ihr lebensmüdes Abenteuer begonnen haben. Schon muss niemand mehr ertrinken und die Schleuser verlieren ihre Geschäftsgrundlage.
Genau und die zurückgeschafften Flüchtlinge gehen dann brav wieder in ihr Herkunftsland zurück oder wie stellen Sie sich das vor? Das ist doch total weltfremd, die probieren es denn eben bei nächster Gelegenheit wieder, so wie das schon jahrelang vor Ceuta und Melilla ist.

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MikeMeyerhof 16.07.2018, 15:50
127. Es könnte einfach sein

Auf die Gefahr hin populistisch zu wirken (es ist einfach) hier ein Vorschlag
Statt Leute im Meer nach Folter und Vergewaltigung ersaufen zu lassen sollten sie nicht reisen müssen, dann wäre auch das Schleppertum Geschichte. Die sind nicht von Gott gegeben sondern Produkt unserer Politik Abschottung generiert Schleppergeschäfte diese zu überwinden. Mehr Abschottung bedeutet höhere Preis mehr Geld für die Schlepper.
Lösung Botschaftsasyl.
Als erstes mal unterscheiden zwischen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten und Migranten. Die haben immer vorläufiges Bleiberecht.
Anders ist es wenn sie Asyl wollen bzw. Migranten kommen.
Hier sollte die EU oder die Länder Kriterien erstellen wen man in welcher "Menge" haben möchte.
Beispiel
Facharbeiter für die Wirtschaft
Stipendien für Studium oder Ausbildung (ev. mit Rückkehrvertrag)
Junge Familien mit Potenzial gegen die Alterspyramide
Asylbewerber
und und und
Sonstige z.B. Menschen die man mit einem Vertrag ausstattet was man von Ihnen erwartet und was er von seinem Zielland erwarten kann. Rechtlich abgestützt inkl. Konsequenzen für Beiden bei Verletzung bzw. Übererfüllung.
Die Menge pro Kategorie festgelegen ergibt die Gesamtmenge pro Jahr.
Nun kann ein Migrant in eine EU Botschaft in seinem Land. Dort Personenerkennung und ausfüllen des Antrags. Der geht Europa ins Zielland oder besser an eine zentrale Stelle der EU. Vorab kann schon digital herausgefunden werden welche Kategorie ev. passen würde. Der Antrag wird nach rechtsstaatlichen Prinzipien in Europa bearbeitet. Der Migrant wartet zuhause auf den Bescheid.
Migranten die unter Verfolgung leiden können ins Nachbarland bzw. nächste sichere Land flüchten zur EU Botschaft und Ihr Antrag stellen. Sie werden versorgt bis zum Bescheid. Sind es viele in einer Region wird das mit dem UNHCR organisiert.
In der EU bekommt der Migrant einen Rechtsbeistand der nach den Rechten des Ziellands den Antrag begleitet.
Asylbewerber die direkt nach Europa kommen werden in eine der Botschaftsunterkünfte in der nähe Ihrer Heimat gebracht dort das Verfahren gestartet.
Bei Ablehnung nach allen rechtlichen Möglichkeiten geht der Migrant wieder in seine Heimat ev. mit einem Unterstützungsprogramm.
Die positiven bescheide wird in der Unterkunft auf Ihr Zielland vorbereitet. Sprache Kultur Gesetzte usw. und kommt ohne Gefahr für sein leben in das Zielland.
Das wäre eine human Variante die am Anfang sicher eine grössere Menge von Anträgen generiert aber mit Digitalen Mitteln und genug Personal kann das rechtstaatlich sicher bewältigt werden zumal es dezentral einfacher ist. Die Leute in der Botschaft kennen die Menschen deren Sprachen Kultur und können auch die Geschichten besser hinterfragen.
Denkbar wäre auch eine Webseite auf der der Bewerber vorab die Chancen seines Wünschen Prüfen kann. Es gäbe noch viele Ideen. Der Vorteil ist Keine Toten, Geringere Kosten, Chancen für Europa Menschen zu bekommen die man braucht, Human und geordneter Zuzug, Keine Schlepper mehr.
Eigentlich einfach oder?

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zoon.politicon 16.07.2018, 15:50
128. Dritter Weg

Im Artikel finde ich die Möglichkeit eines dritten Weges nicht erwähnt, nämlich die Flüchtlinge zu retten, sie dann aber zur afrikanischen Küste zurückzubringen und dadurch gleichzeitig Leben zu retten und Nachfolgende davon abzuhalten, sich überhaupt auf das Risiko einer Überfahrt einzulassen, (weil es sich dann nicht mehr lohnt). Dadurch würde auch den Schleppern ihr Geschäftsmodell genommen.
Vom moralischen Standpunkt aus kann man auch argumentieren, durch die momentan ablaufende Form der Rettung - mit Weiterbringen der Geretteten nach Europa - fördert man das Schleppertum und setzt mehr Menschen dem Risiko des Ertrinkens aus.

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a.maassen 16.07.2018, 15:52
129. Was ein schwieriges Thema ...

Ich versuche immer wieder für mich Klarheit zu gewinnen. Ich skizziere mal meine Gedanken:
1. Das was da im Mittelmeer geschieht hat mit Flucht im Sinne der Genfer Flüchtlingkonvention nichts zu tun. Es handelt sich um illegale Migration.
2. Es ist barer Zynismus mit nicht seetüchtigen Fahrzeugen aufs Mittelmeer hinauszufahren und sich dann 3 sm vor der Küste "retten" zu lassen und nach der Rettung auch noch einen unbeschränkten Aufenthaltstitel in Wunschland Europas zu erwarten. Insofern ist der Vowurf die Retter seien das Endglied in der Schlepperkette gerechtfertigt.
3. Es ist dennoch richtig, Menschen vor der Küste aus dem Wasser zu ziehen.
4. Illegale Immigration nach Europa muß ein Ende finden. Wir können hier nicht jeden Glücksritter aufnehmen, der sich aus Afrika und dem Nahen Osten zu uns aufmacht. Deshalb müssen diese Routen versperrt werden.
5. Europa braucht aber auch Immigration. Das ist schon eine Frage der Altersstruktur der Bevölkerung.
6. Ich stelle mir so etwas vor, wie eine Geencard für Europa ...

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